Efeu - Die Kulturrundschau
Der Duktus melancholischer Vergeblichkeit
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
09.11.2024. Die FAZ sammelt Stimmen zum Antisemitismus im Literaturbetrieb. Die Welt blickt mit Gregor Schneider in die Leere, die einst Lützerath war. Der taz ist das neue Interesse an der DDR-Architekturmoderne nicht ganz geheuer. Die SZ berauscht sich an einer Flaschenpost von Chopin aus dem Jenseits. Ronya Othmann erzählt in der FAS von ihrer Reise zum Ukrainischen Literaturfestival und Lyrikerinnen an der Front.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
09.11.2024
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Literatur
"Bilder und Zeiten" in der FAZ sammelt anlässlich des 9. November Stimmen zum Antisemitismus im Literaturbetrieb. "Fast unerträglich peinlich" fand es etwa Boris Schumatsky wie Dinçer Güçyeter auf Facebook von einem "israelischen Völkermord" schwadronierte und sämtliche Gegenstimmen per Löschbutton in den Orkus beförderte. "Widerspruch ist mühsam. Als mehrere Mitglieder von PEN Berlin wegen einseitiger Israelkritik aus der Autorenvereinigung austraten, warf ihnen deren Sprecherin Eva Menasse 'Hysterie' und Gier nach '15 minutes of fame' vor. Sie selbst halte 'sehr viele Varianten von Antisemitismus' nämlich für 'harmlos'. Ich wiederum halte die Verharmlosung des Antisemitismus für noch gefährlicher als den Antisemitismus selbst", denn "so wird der Antisemitismus wohl am häufigsten normalisiert. Deborah Feldman sagt, dass sie wegen des deutschen 'Judenfetischs' nicht ihre Meinung sagen dürfe. Sie sagt das in Zeitungen, auf Podien, im Fernsehen, in meinem Küchenradio. ... Ausgerechnet der zweite Sprecher von PEN Berlin, Deniz Yücel, bezeichnet den Antisemitismus im Kulturbetrieb als 'falsche Behauptung', und das ist schon die Verharmlosung der Verharmlosenden. Genug ist genug."
In der FAS erzählt die Schriftstellerin Ronya Othmann von ihrer Reise zum Ukrainischen Literaturfestival Meridian, das nicht mehr nur in Czernowitz stattfindet, sondern auch in Städten, in denen die App mehrmals täglich Luftalarm gibt. Sie trifft auf ukrainische Autoren, die sich enttäuscht zeigen von deutschen Intellektuellen, und auf Lyrikerinnen, die an die Front gehen - Yaryna Chornohuz etwa. "Nachdem ihr Partner getötet wurde, trat sie den ukrainischen Streitkräften bei. Sie erzählt von einer Situation im Gefecht, sie hatten Verwundete und wurden abermals angegriffen. Einen Kameraden, der so schwer verletzt war, dass er nicht überleben würde, mussten sie zurücklassen, um sich und andere zu retten. Danach dachte sie, sie würde nie wieder Gedichte schreiben. Sie schrieb doch. Kriegsliteratur, sagt Yaryna. Vielleicht bleibt nur die kurze Form, um die Realität des Krieges zu fassen, denke ich. Für einen groß angelegten Roman sind die Gefechtspausen zu kurz, ist die Stille zu atemlos zwischen einer Sirene und der nächsten. Und ungewiss ist, ob man ihn überhaupt beenden kann."
Weitere Artikel: Der Schriftsteller Durs Grünbein schreibt in der FAZ über seinen Ausflug zum Reichtsparteitagsgelände in Nürnberg, das auf ihn den irritierenden Eindruck "eines Remakes des Kolosseums im Stil einer Filmkulisse" macht. Sehr befremdlich findet es Paul Jandl in der NZZ, wie routiniert und achselzuckend sich der Hanser Verlag seiner langjährigen Literaturzeitschrift Akzente entledigt. Marc Reichwein porträtiert für die Welt den italienischen Schriftsteller Antonio Scurati, der mit seinem Romanzyklus über Mussolini die italienische Gegenwart über die Wurzeln des Faschismus aufklären will - und darüber in den Augen der Meloni-Regierung zur Persona Non Grata geworden ist. Gerrit Bartels kommentiert im Tagesspiegel den Bayerischen Buchpreis für Clemens Meyers "Die Projektoren". Leider hat es das Feuilleton bei der Buchpreis-Debatte um Clemens Meyer versäumt, über "die Ökonomie der Poesie" zu diskutieren und hat stattdessen mit dem Abwägen der "individuellen Schattierungen von Eitelkeit" vorlieb genommen, seufzen Klaus Zeyringer und Ilija Trojanow im Literarischen Leben der FAZ. Die NZZ dokumentiert Paul Jandls Laudatio auf Oswald Egger zur Auszeichnung mit dem Büchnerpreis.
