Richard McGuire

Hier

Graphic Novel
Cover: Hier
DuMont Verlag, Köln 2014
ISBN 9783832197629
Gebunden, 300 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Stephan Kleiner. In der nur sechs Seiten umfassenden schwarz-weißen Comic-Erzählung "HERE", die 1989 im legendären, von Art Spiegelman gegründeten "RAW"-Magazin veröffentlicht wurde, brach Richard McGuire mit bis dahin ungekannter Innovationskraft die Einheit von Zeit, Ort und Handlung auf, schachtelte die Bilder ineinander und ließ die sequenzielle Abfolge der Handlung auf höchst produktive Weise kollabieren. Das Leben eines Menschen konnte so auf wenige, Gänsehaut erzeugende Bilder zusammenschnurren. Etwas Vergleichbares hatte es vorher (und hat es auch danach) nicht gegeben. Zum 25-jährigen Jubiläum des Erscheinens arbeitet McGuire seinen kultisch verehrten Comic nun in eine farbige, wunderbar ausgestattete Graphic Novel um. Die Neugeburt eines Klassikers - 'HIER' und jetzt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2015

Richard McGuires Comic "Hier" umfasste ursprünglich nur sechs Seiten und sechsunddreißig Bilder, auf denen immer der gleiche Ort zu sehen war, allerdings über Jahrhunderte hinweg und keineswegs chronologisch angeordnet, weiß Rezensent Christian Gasser. Damals, 1989, war das ein kleiner Geniestreich, der vor allem auf der Formebene revolutionär wirkte, erinnert sich der Rezensent. Diesen Comic hat McGuire jetzt zur dreihundert Seiten starken Graphic Novel ausgebaut, die dem gleichen Prinzip folgt, und in der, von einzelnen Panels abgesehen, in denen Miniaturgeschichten erzählt werden, noch immer "scheinbare Planlosigkeit" herrscht, berichtet Gasser. Der größere Umfang und die mittlerweile vertraute Form verändern die Wirkung erheblich, erklärt der Rezensent: jetzt stimmen die Bilder nachdenklich, zeugen von Willkür und Vergänglichkeit, vom Schein der Bedeutung und von der Bedeutung des Alltäglichen, fasst Gasser zusammen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.03.2015

Nicht weniger als einen Vorstoß in die vierte Dimension sieht Christian Bos in diesem Comic des Amerikaners Richard McGuire. Allerdings liegt die Raffinesse in den Augen des begeisterten Rezensenten eben darin, dass McGuire für seine Reise durch die Zeit keinerlei technologischen Brimborium auffährt, sondern ganz einfach das immergleiche Zimmer zeigt. Das "Hier" bleibt sich gleich, aber nicht das "Jetzt": McGuire durchstreift die Jahrzehnte, Jahrhunderte und eigentlich auch die Jahrmillionen, erzählt gleichermaßen seine Familiengeschichte wie geologische und historische Umwälzungen, Benjamin Franklin tritt auf, und die Lenni-Lenape-Indianer durchstreifen den Wald. Wunderschön findet der Rezensent das.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2014

Hymnisch bespricht Thomas von Steinaecker Richard McGuires Graphic Novel "Hier", der er schon jetzt einen Platz auf den Bestsellerlisten des nächsten Jahres wünscht. Schon allein der 1989 im RAW-Magazin abgedruckte sechs Seiten lange Vorläufer hatte den Rezensenten tief beeindruckt, nun aber erlebt er ein dreihundert Seiten langes, bewegendes und neuartiges "Bild- und Textkunstwerk", das seine Seh- und Denkgewohnheiten geradezu revolutioniert. Auf den farbigen, fotorealistischen und perspektivisch faszinierend angeordneten Panels erlebt von Steinaecker die gesamte Welt- und Menschheitsgeschichte, gleitet durch die Epochen, schaut etwa einem Indianerpärchen im 17. Jahrhundert beim Schäferstündchen zu, begleitet ein Familientreffen während des Unabhängigkeitskrieges, blickt in die Zukunft und zurück auf die Entstehung der Welt und schließt die Akteure, die er bei ihren Alltagssituationen in den verschiedenen Epochen erlebt, in sein Herz. Selten hat der Kritiker das Leben auf der Welt derart intensiv zwischen zwei Buchdeckeln erlebt.
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