Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
12.12.2024. Boualem Sansal bleibt weiterhin in Haft, sein Anwalt durfte nicht nach Algerien einreisen, meldet Le Point. Derweil zerlegt sich der PEN Berlin weiter selbst: Im Freitag führt Jörg Phil Friedrich der Gruppe um Per Leo nochmal vor Augen, welche zwielichtigen Gestalten sie da als Kollegen bezeichnen. In der Berliner Zeitung meint Deniz Yücel: Das ist Demokratie. Die Zeit notiert in Mannheim: Die Neue Sachlichkeit ist die Kunst der Stunde, warnt aber vor der Agonie der Zeitgenossen. Außerdem reibt die ZeitBalzac mit Balsamico ein. Die Welt rauft sich die Haare, wenn Rosa von Praunheim in Berlin Alice Weidel als Hitler gegen Sahra Wagenknecht als Stalin mit Pimmelwürsten kämpfen lässt.
Boualem Sansal bleibt weiter im Gefängnis. So lautet der Beschluss eines algerischen Gerichts, bei dessen Verkündung der Angeklagte nicht anwesend sein durfte. Sein Anwalt, François Zimeray, durfte nicht nach Algerien einreisen, obwohl es lautLe Point ein Rechtshilfeabkommen zwischen Frankreich und Algerien gibt, das es Anwälten erlaubt, bei entsprechenden Fällen im jeweils anderen Land mitwirken zu können. Gestern hielt der Gallimard-Verlag eine Pressekonferenz in Gegenwart Zimerays und Kamel Daouds ab, in der sich Zimeray äußerte, berichtet Raphaëlle Leyris in Le Monde. Zimeray plädierte dafür, Sansal nicht als Symbol, sondern als Person zu sehen, deren Rechte zu verteidigen seien. In seiner Strategie beziehe er sich auf die berühmte Anwältin Gisèle Halimi (1927-2020), "die, als sie während des Algerienkriegs Mitglieder der Nationalen Befreiungsfront (FLN) verteidigte, sagte: 'Die Sache Algeriens ist die Sache der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Würde'. So will er das Land an eine Geschichte erinnern, die es auf die Seite der Emanzipation stellte und nicht einer Willkür, für die die Verhaftung Sansals und die Anschuldigungen gegen ihn stehen."
Am 16. Dezember findet im Théâtre libre in Paris ein Abend für Boualem Sansal statt. Anmeldung erforderlich unter comite.soutien.boualem.sansal@gmail.com.
Die im Vorstand des PENBerlin tätige SchriftstellerinSimoneBuchholzärgert sich in der taz über das eitle Getöse, mit dem die anti-israelische Gruppierung um PerLeo nun, nachdem sie ihre Nahostresolution durch eine diplomatische Kompromisslösung entwertet sah, die Schriftstellervereinigung nicht nur verlassen, sondern auch dessen Führungspersonal attackiert hat (hier dokumentiert in der FR). "So eine DIY-Organisation ist eine Zeitverdichtungsmaschine, da müssen Entscheidungen innerhalb von Minuten getroffen werden, auch mal morgens um halb sechs, und da geht es um wichtige Dinge, um Aus- und Einreise und Grenzkontrollen, um Visum oder Knast. Da kann man schon mal die Nervenverlieren und sich im Gerangel eine blutigeNase holen. ... Diese Art zu arbeiten wurde gerade als 'Machtapparat' mit 'Selbsterhaltungslogik' bezeichnet, gestützt von einer 'Kamarilla aus Vertrauensleuten'. Nee, komm - Macht haben üblicherweise nicht die, die sich nächtelang Beine ausreißen, um etwas möglich zu machen. ... Muss man das wirklich beschädigen? Wozu? Auf die Frage 'Was hast du getan, als die Welt brannte?' mit 'Ich bin sehr laut aus einem Verein ausgetreten!' zu antworten, finde ich nicht zufriedenstellend." Dlf Kultur hat hier mit TheaDorn und dort mit PerLeo über den Konflikt gesprochen.
