Efeu - Die Kulturrundschau

Psychosentiefe Lücke

Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.02.2025. Die FAZ fragt: Was ist der Code of Conduct der Documenta wert, wenn er für die künstlerische Leitung nicht bindend ist? Außerdem ärgert sie sich darüber, dass Hessen seine Tanzensembles kaputtspart. Die FR dagegen erfreut sich in Kassel an Eyal Dadons huschendem, gebeugtem Tanzstück "Shaker Loop". Der Tagesspiegel stellt die ukrainische Designerin Svitlana Volkova vor, die Mode für Kriegsversehrte entwirft. Klaus Walter denkt in der FR darüber nach, warum Solokünstler besser zu unserer Welt der Zeitverträge und des Home Office passen als Bands. Die taz ist entzückt von den Hybriden zwischen Mensch und Tier, die die ukrainische Malerin Kateryna Lysovenko in Hannover ausstellt.
9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.02.2025 finden Sie hier

Bühne

Staatsschauspiel Dresden: Der Komet. Foto: Sebastian Hoppe

Tilmann Köhler
bringt Durs Grünbeins Roman "Der Komet" auf die Bühne - und zwar in dessen Handlungsort. Die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten erscheint bei Köhler, meint Jakob Hayner in der Welt, als "sanfte Konfrontationstherapie", die am Staatsschauspiel Dresden dank des minimalistischen Bühnenbilds und eines gut aufgelegten Ensembles überzeugt: "Dieser ruhige, kluge und eindrückliche Abend endet damit, dass die Stadt in den Spiegel der Vergangenheit schaut. Was man damit macht, bleibt offen. Doch weil dieser Abend immer sein Publikum im Blick hat, gelingt es ihm, die Schwächen des Buchs - die flachen Charaktere, das Überblickshafte der Handlung - im wahrsten Sinne des Wortes zu überspielen. Was die Inszenierung an Lücken lässt, fordert die Zuschauer auf, einen Schritt aus der Sprachlosigkeit zu machen und die Gewalt zu sehen, die vor den Bomben bereits herrschte."

Hessen spart seine Tanzensembles kaputt, ärgert sich Wiebke Hüster in der FAZ. Als Anschauungsobjekt wählt sie zwei Uraufführungen am Staatstheater Kassel. Freude hat sie an beiden nicht, weder an Andonis Foniadakis' "Der Tod und das Mädchen" noch an Eyal Dadons "Shaker Loops". Derart unerquickliche Abende sind an vielen Spielstätten die Regel, klagt Hüster: "Im Tanz aber zeigen Kassel, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt ständig neue Tanzproduktionen, meistens von wenig bis gar nicht bekannten Choreographen. Für viele wichtige Stücke der Moderne und Postmoderne wären ihre Ensembles auch zu klein. Man kann gar nichts dagegen haben, wenn die örtliche Ballettschule ihren 'Nussknacker' dann im Großen Haus tanzen darf. Das ist schön, aber doch kein Ersatz für ein Repertoire." Sylvia Staude hat sich die beiden Stücke ebenfalls angeschaut und urteilt in der FR etwas freundlicher. Foniadakis' Sexparty kommt bei ihr zwar auch nicht gut weg. Aber mit Dadons "Shaker Loop" kann sie durchaus etwas anfangen: "Woher kommt es nun, dass Eyal Dadons eher mit dem Kleinen, mit dem Huschenden und Gebeugten arbeitende Bewegungssprache so viel mehr atmosphärische Wirkung hat (jedenfalls da es um den Tod gehen soll)? Es könnte daran liegen, dass besonders die Arm- und Handbewegungen eine leichte Fremdheit, Rätselhaftigkeit haben, dass aber auch vieles unmittelbar anschlussfähig ist für Jedermann und Jedefrau. "

