Efeu - Die Kulturrundschau

Schlafend legt sie ihren Kopf unter eine Sichel

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07.02.2026. Die FR bewundert in Frankfurt, wie Künstler mit Teppichen Widerstand leisten. Die Feuilletons gratulieren Paula Modersohn-Becker zum 150. Geburtstag: Sie wäre ein Vorbild für die deutsche Avantgarde gewesen, hätten ihre männlichen Kollegen sie nicht verdrängt, glaubt die SZ. Die FAS bewundert das Nederlands Fotomuseum in Rotterdam, das nicht nur pünktlich fertig, sondern auch wunderschön geworden ist. Die SZ befürchtet, dass Netflix-Produktionen immer dümmer werden. Und in der FAZ fragt sich Marica Bodrozic: Wo sind heute Menschen vom Format eines Vaclav Havel?
9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.02.2026 finden Sie hier

Kunst

Jan Kath, "On High Seas", 2022, Wolle, Seide auf Baumwolle. © Jan Kath Design GmbH

Ganz hingerissen ist Lisa Berins in der FR, nachdem sie aus der Ausstellung "Wolle. Seide. Widerstand" im Frankfurter Museum Angewandte Kunst kommt. Zu sehen sind meisterhafte Teppiche, auf die Künstler politische Botschaften gegen Diskriminierung, Rassismus oder Umweltzerstörung gewebt haben: "Konventionelle Orientteppiche zerfließen und bilden eine farbige Stoffpfütze oder bluten in roter Wolle aus - 'Virgin' von Faig Ahmed hinterfragt damit das traditionelle Konzept der Jungfräulichkeit. In die 'Haut' des Industrieteppichs brennt der aus Offenbach stammende deutsch-türkische Künstler Nasan Tur unheimliche Schattenwesen ein. Klassische Muster lösen sich in Jan Kaths Werken auf oder werden gelöscht. (…) Das Museum präsentiert in einer Art 'Landkartenraum' einige von Kaths Werken, in denen es um die Fluchtbewegung geht: In 'On High Seas' (2022) schippern schwarze Silhouetten auf einem Boot über das dunkle Meer, dahinter ein riesiges Schiff, das die Rettung sein könnte - oder eine Grenzpatrouille."

Paula Modersohn-Becker, Brustbild eines Flöte blasenden Mädchens im Birkenwald, 1905. © Buchheim Museum der Phantasie, Bernried. Foto: Nikolaus Steglich, Starnberg. 

Zum 150. Geburtstag widmen das Albertinum in Dresden, die Museen in Worpswede und die Kunsthalle Bremen Paula Modersohn-Becker Ausstellungen - und Till Briegleb in der SZ ein Porträt der Malerin, die zu Lebzeiten von ihren männlichen Künstlerkollegen erst an den Rand gedrängt und postum durch die überwiegend faschistische Worpsweder Künstlerkolonie vom Nationalsozialismus vereinnahmt wurde. Dabei stellte Modersohn-Becker ihre Zeitgenossen in den Schatten, so Briegleb, denn sie schuf "mit ihrer Kunsthaltung eine geniale Synthese aus französischem Impressionismus und deutschem Expressionismus, als es Letzteren noch gar nicht gab. Denn lange bevor 1905 die Künstlergruppe 'Brücke' in Dresden den deutschen Expressionismus aus der Taufe hob, malte die Hochbegabte bereits Kinder- und Landschaftsstudien von einer leuchtenden Farbkraft und befreit von allem akademischen Abbildungszwang, sodass ihr der Status des Vorbilds für die deutsche Avantgarde gewiss wäre, hätte irgendwer das Werk gekannt." In der FAS geht Julia Voss unter anderem der These nach, dass Picasso von Modersohn-Becker beeinflusst wurde. In der NZZ schreibt Jörg Restorff und Dlf Kultur sendet eine Lange Nacht über Paula Modersohn-Becker.

