Efeu - Die Kulturrundschau
Nicht jedes Theater liegt am Wasser
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16.11.2024. In Mailand möchte das Kino Orfei Ruggero Gabbais Dokumentarfilm "Liliana" über die Holocaustüberlebende Liliana Segre nicht zeigen - aus Angst vor antisemitischen Demonstranten, berichtet die SZ. In der taz beklagt Etgar Keret die intellektuelle Faulheit von Sally Rooney und co. NZZ, FAZ und SZ blicken in Genf unterscheidlich ergriffen auf Sidi Larbi Cherkaouiers den Spuren seines marokkanischen Vaters folgende Choreografie "Ihsane". Der Tagesspiegel unterhält sich mit Gregor Schneider über sein Projekt Ars Moriendi, das die Toten in den Münchner Stadtraum holen will. Critic.de gewinnt einen Eindruck tierischer Autonomie in Romuald Karmakars Doku "Der unsichtbare Zoo".
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
16.11.2024
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Film

Das Mailänder Kino Orfei möchte Ruggero Gabbais Dokumentarfilm "Liliana" über die Holocaustüberlebende Liliana Segre nicht zeigen - aus Sorge, dass propalästinensische Demonstranten die Spielstätte angreifen könnten. Denn: "In Mailand finden seit Wochen jeden Samstag pro-palästinensische Demonstrationen statt, zuletzt wurden dabei die gewaltsamen Ausschreitungen in Amsterdam als 'Demonstration der Stärke' beklatscht, und ein Foto des im Oktober getöteten Hamas-Chefs Jahia Sinwar hochgehalten", schreibt dazu Carolin Gasteiger in der SZ. "Außerdem wurde ein Wandgemälde beschädigt, auf dem Segre symbolisch noch einmal den von den Nazis im 'Dritten Reich' erzwungenen "Judenstern" trägt. Das Gesicht der Figur und der Stern waren zerkratzt. 'Aber wenn wir, die an Gewaltlosigkeit, Pluralismus und Gesetzestreue glauben, anfangen, Angst zu haben und unsere Prinzipien aufgeben, dann haben sie gewonnen', so Gabbai. Er selbst will sich jedenfalls nicht einschüchtern lassen. Liliana Segre hatte ihm vorausgesagt, dass es nicht einfach werden würde, wenn so ein Film zu diesem Zeitpunkt herauskommt. 'Ich bin überzeugt davon, dass, genau weil es so eine schwierige Zeit ist, dieser Film heute wichtig ist.'" Mehr zu dem Film hier.

Lukas Foerster resümiert für critic.de die Duisburger Filmwoche, beziehungsweise genauer: die dort gezeigten Filme aus und über Zürich. So etwa Romuald Karmakars bereits auf der Berlinale gefeierten "Der unsichtbare Zoo" über die aufwändigen Zooanlagen Zürichs, die dieser "klug zurückgenommene" Essayfilm genau beobachtet. Zwar "kann der Film gar nicht anders, als sich bis zu einem gewissen Grad mit der Institution, die er porträtiert, gleichzumachen und also zu einer weiteren Apparatur, einem weiteren Diskurs zu werden, die beziehungsweise der die Tiere umstellt. Und doch gelingt es den Bildern, gleichzeitig einen Eindruck tierischer Autonomie zu vermitteln. Wenn Karmakar (lebende) Tiere filmt, bleibt die Kamera stets unbewegt - sie gibt einen Rahmen vor, der dann von den Tieren gewissermaßen nach deren eigenem Gutdünken ausgefüllt werden kann. Tatsächlich erweisen sie sich eher selten als Rampensäue (nicht verschwiegen werden soll freilich eine ziemlich spektakuläre Koalaeinstellung kurz vor Schluss). Die Szenen, die eher um Menschen herum gebaut sind, funktionieren oft anders. Auch hier bleibt der Film grundsätzlich beobachtend. Aber die Bilder sind den Menschen, die sie zeigen, 'auf den Leib' geschrieben, vollziehen die Arbeitsteilung in einem modernen Wirtschaftsbetrieb, wie ein Zoo einer ist, nach."