Außerdem: Sandra Schmidt spricht in der taz mit der Ex-Turnerin Gabi Parigi über deren Bühnenstück "Consagrada". Besprochen werden Axel Ranischs Inszenierung der Prokofjew-Oper "Der Spieler" an der Staatsoper Stuttgart (FAZ, "Allem satirischen Theaterübermut zum Trotz tritt Ranischs Inszenierung in den ersten drei Akten etwas auf der Stelle."), Lisa Wentz' "Azur oder die Farbe des Wassers" am Wiener Theater in der Josefstadt und Stephan Kimmigs "Die Realen Geister" am Wiener Schauspielhaus in einer Doppelbesprechung (FAZ; Fazit: Wentz top, Kimmig flop), Dagmar Manzels Humperdinck-Oper "Hänsel und Gretel" (van; "Sehr durchtaktiert, mitunter schon etwas penibel, aber von nicht nachlassendem Schwung."), Nick Hornbys "State of the Union" an der Komödie am Ku'damm (Tagesspiegel, "hält die Balance zwischen Bissigkeit, aufflammender Restliebe und Resignation") und Philipp Löhles "Das deutsche Haus" am Deutschen Theater Göttingen (taz, "Jubel fürs grellsatirische Muntermachen gegen rechts").
Archiv: Bühne

Film

Bei Brady Corbets "The Brutalist" (unsere Kritik) kam auch KI zum Einsatz, um die auf Ungarisch gesprochenen Passagen zu perfektionieren und um der gezeigten Architektur Details hinzuzufügen - was hier und dort bereits  zu einigen Kontroversen führt. Unnötigerweise, findet Chris Schinke im Filmdienst. Für Filmemacher, "die mit limitierten Mitteln arbeiten, kann der Einsatz von KI den entscheidenden Unterschied machen - vorausgesetzt, die Technologie wird verantwortungsvoll und als Ergänzung zur menschlichen Kreativität eingesetzt. 'Der Brutalist' kann dabei durchaus als Symbol für einen Paradigmenwechsel verstanden werden. Der künstlerisch ambitionierte Film zeigt eindrucksvoll, wie KI-Technologie als ein technisches Werkzeug unter anderen den kreativen Prozess sinnvoll unterstützen kann, ohne dessen Essenz und Schöpfungskraft zu schmälern oder den Menschen gleich ganz zu ersetzen." Detaillierte Informationen zum Einsatz von KI in dem Film bietet dieses Gespräch mit dem Editor Dávid Jancsó, in diesem Statement reagiert der Regisseur auf die Vorwürfe.

Das Berlinale-Programm und der Spielplan stehen fest, am 10. Februar beginnt der Online-Run auf die Tickets. Christiane Peitz und Andreas Busche blicken im Tagesspiegel-Gespräch mit der neuen Festivalleiterin Tricia Tuttle auf deren ersten Jahrgang. Dass in diesem Jahr zumindest eine kleine Handvoll Hollywood-Filme im Programm läuft - wenn auch nicht als Weltpremieren -, lässt aufmerken. "Wir brauchen die großen Hollywoodfilme", sagt Tuttle. "Natürlich möchten wir langfristig die Weltpremieren von solchen Filmen, keine Frage. Aber im Moment geht es darum, zu zeigen, wie aufregend die Berlinale ist. ... Die gesamte Filmindustrie hat sich seit der Pandemie verändert. Die Studios mussten selbst eine neue Strategie finden, um zu rekalibrieren, welche Filme in die Kinos kommen, welche einen Plattformstart erhalten, und welche Rolle Festivals dabei spielen. Ein Film wie 'A Complete Unknown' wäre vor ein paar Jahren vielleicht nur auf Disney+ herausgekommen, nun hat er acht Oscar-Nominierungen und große Einspielergebnisse. Die Studios werden mehr in das Kino und in Festivals investieren."

Andreas Scheiner spricht für die NZZ mit Pablo Larraín über dessen neuen Film "Maria" mit Angelina Jolie als Maria Callas (mehr zum Film bereits hier). Musikkritikerin Eleonore Büning ist in der beistehenden Kritik entzückt: "Jolie ist Callas ist Jolie: perfekt." Andreas Kilb seufzt hingegen in der FAZ: Das ist doch vor allem Kunstgewerbe. "Man weiß nicht, was trauriger ist: Larraín dabei zuzusehen, wie er Maria Callas ein Denkmal aus Zuckerguss errichtet, oder Angelina Jolie, wie sie auf dessen Sockel steigt."