Besprochen werden unter anderem Navid Kermanis Reiseerzählungsband "In die andere Richtung jetzt" (Standard), Maddalena Vaglio Tanets "In den Wald" (Zeit Online), Richard Powers' "Das große Spiel" (FR), Maria Stepanovas "Der Absprung" (taz), Sabine Peters "Die dritte Hälfte" (taz), Franz Dodels Langgedicht "Nicht bei Trost - Sondagen" (FAZ) und Amir Hassan Cheheltans "Die Rose von Nischapur" (SZ).
In der FAS erzählt die Schriftstellerin Ronya Othmann von ihrer Reise zum Ukrainischen Literaturfestival Meridian, das nicht mehr nur in Czernowitz stattfindet, sondern auch in Städten, in denen die App mehrmals täglich Luftalarm gibt. Sie trifft auf ukrainische Autoren, die sich enttäuscht zeigen von deutschen Intellektuellen, und auf Lyrikerinnen, die an die Front gehen - Yaryna Chornohuz etwa. "Nachdem ihr Partner getötet wurde, trat sie den ukrainischen Streitkräften bei. Sie erzählt von einer Situation im Gefecht, sie hatten Verwundete und wurden abermals angegriffen. Einen Kameraden, der so schwer verletzt war, dass er nicht überleben würde, mussten sie zurücklassen, um sich und andere zu retten. Danach dachte sie, sie würde nie wieder Gedichte schreiben. Sie schrieb doch. Kriegsliteratur, sagt Yaryna. Vielleicht bleibt nur die kurze Form, um die Realität des Krieges zu fassen, denke ich. Für einen groß angelegten Roman sind die Gefechtspausen zu kurz, ist die Stille zu atemlos zwischen einer Sirene und der nächsten. Und ungewiss ist, ob man ihn überhaupt beenden kann."
Weitere Artikel: Der Schriftsteller Durs Grünbein schreibt in der FAZ über seinen Ausflug zum Reichtsparteitagsgelände in Nürnberg, das auf ihn den irritierenden Eindruck "eines Remakes des Kolosseums im Stil einer Filmkulisse" macht. Sehr befremdlich findet es Paul Jandl in der NZZ, wie routiniert und achselzuckend sich der Hanser Verlag seiner langjährigen Literaturzeitschrift Akzente entledigt. Marc Reichwein porträtiert für die Welt den italienischen Schriftsteller Antonio Scurati, der mit seinem Romanzyklus über Mussolini die italienische Gegenwart über die Wurzeln des Faschismus aufklären will - und darüber in den Augen der Meloni-Regierung zur Persona Non Grata geworden ist. Gerrit Bartels kommentiert im Tagesspiegel den Bayerischen Buchpreis für Clemens Meyers "Die Projektoren". Leider hat es das Feuilleton bei der Buchpreis-Debatte um Clemens Meyer versäumt, über "die Ökonomie der Poesie" zu diskutieren und hat stattdessen mit dem Abwägen der "individuellen Schattierungen von Eitelkeit" vorlieb genommen, seufzen Klaus Zeyringer und Ilija Trojanow im Literarischen Leben der FAZ. Die NZZ dokumentiert Paul Jandls Laudatio auf Oswald Egger zur Auszeichnung mit dem Büchnerpreis.
Besprochen werden unter anderem Navid Kermanis Reiseerzählungsband "In die andere Richtung jetzt" (Standard), Maddalena Vaglio Tanets "In den Wald" (Zeit Online), Richard Powers' "Das große Spiel" (FR), Maria Stepanovas "Der Absprung" (taz), Sabine Peters "Die dritte Hälfte" (taz), Franz Dodels Langgedicht "Nicht bei Trost - Sondagen" (FAZ) und Amir Hassan Cheheltans "Die Rose von Nischapur" (SZ).