Gemeinsam mit dem Goethe-Institut zeigt die Münchner Kunsthalle Lothringer 13 das Projekt "Antifascism: Now", das in den kommenden zwei Jahren in zahlreichen süd- und osteuropäischen Städten in 14 Ländern gezeigt werden soll. Kurator Kalas Liebfried will den in Verruf geratenen Begriff des Antifaschismus zurück in die "Mitte der Gesellschaft" holen, weiß Gabi Czöppan, die im Tagesspiegel aufatmet, dass die Ausstellung weder auf Spektakel noch auf eindeutige Gegner setzt. Vor allem die ukrainischen Positionen beeindrucken Czöppan: "Mit großer Poesie verarbeitet die Ukrainerin Stanislava Pinchuk ihr Trauma. Mit der Installation 'Vampiret' tritt die 37-Jährige als Geisterbeschwörerin und Hypnotherapeutin in der Villa des ehemaligen albanischen Diktators Enver Hoxha auf und übersetzt darin politische Kontrolle in körperliche Erfahrung. Als Metapher für die Unterdrückung in totalitären Regimen schlüpft sie in dem Film in die Rolle einer mythischen Gestalt aus dem 17. Jahrhundert: Schlafend legt sie ihren Kopf unter eine Sichel, jede falsche Bewegung könnte sie das Leben kosten."

Derweil berichtet die amerikanische Kunstkritikerin Sheila Regan in der taz, wie Künstler in Minnesota gegen ICE- und CBP-Razzien protestieren - mit Gedichten, Fotos, Drucken Benefizkonzerten oder bloßer Anwesenheit.

Weitere Artikel: Für die FAZ flaniert Ursula Scheer über die Art Basel in Katar (unser Resümee) und freut sich, dass "innerhalb der Grenzen des Möglichen" auch "Provokatives" zu sehen ist.  Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Metamorphosen" im Rijksmuseum in Amsterdam (Welt, mehr hier), die Ausstellung "What We Carry" im Museion Bolzano mit einer Arbeit des Künstlers Christian Kosmas Mayer, der an den schwarzen US-Amerikaner Cornelius Johnson erinnert, der bei den olympischen Sommerspielen 1936 eine Goldmedaille gewann, im Gegensatz zu den weißen Olympioniken aber von Franklin D. Roosevelt nichts ins Weiße Haus eingeladen wurde (taz), die Ausstellung "Cockaigne - Schlaraffenland der Zukunft?" mit Fotografien von Gregor Sailer im Naturhistorischen Museum in Wien und eine Ausstellung mit neuen Arbeiten von Michael Triegel in der Galerie Schwind in Berlin (Welt).
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Literatur

Die Schriftstellerin Marica Bodrožić denkt in "Bilder und Zeiten" der FAZ über verschiedende Reden von Václav Havel und dessen Appelle an Freiheit und Mitmenschlichkeit nach und fragt sich: "Wo sind heute Menschen seines Formats?" Und welche Schriftsteller halten den utopischen Überschuss einer sich öffnenden Welt heute noch aufrecht? "Nach einer unendlich bleiernen Zeit ließ sich auf dem gesamten Kontinent erleben, wie die Freude eine kurze Zeit lang in Mut und Gestaltungswillen übergingen. Heute ist dieser Umbruchsmoment schon wie in die Untiefen der Geschichte abgesunken, aber er kann ein Muster der Zuversicht in die Welt holen, wenn Klarheit darüber besteht, dass alles möglich ist, wenn man es selbst nicht als Ideenraum auslöscht, bevor er sich überhaupt entwickelt hat. ... Bewusstsein, Werte und Ideale müssen nun unter Druck selbst gelebt werden. Und vieles ist schon in der Umzingelung durch die Lüge und unnötiges Taktieren verraten worden."

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Weitere Artikel: Im Literaturfeature von Dlf Kultur porträtiert Michael Hillebrecht den im Exil lebenden libyschen Schriftsteller Hisham Matar. Francesca Polistina blickt für "Bilder und Zeiten" auf die Sportbegeisterung der italienischen Literatur, doch "von der Lebensfreude und Leichtigkeit, die viele Schriftsteller nach den Olympischen Spielen von 1956 empfanden, ist in der heutigen Literatur wenig zu spüren". Andreas Isenschmid hat derweil für "Bilder und Zeiten" den vor 150 Jahren erschienenen Roman "Daniel Deronda" von George Eliot - ein Pseudonym Mary Ann Evans - aus dem Regal geholt. Und Marc Zitzmann erinnert in "Bilder und Zeiten" an die Briefeschreiberin Marie de Sévigné. Außerdem kürt die Jury des Dlf Kultur in Form einer PDF die besten Krimis des Monats - hier alle Bücher, zu denen wir Rezensionsnotizen haben, das CrimeMag flankiert mit Besprechungen.

