Efeu - Die Kulturrundschau

Aus dem Windkanal des Angesagten

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23.11.2024. Die FAZ entschließt sich, die politische Aufregung um die Nan-Goldin-Ausstellung kurz zu vergessen und sich stattdessen ihre Kunst anzuschauen. Die Nachtkritik sucht in Nurkan Erpulats Berliner Version von Nora Abdel-Maksouds Komödie "Café Populaire Royal" die rußverschmierten Arbeiter. Auch nicht-lebendige Dinge können handeln, versichert uns die Künstlerin Agnieszka Kurant in der taz. Das neue Jaguar-Rebranding macht aus einem "Rooooooaaaarrrrr" ein "Miau", schimpft die SZ.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.11.2024 finden Sie hier

Kunst

Agnieszka Kurant, Chemical Garden (détail), 2021- aujourd'hui
Photo : Mareike Tocha © Mudam Luxembourg

Die polnische Künstlerin Agnieszka Kurant, deren Werke momentan in der Ausstellung "Risk Landscape" im Mudam Luxemburg zu sehen sind, verbindet in ihren Werken Biologie, Technik und Kunst. Im taz-Gespräch mit Astrid Kaminski erzählt sie von ihrer Arbeit mit synthetisch hergerstellten Organismen, die allerdings lebens - und handlungsfähig sind. Andersherum können auch "nicht-lebende Dinge" Handlungsfähigkeit haben, wie sie zum Beispiel in ihrer Installation "Chemical Garden" zeigt, in der Metallsalze, die für die Computerherstellung benötigt werden, in flüssigem Glas "scheinbar organisch" reagieren: "Dies führt uns zu der Frage, was Leben ist. Es mag verschiedene Definitionen von Leben geben, aber es gibt auf jeden Fall einige Beweise dafür, dass es nicht-lebende Materie gibt, die eine Handlungsfähigkeit hat, die der von Lebewesen ähnelt. Nehmen wir als Beispiel das Verständnis der Entwicklung von Mineralien. Wissenschaftler wie Robert Hazan vertreten die These einer Ko-Evolution von Mineralien und Leben. ... Wenn wir Mineralien zu uns nehmen, nehmen wir lebende Organismen aus der Vergangenheit zu uns, und die heute lebenden Organismen werden zur Entstehung von Mineralien in der Zukunft beitragen."

Nan Goldin, Fashion show at Second Tip, Toon, C, So and Yogo, Bangkok (, 1992, Photographie, from the series "The Other Side" © Nan Goldin. Courtesy the artist

FAZ-Kritiker Andreas Kilb entscheidet sich, abseits der Aufregung um die Nan-Goldin-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie (unsere Resümees), sich einfach mal Goldins Fotografien anzusehen. Von politischem Aktivismus ist in den Bildern nichts zu spüren, stattdessen blickt er auf ein Lebenswerk, in dem ein beklemmendes "Memento Mori" mitschwingt, vor allem in den Bildern, die um den Suizid ihrer Schwester Barbara kreisen. In "'Sisters, Saints, and Sibyls', Goldins Requiem für Barbara, bildet die Geschichte der Schwester das Mittelstück zwischen einem Prolog über die heilige Barbara des Christentums und dem Schlusskapitel, in dem die Fotografin ihre eigenen Klinikaufenthalte dokumentiert. Es ist ein Muster, das sich auch in anderen jüngeren Arbeiten Goldins wiederholt: Auf Umwegen, im Blick auf das Leiden anderer kommt sie zu sich selbst. In 'Sirens', einer Collage aus Filmschnipseln, führt diese Strategie ins Nichts, in 'Memory Lost', einem Projekt, das auf dem Höhepunkt der Opioidkrise entstand, trifft sie ins Schwarze. Hier entsteht die Balladenform aus dem Mosaik von Kranken- und Todesgeschichten, Blicken auf Zugvögel und Schneemänner, Idyllen am Strand und der Erforschung der eigenen Sucht wie von selbst."