Kunst
Boris Pofalla besucht für die Welt den Künstler Gregor Schneider in seinem Atelier im Gewerbegebiet von Mönchengladbach-Rheydt. Von dort aus fahren die beiden "zu einem der surrealsten Orte Europas. Der Braunkohletagebau Garzweiler II hat eine Fläche von 48 Quadratkilometern verschlungen, der Künstler nennt ihn nur 'das Loch'. Schon in den Achtzigern hat Schneider Baumaterial für seine Arbeiten aus den verlassenen Dörfern geholt, bevor diese für immer untergingen." Als sie anhalten, blicken sie ins Nichts, in eine Leere, die einst das Dorf Lützerath war. "Radikale Abwesenheit ist eine Wurzel von Gregor Schneiders Kunst. Ihm ging es schon früh um das, was man in seinen Werken nicht wahrnehmen kann, wenn er etwa einen Raum mit Blei und Dämmstoff so sehr isolierte, dass kein Laut mehr nach draußen drang ('Total Isolierter Toter Raum'). Labyrinthe oder Geisterbahnen, wie man das oft lesen konnte, sind seine Werke deshalb nicht. Was dann? 'Mir fällt auf', sagt Schneider, 'dass uns die Begriffe fehlen, um Räume zu beschreiben. Aber das zeigt auch, dass wir diese Begriffsgeschichte so in der Form noch nicht haben. Ich benutze zum Beispiel den Begriff Installation nicht. Er wird zwar immer gerne verwendet, aber ich finde, er sagt so gar nichts aus. Ich versuche lieber zu beschreiben, was ich tatsächlich gemacht habe."
"Diese Tiefe und Wahrhaftigkeit", ruft eine begeisterte Ingeborg Ruthe (FR) in der Berlinischen Galerie vor den Porträtfotos Rineke Dijkstras: "Es ist offensichtlich, Rineke Dijkstra ist fasziniert von dem Thema Authentizität, der Art, wie Menschen in der Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenwerden ihre Persönlichkeit ausdrücken und wie sich dies auf eine gewisse Weise unbefangen festhalten lässt. Auch von der Video-Kamera, gedreht in der Mystery World Zaandam oder als berührend-erheiterndem Film 'Woman Crying', wo im The Buzz Club, Liverpool Schulkinder über ihre Wahrnehmung der 'Weinenden Frauen' Picassos reden und versuchen, zu ergründen, warum diese Frauen auf den Bildern des Jahrhundertmalers weinen. Jede Deutung verrät etwas über Gefühle und Erfahrungen dieser Jungen und Mädchen."
Weiteres: Christiane Meixner berichtet im Tagesspiegel von der Art Cologne. In der taz schreibt Andreas Schäfler den Nachruf auf Daniel Spoerri. Besprochen werden die Ausstellung "Pilze - Verflochtene Welten" im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg (FR) und die Hans-Haacke-Ausstellung in der Frankfurter Schirn (FAZ).
"Diese Tiefe und Wahrhaftigkeit", ruft eine begeisterte Ingeborg Ruthe (FR) in der Berlinischen Galerie vor den Porträtfotos Rineke Dijkstras: "Es ist offensichtlich, Rineke Dijkstra ist fasziniert von dem Thema Authentizität, der Art, wie Menschen in der Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenwerden ihre Persönlichkeit ausdrücken und wie sich dies auf eine gewisse Weise unbefangen festhalten lässt. Auch von der Video-Kamera, gedreht in der Mystery World Zaandam oder als berührend-erheiterndem Film 'Woman Crying', wo im The Buzz Club, Liverpool Schulkinder über ihre Wahrnehmung der 'Weinenden Frauen' Picassos reden und versuchen, zu ergründen, warum diese Frauen auf den Bildern des Jahrhundertmalers weinen. Jede Deutung verrät etwas über Gefühle und Erfahrungen dieser Jungen und Mädchen."