Besprochen werden unter anderem Barbara Honigmanns "Mischka" (taz), Andrej Platonows "Der Staatsbewohner" (FR), Jill Johnsons Krimi "Nachtschattengewächse" (taz), Ece Temelkurans "Nation of Strangers" (FAZ), Son Lewandowskis "Die Routinen" (FAS) und Denis Pfabes' "Die Möglichkeit einer Ordnung" (LitWelt). Dazu mehr in unserer Bücherschau.

In der online nachgereichten Frankfurter Anthologie schreibt Werner von Koppenfels über Emily Dickinsons "Mein Hirn entfiel mir":

"Mein Hirn entfiel mir - Seele taubt -
In den Adern das Pulsieren
Erstarrt abrupt - zur Perfektion ..."
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Bühne

Szene aus "Munich Machine". Foto: Birgit Hupfeld

Nicht besonders glücklich wird Nachtkritikerin Susanne Greiner mit Ersan Mondtags Inszenierung von Albert Ostermaiers "Munich Machine" am Münchner Residenztheater. Denn das Stück, in dem Ostermaier den Regisseur Klaus Lemke reinkarnieren lässt, der dabei zusieht, wie Münchner Utopien in den vergangenen Jahrhunderten scheiterten, ist zwar unglaublich witzig, aber Mondtag kriegt es nicht ganz in den Griff, so Greiner: "Weil Mondtag nicht den Faden findet, um sie stringenter zu binden. So wirken die 'Utopien' teils nur lose aneinandergereiht. An manchen Stellen hätte Mondtag den Text auch kürzen können, beispielsweise bei den beiden Anfangsmonologen von Lemke und Münchner Kindl."

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Die Vermutung, dass Shakespeare seine Stücke nicht selbst geschrieben hat, ist nicht neu. Auch der Name Emilia Bassano, eine Dichterin jüdischer Abstammung, fiel als Urheberin schon häufiger. Nun glaubt die feministische Historikerin Irene Coslet in ihrem neuen Buch "The Real Shakespeare", dass es sich bei Bassano um eine venezianische Jüdin marokkanischer Abstammung handle - Thomas Ribi meldet in der NZZ Zweifel an: "Coslets Argumentation ist im Ganzen eher ideologisch als literaturwissenschaftlich: Die eurozentrische Sichtweise habe schwarze Autoren systematisch ausgeblendet, schreibt sie. Schwarze Autorinnen sowieso, weil der patriarchalen Gesellschaft die Vorstellung unerträglich sei, dass ein Genie wie Shakespeare kein weißer Mann sein könnte. Auf dem einzigen Bild, das von ihr erhalten ist, deutet allerdings nichts darauf hin, dass Bassano dunkelhäutig war."

Besprochen werden der Ballettabend "Waves and Circles" am Bayerischen Staatsballett (FAZ) und Kornel Mundruczos Inszenierung von Leos Janaceks Oper "Die Sache Makropoulos" an der Opéra Lille (FAZ).
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Architektur

'Pakhuis Santos' © Studio Hans Wilschut

Während das Deutsche Fotoinstitut nach wie vor nicht mal existiert, ist in Rotterdam in kürzester Zeit das Nederlands Fotomuseum entstanden, für das die Architekten, das Büro Renner Hainke Wirth Zirn aus Hamburg und WDJarchitecten aus Rotterdam das Pakhuis Santos, einen ehemaligen, 1901/02 errichteten Kaffeespeicher umgebaut haben. Ohne Kostenexplosion, im Zeitrahmen - und "wunderschön" ist es auch geworden, staunt Hubert Spiegel in der FAS: "Ein frei stehender siebengeschossiger Kubus und eines der schönsten Beispiele der Lagerhausarchitektur des frühen zwanzigsten Jahrhunderts mit Fassaden im Beaux-Arts-Stil. Die Architekten haben so viel wie möglich von der Bausubstanz erhalten, die Kellergeschosse unter anderem für museumspädagogische Zwecke und eine Dunkelkammer genutzt und dem Gebäude eine Krone aufgesetzt: zwei zusätzliche Etagen, die mit einer semitransparenten, golden schimmernden Fassade aus durchbrochenem Aluminium verkleidet sind. Hier sind ein Restaurant mit umlaufender Terrasse und darüber sechzehn kleine Apartments untergebracht, die man für Kurzaufenthalte mieten kann." Nicht weniger begeistert sind Alexander Menden in der SZ und Ulf Meyer bei Monopol.

