Efeu - Die Kulturrundschau
Hoffen darf man ja
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06.07.2024. Die taz bewundert in Wolfsburg, wie die dominikanisch-amerikanische Künstlerin Firelei Báez mit Fruchtzellen und Haarknoten in leuchtenden Farben gegen Rassismus ankämpft. Außerdem wirft die taz einen düsteren Blick in den Parallel-Literaturbetrieb, den die Neue Rechte seit Jahren aufbaut. Im WamS-Gespräch erklärt Joachim A. Lang, warum er in seinem Film "Führer und Verführer" neue Bilder von Hitler schaffen will. In der Berliner Zeitung wirft Gorki-Regisseur Oliver Frljić der deutschen Kulturpolitik und den Medien Unterdrückung Andersdenkender und Frauenfeindlichkeit vor.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
06.07.2024
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Kunst

Gemeinsam mit dem dänischen Louisiana Museum of Modern Art konzipiert, ist derzeit im Kunstmuseum Wolfsburg unter dem Titel "Trust Memory Over History" eine Ausstellung der dominikanisch-amerikanischen Künstlerin Firelei Báez zu sehen und taz-Kritikerin Eva-Christina Meier bewundert, wie Baez historische Dokumente in leuchtenden Farben um Perspektiven der afrikanischen Diaspora erweitert: "Archivdrucke von Konstruktionsplänen oder Landkarten überträgt sie auf die Leinwand, um diese anschließend hinter intensiven Farbschichten und kunstvoll aufgetragenen Motiven verschwinden zu lassen. So zeigt 'Fruta Fina. Fruta estraña (Lee Monument)' (2022) die hyperrealistische Darstellung eines rätselhaft verlockenden Objekts aus leuchtend roten Frucht-, Zell- und Pflanzenelementen, die mit schwarz glänzenden Haarknoten verwoben scheinen. Nur schemenhaft erkennt man dahinter die technische Skizze einer Reiterstatue. Es handelt sich hierbei um den Plan für ein Denkmal des konföderierten Generals Robert E. Lee von 1884. Die Entfernung des heute umstrittenen Lee-Monuments löste 2017 in Charlottesville, Virginia, gewalttätige und tödlich endende Proteste von weißen Nationalisten und Rechtsradikalen aus."

In der FR rät Lisa Berins unbedingt zu einer Reise ins Eschborner The Cube, wo mit "Echoes" und dem "Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2024" gleich zwei Schauen zu sehen sind, die "gesellschaftskritische, experimentierfreudige, humorvolle fotografische Positionen" zeigen. Der Preis geht dieses Jahr an die "Südafrikanerin Lebohang Kganye für ihre Ausstellung 'Haufi nyana? I've come to take you home' am Foam Fotografiemuseum in Amsterdam. Dort hatte Kganye in einer bühnenartigen Installation zwei fotografische Kulissen aufgebaut, die sich mit Apartheid und Kolonialismus auseinandersetzen. Die Installation ist nun, neben den Werken der drei weiteren Finalistinnen und Finalisten, im The Cube zu sehen. Mit fast lebensgroßen, schwarz-weißen Aufstellern reinszeniert die 1990 geborene Südafrikanerin Bilder aus dem Familienalbum: Zu sehen sind die Küche ihrer Großmutter und eine Außenszene, in der ihr Großvater vor einem Township House auf einem Stuhl sitzt. Weitere Verwandte tauchen in den Tableaus auf. Kganyes Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit den Folgen der Apartheidsgesetze für ihre Familie, die zum Umzug und zur Änderung ihres Nachnamens gezwungen worden war."
Weitere Artikel: Für die FAS ist Karen Krüger mit dem deutschen Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano, der für sein Erinnerungsprojekt "Gegen das Vergessen" auf der ganzen Welt Zeitzeugen der nationalsozialistischen Verfolgung fotografiert, unterwegs in der Toskana, wo er Überlebende eines SS-Massakers getroffen hat. Auf den Bilder und Zeiten-Seiten der FAZ erinnert Maximilian Gilleßen an das vor hundert Jahren entstandene "Surrealistische Manifest". Ebenda erzählt Georg Imdahl, wie Cory Arcangel Daten vom Laptop von Michael Majerus rettete, der 2002 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Am Beispiel von Caspar David Friedrichs Skizzenbuch, das im November 2023 im Auktionshaus Grisebach versteigert worden war, von der Berliner Kulturverwaltung aber an der Ausfuhr gehindert und mithilfe einer Stiftung für die Staatlichen Museen angekauft wurde, skizziert Monika Grütters im Tagesspiegel den Sinn des novellierten Kulturgutschutzgesetzes, das die Abwanderung nationalen Kulturguts aus Deutschland verhindern und den weltweiten illegalen Handel mit Kulturgütern bekämpfen will. In der NZZ erinnert Philipp Meier daran, wie Paul Klee als von den Nazis verfemter Künstler in die Schweiz zurückkehrte.