Außerdem: Besprochen werden die Ausstellung "Die Neue Sachlichkeit - Ein Jahrhundertjubiläum" in der Kunsthalle Mannheim (FAZ) und die Ausstellung "Unravel - The Power and Politics of Textiles in Art" im Stedelijk Museum Amsterdam, die den Zusammenhang von Handarbeit und politischem Aktivismus beleuchtet (FAS).
Archiv: Kunst

Bühne

Vorm Showglitter-Rahmen: Yanina Cerón & Aysima Ergün © Ute Langkafel MAIFOTO

Einen witzigen Abend hat Nachtkritikerin Elena Philipp mit Nurkan Erpulats Inszenierung von Nora Abdel-Maksouds Komödie "Café Populaire Royal" am Gorki-Theater verbracht, allerdings mit deutlichen "kämpferischen und bitteren" Untertönen. Die Ursprungsversion spielt in Zürich, für Berlin wurde das alles ein bisschen umgeändert, aber der Grundplot bleibt: die Alt-Marxistin Püppi träumt "von einem rußverschmiertem Arbeiter als Nachfolger in ihrer Sozialraum-Kneipe 'Spatz'". Die Bewerber sind unter anderem Svenja und Aram - und haben mit der Arbeiterklasse so gut wie gar nichts am Hut: "Nora Abdel-Maksouds Enttarnungsdramaturgie folgend, kommt heraus, dass Svenja aus Würzburg ein Erbe zu erwarten hat. Und Aram ist nicht wirklich Putz-, Massage- oder Lieferspezialist, sondern Wirtschaftspsychologe auf Wohnungssuche, der ob vermeintlich besserer Chancen auf 'Unterschicht' gemacht hat. Auch er kennt 'die Armen' nicht aus eigener Anschauung, sondern hat ihren Habitus auf RTL2 studiert. Den russisch klingenden Akzent für seine neue soziale Rolle hat er nach dem Film-Bösewicht Ivan Drago aus 'Rocky IV' modelliert."

Auch Christine Wahl lobt im Tagesspiegel den Witz und die Klugheit der Aufführung und sieht deutliche Parallelen zur Realtiät: "Wenn Cigdem Teke kurz vor Schluss in einem eigens während der Proben erarbeiteten Monolog nicht nur aus ihrer Rolle als Püppi, sondern aus dem kompletten Gestus der Aufführung heraustritt und über die Wirksamkeit der Bühnenkunst nachdenkt, landet der Abend dann sehr direkt und ironiefrei in der Tagesaktualität. Da geht es nicht nur um reale politische Krisen, sondern man kann auch an die Sparauflagen für die Berliner Kultur denken."

Der ehemalige Intendant der Komischen Oper in Berlin, Barrie Kosky, appelliert in einem offenen Brief, den der Tagesspiegel abdruckt, eindringlich an die Politik, einen Baustopp des neuen Gebäudes zu verhindern - auch im Hinblick auf dessen jüdische Geschichte: "Wussten Sie, dass die Produzenten Alfred und Fritz Rotter dieses Theater retteten und bewahrten und es während der Weimarer Republik zum wichtigsten Operetten- und Revuetheater in ganz Deutschland machten? Wussten Sie, dass beide 1933 aus Berlin verjagt wurden und mittellos im Exil starben? Wussten Sie, dass die größten jüdischen Operettenkomponisten des 20. Jahrhunderts allesamt in diesem Haus gewirkt haben? Leo Fall, Paul Abraham, Oscar Straus, Emmerich Kalman und ihre fast ausschließlich jüdischen Librettisten wirkten alle an diesem Theater. Wussten Sie, dass die größten Stars der deutschsprachigen Operettenwelt jüdisch waren und alle auf der Bühne in der Behrenstraße sangen, tanzten und spielten? Richard Tauber, Fritzi Massary, Gitta Alpar, Rosy Barsony und viele andere waren Weltmeister:innen ihres Fachs."

Der neue Intendant des Wiener Burgtheaters, Stefan Bachmann, schildert im NZZ-Interview seine Pläne für das Haus: Er möchte "flachere Hierarchien" einführen, wichtig ist ihm außerdem, dass die Schauspieler im Mittelpunkt bleiben. Die stünden "hier im Zentrum. Das mag wie eine Binsenwahrheit tönen - ist es aber nicht. Es ist hier immer wichtiger, wer auf der Bühne spielt, als wer's inszeniert hat. Das finde ich gut. Es gibt auch eine besondere Kultur, Literatur zu vermitteln, Literatur sprechen zu lassen, was ich auch als sehr wertvoll empfinde. Ich habe im neuen Programm selber stark auf Narration gesetzt. Es geht darum, Geschichten packend zu erzählen."