Jörg Phil Friedrich hat an der Resolution mitgeschrieben. Der ursprünglich von der Gruppe um Per Leo eingereichte Antrag auf eine Resolution war so nicht veröffentlichbar, erläutert Friedrich im Freitag: Nur vordergründig sah er nach einer Solidarisierung mit Journalisten aus, die im Nahostkrieg für ihre Arbeit ihr Leben hinhalten, doch zeigte sich rasch, dass der Text "Israel allein für den Tod der Journalisten und Autoren verantwortlich machen wollte." Auch wurden eher zwielichtige Leute "als unsere Kollegen und als Journalisten bezeichnet", darunter auch Leute wie "Refaat Alareer, der die Berichte sexualisierter Gewalt an israelischen Frauen während des Terrorangriffs der Hamas am 7. Oktober 2023 als israelischePropagandalügen bezeichnet hat. ... Menschen, die aktiv Terrorpropaganda betrieben haben, statt sich um objektive Berichterstattung über das Geschehen zu bemühen, und die sich lautstark an Dehumanisierung beteiligten, waren nie unsere Kolleg:innen, sie genießen nicht den Schutz der PEN Charta. ... Was heißt es für diejenigen unserer Kollegen, die tatsächlich in den Kriegen dieser Welt unterwegs sind, um uns mit Fakten und Informationen zu versorgen, wenn hier Terrorpropagandisten als unsere und ihre Kollegen genannt werden? Schutz der Pressefreiheit, das heißt immer und überall auch, Journalismus von Propaganda zu unterscheiden."
Susanne Lenz hat für die Berliner Zeitung unter anderem bei DenizYücelnachgefragt, was beim PEN Berlin eigentlich los ist: "Man habe sich immer als ein in jeder Hinsicht diverser Verein verstanden, auch in politischer Hinsicht. 'Und das fanden alle auch gut.' Der furchtbare Konflikt im Nahen Osten sei für viele PEN-Berlin-Mitglieder nicht nur ein Thema, sondern er berühre ihr Leben, weil sie aus der Region kommen. 'Aber in einem diversen Verein kann es dazu kommen, dass eine Mehrheit etwas beschließt, mit dem man selbst nicht einverstanden ist. Und das kann dann insofern kathartischeWirkung haben, dass die einen sagen, das ist nichts für mich und die anderen sagen: DasistDemokratie.'" Sehr genervt beobachtet Marc Reichwein in der Welt den Streit: "Was Vereine und ihre Mitglieder bei ihrer Resolutionitis nicht mehr merken: dass der eigentliche Inhalt von Botschaften längst banalesHintergrundrauschen geworden ist, wenn 'Haltungen zu' und 'Distanzierungen von' den Diskurs dominieren." Daniel Cohn-Bendit fühlt sich auf Nachfrage von Michael Hesse für die FR an einstige Grabenkämpfe der APO unter Politsektenmitgliedern verschiedener Coleur erinnert.
Weitere Artikel: In den "Actionszenen der Weltliteratur" erinnert Holger Kreitling daran, wie Goethe auf seiner italienischen Reise einmal für einen Spion gehalten wurde. Und der Tagesspiegelkürt die besten Comics des Quartals. Auf Platz Eins: "Ahmadjan und der Wiedehopf" von MarenAmini.
Besprochen werden unter anderem AyanaMathis' "Am Flussufer ein Feuer" (NZZ), der letzte Band aus Luz' Comicadaption von VirginieDespentes' "Vernon Subutex"-Romanzyklus (Standard), ChristophNix'Gramsci-Biografie (FR), HanKangs "Unmöglicher Abschied" (Zeit), Adad'Adamos "Brief an mein Kind" (FAZ) und WolframSiebecks postume Memoiren "Ohne Reue und Rezept" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Arno Henschel: Dame mit Maske. 1928. Kulturhistorische Museen Görlitz. Foto: Görlitzer Sammlungen Es war und es ist wieder die "Kunst der Stunde" bemerkt Florian Illies (Zeit), der staunt, wie die Mannheimer Kunsthalle die dort vor hundert Jahren erstmals gezeigte legendäre Schau "Die Neue Sachlichkeit" rekonstruiert und um Malerinnen wie Anita Rée, Lotte Laserstein oder Jeanne Mammen ebenso erweitert wie um weniger bekannte Namen wie Ilona Singer, Fritz Burmann, Arno Henschel oder KateDiehn-Bitt. Hundert Jahre später stehen wir erneut in einer Zeit, die "zwischen innerer Agonie und äußerem Aktionismus hektisch ihrem Ende entgegentaumelt", glaubt Illies: "Wieder gibt es dieses Verlangen nach Klarheit in einer unübersichtlich gewordenen Welt. Aber kann uns der emotionslose Blick der Neuen Sachlichkeit wirklich dabei helfen, 'in unserer schwer zu begreifenden Gegenwart', wie es der Bundespräsident in seinem Vorwort des Kataloges schreibt? Der Pädagoge Steinmeier hofft: 'Und auch heute können wir daraus lernen, die Dinge so zu sehen, wie sie sind: 'sachlich'.' Aber, so muss man fragen, wollen wir oder sollten wir das eigentlich lernen? Ist es eigentlich gut, einer unsachlichen Welt mit Sachlichkeit zu begegnen? Das ist die große Aufgabe, die diese Ausstellung uns stellt für den Nachhauseweg: Wann wird Distanz zur Teilnahmslosigkeit, wann das Beobachten zu unterlassener Hilfeleistung?"