Auch Andreas Kilb, ebenfalls FAS, verschlägt es den Atem: In der Berliner James-Simon-Galerie sind in der Ausstellung "Gebaute Gemeinschaften" nun die erst vor gut dreißig Jahren entdeckten Funde von Göbekli Tepe zu sehen - die ältesten bislang gefundenen steinernen Gemeinschaftsbauten der Menschheit: "Die 'Sonderbauten', wie die Wissenschaftler sie vorsichtig nennen, dienten offensichtlich keinen Wohnzwecken. Ihre fensterlosen Räume waren mit Reliefs und Skulpturen geschmückt, einige der T-Stelen sind mit angedeuteten menschlichen Armen und Gesichtern versehen. An den Wänden standen Steinbänke, auf denen sich Zuschauer einer Zeremonie niederlassen konnten, und auf einem Ritzrelief, das im zentralen Raum der Ausstellung gezeigt wird, sind tanzende Körper zu erkennen." Für die FAZ bespricht Uwe Ebbinghaus die Ausstellung.
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Film

Viel Aufsehen gab es kürzlich, als Matt Damon im Podcast von Joe Rogan erzählt hat, dass Netflix die Vorgabe aufstellt, bei Filmen möglichst zu Beginn große Actionszenen zu platzieren (damit die Leute nicht gleich wieder wegzappen) und den Plot möglichst oft und einfach verständlich im Dialog zu erklären (weil die Leute beim Filmschauen lieber auf dem Handy daddeln, als den Film zu sehen). Werden Filme also immer dümmer? Philipp Bovermann hat sich für die SZ mal in der Branche umgehört. Deutsche Produzenten berichten ihm tatsächlich von einem Treffen mit "Frontalunterricht", bei dem ihnen von Netflix die besten Strategien vorgebetet wurden: Bei einer Serie "müsse sofort klar sein, um welches Genre es sich handelt, welche Tonalität, wer die Figuren sind, was sie wollen. Die Erzählung solle 'auf der Spur bleiben'. 'Wow-Effekte' bieten. 'Spice'. Keine Genre-Mixes. Keine 'ungewöhnlichen' Erzählstrukturen. Alles solle möglichst deutlich und zugleich einfach aussehen, sagt ein Produzent, weshalb ihnen bis in die Farben von Haaren und Pullovern reingeredet worden sei - in einem Maß, das sie so noch nie erlebt hätten. ... Seit ein, zwei Jahren, heißt es aus der Branche, gebe es vereinzelt sogar die Vorgabe, 'blockartig' zu erzählen, in je für sich abgeschlossenen Handlungssequenzen. An Filmhochschulen wird so das Schreiben von Kinderstoffen gelehrt."

Angesichts dessen ist es vielleicht gar nicht so erstrebenswert, dass die Streamer in Deutschland mit der nun beschlossenen Reform der Filmförderung künftig per Zwang in den deutschen Filmmarkt investieren müssen (hier unser Resümee)? Thomas E. Schmidt ist auf ZeitOnline von dem Beschluss allerdings aus ganz anderen Gründen nicht überzeugt: Die gerade mal acht Prozent, die die Streamer von ihrem Netto-Umsatz in Deutschland in deutsche Produktionen packen müssen, entsprächen ohnehin in etwa dem, was sie eh schon investieren. "Deutsche Produzenten hatten wenigstens zwölf bis fünfzehn Prozent gefordert, damit sich eine spürbare Marktbelebung einstellt. Das wird nun nicht der Fall sein. ... Die Alternative dazu, ein Steueranreiz-Modell, das Investitionen in den Film wirklich finanziell attraktiv machen würde und das in Frankreich oder Großbritannien erfolgreich angewendet wird, kommt nicht. Man wird darüber sicher bald wieder reden."

