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07.06.2025. FAS und taz lernen bei der Buchmesse in Kyjiw, wie schwierig es ist, Kriegsslang und Kriegserfahrungen zu übersetzen - vor allem dann, wenn sich die Ukraine ständig erklären muss. Die Polyphonie der Dagmara Kraus zu übersetzen ist vermutlich unmöglich: Im Perlentaucher würdigt Marie Luise Knott die große Sprachwerkerin. Die nachtkritik wirft Milo Rau vor, einem Gewaltfetischismus zu frönen, wenn er ein Stück über eine Kriegsreporterin auf die Bühne der Wiener Festwochen bringt. Und backstageclassical ärgert sich über Michael Barenboim, der einen Boykott Israels fordert.
Mehr als 700 Bibliotheken sind laut PEN im Krieg beschädigt oder zerstört worden, und doch ist überall Widerstandsgeist zu spüren, wenn in Kyjiw derzeit mit der Book Arsenal die größte Buchmesse der Ukraine stattfindet, staunt Jens Uthoff in der taz. "Everything is Translation" haben die Kuratorinnen, die OsteuropahistorikerinMarci Shore und die ukrainische Verlegerin und SchriftstellerinOksana Forostyna als Motto ausgewählt, abgelauscht haben sie es einem Gespräch mit dem ebenfalls eingeladenen ukrainischen Psychoanalytiker und Kulturwissenschaftler Jurko Prochasko. Der erklärt, der Angriffskrieg habe der Ukraine neue "Übersetzungsaufgaben" gestellt. "'Wir sind davon ausgegangen, dass ein Angriffskrieg einer Großmacht auf ein Land, das den Krieg mit nichts provoziert hatte, dass eine solche himmelschreiende Ungerechtigkeit eindeutig bewertet werden würde', sagt er. 'Wir haben aber festgestellt, dass die Möglichkeiten der Relativierung sehr flexibel sind. Die Ukraine muss sich also ständig erklären, in Echtzeit und live.' Alles in der Ukraine sei durchdrungen vom Krieg, so Prochasko. 'Es gibt keine Stelle in der Seele, die frei wäre vom Krieg.'"
Für die FAS ist Claudia Dathe, Übersetzerin aus dem Ukrainischen und Russischen, zur Buchmesse nach Kyjiw gereist, wo sie im Luftschutzkeller mit der ukrainischen Autorin Oksana Stomina ins Gespräch kommt. Die will von ihr wissen, wie sie das Slangvokabular des Krieges übersetze, zum Beispiel: "zakobsonyty - einen russischen Soldaten ins Jenseits schicken, wo er sich die Musik des Schlagerstars Josif Kobson anhören kann, der als Putin-Anhänger die Aggression gegen die Ukraine seit 2014 öffentlichkeitswirksam unterstützt hatte, bevor er 2018 starb. Oksana und ich stellen fest, dass diese Wahrnehmungen und Gefühle, die Verzweiflung, der Schmerz über die Verluste und auch der schwarze Humor, der sich in diesen markanten Wörtern kondensiert, unübersetzbar sind. Unfassbar und unübersetzbar bleibt nicht nur das Geschehen an sich - die Angriffe, die Grausamkeit, das Sterben - , sondern auch die Formen, die die Menschen in der Ukraine finden, um das Geschehene zu verarbeiten und Wege zum Weiterleben zu finden."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Am Pfingstmontag wird die Lyrikerin Dagmara Kraus den Oskar-Pastior-Preis erhalten. Perlentaucherin Marie Luise Knott würdigt in ihrer Tagtigall vorab das Werk der großen Sprachwerkerin, die 1986 mit ihren Eltern aus Polen nach Deutschland kam und gehüllt in "das Gewand der Polyphonie" auch in ihrem jüngsten Gedichtband "liedvoll, deutschyzno" lustvoll mit den Sprachen spielt: "Jede Sprache hat je spezifische Lautkonstellationen, die sich im Mund der Sprechenden je verschieden formen. Mit der Mischung der Sprache entsteht auch ein Mischmundraum, in dem neben dem Mehr an Mundmuskeln auch ein Mehr an 'Denkmuskeln' trainert wird. So verändert sich der Gang in die Welt. 