Besprochen werden die Ausstellungen "Houseplant is Leaving" mit Arbeiten der russischen Künstlerin Olga Chernysheva in der Berliner Galerie Volker Diehl (Tsp), eine Ausstellung mit Stillleben von Robert Mapplethorpe in der Berliner Galerie Thomas Schulte (Berliner Zeitung).
Bühne
Im Jahr gehen mehr Leute in ein deutsches Theater oder eine Oper als ins Stadion zur Fußball-Bundesliga, entnimmt Manuel Brug in der Welt der Bühnenverein-Statistik. Investionen lohnen also, nur geht das Geld, das dem "Theaterweltmeister Deutschland" durch Subventionen zur Verfügung steht, in Sanierungen und Neubauten, so Brug: "Viele nach den Kriegszerstörungen in den 50er- und 60er-Jahren wiederaufgebauten Theatergebäude sind in schlechtem Zustand. Mehrere Bauvorhaben überschreiten inzwischen die Milliardengrenze. Die Kalkulationen für Renovierungen und Neubauten der Staatstheater Stuttgart und der Städtischen Bühnen Frankfurt sind bereits in der Planungsphase auf mehr als eine Milliarde Euro gewachsen - bevor überhaupt ein Spatenstich getätigt wurde. In Köln musste die Eröffnung von Oper und Schauspiel - seit zwölf Jahren ein Milliardengrab - gerade wieder einmal verschoben werden."
"Die gegenwärtige gesellschaftliche Atmosphäre in Berlin erscheint mir viel schlimmer als die im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er-Jahren", wütet im Gespräch mit der Berliner Zeitung der Hausregisseur des Gorki-Theaters, Oliver Frljić: "Hier wird die offene Unterdrückung Andersdenkender durch Kriminalisierung, Canceln und mediale Hetzkampagnen ersetzt." Frljic redet sich in seiner Wut auf Staat und Medien immer mehr in Rage: "Die Geschwindigkeit und der Grad der Stigmatisierung in diesem Land und die viel größere und aggressivere Medienmaschinerie sowie die allgemeine Verwirrung über die Begriffe Schuld und Verantwortung töten jeden, der es wagt, die Zone der politischen Tabus zu betreten, von vornherein. Apropos Schuld und Verantwortung: Ich glaube, dass niemand Hannah Arendt weniger verstanden hat als Deutschland, was auch der ganze Zirkus um den letzten Preis, der ihren Namen trägt und an Masha Gessen verliehen wurde, zeigt. Interessant ist, dass immer noch niemand über die strukturelle Frauenfeindlichkeit der deutschen Medien spricht, die auf ihren Scheiterhaufen am Beispiel des letzten Krieges vor allem ideologisch 'ungehorsame' Frauen verbrennen."
Weitere Artikel: Dmitri Tscherniakov hat den "Kraftakt" auf sich genommen, die beiden Gluck-Opern "Iphigènie en Aulide" und "Iphigénie en Tauride" beim Festival D'Aix en Provence gemeinsam zu inszenieren, aber wirklich glücklich wird Eleonore Bühning im Tagesspiegel mit der Inszenierung trotz "Musikwonnen" nicht. Beide Iphigenien werden "vorgeführt als Varianten einer systemischen Familienaufstellung, wie auf dem Reißbrett. Die Artridenclan haust ist einer Art Tomatenhaus aus Metallstangen und Plastikfolien, durch die man durchgucken, aber, zumindest zum Leidwesen der Sänger, nicht allemal durchsingen kann." Die Nürnberger Kongresshalle ist einer der größten erhaltenen Monumentalbauten der Nazis, bald sollen hier Opern gegeben werden, in der taz berichtet Dominik Baur von den Plänen und den Protesten dagegen. Im Tagesspiegel zeichnet Eberhard Spreng nach, was der Kultur in Frankreich nach einem Wahlsieg des Rassemblement National blühen könnte.
Besprochen wird außerdem Andreas Merz' Inszenierung "Donezk.UA - eine dokumentarische Reise in den Donbas" am TD Berlin (Tsp, nachtkritik).