Jan Küveler (Welt) ist mit der Gesamtsituation unzufrieden: Hollywood geht gerade wirtschaftlich und kreativ völlig vor die Hunde. Und Europa? Dreht zwar einen beachtlichen Arthouse-Film nach dem anderen - die dann aber überall laufen, nur nicht auf der Berlinale. "Den Wettbewerb dominieren schwere Stoffe leidlich bekannter Autorenfilmer", die dann auch noch alle ähnlichen Mustern folgen und humorlos zu Werke gehen. Alternativen gäbe es reichlich, meint Küveler und nennt Josh Safdies "Marty Supreme" mit Timothée Chalamet, Maggy Gyllenhalls Horrormusical "The Bride" und "Project Hail Mary" mit Ryan Gosling und Sandra Hüller. Diese "laufen in den kommenden Wochen in Deutschland an, man hätte sie ohne Probleme zeigen können. Oder wollten die Produzenten nicht? Ist ihnen die Berlinale nicht wichtig genug, weder im Festivalreigen noch in Zeiten, in denen Social Media mehr Rummel macht als eine Wettbewerbsprogrammierung?"

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Weitere Artikel: In der FAS porträtiert Bert Rebhandl den deutschen Regisseur İlker Çatak, der auf der Berlinale seinen neuen Film "Gelbe Briefe" im Wettbewerb vorstellt und nach seinem insbesondere auch internationalen Erfolg mit "Das Lehrerzimmer" (unsere Kritik) aktuell an einer Adaption von David Szalays mit dem Booker Prize ausgezeichnetem Roman "Was nicht gesagt werden kann" arbeitet. Seit Anfang des Jahres boykottieren deutsche Synchronsprecher die Zusammenarbeit mit Netflix, da der Streamer Knebelverträge vorgelegt hat, die vorsehen, dass Netflix anhand der Tonaufnahmen eine KI trainieren darf, meldet Theresa Hannig in der FAZ. Jens Balzer spricht für ZeitOnline mit dem Schauspieler Noah Wyle über dessen Hit-Serie "The Pitt". Besprochen wird Park Chan-wooks "No Other Choice" (Standard, Jungle World, unsere Kritik).
Archiv: Film
Stichwörter: Filmförderung, Netflix, Berlinale

Musik

Kristoffer Cornils hat sich für die taz die teils alarmistischen Studien zum Konsum von KI-Musik mal genauer angesehen. Sein Befund: Die darin enthaltenen "spärlichen Informationen" lassen eindeutige Schlüsse eher nicht zu, außer vielleicht dem, dass  "Verwirrung darüber herrscht, was echt und was KI-generiert ist". Dass Spotify KI aber schon seit langem zumindest zur Analyse nutzt, um "perfekte Playlists" zusammenzustellen und dazu passgenau komponierte, tantiemengünstige Songs produzieren zu lassen, ist schon länger bekannt (mehr dazu hier). Dazu gesellen sich jetzt die KI-Copycats, die das Spiel nun auf eigene Faust betreiben: "Ob die im Sommer bekannt gewordene KI-Band Velvet Sundown oder Sienna Rose und Jacub - sie alle ahmen beliebte Genres nach und bieten sich als Alltagsklangkulisse an. Ein großer Teil ihres Erfolgsrezepts besteht darin, überhaupt nicht aufzufallen und sich vielmehr in den Flow der Gleichförmigkeit des Playlists-Ökosystems einzuschmuggeln. So wird aus Spotify sukzessiv Slopify."

Außerdem: Olaf Karnik porträtiert in der taz den Dubreggae-Produzenten Adrian Sherwood, der gerade sein neues Album "The Collapse of Everything" veröffentlicht hat. Till Hahn erinnert im Freitag an das Linkin-Park-Album "Hybrid Theory", das vor 25 Jahren erschienen ist. Von Dr. Alban bis Dr. Dre: Jens Balzer führt in der Zeit durch die Welt der falschen Doktortitel im Pop. Martin Seng blickt in der FAS auf die etwas verzweifelt wirkenden Versuche der katholischen Kirche, sich über Pop und DJing bei der jungen Generation einzuschmeicheln.

Besprochen werden der von Geralf Pochop zusammengestellte Band "Tanz auf dem Vulkan" mit Dokumenten und Archivalia von "widerständiger Punk-Frauen in der DDR" (taz), ein gemeinsames Konzert von Tabea Zimmermann und Marek Janowski in der Tonhalle Zürich (NZZ), ein Konzert der HR-Bigband (FR) und Redveils neues Rap-Album "Sankofa" (ein "großer Wurf - hier ist nichts zu viel", schwärmt Stefan Michalzik in der FR).

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