Efeu - Die Kulturrundschau
Schwingt, blitzt und klingt
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
27.06.2024. In der FAZ erklärt der italienische Schriftsteller Fabio Stassi, dass er gerade jetzt zur Frankfurter Buchmesse fährt, um sich mit zensierten Schriftstellern zu solidarisieren. Im Standard hat Wolfgang Ullrich keine Angst vor KI-generierter Kunst. Die NZZ möchte lieber nicht allzu viel Fluchtgut restituieren. Carl Hegemann besucht für die Zeit das Osten-Festival in Bitterfeld. Die SZ bestaunt den Staraufwand beim Filmfest München. Und die FAZ nimmt dem Fusion-Festival seinen Ferienkommunismus nicht ab.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
27.06.2024
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Literatur
Der Schriftsteller Fabio Stassi ist mit eingeladen, um Italien als Gastland der Frankfurter Buchmesse zu vertreten. Trotz erheblicher, nun auch in Form eines offenen Briefs (Details dazu bündelt Birgit Schönau auf Zeit Online) geäußerter Proteste gegen die italienische Auswahl (bzw. im Fall von Roberto Saviano: Nicht-Auswahl) wird er nach Frankfurt fahren, schreibt er in der FAZ. Aber nicht, um sich dort als Aushängeschild der Meloni-Regierung vor den Karren spannen zu lassen, versichert er: Er fühlt sich zu jener "'schädlichen und unerwünschten', von unseren Regierenden mit einem Schandmal gebrandmarkten Literatur" zugehörig, der "Literatur, die immer schon unter allen Regimen verfolgt wurde. ... Ich werde nach Frankfurt reisen, um meine Solidarität mit Roberto Saviano und all jenen zu bezeugen, die eine wie auch immer geartete Form von Zensur erfahren haben oder erfahren werden. Ich werde meine Besorgnis, mein Entsetzen, meine Abscheu vor den Symptomen einer Infektion, die uns zu den Gespenstern der Vergangenheit zurückbringt, lauthals kundtun: zu den Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts und ihren Methoden."
Weitere Artikel: Mit der Eröffnungsrede des österreichischen Autors Ferdinand Schmalz begannen gestern Abend der Bachmann-Lesewettbewerb in Klagenfurt, ab heute wird gelesen (hier der Überblick über Livestream und Onlinevideos, dort die Porträts aller Autorinnen und Autoren). Michael Wurmitzer spricht für den Standard mit dem diesjährigen Klagenfurter Juryvorsitzenden, Klaus Kastberger. Ulrich M. Schmid wirft für die NZZ einen Blick aufs deutsch-russische Verhältnis in den Literaturen beider Länder. Am Bodensee wird darüber gestritten, ob neben einem früheren Haus von Hermann Hesse diverse, ambitionierte Immobilienprojekte gebaut werden dürfen, berichtet Gerhard Matzig in der SZ. Tilman Spreckelsen gratuliert in der FAZ der Kinderbuchautorin Sabine Ludwig zum 70. Geburtstag. Außerdem kürt die Zeit die besten Sachbücher des Monats. Auf Platz Eins: "Ungleich vereint - Warum der Osten anders bleibt" von Steffen Mau.
Besprochen werden unter anderem Karl Ove Knausgards "Das dritte Königreich" (taz) und Hari Kunzrus "Blue Ruin" (FAZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer aktuellen Bücherschau.
Außerdem besteht das Feuilleton der Zeit in dieser Woche zum Teil aus Lesetipps für den Sommer.
Weitere Artikel: Mit der Eröffnungsrede des österreichischen Autors Ferdinand Schmalz begannen gestern Abend der Bachmann-Lesewettbewerb in Klagenfurt, ab heute wird gelesen (hier der Überblick über Livestream und Onlinevideos, dort die Porträts aller Autorinnen und Autoren). Michael Wurmitzer spricht für den Standard mit dem diesjährigen Klagenfurter Juryvorsitzenden, Klaus Kastberger. Ulrich M. Schmid wirft für die NZZ einen Blick aufs deutsch-russische Verhältnis in den Literaturen beider Länder. Am Bodensee wird darüber gestritten, ob neben einem früheren Haus von Hermann Hesse diverse, ambitionierte Immobilienprojekte gebaut werden dürfen, berichtet Gerhard Matzig in der SZ. Tilman Spreckelsen gratuliert in der FAZ der Kinderbuchautorin Sabine Ludwig zum 70. Geburtstag. Außerdem kürt die Zeit die besten Sachbücher des Monats. Auf Platz Eins: "Ungleich vereint - Warum der Osten anders bleibt" von Steffen Mau.