Weiteres: Christiane Meixner berichtet im Tagesspiegel von der Art Cologne. In der taz schreibt Andreas Schäfler den Nachruf auf Daniel Spoerri. Besprochen werden die Ausstellung "Pilze - Verflochtene Welten" im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg (FR) und die Hans-Haacke-Ausstellung in der Frankfurter Schirn (FAZ).
Architektur
"Derzeit ersteht eine ganze Reihe öffentlicher Bau- und Kunstwerke der DDR-Moderne auf: die Hyparschale in Magdeburg, die Dresdner robotron-Kantine, das Pressehaus in Berlin, dessen Fassadenfries von DDR-Staatskünstler Willi Neubert nach dreißig Jahren hinter Werbetafeln wieder freigelegt wurde, und so weiter" notiert in der taz Sophie Jung, der dieses plötzliche Interesse nicht ganz geheuer ist: "An welcher Stelle ist man gerade gesellschaftlich in Sachen Auferstehung der DDR-Moderne? Kippt ihre späte Anerkennung vielleicht in eine Nostalgie um, vergisst man mit dem zeitlichen Abstand, dass diese Bauten auch Produkte eines repressiven, indoktrinären Staats waren? Denn das vermeintlich sachliche Bauen der Moderne ließ sich immer wieder in den Dienst von Ideologien stellen. Das zeigt auch die Figur von Ernst Neufert, dem Bauhäusler, der bei Albert Speer arbeitete und 1936 mit der Erstveröffentlichung der Bauentwurfslehre einen bis in die heutige Architektur weltweit reichenden Normenkatalog erstellte. Ein echter Rationalisierer. Jetzt, während 35 Jahre Mauerfall gefeiert werden, zeigt die in der DDR aufgewachsene Künstlerin Andrea Pichl in der Nationalgalerie Hamburger Bahnhof seine sogenannten Behelfsheime, kleine, einfache Wohnhäuser zum Selberbauen für Luftkriegsbetroffene in NS-Deutschland. Ihr Anleitungstext von 1944 ist reine Blut-und-Boden-Ideologie: 'Mittlerweile wird sich der Baugedanke und Bauwille immer mehr ausfüllen, weil er uns im Blute liegt', heißt es zu Neuferts Architektur. Technisch und ästhetisch unterscheidet sie sich kaum von jenen Laubenhäuschen, die sich DDR-Bürger in ihren Wochenendgarten stellten, noch heute sieht man sie vielerorts."
Film
Die Agenturen melden, dass der Arthouse-Streamingdienst Mubi sein viertägiges Filmfestival in Istanbul abgesagt hat, nachdem der von Erdogan einsetzte Bezirksvorsteher im Istanbuler Stadtteil Kadiköy die Vorführung von Luca Guadagninos "Queer" (mehr zu dem Film hier) wegen dessen homosexueller Liebesszenen verboten hatte. In der SZ empfiehlt Susan Vahabzahdeh Alexander Horwaths zwar in der Tat großartigen Essayfilm "Henry Fonda - Präsident der Namenlosen", allerdings ohne zu erwähnen, dass Arte den auf der Berlinale noch dreistündigen Film bizarrerweise nur als Stummelruine von 56 Minuten Länge zeigt. Katharina Schmitz empfiehlt im Freitag die Apple-Serie "Slow Horses". In der virtuellen Tiefdruckbeilage der FAZ verweist Marc Zitzmann im übrigen auf Geneviève Selliers Buch "Le Culte de l'auteur - Les dérives du cinéma français", das den "Male Gaze" im franzöischen Autorenfilm entlarvt.
Bühne
In der Berliner Zeitung berichtet Ulrich Seidler von nationalistischen Ausschreitungen vor dem Bulgarischen Nationaltheater, wo John Malkovichs Inszenierung der Shaw-Komödie "Helden: Waffen und der Mann" gegeben werden sollte, das die - fiktiven - Bulgaren wenig freundlich zeichnet, vor allem, was die Körperpflege angeht. Laut Malkovich spielt die Handlung in Bulgarien, "weil der Autor ein Land gesucht habe, 'das nur wenige Menschen kennen'. Ob er es damit besser machte?", fragt sich Seidler, der aber vor allem empört ist, dass die Polizei unfähig war, den Besuchern Zutritt zum Theater zu verschaffen.