115 000 Plätze soll das "Grand Stade Hassan II." in Casablanca bieten, das nun zur WM 2030 errichtet wird, es wird das größte Stadion der Welt - und in der SZ kann sich Gerhard Matzig einer gewissen Faszination nicht entziehen: "Nach Plänen der Pariser Architekten Oualalou und Choi (zusammen mit dem Büro Populous) soll das Stadion wie ein gewaltiges Zelt aussehen. Inspiriert vom 'Moussem', einem religiösen, nomadischen Fest, wie es typisch ist im Maghreb, das oft mit temporären Zeltstädten einhergeht. Das Wort 'temporär' wiederum ist das Lieblingswort aller Planer, die auf eine ökologische Architektur oder jedenfalls auf den Anschein einer grünen Baukunst Wert legen."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weitere Artikel: Für die NZZnimmt Lucien Scherrer nochmal Peter Yorks Buch "Zu Besuch bei Diktatoren" zur Hand, um sich die gröbsten Geschmacklosigkeiten aus Diktatoren-Palästen anzuschauen. "Oscar L. Tang und H. M. Agnes Hsu-Tang Wing" wird der Anbau für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nach seinen Haupt-Spendern heißen, den die mexikanische Architektin FridaEscobedo für das New Yorker Metropolitan Museum of Art baut und der ebenfalls bis 2030 fertig sein soll, weiß Bernhard Schulz im Monopol-Magazin: "In New York wird Escobedo einen längsrechteckigen, ein klein wenig in den Park ragenden Baukörper aus hellen Ziegeln errichten, mit drei Hauptgeschossen, einem zurückgesetzten vierten und einem wiederum zurückgesetzten fünften Stockwerk."
Reiche Ernte: "Hier" von Robert Zemeckis Lukas Foerster ist in einem epischen Longread auf critic.devöllig begeistert von RobertZemeckis' neuem Film "Here", der auf dem gleichnamigen Comic von RichardMcGuire basiert und dessen Konzept - die Geschichte eines Wohnzimmers aus starrer Perspektive mit historischen Einblendungen und Kontextualisierungen - als medienexperimentelles Setting übernimmt. "Tatsächlich ist 'Here' nicht zuletzt ein Film über die fluide Visualität digitaler Medien. Stasis und Dynamik bedingen sich dabei gegenseitig: Der Film setzt einen starren Rahmen - innerhalb dessen dann alles möglich ist. ... Wir haben es mit einem architektonischen, oder, warum nicht, ackerbaulichenBlickregime zu tun: Die Leinwand als eine Fläche, die bewirtschaftet wird. Konflikte werden gesät, reifen heran, werden geerntet - nur um in der nächsten Generation, dem nächsten Jahrhundert, der nächsten naturgeschichtlichen Epoche durch neue ersetzt zu werden. Freilich sind wir, die wir im Kino sitzen, nicht selbst der Landwirt, sondern diejenigen, die die Früchte der Unternehmung genießen. 'Here' ist ein Film für alle, die noch nicht verlernt haben, der WundermaschineKino zu vertrauen."
Weitere Artikel: Die wegen des Ampel-Aus zuletzt sehr wackelnde Reform der Filmförderung wird nun wohl doch noch allerkürzestens vor knapp mit den Stimmen der alten Regierungskoalition beschlossen, meldet Helmut Hartung in der FAZ. Doch "das Filmförderungszulagengesetz und das Investitionsverpflichtungsgesetz, haben indes keine Chance, in dieser Legislaturperiode den Bundestag zu passieren." Das Kinojahr2024 stand ganz im Zeichen des Horrorfilms, stellt Julia Lorenz in der Zeit fest, was sie im Zeitalter permanenter Multikrisen nicht weiter verwundert: "Seine Stärke liegt darin, zeitspezifische Fragen mit einer gewissen Ungeduld zu formulieren." In seiner Filmdienst-Reihe über Heist-Movies erinnert Leo Geisler an BarbaraLodens Indieklassiker "Wanda".