Besprochen werden unter anderem Karl Ove Knausgards "Das dritte Königreich" (taz) und Hari Kunzrus "Blue Ruin" (FAZ). Mehr ab 14 Uhr in unserer aktuellen Bücherschau.
Außerdem besteht das Feuilleton der Zeit in dieser Woche zum Teil aus Lesetipps für den Sommer.
Kunst
Spätestens seit der Gründung der Initiative Urheberrecht, mit der ausübende Künstler Schutz vor generativer KI fordern (unsere Resümees), sind die Auswirkungen von KI auf dem Kunstmarkt ein heiß diskutiertes Thema. Im Standard-Interview hat der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich allerdings keine Sorge vor der Autonomie von KI: "Alles, was mithilfe von KI generiert wird, verdankt sich riesigen Mengen an Daten, mit denen die Programme trainiert werden." Aber: "Je mehr Erfahrung wir im Umgang mit diesen Programmen sammeln, desto weniger dürfte sich noch eine Idee von Autonomie starkmachen lassen. Vielmehr wird uns durch die Art und Weise, wie die KI-Programme agieren, bewusst, dass auch wir für alles, was wir uns einfallen lassen, auf Vorbilder und Traditionen zurückgreifen. Zumindest implizit arbeiten wir immer schon mit Bedeutungen und Strukturen, an deren Zustandekommen Menschen vieler Generationen vor uns mitgewirkt haben. Autonomie ist also wirklich und überall eine Illusion. Wenn die KI-Programme uns das etwas deutlicher vergegenwärtigen, als wir es bisher wahrhaben wollten, dann wäre das gar nicht so schlecht."
Das Haus der Kunst in München feiert den 80. Geburtstag der Künstlerin Rebecca Horn mit einer Retrospektive. Zu sehen ist ein breites Spektrum an Arbeiten, darunter Filme, motorisierte Skulpturen und Installationen. Barbara Sachs berichtet für die FAZ enthusiastisch über die Ausstellung, in der "es fließt und schwingt, blitzt und klingt". Aber von Chaos und "Anarchie", wie es der Titel einer Arbeit suggeriert, kann bei Horn nicht die Rede sein, versichert Sachs, die viel Choreografie erkennt. Zum Beispiel angesichts "allein rastlos trippelnder Spitzentanzschühchen. Klar, die rosa Schuhe können auch an schmerzhaften Ballettdrill erinnern, und der schöne, aber tote und vielleicht einer vom Aussterben bedrohten Art angehörende Falter flattert nur noch mit maschineller Hilfe - Dualismus wird hier immer mitkalkuliert."
Dass auch die Schweiz langsam dazu übergeht, nicht mehr zwischen Raubkunst und Fluchtgut zu unterscheiden, also wie Deutschland auch bereit ist, jene Werke zu restituieren, die von ihren Besitzern verkauft wurden, um die Flucht vor den Nazis zu finanzieren, stößt bei Philipp Meier in der NZZ auf wenig Gegenliebe, sieht er hier doch zu viele verschiedene Interessen am Werk: "Museen wollen sich rechtlich und moralisch nicht angreifbar machen, sie wollen primär unbedenkliche und bereinigte Sammlungsbestände. Dabei werden die Museen nicht zuletzt von einer progressiven Kunst- und Intellektuellenszene angetrieben, die keine Werke mehr an Museumswänden dulden will, die an vergangenes Unrecht erinnern könnten. (…) Von den Preisexzessen auf dem Kunstmarkt werden auch Kunstfahnder angezogen. Sie suchen proaktiv nach potenziell zu restituierenden Kunstwerken. Anwälte wiederum sichern sich für Restitutionsverfahren vertraglich hohe Erfolgshonorare."
Weitere Artikel: In der FR erinnert Arno Widmann an den vor 450 Jahren gestorbenen Architekten und Maler Giorgio Vasari. Für den Standard wirft Michael Wurmitzer einen Blick auf das kommende Programm der Kunsthalle Wien unter der neuen Leitung von Michelle Cotton.
Besprochen werden außerdem die Ausstellungen "Göttinnen und Gattinnen. Frauen im antiken Mythos" im Alten Museum Berlin (FAZ), das Buch "Global Protests Through Art. collaboration, co-creation, interconnectedness", in dem die türkische Künstlerin Işıl Eğrikavuk untersucht, wie die Gezi-Proteste 2013 in der Kunst fortleben können (taz), und die "Triënnale aan Zee" in Beaufort, die Badetouristen mit zeitgenössischer Kunst konfrontieren will (FAZ).