"Die gegenwärtige gesellschaftliche Atmosphäre in Berlin erscheint mir viel schlimmer als die im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er-Jahren", wütet im Gespräch mit der Berliner Zeitung der Hausregisseur des Gorki-Theaters, Oliver Frljić: "Hier wird die offene Unterdrückung Andersdenkender durch Kriminalisierung, Canceln und mediale Hetzkampagnen ersetzt." Frljic redet sich in seiner Wut auf Staat und Medien immer mehr in Rage: "Die Geschwindigkeit und der Grad der Stigmatisierung in diesem Land und die viel größere und aggressivere Medienmaschinerie sowie die allgemeine Verwirrung über die Begriffe Schuld und Verantwortung töten jeden, der es wagt, die Zone der politischen Tabus zu betreten, von vornherein. Apropos Schuld und Verantwortung: Ich glaube, dass niemand Hannah Arendt weniger verstanden hat als Deutschland, was auch der ganze Zirkus um den letzten Preis, der ihren Namen trägt und an Masha Gessen verliehen wurde, zeigt. Interessant ist, dass immer noch niemand über die strukturelle Frauenfeindlichkeit der deutschen Medien spricht, die auf ihren Scheiterhaufen am Beispiel des letzten Krieges vor allem ideologisch 'ungehorsame' Frauen verbrennen."
Weitere Artikel: Dmitri Tscherniakov hat den "Kraftakt" auf sich genommen, die beiden Gluck-Opern "Iphigènie en Aulide" und "Iphigénie en Tauride" beim Festival D'Aix en Provence gemeinsam zu inszenieren, aber wirklich glücklich wird Eleonore Bühning im Tagesspiegel mit der Inszenierung trotz "Musikwonnen" nicht. Beide Iphigenien werden "vorgeführt als Varianten einer systemischen Familienaufstellung, wie auf dem Reißbrett. Die Artridenclan haust ist einer Art Tomatenhaus aus Metallstangen und Plastikfolien, durch die man durchgucken, aber, zumindest zum Leidwesen der Sänger, nicht allemal durchsingen kann." Die Nürnberger Kongresshalle ist einer der größten erhaltenen Monumentalbauten der Nazis, bald sollen hier Opern gegeben werden, in der taz berichtet Dominik Baur von den Plänen und den Protesten dagegen. Im Tagesspiegel zeichnet Eberhard Spreng nach, was der Kultur in Frankreich nach einem Wahlsieg des Rassemblement National blühen könnte.
Besprochen wird außerdem Andreas Merz' Inszenierung "Donezk.UA - eine dokumentarische Reise in den Donbas" am TD Berlin (Tsp, nachtkritik).
Film

Mit seinem kommende Woche startenden Spielfilm "Führer und Verführer" über den Propaganda-Apparat der Nationalsozialisten möchte der Regisseur Joachim A. Lang mit bequemen Bildern der Hitler-Darstellung brechen, sagt er im WamS-Gespräch. Die übliche Darstellung "als schreiender Dämon" habe wohl viel mit Distanzierungswünschen zu tun, sagt er: "Auf solch ein Monster muss man sich nicht einlassen. Das greift aber zu kurz. Wäre er tatsächlich eine schreiende Witzfigur gewesen, hätte er nicht so viele Anhänger gewonnen. Goebbels hat den Mythos aufgebaut" - und von Goebbels lancierte Bilder sind es auch, die heute kursieren. Für Lang ist es daher "viel verantwortungsvoller, einen fiktionalen Film zu drehen, ich muss neue Bilder des Führungszirkels schaffen. Unser Ansatz war: Wir zeigen die historischen Bilder - und dekonstruieren sie sofort, indem wir erklären, wie sie entstanden sind."

Sichtlich fasziniert ist SZ-Kritikerin Sonja Zekri, von "Real" einem Film des ukrainischen Filmemachers Oleh Senzow, der bei einem heiklen Fronteinsatz seine Helmkamera einfach mitlaufen ließ und das so gewonnene Material nun ohne weitere Bearbeitung als Film veröffentlicht. Beim Filmfestival Karlovy Vary hat er nun Weltpremiere. Es ist "eine der immersivsten Erfahrungen über den Krieg, die je einem Publikum geboten wurden", schreibt Zekri. Zwar "ist in 'Real' bitter wenig zu sehen. Es gibt keine Actionszenen, kaum Bewegung, die Männer wirken, statisch, wie eingefroren. Wo sollen sie auch hin? Aber das macht die Spannung nur schwerer erträglich. Warum hat niemand die Munitionskisten aus den Bradleys mitgenommen? Wo bleibt die Artillerie? Warum hat der Panzer, der die Menschen in 'Real' in Sicherheit bringen sollte, die Klappe nicht geöffnet? Aber vielleicht hatte er sie auch geöffnet und niemand ist eingestiegen? So nervenzerfetzend das alles ist, so unerschütterlich bleiben die Männer." Hier die Festival-Besprechung des Branchenblattes Screen Daily.