'çatodas' lautet der Titel eines der Gedichte im genannten Band. 'Çatodas' klingt wie eine Figur aus einem Kinderbuch: Kennen Sie das kleine Çatodas ? Die kleine Schwester von 'Zeberaffe diederdase'? Alles erfunden. Tatsächlich ist çatodas ein Mischwortwesen, welches schlicht 'dasdasdas' meint und aus dem französischen ça, dem polnischen to und dem deutschen das zusammengesetzt ist." In der FAS berichtet Nikolai Klimeniouk von diversen Skandalen beim Schweizer Preis für russischsprachige Literatur "Dar", der 2024 von dem Schriftsteller Michail Schischkin und einer Gruppe Schweizer Slawisten gegründet und von einer Reihe russischsprachiger Literaten und Intellektueller unterstützt wurde: Die ukrainische Dichterin Maria Galina wies ihn zurück, unter den Mitgründern finden sich einige Mitglieder, die zumindest zeitweise Putin nahestanden und schließlich warf die russische Dichterin Galina Rymbu ihrem auf der Shortlist vertretenen Kollegen Denis Besnossow vor, stellvertretender Direktor der Russischen Zentralen Kinderbibliothek, er sei an Indoktrinationsmaßnahmen für ukrainische Kinder beteiligt gewesen.
Weitere Artikel: Die FAZ bringt die leicht gekürzte Rede, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Thomas Manns 150. Geburtstag in Lübeck gehalten hat. Im taz-Gespräch mit Marcus Wolf beklagt die Autorin Carla Kaspari, die mit "Das Ende ist beruhigend" gerade eine Dystopie über die Klimakatastrophe veröffentlicht hat, dass die Klimakrise viel zu wenig stattfindet. Auf den Bilder und Zeiten-Seiten der FAZ geht der Germanist Markus Steinmayr einem eigenwilligen Phänomen in der jüngsten Literatur nach: Autofiktionale und autosoziografische Figuren, die ausgiebig über ihre Lektüren informieren.
Besprochen werden unter anderem Philippe Sands' "Die Verschwundenen von Londres 38" (taz), Juan S. Guses Roman "Tausendmal so viel Geld wie jetzt" (FAS), Hans Wißkirchens "Zeit der Magier" über Heinrich und Thomas Mann (FAZ) und Robert Cohens Erzählung "Anna Seghers im Garten von Jorge Amado" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologie schreibt Mathias Mayer über Thomas Manns "Doktor Faustus":
"Ich bin ein Bergmann in der Seele Schacht Und steige still und furchtlos dunkelwärts Und seh' des Leidens kostbar Edelerz Mit scheuem Schimmer leuchten durch die Nacht . . ."
Die Ausstellung "Pläne und Träume - Gezeichnet in der DDR" ist im Berliner Museum für Architekturzeichnung vom Architekturkritiker Wolfgang Kil kuratiert worden, den Florian Siebeck für die FAS interviewt. Kil zeigt auch, welche Erkenntnisse sich vom Bauen in der DDR gewinnen lassen und welche Fragen nach wie vor aktuell sind: "Wenn eine Typologie dermaßen überhandnimmt, dass es gar keine optische Abwechslung mehr gibt, ist das natürlich auch keine Lösung. Der Trostlosigkeit begegnet man aber nicht mit permanentem Spektakel, sondern mit Qualität. Eine gediegene, ruhige Gestaltung ist besser auszuhalten als ein Übermaß an Entertainment. Und nicht zu vergessen: Vielfalt entsteht nicht nur durch den Entwurf, sondern auch durch die Nutzung. Das war in der DDR schon eine viel diskutierte Frage: Dürfen Bewohner Spuren in der Architektur hinterlassen? Können denn nur Architekten Vielfalt liefern? Oder nicht auch die Leute, die in den Bauten leben?"