Das Haus der Kunst in München feiert den 80. Geburtstag der Künstlerin Rebecca Horn mit einer Retrospektive. Zu sehen ist ein breites Spektrum an Arbeiten, darunter Filme, motorisierte Skulpturen und Installationen. Barbara Sachs berichtet für die FAZ enthusiastisch über die Ausstellung, in der "es fließt und schwingt, blitzt und klingt". Aber von Chaos und "Anarchie", wie es der Titel einer Arbeit suggeriert, kann bei Horn nicht die Rede sein, versichert Sachs, die viel Choreografie erkennt. Zum Beispiel angesichts "allein rastlos trippelnder Spitzentanzschühchen. Klar, die rosa Schuhe können auch an schmerzhaften Ballettdrill erinnern, und der schöne, aber tote und vielleicht einer vom Aussterben bedrohten Art angehörende Falter flattert nur noch mit maschineller Hilfe - Dualismus wird hier immer mitkalkuliert."
Dass auch die Schweiz langsam dazu übergeht, nicht mehr zwischen Raubkunst und Fluchtgut zu unterscheiden, also wie Deutschland auch bereit ist, jene Werke zu restituieren, die von ihren Besitzern verkauft wurden, um die Flucht vor den Nazis zu finanzieren, stößt bei Philipp Meier in der NZZ auf wenig Gegenliebe, sieht er hier doch zu viele verschiedene Interessen am Werk: "Museen wollen sich rechtlich und moralisch nicht angreifbar machen, sie wollen primär unbedenkliche und bereinigte Sammlungsbestände. Dabei werden die Museen nicht zuletzt von einer progressiven Kunst- und Intellektuellenszene angetrieben, die keine Werke mehr an Museumswänden dulden will, die an vergangenes Unrecht erinnern könnten. (…) Von den Preisexzessen auf dem Kunstmarkt werden auch Kunstfahnder angezogen. Sie suchen proaktiv nach potenziell zu restituierenden Kunstwerken. Anwälte wiederum sichern sich für Restitutionsverfahren vertraglich hohe Erfolgshonorare."
Weitere Artikel: In der FR erinnert Arno Widmann an den vor 450 Jahren gestorbenen Architekten und Maler Giorgio Vasari. Für den Standard wirft Michael Wurmitzer einen Blick auf das kommende Programm der Kunsthalle Wien unter der neuen Leitung von Michelle Cotton.
Besprochen werden außerdem die Ausstellungen "Göttinnen und Gattinnen. Frauen im antiken Mythos" im Alten Museum Berlin (FAZ), das Buch "Global Protests Through Art. collaboration, co-creation, interconnectedness", in dem die türkische Künstlerin Işıl Eğrikavuk untersucht, wie die Gezi-Proteste 2013 in der Kunst fortleben können (taz), und die "Triënnale aan Zee" in Beaufort, die Badetouristen mit zeitgenössischer Kunst konfrontieren will (FAZ).
Bühne

Vor der Wende lebten in der ehemaligen Industrievorzeigestadt Wolfen bei Bitterfeld 36.000 Menschen, heute sind es noch 5000, dort wo einst die Film- und Chemiefaserproduktion florierte, wuchern heute Pflanzen und Giftmühl, erzählt der Dramaturg Carl Hegemann, der sich in der Zeit umso mehr freut, dass hier seit drei Jahren das von verschiedensten Künstlern bespielte Osten Festival stattfindet. Die Arbeiten setzen sich mit Aufstieg und dem Niedergang der Region auseinander, Kunst sieht hier nicht immer aus wie Kunst, Theater nicht wie Theater: "Im 'Hörsaal', der Spielstätte im Rathaus, wird beispielsweise unter dem Titel Ödipus in der Giftfabrik von Les Dramaturx der Zusammenhang von Artensterben und Ungeziefervernichtungsmitteln wie DDT untersucht und illustriert, inklusive meditativer Einfühlung in die Welt einer Raupe vor ihrer Verpuppung zum Schmetterling. Eine Künstlergruppe aus New York (Oscar Olivo, Amy Trompetter und Elsa Saadi) berichtete über industriebedingte Verheerungen in Rochester, dem Standort der amerikanischen Kodak-Filmproduktion, und über die zahlreichen Analogien zu Wolfen. Die ukrainische Tänzerin Maryna Makarenko widmete sich den schleichenden Vergiftungsprozessen bei der Filmherstellung in der ehemaligen Sowjetunion."