Besprochen werden Ti Wests Horrorfilm "MaXXXine" (Standard, unsere Kritik hier) und Florian Gallenbergers Biopic "Perfect Match" über die Liebesbeziehung zwischen Steffi Graf und Andre Agassi (NZZ).
Literatur
Während der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Literatur mehr und mehr für obsolet erklärt und eine Sendung nach der anderen streicht, interessiert sich die Neue Rechte seit Jahren lebhaft dafür und baut auf Youtube, in einschlägigen Zeitschriften und Online-Portalen einen Parallel-Literaturbetrieb auf. Ziel ist "eine Intellektualisierung des Rechtsextremismus", schreibt der Literaturwissenschaftler Torsten Hoffmann in der taz, und zwar in Anlehnung ans einstmals linke Konzept der kulturellen Hegemonie: "Wer das politische System nachhaltig verändern möchte, so die Grundüberzeugung, muss dafür zunächst die geistige Basis schaffen. ... In neurechter Literaturpolitik wird gekämpft und gekuschelt. Diese paradoxe Doppelstrategie muss als solche erkannt und ernst genommen werden, da sie metapolitischen Erfolg verspricht. Deshalb ist es fahrlässig, wenn der FAZ-Redakteur Patrick Bahners 2021 auf Twitter eine Rezension von Ellen Kositza lobend erwähnt und verlinkt, als sei die Sezession eine gewöhnliche literaturkritische Institution. Dass die Neue Rechte viel zu oft bereits als solche wahrgenommen wird, zeigen Fälle aus dem Literaturunterricht an Schulen und Universitäten, in denen Lerngruppen neurechtes Material, das u.a. auf Youtube frei zugänglich ist, zur Verfügung gestellt wurde, ohne den Publikationskontext mitzureflektieren."
Weitere Artikel: "Hoffen darf man ja", schreibt Dirk Knipphals in der taz auf die Frage, ob die Heerscharen junger Leser, die mit ihrem ausgeprägten Interesse an Liebesromanen gerade die Buchbranche (wenngleich nicht den klassischen Literaturbetrieb) sanieren (unser Resümee), sich irgendwann auch mal für die "literarischen Hauptprogramme" interessieren werden. Die SZ dokumentiert eine im Bundeskanzleramt gehaltene Rede von Daniel Kehlmann über KI als Kulturtechnik und die besondere Verantwortung der Politik (hier das Resümee in unserer Debattenrundschau). In ihrer Lyrikkolumne für den Perlentaucher stellt Marie Luise Knott die südafrikanische Lyrikerin Antjie Krog vor. Petra Ahne berichtet in der FAZ vom Literaturfestival in Potsdam mit Auftritten von Judith Schalanksy und Volker Schlöndorff. Der Lyriker und Übersetzer Iain Galbraith erinnert sich in "Bilder und Zeiten" der FAZ an den vor kurzem verstorbenen Schriftsteller John Burnside. Waltraud Kirsch-Mayer porträtiert in "Bilder und Zeiten" den Schriftsteller und Übersetzer Walter Popp. Marc Reichwein blickt für die Literarische Welt auf Italienreisen großer Schriftsteller. Andreas Platthaus (FAZ) und Christian Mayer (SZ) gratulieren dem Schriftsteller Bernhard Schlink zum 80. Geburtstag.
Besprochen werden unter anderem Anna Katharina Fröhlichs Novelle "Die Yacht" (online nachgereicht von der Zeit), Karl Ove Knausgårds "Das dritte Königreich" (FR), Marc-Uwe Klings Thriller "Views" (Presse), Dénes Krusovszkys von Terézia Mora übersetzter Erzählungsband "Das Land der Jungen" (FAZ), Rachel Cusks "Parade" (LitWelt) und Sidik Fofanas "Dünne Wände" (SZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer aktuellen Bücherschau.