"Sauhund", Foto: Armin Smailovic. Lion Christs "Sauhund", inszeniert von Florian Fischer an den Münchner Kammerspielen ist für Egbert Tholl in der SZ "ein fantastischer Schauspielabend für die Freiheit": Im Bayern der 80er Jahre spielt das Stück, als München eine "schwule Metropole" war. Der Protagonist Flori kommt aus einem bayrischen Dorf und erlebt die Schrecken von AIDS bis hin zu engstirnigen Dorfbewohnern hautnah mit: "Fischers Inszenierung ist mit dem grandiosen Musikhintergrund von Ludwig Abraham auch ein Requiem. Einmal sieht man im Video ein vielleicht letztes, überbordendes Konzert von Queen, aber dann hört man Marvin Gayes 'Inner City Blues' als sanfte, rein instrumentale Erinnerung, während sich Flori endgültig als strahlender Schmetterling entpuppt. Aber der Abend bleibt nicht in der Erinnerung kleben, er setzt vielmehr aus dieser heraus dem drohenden Ende der Wokeness etwas entgegen. Es geht ja nicht ums Schwulsein allein, sondern um alles, was dem Heteronormativen, auch dem Prüden und Faden, entgegensteht. Dazu braucht man nicht einmal in ferne Länder zu blicken." Eine weitere Besprechung findet sich in der Nachtkritik.
"Die Seherin", Foto: Nurith Wagner Strauss. Bei den Wiener Festwochen sieht FAZ-Kritiker Martin Lhotzky "Die Seherin", das Milo Rau, durch Sophokles inspiriert, mit Ursina Lardi auf die Bühne bringt. Das Stück über eine Kriegsreporterin, die unter anderem über den IS berichtet hat, ist eine Koproduktion mit der Berliner Schaubühne: "Wie schon bei der mythischen Kassandra werden auch die Warnungen und Vorhersagen der Kriegsfotografin kaum je ernst genommen. 'Die Seherin' ist eher ein Dokudrama als ein Theaterstück. Es handelt vom IS, verschweigt aber auch nicht die Kriegsverbrechen der Amerikaner und Europäer. Erschütternd und beunruhigend, in wenigen Punkten auch übertrieben, aber eben ziemlich dicht und präzise dran an der Wirklichkeit unserer Welt."
Nachtkritiker Jakob Hayner reflektiert diesen dokumentarischen Darstellungsmodus: "Was soll man in einer Welt der schamlosen Medialisierung von Gewalt noch enthüllen, wie es die gute alte Kriegsfotografie einst als aufklärerisches Ideal gehabt haben mag? Oder das gute alte Dokumentartheater, das ist übertragbar. Die ethische Geste des Zeigens, das einen zum Zeugen macht, hat sich erschöpft, wo alle immer schon Zeugen sind, nur keine Ethik mehr daraus folgt. Man mag bestreiten, dass der Massenkonsum von Gewaltpornografie ein Problem für das Theater als solches ist, doch für das Theater von Milo Rau ist sie mit Sicherheit eines. Weil Rau sich nämlich den Vorwurf gefallen lassen muss, selbst einem Gewaltfetischismus zu frönen, der seinen Arbeiten den gewissen Kick verleiht. (…) Der Abend macht keinerlei Anstalten, dem Vorwurf, von dem Elend zu leben, das man anprangert, auszuweichen, sondern setzt einen kaum erträglichen Schilderungen von Gewalt aus. Schlimm? Ja, so wie die Wirklichkeit." Eine weitere Besprechung findet sich im Standard.
Weiteres: Die tazstellt die deutsch-armenische Schauspielerin Nairi Hadodo vor, die im Gorki-Theater Kim Kardashian in "Kim" auf die Bühne bringt.
Besprochen werden: Die Dresden Frankfurt Dance Company tanzt William Forsythes "Undertainment" und Thomas Hauerts "Playing with Sergei, Martha and the Others" am Schauspiel Frankfurt (FR), "Mirage" von Jalet und Nawa auf Kampnagel in Hamburg (FAZ), "Schicklgruber" von und mit Nikolaus Habjan am Deutschen Theater Berlin (NZZ).