Besprochen werden JoannaArnowsBDSM-Komödie "Dieses Gefühl, dass die Zeit, etwas zu tun, vorbei ist" (Perlentaucher, taz), JonM. Chus in der Zauberwelt von Oz angesiedeltes Musical "Wicked" (Perlentaucher, taz, FR, NZZ, Freitag, mehr dazu bereits hier), GuanHus "Black Dog" (taz, FR, mehr dazu hier), GalderGaztelu-Urrutias Reichen-Satire "Rich Flu" (Jungle World), KenjiKamiyamas Animationsfilm "Der Herr der Ringe: Die Schlacht der Rohirrim" (FAZ) und PavelCherepinsArte-Doku "Inside Saporischschja - Ein Atomkraftwerk im Krieg" (BLZ).
Das PantoneColorInstitute hat 17-1230-TCX, bzw. "MochaMousse" zur Farbe des Jahres erklärt. Der Farbton "enthält nach sachkundigen Angaben des PCI ... 'rötliche und mauvefarbene Untertöne'" und "erinnere das Institut 'an eine süße Leckerei' oder einen 'Spaziergang in der Natur'", schreibt David Hugendick in der Zeit, dem allerdings ganz andere Assoziationen kommen: "MM könnte auch die Farbe sein, die dabei herauskommt, wenn man einen Roman von Balzac mit Balsamico einreibt und ungefähr 14 Jahre unter einem Sitz in der Businessclass marinieren lässt. Vielleicht erinnert es uns auch an das feuchte, alte Laub, das missmutig hinter der Garage zusammengefegt wurde" oder es ist "die Farbe einer Kastanie mit erschütterndem Liebeskummer, die nachts glühende Briefe schreibt, aber niemals abschickt. Und vielleicht, nur ganz vielleicht ist es die Farbe, die etwas ähnelt, in das man während eines 'Spaziergangs in der Natur' gelegentlich reintritt, weil man durch irgendeine entlegene Brunftkuhle gelatscht ist."
Szene aus "Die Insel der Perversen". Foto: Eike Walkenhorst
Jakob Hayner (Welt) hat nichts gegen politisches Theater, aber dessen Macher sollten sich nach Möglichkeit nicht nur bei Eingeweihten "plump" anbiedern, wie es derzeit Falk Richter mit Elfriede Jelineks "Endsieg" am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und Rosa von Praunheim mit "Die Insel der Perversen" am Deutschen Theater in Berlin tun. Künstlerisch ist das neue Jelinek-Stück aber wenigstens ausgefeilter als die neue Praunheim-"Groteske, die der neuesten Hufeisentheorie des Extremismus folgt: Es regieren BSW und AfD. Wagenknecht und Weidel sind wie eine Person in zwei Kostümen, aber mit dem gleichen Text. Erst duellieren sie sich mit Pimmelwürsten, dann stecken sie Leute in Lager, dann wieder Peniswitze. Damit jeder versteht, wie böse sie sind, wird Weidel zur Wiedergängerin Hitlers und Wagenknecht zu der Stalins. Auch egal, dass der eine die KZs befreite, in denen der andere morden ließ. Das Dreamteam des Superbösen will aus irgendeinem Grund die Männer kastrieren. Vermutlich, damit sich Deutschland nicht mehr gegen ihren nicht kastrierten, bösen Kumpel Putin wehren kann, der oberkörperfrei auf einem Bären hereinreitet. So viel Kritik an der 'Putinknechtschaft' muss sein, selbst unter Linksliberalen ist ja Landesverrat die letzte politische Kampfvokabel."