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Musik
Im Buch Zwei der SZ erkundet ein ganzes Autorenkollektiv die ungeheure Sogkraft der Pop-Großunternehmerin Taylor Swift. Zu tun hat diese auch mit Swifts Melodien, in denen sich gängige Muster zwischen Wiederholung und Überraschung geschickt potenzieren - etwa im "T-Drop": Dabei singt Swift "die gleichen drei Stufen einer Tonart hintereinander - zunächst den vierten und dann den dritten Ton (also Quart und Terz) einer Leiter. Und zum Abschluss dann die sechste Stufe der Oktave darunter." In so gut wie jedem Song lässt sich dies finden: "Die Melodie taucht derart oft auf, dass sie direkt ans Belohnungszentrum andockt, weil man sie, mindestens unterbewusst, wiedererkennt beziehungsweise bald erwartet hat. Sie hat darüber hinaus aber auch einen konkreten musikalisch-inhaltlichen Effekt: Swift nutzt das Motiv in aller Regel, um einzelne Blöcke in ihren Geschichten abzuschließen. Das funktioniert mit der Melodie deshalb so gut, weil der große Notensprung nach unten suggeriert, dass man sich zurück zum Ursprung begibt. Allerdings landet Swift dabei eben gerade nicht auf diesem Ursprung, ... sondern eine kleine Terz darunter. Das hält, ähnlich wie die Harmonien von oben, eine minimale Spannung aufrecht."
Julian Weber ist für die taz nach Essaouira in Marokko gereist, um dort bei einem Festival der Geschichte der Gnaoua-Musik nachzuspüren: Diese Musik und der Tanz dazu erschließen selbst Agnostikern "eine spirituelle Dimension. Sie verbinden uralte afrikanische Kosmogonie mit vorreligiösen Sufismus-Praktiken. Klangmuster der Gnaoua-Musik finden sich auch in der DNA von Flamenco und Jazz, während Elemente des Tanzrituals ganz ähnlich im haitianischen Voodookult vorkommen." Einen kleinen Eindruck von den Straßenumzügen und der trance-artigen Musik vermittelt dieser kurze Nachrichtenbeitrag.
Weiter Artikel: Der NDR hat nach einer Intervention der Rammstein-Anwälte seinen Podcast "Row Zero" über die Missbrauchsvorwürfe gegen Till Lindemann voerst offline gestellt, berichtet Susanne Lenz in der Berliner Zeitung - allerdings geht es dabei wohl vor allem um urheberrechtliche Fragen bei der musikalischen Untermalung. Ljubiša Tošić wirft für den Standard einen Blick ins Programm des Carinthischen Sommers. Christian Schachinger freut sich im Standard auf das Kraftwerk-Konzert in Wien. Jan Wiele plaudert für die FAZ mit Ian Gillan, Sänger von Deep Purple, die Mitte Juli ein neues Album herausgebracht haben. Darauf bleibt sich die Band offensichtlich sehr treu:
Der NZZ liegt heute außerdem eine Beilage zum Lucerne Festival bei: Über dessen Motto Programmmotto "Neugier" schreibt Christian Wildhagen, zum selben Thema hat Michael Wildhagen einen Essay verfasst. Außerdem spricht Wildhagen mit dem Leiter des Festivals, Michael Haefliger.
Besprochen werden Joana Mallwitz' Dirigentinnendebüt beim Zürcher Tonhalle-Orchester (NZZ), Julia Fischers Auftritt beim Rheingau Musik Festival (FR), ein Konzert von Peter Maffay in Berlin (Tsp) und Beth Gibbons' Soloalbum "Lives Outgrown" (FR).
Julian Weber ist für die taz nach Essaouira in Marokko gereist, um dort bei einem Festival der Geschichte der Gnaoua-Musik nachzuspüren: Diese Musik und der Tanz dazu erschließen selbst Agnostikern "eine spirituelle Dimension. Sie verbinden uralte afrikanische Kosmogonie mit vorreligiösen Sufismus-Praktiken. Klangmuster der Gnaoua-Musik finden sich auch in der DNA von Flamenco und Jazz, während Elemente des Tanzrituals ganz ähnlich im haitianischen Voodookult vorkommen." Einen kleinen Eindruck von den Straßenumzügen und der trance-artigen Musik vermittelt dieser kurze Nachrichtenbeitrag.
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Der NZZ liegt heute außerdem eine Beilage zum Lucerne Festival bei: Über dessen Motto Programmmotto "Neugier" schreibt Christian Wildhagen, zum selben Thema hat Michael Wildhagen einen Essay verfasst. Außerdem spricht Wildhagen mit dem Leiter des Festivals, Michael Haefliger.
Besprochen werden Joana Mallwitz' Dirigentinnendebüt beim Zürcher Tonhalle-Orchester (NZZ), Julia Fischers Auftritt beim Rheingau Musik Festival (FR), ein Konzert von Peter Maffay in Berlin (Tsp) und Beth Gibbons' Soloalbum "Lives Outgrown" (FR).
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