Jungin Lee, 67, from the series "Unseen", 2024. Bild: (c) Jungjin Lee, image courtesy Huxley-Parlour, London Ganz hingerissen ist Charlotte Jansen im Guardian von den Landschaftsfotografien der südkoreanischen, in New York lebenden Fotografin Jungjn Lee, die eine Zeit lang Robert Frank assistierte und deren Island-Serie nun in der Londoner Huxley-Parlour Gallery unter dem Titel "Unseen" zu sehen sind. Ihre nachdenklichen, mitunter furchterregenden Aufnahmen erinnern oft eher an Kohlezeichnungen: "Sie beginnt mit einer Mittelformat-Panoramakamera. Dann bürstet sie das Negativ mit einer Entwicklungsemulsion, die sie auf empfindliches Hanji-Papier (koreanisches Maulbeerbaumpapier) aufträgt, und badet es bei einer etwas höheren Temperatur als bei der üblichen Fixierung. Dadurch werden die marmorierten, geätzten Texturen optimiert. Diese von Hand emulgierten Bilder werden dann wieder in digitale Bilder umgewandelt, auf denen sie dann die Kontraste verändert und sie erneut ausdruckt. Die Pinselstriche auf der Oberfläche sind greifbar und erinnern an koreanische Tuschemalereien - man kommt nicht umhin, den Einfluss einer malerischen Tradition zu erkennen, die unverkennbar in Lees Werk einfließt."
Weitere Artikel: Welt-Kritiker Hans Joachim Müller ist ohnehin kein großer Freund von Immersion und daran ändert auch Turner-Preisträgerin Monster Chetwynd nichts, wenn sie ihn in der Ausstellung "The Trompe l'œil Cleavage" im Zürcher Kunsthaus in "oszillierende Zwischenwelten entführt, in den populären Underground zwischen Tag und Nacht, zwischen männlich, weiblich und divers, zwischen Mensch und Tier, zwischen begehbarer Einbildung und geträumter Realität." In der FRerinnert Arno Widmann an die Gründung der Künstlergruppe "Brücke" vor 120 Jahren. Ebenfalls in der FR freut sich Ingeborg Ruthe, dass die Neue Nationalgalerie in Berlin ein Auto von Christo erhält. In der taz ist Sophie Jung gespannt, wie die documenta nach dem Antisemitismus-Skandal am Samstag ihr 70-jähriges Jubiläum feiern wird. Hannes Hintermeier meldet in der FAZ, dass das Anwesen des Bildhauers Fritz Koenig in Ganslberg nochmal öffentlich zugänglich sein soll, bevor es in ein internationales Künstlerhaus verwandelt wird.
Besprochen werden die Ausstellung "Isolated Bodies, Waiting for a Touch" in der Berliner Galerie Hua International, in der die queeren iranischen Künstlerinnen Tirdad Hashemi, Soufia Erfanian und Mahsa Saloor ihre Arbeiten zeigen (Tsp), Fotografien von Thomas Meyer in der Berliner Galerie Susanne Albrecht (Tsp) und die Ausstellung "Mama. Von Maria bis Merkel" im Museum Kunstpalast in Düsseldorf (NZZ, mehr hier).
Für Bert Rebhandl in der FAZ ist Robert Guédiguian "der wichtigste Chronist" Marseilles und sein Ziel, filmerisch eine bessere Zukunft für die Stadt zu entwerfen, erreicht er auch mit seinem Film "Das Fest geht weiter!", so Rebhandl. Es geht darum, wie die Community der Stadt nach dem Einsturz zweier Häuser weitermacht: "Kino als Langzeiterzählung mit einer Wahlfamilie, die Marseille in eine Realutopie verwandelt - das ist in etwa, was Guédiguian aus der Ära Mitterrand in die Ära Melenchon überführt hat. Die organisierte Rechte kommt gar nicht vor, sieht man von gelegentlichen pflichtschuldigen Distanzierungen von den 'Faschos' ab. Was auch nicht vorkommt und damit dem Film einen anachronistischen Charme verleiht, sind die digitalen Plattformen. Guédiguian steht für eine Medienevolution, die von den ersten Epen bis zu einem Kino reicht, das wie eine Kraft der Vergangenheit wirkt. Kommt von daher eine wehmütige Grundstimmung, die den Film durchzieht?"
Weiteres: Das Babylon-Kino in Berlin zeigt den avantgardistischen Film "Im Frühling" von Mikhail Kaufman aus dem Jahr 1929, Katja Petrowskaja blickt in der FAS in eine Zeit, die nicht nur filmisch im Umbruch ist. Kai Spanke schwelgt in der FAZ in Überlegungen zu und Erinnerungen an Martin Scorseses "Goodfellas." Philipp Bovermann denkt in der SZ über Filmbejubelung und -kritik auf Tiktok und Youtube nach. Florence Kasumba wird von Elmar Krekeler in der Welt als eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen porträtiert, die auch in Hollywood Erfolg haben.