Elfriede Jelinek widmet sich in Hamburg Trump (unser Resümee), Ariane Mnouchkine in Paris Putin (unser Resümee) und in der Zeit kann Peter Kümmel mit Mnouchkines "Ici sont les Dragons" über hundert Jahre russische Geschichte deutlich mehr anfangen, als mit Jelineks tagespolitischem "kalauerndem" Kommentar: "Wo Mnouchkine wiedererweckt, was einst geschah, um es zu verstehen, wo sie also immerzu Lebensfunken im abgelebten Material erspürt, da wittert Jelinek den Atem der Verwesung selbst in den Lebenden. Sie schenkt uns, anders als Mnouchkine, nicht das Vergnügen des Dabeigewesenseins, sondern das Grauen des Mitgehangenseins. Sie nimmt uns die Illusion, wir seien seelisch wertvolle Individuen: Es herrscht bei ihr, vor allem in diesem Stück, das große 'Wir', nämlich das dumpfe, suizidäre Mehrheitstrotteltum, das in uns allen west und sich für Jelinek derzeit am deutlichsten in der Wählerschaft Trumps zeigt."
Weitere Artikel: Zum 150-jährigen Jubiläum der Bayreuther Festspiele sollten alle zehn Musikdramen Wagners auf die Bühne gebracht werden, nun wurde das Programm auf die Hälfte zusammengestrichen. Im Zeit-Online-Interview erklärt Katharina Wagner: "Bislang haben wir die Kosten für die Tarifsteigerungen aus unserem Etat bestreiten können. Doch alles hat Grenzen, und diese Grenzen sind erreicht. Wir reden hier von mehreren Millionen Euro. Da die Gesellschafter die Übernahme dieses Betrages nicht zusagen konnten, mussten wir reagieren."
Besprochen wird außerdem Caroline Finns Tanzstück "The Room" im Tiroler Landestheater Innsbruck (Standard).
In der Weltliegt Frédéric Schwilden dem norddeutschen Indierocker TheesUhlmann zu Füßen, der sich zum 30-jährigen Bühnenjubiläum eine Best-Of-CD gönnt. Seine Song "waren nie peinlich. Sie waren naiv. Ja. Aber vor allem naiv, weil das lyrische Ich naiv war. ... Uhlmann ist deswegen so ein großer Künstler, weil er die Menschen in seinen Stücken Mensch sein lässt. Er bewertet sie nicht moralisch. Sie sind. Auch das ist ein Unterschied zu den anderen deutschen Künstlern, die wir noch haben. Ein Grönemeyer will die Menschen ändern. Thees Uhlmann liebt sie einfach so. ... Wie Bob Dylan, Bruce Springsteen oder Lana del Rey Variationen amerikanischer Wirklichkeiten in Songs zwischen zwei und sechs Minuten schaffen, schafft es Thees Uhlmann, deutsche Wirklichkeit zu verdichten." Seine Texte, "sind sachlich-verfasste und doch ins Herz gehende Momentaufnahmen".
Außerdem: Shoko Kuroe wirft für BackstageClassical einen kritischen Blick auf die Berichterstattung zu JohnEliotGardiners Comeback nach dem Ohrfeigeneklat und gewinnt dabei Eindruck, dass "mit Hilfe der Medien viel Mühe betrieben wird, um ein bestimmtes Bild der Rehabilitation zu erzeugen". Besprochen werden ein Abend mit FrankSpilker in Frankfurt (FR), CameronWinters Album "Heavy Metal" (Standard) und ein Konzert von ElīnaGaranča und StephenCostello in Wien (Standard).
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Katharina Zweig: Weiß die KI, dass sie nichts weiß? Schon bald sollen wir alle lästigen Aufgaben von intelligenten Chatbots wie ChatGPT und Co. in Form von KI-Agentensystemen erledigen lassen können. Doch wie genau funktionieren…
Lisa Ridzen: Wenn die Kraniche nach Süden ziehen Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann. Bo ist 89, und ihm läuft die Zeit davon. Andererseits ist Zeit wenigstens etwas, das er noch zur Genüge hat. Denn seit seine Frau…
Sally Smith: Der Tote in der Crown Row Aus dem Englischen von Sibylle Schmidt. London 1901: Der Temple-Bezirk mit seinen alten Gebäuden und verwinkelten Straßen liegt im Herzen Londons und bildet das Zentrum der…
Katja Diehl, Mario Sixtus: Picknick auf der Autobahn Mit zehn Schwarzweiß-Abbildungen. Wie werden die Menschen in Deutschland in Zukunft autofrei und klimafreundlich unterwegs sein? Dieses Buch bietet Antworten und ist somit…
Alle aktuellen BuchLink-Leseproben finden Sie
hier