Weitere Artikel: Fabian Tietke empfiehlt in der taz die Reihe "Trickreiches Wirtschaftswunder: Westdeutsche Animationsfilme der 1950er Jahre" im Berliner Zeughauskino. Besprochen wird Lucy Ashtons Geflüchteten-Doku "Caravan" (Standard).
Archiv: Film

Literatur

Bestellen Sie bei eichendorff21!
In der FAZ-Reihe "Pflichtlektüre für Demokraten" widmet sich Sophie Klieeisen Gregor von Rezzoris beim ursprünglichen Erscheinen im Ausland sehr beachteten, in Deutschland aber weitgehend übersehenen, wenn nicht gar abgetanen, Memoiren "Denkwürdigkeiten eines Antisemiten": "In der Nachkriegs-, Trümmer- und Kahlschlagliteratur der jüngeren Generation, die sich mit den eigenen Verlusten beschäftigte und nicht mit den Ursachen jener Verluste, die sie und ihre Eltern der Welt angetan hatten, klaffte eine psychosentiefe Lücke: der über die Jahrhunderte im sozialen und kulturellen Selbstverständnis verwurzelte, zu täglich erprobtem Instinkt und geübtem Reflex geronnene Antisemitismus aller Gesellschaftsschichten." Der Schriftsteller "hatte das Sakrileg begangen, so unverhohlen wie kaum ein Deutschsprachiger vor und nach ihm von dieser Selbstverständlichkeit des Hasses in einem sehr undeutsch eleganten, undeutsch ironischen, undeutsch literarisch plaudernden, manchmal gar verschnörkelten Stil zu erzählen. Auch der war mit dem deutschen Vernichtungskrieg untergegangen. Davon wollte man noch zu Beginn der Achtziger nichts wissen. ... Grund genug, diesen Roman all jenen Demokraten auf die Lektüreliste zu setzen, die an der Frage zu verzweifeln scheinen, wie der stetige Anstieg von Antisemitismus und der wiederaufkeimende Wunsch nach irgendeiner Form einer homogenen Gesellschaft zu bremsen und zu senken wäre."

Weitere Artikel: Dass der französische Comiczeichner Luz, der den islamistischen Anschlag auf Charlie Hebdo nur knapp überlebt hat, sich beim Comicfestival in Angoulême erstmals wieder in der Öffentlichkeit präsentierte, "ist hoffentlich der Beginn einer Rückkehr zur Normalität für den Autor", schreibt Andreas Platthaus in der FAZ. Paul Jandl fasst in der NZZ das Interview zusammen, dass der Schriftsteller Clemens Meyer kürzlich dem Spiegel gegeben hat. Der dieser Tage beginnende Prozess gegen den gescheiterten Attentäter von Salman Rushdie könnte ein "düsteres Spektakel" werden, glaubt Hilmar Klute in der SZ.

Besprochen werden unter anderem Édouard Louis' "Monique bricht aus" (Standard), Tove Ditlevsens "Vilhelms Zimmer" (FR), Ursula Gräfes Neuübersetzung von Yukio Mishimas "Der Held der See" (FAZ) und Ursula Krechels "Sehr geehrte Frau Ministerin" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Archiv: Literatur

Kunst

Kateryna Lysovenko, I do not want to live in a world that reproduces collective nameless graves, I am against, 2022, Foto: Kateryna Lysovenko

Der Kunstverein Hannover präsentiert Arbeiten dreier ukrainischer Künstler. Neben Videoinstallationen von Roman Khimei & Yarema Malashchuk werden die figurativen Bilder Kateryna Lysovenkos (siehe auch hier) ausgestellt. Von denen ist taz-Autorin Bettina Maria Brosowsky ziemlich angetan. Sie fühlt sich an die Arbeiten Maria Lassnigs erinnert: "Wie die große Österreicherin stellt auch Lysovenko den menschlichen, oft weiblichen Körper ins Zentrum ihrer Bilder, mit all den Zuschreibungen von Empfindungs- und Leidensfähigkeit, aber auch Kraft. Oft transformiert sie Körper zu Hybriden zwischen Tier und Mensch oder zu Märchenfiguren wie Meerjungfrauen. Sie führt die Rhetorik totalitärer Regime und ihre Bildpolitik vor, die Fremde oder Unangepasste zu entwürdigen versucht, indem sie diese in die Nähe des Tierischen und Abnormen rückt."