Besprochen werden: Ein weiterer Teil der Dreamworks-Reihe "Drachenzähmen leicht gemacht" (Welt), der neue Dortmund-Tatort "Feuer" (FR, SZ, Tagesspiegel, Spiegel), das John Wick-Spinoff "Ballerina" von Len Wiseman (SZ), die zweite Staffel "Nine Perfect Strangers" mit Nicole Kidmann für Amazon Prime (SZ) und die Julian Rosefeldt-Werkschau "Nothing is Original" im C/O Berlin (SZ).
Michael Barenboim, Sohn von Daniel Barenboim und bis 2024 Dekan der vom Bund mitfinanzierten Barenboim-Said-Akademie, wo er weiterhin eine Professur für Violine und Kammermusik innehat, hatte im gestrigen, von uns übersehenen VAN-Interview Israel nicht nur "Völkermord" vorgeworfen, sondern auch internationale Sanktionen und einen Boykott Israels gefordert. Kritik an der israelischen Kriegs-Politik findet Alex Brüggemann bei backstageclassical zwar notwendig, aber die Einseitigkeit des Barenboim-Sohnes, der kein Wort über den 7. Oktober verlor, ärgert ihn nicht nur, sondern er gefährde auch das Erbe seines Vaters: "Wäre es nicht gerade Aufgabe von Kulturschaffenden in einer sich radikalisierenden Welt, die Verletzung menschlicher Würde auf allen Seiten gleichermaßen zu thematisieren? Was ist so schwer an der Bestandsaufnahme, dass sowohl Israel der Bevölkerung in Gaza unmenschliche Gewalt antut als auch es die Hamas in ihren Attacken auf Israels Zivilgesellschaft und an ihren eigenen Leuten? Gibt es so etwas wie ein 'böseres Böse'? (...) Wer im Gleichschritt mit Gruppen kämpft, die Israel das Existenzrecht absprechen oder mit BDS-Maßnahmen belegt, trägt nicht zu Frieden und Verständigung bei, sondern vertieft die Gräben."
Zum 150. Todestag von Georges Bizet erinnert Michael Stallknecht in der NZZ daran, dass Bizet keineswegs ein reiner Opernkomponist war, wie jetzt auch einer vom Palazetto Bru Zane herausgegebenen Edition zu hören ist: "Klaviermusik ist da zu hören, darunter die abgründigen 'Variations chromatiques', ebenso Klavierlieder, in Frankreich einfach 'Mélodies' genannt. Bizet war ein exzellenter Pianist, der ebenso gut eine Karriere als Solist hätte machen können, aber sich aktiv dagegen entschied. Einiges in der Box des Palazzetto sind Weltersteinspielungen, vor allem die Übungsarbeiten, die Bizet als Student in Angriff nahm, um irgendwann den Prix de Rome zu gewinnen: Chöre mit Orchesterbegleitung, die Kantate 'Le Retour de Virginie'". Hier sind Bizets Variations chromatiques zu hören:
Weitere Artikel: Für die SZ trifft sich Torsten Gross mit Jarvis Cocker, der nach 24 Jahren das erste neue Pulp-Album vorlegt. In der tazplädiert die Singer-Songwriterin Ebba Durstewitz für eine Unkenntnis beim Thema Songwriting und das Recht auf Pathos im Pop. In der FAS denkt Elisabeth Fleschutz angesichts des Erfolgs von Deutsch-Rapperinnen wie Shirin David und Ikkimel über die Frage nach, ob diese Musik dem Feminismus schadet, oder seine "coolste, neueste Variante" ist.
Besprochen wird ein Beyoncé-Konzert in London (SZ) und das neue Klavieralbum "Ostranenie" von Grischa Lichtenberger, das für Max Dax in der FR zum "Radikalsten und Überraschendsten" gehört, "was seit vielen Jahren im Grenzbereich zwischen klassischer und elektroakustischer Musik an Pianomusik veröffentlicht wurde". Und das klingt dann so:
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