Außerdem: FAZ und SZ gratulieren der Tänzerin, Choreografin und Filmemacherin Yvonne Rainer zum Neunzigsten. "Kenntnis- und kompromisslosen Kulturabbau" wirft Nachtkritikerin Elena Philipp dem Berliner Senat hinsichtlich der Kultur-Sparpläne in der Nachtkritik vor. Gina Thomas berichtet in der FAZ vom Umzug der English National Opera von London nach Manchester. Besprochen wird Dmitri Tcherniakovs Inszenierung von Antonín Dvořáks Ballett "Rusalka" an der Oper Neapel (FAZ).
Archiv: Bühne

Film

Hanns-Georg Rodek spricht für die WamS mit Jacques Audiard über dessen in Mexiko angesiedeltes Trans-Drama "Emilia Pérez", das kommende Woche in den Kinos startet. Jan Freitag zeichnet in der SZ nach, wie die Psychotherapie immer mehr zum Thema in Serien wurde. In der FAZ schreibt Andreas Kilb zum 70. Geburtstag von Emir Kusturica.

Besprochen werden Nora Fingscheidts Alkoholismus-Drama "The Outrun" mit Saoirse Ronan (NZZ), Bruno Dumonts SF-Persiflage "Das Imperium" (online nachgereicht von der Zeit, unsere Kritik), Mati Diops Berlinale-Gewinner "Dahomey", der nun auch in Österreich startet (Presse, unsere Kritik zum deutschen Kinostart) und die zweite Staffel der Apple-Serie "Bad Sisters" (Freitag).
Archiv: Film

Musik

Für einen Klassikabend in einem Bürgerhaus, bei dem der Pianist Julian Riem Mendelssohn, Ravel und Tschaikowsky spielte, hat die GEMA dem Veranstalter stolze 920 Euro berechnet - von denen allerdings keine 70 Euro beim Pianisten selbst ankamen. Wohin das restliche Geld fließt, bleibt auch nach hartnäckigem Nachfragen völlig unklar, schreibt Thilo Komma-Pöllath auf Backstage Classical. Die GEMA, bei der im wesentlichen die Tantiemen-Großverdiener den Verteilungsschlüssel bestimmen, versichert lediglich, der Restbetrag komme "allen Urhebern zu Gute". Doch "hört man sich bei Künstlern, Agenturen, Konzertveranstaltern im Raum München um, dann bekommt man nicht den Eindruck als wäre die GEMA die Retterin der klassischen Musik, sondern ein Ärgernis und eine Gefahr für den bestehenden Konzertbetrieb. 'Bei privaten Konzertveranstaltern wird seit Jahren der Wunsch geäußert auf GEMA-pflichtige Werke zu verzichten, um Kosten zu vermeiden', erklärt eine namhafte Künstleragentur, die ungenannt bleiben will. Da die populären Kassenschlager der Klassik wie Beethoven, Mozart oder Wagner längst gemeinfrei sind, trifft es dann vor allem die zeitgenössische klassische Musik, die es eh schon schwer hat ein Publikum zu finden."

Außerdem: Thomas Lindemann berichtet in der FAS von einer Berliner Konferenz zum Thema Clubkultur und Kulturförderung. Franka Klaproth porträtiert für die FAS das Naked String Quartet, das im Berliner Fetischclub Kit Kat regelmäßig nackt klassische Musik darbietet, wobei es dabei nicht nur um einschlägige Gaudi geht: "Die musikalische Messlatte ist hoch." Sara Peschke erzählt in der SZ von ihrer Begegnung mit Indierockerin Kim Deal, die man von den Pixies und den Breeders kennt und nun mit 63 ihr Solodebüt veröffentlicht hat. Für Zeit Online hat Juliane Liebert mit Deal gesprochen. Leonie C. Wagner porträtiert in der NZZ die Schweizer Rapperin Loredana. Nirvana waren "die letzte interessante Band" im Punk, findet Antilopen-Rapper Kolja Podkowik in der Jungle World. Matthias Penzel plaudert für die FAS mit Ice-T über das neue Album seiner Metalband Body Count. Im Musikvideo zu deren aktuellen Single "Merciless" foltern die Bandmitglied ein Mitglied des Ku Klux Klan:



Besprochen werden das neue Album von Amyl and the Sniffers (taz), die Wiener Uraufführung von Nina Šenks Komposition "November Night" in Wien (Standard), ein Konzert des Tonhalle-Orchesters mit der Sopranistin Diana Damrau (NZZ), ein Konzert des HR-Sinfonieorchesters mit Kian Soltani (FR) und ein Konzert der hr-Bigband mit der Komponistin Miho Hazama und dem Altsaxofonisten Immanuel Wilkins (FR).
Archiv: Musik

Literatur

Martina Meister behält für die Welt die aktuellen Ereignisse in der französischen Literatur im Blick: Boualem Sansal wurde offenbar vom algerischen Geheimdienst verhaftet, der aktuelle Goncourt-Preisträger Kamel Daoud wird derweil von Algerien aus mit einer Hetzkampagne belegt (unser erstes Resümee). Gegen Daoud liegt neben der Anzeige einer Frau, die behauptet, Daoud habe ihre Lebensgeschichte für seinen aktuellen Roman ausgeschlachtet, auch eine weitere vor. Hinter beiden Anzeigen steckt die Anwältin Fatima Benbraham, die das algerische Regime unterstützt. Sie wirft Daoud vor, "mit seinem Roman gegen das Gesetz der 'nationalen Versöhnung' verstoßen zu haben", und spielt damit an "auf die 2005 verabschiedetet 'Charta für den Frieden und die nationale Versöhnung'. Damals wurden den Terroristen die Rückkehr in die Zivilgesellschaft zugesichert und die Opfer verpflichteten sich, die Täter juristisch nicht zu verfolgen. 'Das schwarze Jahrzehnt ist historisch noch nicht aufgearbeitet worden, es gibt keine für jedermann wahrnehmbare Erzählung', analysiert die Historikerin Karima Dirèche in der französischen Tageszeitung La Croix ... 'Die einzige autorisierte Erzählung ist die des Staates, in der die Ereignisse auf den Begriff nationale Tragödie reduziert werden, was der Versuch ist, sie als schicksalhaft hinzustellen, ohne einen Kontext herzustellen und Verantwortliche zu benennen.'"

Eine Studie über Lyrik und KI sorgte vor kurzem in der schreibenden Zunft für Irritation und Sorge: KI schreibe die besseren Gedichte, hieß es. Das ist aber sehr zugespitzt, entgegnet Michael Wurmitzer ausgeruht im Standard: Die KI-Gedichte wurden von Laien-Probanden in der Tendenz lediglich als "leichter verständlich" bewertet - was ja noch nicht "besser" heißt. Für die Kunst ist die Studie eigentlich sogar ein positives Signal: "Was schließen wir nun daraus? Einerseits, dass der Mensch seinen Artgenossen Kommunikationsfähigkeit zutraut, was erfreulich ist. ... Menschen mögen dieses Erwartbare, weil jenes dem Gehirn erleichtert, sich in der Welt zurechtzufinden. Man kennt das Phänomen von anderen Anwendungen. Etwa finden Menschen künstlich generierte Gesichter in Untersuchungen hübscher als reale, weil sie gleichmäßiger sind. Was daraus folgen muss, ist aber Durchschnitt, und sei es der Durchschnitt eines Shakespeare. Kunst jedoch lebt vom Regelbruch genauso sehr wie von der Regel. Überraschung als Erfolgsrezept. Sonst hat man Fahrstuhlmusik. Oder, wie George Bernard Shaw schrieb: Es 'hängt aller Fortschritt vom unvernünftigen Menschen ab'."