Weitere Artikel: Anne Küper denkt im Filmdienst über Dominique Cabreras "La Jetée, the Fifth Shot" nach, der beim Dok.Leipzig preisgekrönt wurde (mehr dazu bereits hier). In seiner Filmdienst-Reihe über Heist Movies widmet sich Leo Geisler Jacques Audiards "Lippenbekenntnisse" von 2001. Gerhard Poppenberg verortet in seinem Essay für "Bilder und Zeiten" der FAZ das Method Acting von Robert de Niro in barocken Traditionen.
Besprochen werden Severin Fialas und Veronika Franz' Horrordrama "Des Teufels Bad" (Zeit Online, unsere Kritik), Jane Schoenbruns Horrordrama "I Saw the TV Glow" (Standard), Ridley Scotts "Gladiator 2" (critic.de, unsere Kritik) und die Sky-Serie "Turmschatten" (FAZ).
Musik
Linus Volkmann spricht für Kaput mit den Betreibern des Berliner Clubs About Blank, der schon vor dem 7. Oktober wegen seiner Israelsolidarität im Fadenkreuz von BDS stand, seit dem von der Hamas begonnenen Gazakrieg aber die volle Breitseite zermürbender Schikanen aus dem krypto-antisemitischen Milieu zu spüren bekommt: "Aus unserer Programmplanung, bei der Veranstaltungen bis zu ein Jahr im Voraus geplant wurden, ist eine geworden, in der wir häufig mit kurzfristigen Absagen konfrontiert sind, für die wir uns auf die Schnelle Ersatz ausdenken müssen." Und "das bindet Kapazitäten und Ressourcen, die bei uns notorisch knapp sind. ... Bekamen wir früher böse eMails, fliegt heute schon mal ein mit Scheiße gefüllter Beutel gegen den Club. ... Wir befürchten, dass es nicht bei diesen Aktionsformen gegen den Club bleibt, sondern sie zukünftig auch in den persönlichen Bereich von Mitarbeitern des Clubs einwirken könnten. Erste Vorfälle von persönlichen Anfeindungen oder körperlichen Angriffen hat es bereits gegeben. ... Dramatisch sieht es aktuell auch für jüdische und israelische DJs und Raver*innen aus, wir hören vermehrt davon, dass sie sich in Clubs nicht wohlfühlen oder - anders als bisher - keine Anfragen mehr erhalten oder sogar ausgeladen werden."
Weiteres: Michael Pilz staunt in der Welt über das unwahrscheinliche Comeback des heute 83 Jahre alten Folkmusikers Tucker Zimmermann, der für sein Debütalbum von 1969 zwar von David Bowie in höchsten Tönen gelobt wurde, seitdem aber dennoch gründlich in Vergessenheit geraten ist - bis er mit Big Thief kürzlich ein neues, bei Pitchfork besprochenes Album veröffentlicht hat. Hier sein Debüt:
Besprochen werden unter anderem das Comeback-Album von Linkin Park (Zeit Online, Standard), Dwight Yoakams Countryalbum "Brighter Days" (Standard), das neue Album von Tyler, the Creator (FAS) und ein Wiener Konzert der Sächsischen Staatskapelle mit deren neuem Leiter Daniele Gatti (Standard).
Weiteres: Michael Pilz staunt in der Welt über das unwahrscheinliche Comeback des heute 83 Jahre alten Folkmusikers Tucker Zimmermann, der für sein Debütalbum von 1969 zwar von David Bowie in höchsten Tönen gelobt wurde, seitdem aber dennoch gründlich in Vergessenheit geraten ist - bis er mit Big Thief kürzlich ein neues, bei Pitchfork besprochenes Album veröffentlicht hat. Hier sein Debüt:
Besprochen werden unter anderem das Comeback-Album von Linkin Park (Zeit Online, Standard), Dwight Yoakams Countryalbum "Brighter Days" (Standard), das neue Album von Tyler, the Creator (FAS) und ein Wiener Konzert der Sächsischen Staatskapelle mit deren neuem Leiter Daniele Gatti (Standard).