In der FAZ kommentiert Stefan Trinks den Code of Conduct der Documenta. (Unser Resümee) Zufrieden ist er nicht: "Der so schön im Licht der Selbstzufriedenheit funkelnde CoC weist jedoch einen gewaltigen Schönheitsfehler auf, weil er für die Künstlerische Leitung der Documenta gerade nicht bindend ist. Diese muss sich auch künftig nur jeweils drei Monate nach ihrer Ernennung zu einem öffentlichen Lippenbekenntnis durchringen, die Einhaltung der allerallgemeinsten Menschenrechte in Künstlerauswahl und Gestaltung der Documenta zu gewährleisten. Der CoC ist damit das Papier nicht wert, auf dem er nicht steht - weil er bislang eben lediglich im Netz öffentlich gemacht wurde." Der baldigen neuen Künstlerischen Leiterin Naomi Beckwith vertraut Trinks dennoch.

Außerdem: Frederik Hanssen porträtiert im Tagesspiegel den Künstleragenten Alexander Hollensteiner. Marcus Woeller berichtet in der Welt über eine kommende Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in New York. Ingeborg Ruthe gratuliert der Pankower Bildhauerin Carin Kreuzberg in der Berliner Zeitung zum 90. Bernhard Schultz erinnert in monopol an die verstorbene Galeristin Helga de Alvear. Ebenfalls auf monopol spricht Elke Buhr mit der Künstlerin Igi Lọ́lá Ayedun unter anderem über den gegenwärtigen Backlash gegen Diversitätsinitiativen. Und schließlich besucht Lisa-Marie Berndts für monopol die Islamic Arts Biennale 2025 in Dschidda, lässt sich Basil Smash servieren und nimmt die "feinen Risse im großen, staatsgelenkten Narrativ" wahr, das Saudi-Arabien in der Megaausttellung zu zeichnen versucht.

Besprochen wird die Umweltschutzschau "Touch Nature" im Linzer Lentos (Standard).
Archiv: Kunst

Architektur

Eine gelungene Restaurierung eines Hauses aus der Zeit der "Weißen Moderne" der 1920er Jahre ist in Berlin Zehlendorf geglückt, freut sich Falk Jaeger im Tagesspiegel. Das "Haus Niemeyer", benannt nach dessen Architekt Johannes Niemeyer, war einst im Besitz einer argentinischen Familie. "Mehr als damals in Deutschland üblich wollten die aus Südamerika kommenden Bewohner möglichst im Freien leben. Die Terrasse der oberen Etage ließ sich zum Teil mit Vorhängen gegen Sonne und Einblicke schützen und als Sommerschlafzimmer nutzen. Gefeiert wurde auf der oberen Terrasse vor dem Studio, wo es einen gedeckten Cateringplatz und eine betonierte Eiswanne zum Kühlen der Getränke gab. Dort kann man heute wieder feiern, denn die Eiswanne wurde ebenso restauriert wie die filigranen Geländer, die gemauerten Brüstungen und der zeichenhafte Schornstein, der in die skulpturale Baukomposition einbezogen ist."
Archiv: Architektur