Weitere Artikel: "Frauen sind die geborenen Erzählerinnen, und es ist ein Zufall, dass ein paar Männer dies ebenfalls können", findet die Schriftstellerin Anna Brüggemann auf Zeit Online. Michael Hesse spricht für die FR mit Frido Mann über hundert Jahre "Der Zauberberg" (mehr zum Jubiläum bereits hier). Carolin Gasteiger plaudert für die SZ mit der Bestseller-Autorin Donna Leon über ihre wichtigste literarische Figur, den italienischen Ermittler Brunetti, dessen Fälle in aller Welt erscheinen - nur (auf eigenen Wunsch) nicht in Italien: "Ich bin ein Niemand in Italien und möchte das auch bleiben." Die Comicszene sorgt sich um den Fortbestand der Comicförderung, berichtet Lars von Törne im Tagesspiegel. Im "Literarischen Leben" der FAZ erkennt Mathias Mayer in Eduard Mörikes originellem Verhältnis zur Wahrheit die heutige Debattenkultur wieder. Franz Kafkas Handschrift "Erstes Leid" aus dem Jahr 1922 wird versteigert, meldet Sandra Kegel in der FAZ.

Besprochen werden unter anderem Olga Grjasnowas "Juni, Juli, August" (Intellectures), Samantha Harveys mit dem Booker-Prize ausgezeichneter Roman "Umlaufbahnen" (taz, FAS), Anne Tylers "Drei Tage im Juni" (FR), Ulrich Fischers "'Alles . . . restlos und ungelesen zu verbrennen'. Kafkas letzter Wille - eine juristische Analyse" (NZZ), Lilli Polanskys "Gratulieren müsst ihr nicht" (FAZ) und Amor Towles' im Hollywood der Dreißigerjahre angesiedelter Krimi "Eve" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
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Design

Vom "Rooooooaaaarrrrr" zum "Miau", so seufzt und schimpft Gerhard Matzig in der SZ angesichts des aktuellen Image-Rebrandings der Automarke Jaguar, die künftig nicht mehr mit einem Auto, sondern offenbar auf einer Wolke aus Plausch in den Horizont fahren will. "Gezielt wird auf einen behaupteten Futurismus, der aber eher eine retrofuturistische Ratlosigkeit darstellt. Was Einzigartigkeit und Charakter sein könnten vor dem Hintergrund der einst berühmten Jaguar-Designgeschichte, wird zum glattgebügelten Mainstream-Zeitgeist aus dem Windkanal des Angesagten. ... Man blickt in einen Abgrund an sinnfreier Wokeness." Aber "nicht alles, was ideenlos aus digitaler Gleichförmigkeit besteht, hat etwas mit Moderne oder gar Minimalismus zu tun. Meistens nur etwas mit Marketing-Geschwätz."

Der Teaser zur neuen Imagekampagne lässt den Gedanken an ein Auto noch nicht einmal aufkommen:

Archiv: Design
Stichwörter: Jaguar, Auto, Wokeness

Architektur

Ein heftiger Streit zwischen Denkmalpflege und Kirche ging der Neugestaltung der St. Hedwig-Kathedrale in Berlin voraus, erinnert Matthias Alexander in der FAZ. Großer Protest erhob sich zunächst, als bekannt wurde, dass der Entwurf des Bonner Architekten Hans Schwippert restlos verschwinden sollte, den Neubau übernahm das Architekturbüro Sichau & Walter. Eine "lichte Erscheinung", so der Kritiker: "Die Kathedrale ist zu einem Ort geworden, der auch ein kirchenfernes Großstadtpublikum, das stolz ist auf seinen exquisiten Geschmack und sein Faible für hochwertige und sorgfältig verarbeitete Materialien, für sich einnimmt. Es fehlt auch nicht an Details, über die sich interessant erzählen lässt wie über Produkte in einem Manufactum-Katalog. Etwa die Penrose-Parkettierung der ganz in Weiß gehaltenen Kuppeldecke. Deren Muster besteht aus nur zwei Rauten, die nach einem vom britischen Mathematiker Roger Penrose entwickelten Modell so gelegt werden, dass sie eine Fläche lückenlos abdecken, ohne dass sich dabei jemals ein Grundschema periodisch wiederholt... Das Vorbild des Pantheon, dem schon das Äußere des von Friedrich dem Großen initiierten Kirchenbaus folgt, ist noch deutlicher herausgearbeitet worden."
Archiv: Architektur
Stichwörter: Pantheon