Literatur
"Was Sally Rooney, Rachel Kushner und Co machen, liegt nicht so weit entfernt von der Kollaterallogik eines Benjamin Netanjahu", sagt der Schriftsteller Etgar Keret im taz-Gespräch mit Chris Schinke mit Blick auf den literarisch breit aufgestellen Kulturboykott gegenüber Israel. "Weil die Hamas am 7. Oktober Israel angriff, lässt er Unschuldige bombardieren, darunter Frauen und Kinder. Die Logik der Sally Rooneys und Rachel Kushners dieser Welt lautet: Beenden wir den Krieg in Gaza, indem wir den Verleger von David Grossman boykottieren! Wenn David Grossman nicht mehr publiziert wird, wird der Krieg enden und wir retten die Bevölkerung von Gaza. ... Diese Logik entspringt einer Faulheit, sich das eigentliche Ziel vorzunehmen. Man könnte stattdessen zum Boykott von Waffenexporteuren aufrufen. Weil man aber an sein eigentliches Ziel nicht herankommt, nimmt man sich ein naheliegendes vor und den Kollateralschaden bewusst in Kauf. Wir erleben gerade eine Dummheit, durch die Bank, quer durch alle politischen Zugehörigkeiten." Außerdem dokumentiert die SZ Kerets beim PEN Berlin gehaltene Rede. Keret erzählt in dem taz-Gespräch auch, dass er den Boykott durchaus am eigenen Leib verspürt: "Hier ist erst das zweite Mal seit Kriegsbeginn, dass ich außerhalb Israels spreche. Für gewöhnlich bekomme ich pro Jahr 15 bis 20 Einladungen aus Ländern in Europa."
Vor hundert Jahren erschien der "Zauberberg", den Andreas Platthaus neben Franz Kafkas "Prozess", Günter Grass' "Blechtrommel" und Uwe Johnsons "Jahrestagen" zu den vier deutschsprachigen Jahrhundertromanen zählt. Im Leitartikel der FAZ fragt Platthaus: "Was macht den weltweiten Nachruhm des 'Zauberbergs' und der anderen drei genannten Bücher aus? Und warum hat es seit 1983, als der Abschlussband der 'Jahrestage'-Tetralogie erschien, keinen weiteren deutschsprachigen Roman mit derartiger Wirkung mehr gegeben? Nicht dass die deutschsprachige Literatur keine jüngeren internationalen Erfolge zu verzeichnen gehabt hätte: Daniel Kehlmanns 'Vermessung der Welt', Bernhard Schlinks 'Der Vorleser', Patrick Süskinds 'Das Parfum'. Aber keiner dieser Romane taugt zur Epochenerklärung, wie es die genannten vier jeweils tun." Eine Antwort auf seine Frage gibt Platthaus leider nicht.
Weitere Artikel: Jana Petersen spricht für die taz mit dem Schriftsteller Selma Kay Matter über Transness und Literatur. Starkoch Jamie Oliver nimmt sein Kinderbuch "Billy and the Epic Escape" nach Protesten von Aborigines vom Markt, die ihre Kultur in dem Buch stereotypisiert dargestellt sehen, berichtet Carlo Mariani in der NZZ. Fürs Literarische Leben der FAZ spricht Gina Thomas mit dem britischen Schriftsteller A. N. Wilson über Goethe. "Bilder und Zeiten" der FAZ dokumentiert Saša Stanišićs Dankesrede zur Auszeichnung mit dem Wilhelm-Raabe-Preis. Der Schriftsteller Jan Röhnert singt in "Bilder und Zeiten" der FAZ ein Loblied auf die Ulme. Tilman Spreckelsen erinnert in der FAZ an Kafkas Aufenthalt im nordböhmischen Dorf Zürau.