Design

Valeriia Semeniuk porträtiert für den Tagesspiegel die ukrainische Modedesignerin Svitlana Volkova, die Mode für Menschen mit Prothesen gestaltet. "Angesichts der Anzahl der Amputierten ist der potenzielle Bedarf an adaptiver Kleidung in der Ukraine riesig. ... Bislang wurden in der Ukraine nur Sporthosen mit Klettverschluss für Veteranen entwickelt. Volkovas Meinung nach eignen sie sich durchaus für zu Hause, aber gar nicht zum Ausgehen. Ihre Jeans hingegen könnte man überall tragen. Es handelt sich um eine elastische, eher schmale Hose mit einem durchgehenden Reißverschluss. Der ist allerdings nicht auffällig - im Gegensatz zu den knallbunten Details. Die aufgesetzten Taschen sind mit bunten 3D-Patches dekoriert. Diese wurden von Svitlanas Freunden von der ukrainischen Künstler-Gruppe 'Photinus studio' entworfen. Als Vorbild dienten die militärischen Chevrons, die alle Soldaten gerne tragen. Das Chevron am Ärmel kennzeichnet die Zugehörigkeit zu einer Militäreinheit. Volkova schwebt vor, dass dieses Abzeichen ein visuelles Symbol für die Community der amputierten Soldaten wird." Auf ihrem Blog denkt die Designerin über ihre Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen nach.
Archiv: Design
Stichwörter: Mode, Ukrainekrieg, Amputationen, Hose

Musik

"Geteiltes Geld ist weniger Geld", stellt Klaus Walter in einem FR-Essay zum Niedergang des Band-Modells zugunsten von Solo-Künstlern fest. Bzw. Solokünstlerinnen: "Taylor Swift, Beyoncé et al. führen ihr Business wie CEOs, das Aussuchen, Anheuern und gegebenenfalls Feuern musikalischer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist nur ein kleiner Teil des Geschäfts. Logischerweise produzieren diese veränderten Ökonomien und Technologien veränderte Subjekte, Subjektivitäten - Singularitäten. ... Wie die elf Freunde auf dem Fußballplatz - keine Auswechselspieler, lebenslänglich Eintracht - sind die vier, fünf Jungs in der Band ein Relikt des Fordismus mit seinen Einschlussmilieus: Schule, Kirche, Militär, Fabrik. Warum sollte ausgerechnet die Band die Erosion dieser Milieus überleben, wo doch veränderte Produktionsweisen im Postfordismus, im digitalen Kapitalismus, längst andere Arbeits- und Freizeitmodelle hervorgebracht haben: Zeitverträge, Homeoffice, temporäre Paarungen, Coops, Features. Nicht mehr Räume werden geteilt, sondern Files."

GEMA-Chef Tobias Holzmüller erklärt im Welt-Interview, warum der Verwerter gerade die großen musikgenerativen KI-Plattformen verklagt: "Was das Training von KI-Modellen mit Songs angeht, da bekommen wir den Geist nicht zurück in die Flasche. Und hier braucht es eine friedliche Koexistenz von Urhebern mit KI-Anbietern. Dafür braucht es ein Kompensationsmodell. ... Man muss eine KI nicht notwendigerweise mit Filmmusik von Hans Zimmer füttern, um eine Filmmusik generieren zu lassen, die wie Hans Zimmer klingt. Es ist ein frommer Wunsch, man könne die KI-Generierung bestimmter Sounds verhindern. Daher braucht es Regeln. ... Technologie hat die Musikbranche schon immer verändert, nehmen Sie Drum Machines, Beat-Generatoren oder Autotune. Es kommt aber darauf an, dass der Mensch der Pilot des kreativen Prozesses bleibt - und nicht zum Stichwortgeber degradiert wird."

Weitere Artikel: Roland H. Dippel resümiert in der NMZ das 11. Mizmorim Kammermusik Festival in Basel. Nadine A. Brügger sorgt sich in der NZZ um den Schweizer Popstar und ESC-Gewinner Nemo. Besprochen werden die Uraufführung von Jörg Widmanns "Cantata in tempore belli" in der Hamburger Elbphilharmonie (NMZ), Konzerte von David Helbock und Nitai Hershkovits (Standard), ein Auftritt von Kruder & Dorfmeister in der Münchner Isarphilharmonie (SZ), sowie neue Alben von Franz Ferdinand (taz), Rainhard Fendrich (Standard), Bad Bunny ("trifft den Nerv der Zeit", freut sich Adrian Schräder in der NZZ) und - wenn auch postum - Rolf Kühn (FR).

Archiv: Musik