Weiteres: Ulrich Seidler schreibt in der Berliner Zeitung den Nachruf auf den Schauspieler Hans Diehl. Besprochen werden Stefan Bachmanns erste Inszenierung als neuer Intendant des Burgtheaters mit Stefano Massinis "Manhattan Project" (nachtkritik), Zdeněk Fibichs Oper "Šárka" an der Nationaloper in Prag ("Die Chöre peitschen, die archaische Leidenschaft lodert, Tschechien strahlt. Zumindest an diesem Opernabend", notiert Welt-Kritiker Manuel Brug), Philipp Preuss' Inszenierung von Kleists "Zerbrochnem Krug" am Theater an der Ruhr ("Preuss meint es zweifellos gut", seufzt nachtkritiker Martin Krumbholz), die "Matrix Reinsurance" des Theaterkollektivs Markus & Markus in den Berliner Sophiensaelen (nachtkritik, Tsp) und Tschechows "Möwe", mit deren Inszenierung sich Stéphane Braunschweig als Intendant des Pariser Odéon-Théâtre de l'Europe verabschiedet (FAZ).
Weiteres: Ulrich Seidler schreibt in der Berliner Zeitung den Nachruf auf den Schauspieler Hans Diehl. Besprochen werden Stefan Bachmanns erste Inszenierung als neuer Intendant des Burgtheaters mit Stefano Massinis "Manhattan Project" (nachtkritik), Zdeněk Fibichs Oper "Šárka" an der Nationaloper in Prag ("Die Chöre peitschen, die archaische Leidenschaft lodert, Tschechien strahlt. Zumindest an diesem Opernabend", notiert Welt-Kritiker Manuel Brug), Philipp Preuss' Inszenierung von Kleists "Zerbrochnem Krug" am Theater an der Ruhr ("Preuss meint es zweifellos gut", seufzt nachtkritiker Martin Krumbholz), die "Matrix Reinsurance" des Theaterkollektivs Markus & Markus in den Berliner Sophiensaelen (nachtkritik, Tsp) und Tschechows "Möwe", mit deren Inszenierung sich Stéphane Braunschweig als Intendant des Pariser Odéon-Théâtre de l'Europe verabschiedet (FAZ).
Musik
Lang Lang hat den bislang unbekannten, vor kurzen in einem New Yorker Archiv aufgestöberten Walzer von Chopin eingespielt. Keine anderthalb Minuten dauert die Aufnahme, die SZ-Kritiker Michael Stallknecht sehr entzückt: "Der elegante Tonfall, die subtilen harmonischen Ausweichungen, der Duktus melancholischer Vergeblichkeit, der sich nach einer stürmischen Eröffnung einstellt - das alles klingt tatsächlich nach echtem Chopin. Jedenfalls echter, als künstliche Intelligenz seinen Stil bis dato zu imitieren vermag. Womöglich erklärt und rechtfertigt das in Zeiten von Deepfakes tatsächlich einen Hype: 24 Takte als Flaschenpost aus dem Jenseits, ein kleines Blatt Papier, über das die Feder des Meisters geglitten ist."
Besprochen werden Friedbergs Album "Hardcore Workout Queen" (Zeit Online), ein Mahler-Abend mit den Wiener Symphonikern unter Philippe Jordan (Standard), ein neues Album von Mira Lu Kovacs (eher "schwere Lider" statt "gute Lieder", gähnt Standard-Kritiker Karl Fluch), das Konzert von Fontaines D.C. in München (SZ) und das neue Album der Freunde der italienischen Oper, die laut SZ-Kritiker Peter Richter mal wieder "den Soundtrack zur Lage liefern".
Besprochen werden Friedbergs Album "Hardcore Workout Queen" (Zeit Online), ein Mahler-Abend mit den Wiener Symphonikern unter Philippe Jordan (Standard), ein neues Album von Mira Lu Kovacs (eher "schwere Lider" statt "gute Lieder", gähnt Standard-Kritiker Karl Fluch), das Konzert von Fontaines D.C. in München (SZ) und das neue Album der Freunde der italienischen Oper, die laut SZ-Kritiker Peter Richter mal wieder "den Soundtrack zur Lage liefern".
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