Besprochen werden unter anderem Serhij Zhadans Gedichtband "Chronik des eigenen Atems" (taz), Dieter Borchmeyers Studie "Ein Strahl zugleich von zwei Sonnen. Musik und Literatur in wiederholten Spiegelungen" (NZZ), die NDR-Hörspieladaption von John Steinbecks "Die Früchte des Zorns" (FAZ), Johannes Siegmunds Essay "Tausend Archen" (taz), Theresa Hannigs "Parts Per Million" (Freitag), Liza Codys Krimi "Die Schnellimbissdetektivin" (taz), Sascha Rehs "Biotopia" (FR), Vincent Lemires und Christophe Gaultiers Comic "Jerusalem". Die Geschichte einer Stadt" (FAZ), Barbra Streisands Autobiografie "Mein Name ist Barbra" (WamS) und Tove Ditlevsens "Vilhems Zimmer" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Vor hundert Jahren erschien der "Zauberberg", den Andreas Platthaus neben Franz Kafkas "Prozess", Günter Grass' "Blechtrommel" und Uwe Johnsons "Jahrestagen" zu den vier deutschsprachigen Jahrhundertromanen zählt. Im Leitartikel der FAZ fragt Platthaus: "Was macht den weltweiten Nachruhm des 'Zauberbergs' und der anderen drei genannten Bücher aus? Und warum hat es seit 1983, als der Abschlussband der 'Jahrestage'-Tetralogie erschien, keinen weiteren deutschsprachigen Roman mit derartiger Wirkung mehr gegeben? Nicht dass die deutschsprachige Literatur keine jüngeren internationalen Erfolge zu verzeichnen gehabt hätte: Daniel Kehlmanns 'Vermessung der Welt', Bernhard Schlinks 'Der Vorleser', Patrick Süskinds 'Das Parfum'. Aber keiner dieser Romane taugt zur Epochenerklärung, wie es die genannten vier jeweils tun." Eine Antwort auf seine Frage gibt Platthaus leider nicht.
Weitere Artikel: Jana Petersen spricht für die taz mit dem Schriftsteller Selma Kay Matter über Transness und Literatur. Starkoch Jamie Oliver nimmt sein Kinderbuch "Billy and the Epic Escape" nach Protesten von Aborigines vom Markt, die ihre Kultur in dem Buch stereotypisiert dargestellt sehen, berichtet Carlo Mariani in der NZZ. Fürs Literarische Leben der FAZ spricht Gina Thomas mit dem britischen Schriftsteller A. N. Wilson über Goethe. "Bilder und Zeiten" der FAZ dokumentiert Saša Stanišićs Dankesrede zur Auszeichnung mit dem Wilhelm-Raabe-Preis. Der Schriftsteller Jan Röhnert singt in "Bilder und Zeiten" der FAZ ein Loblied auf die Ulme. Tilman Spreckelsen erinnert in der FAZ an Kafkas Aufenthalt im nordböhmischen Dorf Zürau.
Besprochen werden unter anderem Serhij Zhadans Gedichtband "Chronik des eigenen Atems" (taz), Dieter Borchmeyers Studie "Ein Strahl zugleich von zwei Sonnen. Musik und Literatur in wiederholten Spiegelungen" (NZZ), die NDR-Hörspieladaption von John Steinbecks "Die Früchte des Zorns" (FAZ), Johannes Siegmunds Essay "Tausend Archen" (taz), Theresa Hannigs "Parts Per Million" (Freitag), Liza Codys Krimi "Die Schnellimbissdetektivin" (taz), Sascha Rehs "Biotopia" (FR), Vincent Lemires und Christophe Gaultiers Comic "Jerusalem". Die Geschichte einer Stadt" (FAZ), Barbra Streisands Autobiografie "Mein Name ist Barbra" (WamS) und Tove Ditlevsens "Vilhems Zimmer" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Kunst

Während Etgar Keret und israelische DJs (siehe oben) über immer weniger Einladungen ins Ausland berichten, darf sich die BDS-Anhängerin Nan Goldin im Glamour einer Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie sonnen, die nächsten Samstag eröffnet. Vor dem Hintergrund von Goldins antiisraelischen Äußerungen nach dem 7. Oktober (unser Resümee) gab es jedoch erstmal Querelen (man hätte gern Zoff gesagt, aber gestritten wurde gar nicht) über ein Symposium, das zur Ausstellung veranstaltet werden sollte, berichtet Jörg Häntzschel in der SZ. Erst sagte Masha Gessen ab, dann Hito Steyerl, nachdem sie von einer Gruppe namens "Strike Germany" (unsere Resümee) auf Instagram als "bekannte antideutsche Künstlerin" diffamiert worden war und Goldin diesen Post geliked hatte. Da wird's dann auch Häntzschel zu viel: "Goldins Haltung in der Sache ist unklar. Sie liket einen Post von 'Strike Germany', hat aber keine Einwände gegen eine große Ausstellung ihres Werks in Deutschland, sie stimmt einem Symposium zu, ist aber auch der Ansicht, es sei eine heuchlerische Veranstaltung. Weder Nan Goldin noch Klaus Biesenbach waren bereit, mit der SZ zu sprechen."
Besprochen wird die Matisse-Ausstellung in der Baseler Fondation Beyeler (FAZ).
Architektur

Weiteres: In der FAS gratuliert Niklas Maak dem Architekten Rem Koolhaas zum Achtzigsten.
Bühne

Auch Dorion Weickmann (SZ) ist ergriffen, vor allem vom Schluss, der eine Versöhnung nahe legt: "Weiße Vorhänge rauschen herein und begrenzen einen White Cube als Kulisse für paradiesische Harmonie. Sie bestimmt das Miteinander. Auch der Männer, die in Küssen versinken. Über simple Kreuzschritte setzt der Choreograf ein Wellenmeer aus Oberkörpern, das alles mit allem verschmilzt. Zuletzt kniet eine Handvoll Tänzer an der Rampe, reicht Erde von Hand zu Hand, teilt das Elementare, Lebensnotwendige, das niemand besitzen kann." FAZ-Kritikerin Wiebke Hüster erweicht das nicht, denn sie kann "die Einsamkeit und Isolation seines nach Belgien eingewanderten marokkanischen Vaters ... nicht wirklich sehen und spüren", schreibt sie enttäuscht und wird dann streng: "Der berühmteste zeitgenössische Choreograph versteht seine Kunst in 'Ihsane' als Predigt und die Welt als ihrer dringend bedürftig. Das ist nachvollziehbar, aber zugleich ist Kunst als Umarmung auch ein komplettes Missverständnis."
In einem Kurzkommentar in der FAZ zeigt sich Simon Strauß wenig begeistert von Joe Chialos einsamer Entscheidung, die Architektin und Kuratorin Çağla Ilk als neue Leiterin des Gorki-Theaters zu berufen: "Was für einen Begriff von Theater er mit ihr verbindet, sagte der Senator nicht. Offenbar reicht die Zugehörigkeit zum richtigen 'Netzwerk' inzwischen aus, um eines der wichtigsten Theaterhäuser Berlins anvertraut zu bekommen. Ob man ein spezifisches Verständnis vom Theater hat, ist kein Kriterium mehr", murrt er. Es gibt auch noch eine kleine Hürde in der Berufung, erinnert Peter Laudenbach in der SZ: "Weil Chialo derzeit aufgrund der Haushaltslage und des vom Finanzsenator verhängten Ausgabestopps keine finanziellen Verpflichtungen eingehen kann, steht der vorläufige Intendantenvertrag von Ilk unter Finanzierungsvorbehalt."
Weitere Artikel: In der Welt stellt Jacob Hayner die französische Choreografin und Puppenspielerin Gisèle Vienne vor, die man derzeit in Berlin mit ihrem Tanzstück "Crowd" (Sophiensäle) und zwei Ausstellungen (im Haus am Waldsee und im Georg-Kolbe-Museum) entdecken kann. Susanne Lenz und Ulrich Seidler unterhalten sich ausführlich für die Berliner Zeitung mit dem Görlitzer Theaterintendanten Daniel Morgenroth über Ostdeutschland, die AfD, knappe Finanzen und Demokratieverständnis.
Besprochen werden außerdem noch Lisa Nielebocks Adaption von Édouard Louis' autobiographischer Erzählung "Wer hat meinen Vater umgebracht" am Theater Frankfurt ("ein klassenkämpferisches Kammerspiel, das zwar nicht ärgert, sich aber auch nicht empfiehlt", urteilt in der nachtkritik Shirin Sojitrawalla, der hier "einfach zu viel Durchzug" herrscht), Frédérick Gravels Tanzstück "History Is Mostly Made Of Flesh" am Staatstheater Mainz (FR) und Aron Stiehls Inszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" in Bonn (FAZ).
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