So viel ist sicher: Mit Beethovens "Fidelio" kann Manuel Brug nichts anfangen, ein "grottenschlechtes, abstruses Machwerk" nennt er die Oper in der Welt - daran ändert auch Andriy Zoldaks Inszenierung an der Dutch National Opera nichts. Doch immerhin kann Zoldak, der als "Castorf der Ukraine" gilt, Brug mit "Gummischlangen, Engelsflügeln, Robotern, Wolfsfiguren... und pyrotechnischen Effekten" bestens unterhalten: "Zholdak, der auch für Bühne, Kostüme, Licht und Text verantwortlich zeichnet, will … einen Kampf zwischen Dunkel und Licht austragen, will Harmonie und Schönheit wiederherstellen, durchaus Themen Beethovens. Er macht das auf sehr eigene, ja eigenwillige Weise. Die Musik wird manchmal umgestellt, manches, etwa das freudenmartialische, ins Finale überleitende 'Heil sei dem Tag' ist gestrichen, ebenso vieles des nicht eben gut beleumundeten Dialogtextes. Stattdessen gibt es Zholdak-Einlassungen, auch die von Gustav Mahler als utopische Musikbrücke vor dem Finale eingefügte, inzwischen nur noch selten gespielte Dritte Leonoren-Ouvertüre erklingt hier, denn so ist noch mehr Zeit für pantomimische Kommentare."
Weitere Artikel: In der taz würdigt Harff-Peter Schönherr die Osnabrücker Bühne 11, auf der Jung und Alt gemeinsam Theater machen. Besprochen werden Franziska Kronfoths und Julia Lwowskis Inszenierung von John Adams Oper "Nixon in China" an der Deutschen Oper Berlin (Zeit).
Architektur
In der SZ rauft sich Gerhard Matzig die Haare: Neben dem idyllischen, vom Architekten Hans Hindermann entworfenen Haus von Hermann Hesse am Bodensee, jenem Refugium, in dem Siddharta oder Demian entstanden, plant die HEH Wohnbau GmbH mit dem "Haus auf der Höri" ein überdimensionales Projekt, das insgesamt zehn Wohnungen zwischen 52 und 96 Quadratmetern beinhalten soll: "Es ist viel zu groß, um das insofern viel zu nah gelegene Kulturdenkmal, zu dem ja auch der Garten zählt, nicht zu einem Witz zu degradieren. Das Hesse-Haus würde aussehen wie das Gartenhaus der künftigen Penthouse-Bewohner, die auf ihrer tief ins Erdreich gegrabenen Tiefgarage wohnen und einen grandiosen Vorzug genießen: Sie sehen den schönen See, angeblich im Besitz der Öffentlichkeit, das malerische Hesse-Haus und den grandiosen Hesse-Garten - und müssen die wenig glückliche Bauträger-Ästhetik im übertriebenen Volumen selbst nicht ertragen."
Film
Morgen beginnt das Filmfest München, das zweitgrößte deutsche Filmfestival nach der Berlinale, und David Steinitz staunt in der SZ, welchen Staraufwand die Interimsleitung Christoph Gröner und Julia Weigl anders als ihre Vorgängerin betreiben. Für Steinitz Anlass genug, nochmal daran zu erinnern, dass Markus Söder vor ein paar Jahren mit Blick auf das Festival sehr großspurig tat: "Aber die von ihm gewohnt laut in Aussicht gestellte Budgeterhöhung blieb leider aus. Auch von einem eigenen Youtuber-Festival für München, über das er mal laut in der SZ nachgedacht hat, war nie wieder etwas zu hören. Das Geld wurde wohl an anderer Stelle gebraucht. Für die Verantwortlichen beim Filmfest jedenfalls, die mit dem zusätzlichen Geld vermutlich schon fest gerechnet hatten (Pläne für ein neues Festivalzentrum hatte es in verschiedenen Formen und Stadien gegeben), ein schwerer Schlag. ... Auch eine erneute Diskussion über eine potenzielle Budgeterhöhung sollte sich die Kulturpolitik in Stadt und Land dann dringend noch mal auf die Agenda setzen. Nicht zuletzt, weil das Münchner Filmfest sich neben den internationalen Ambitionen längst als eine der wichtigsten Plattformen fürs deutsche (Nachwuchs-)Kino etabliert hat." Philipp Bovermann bespricht daneben den Eröffnungsfilm, Natja Brunckhorsts "Zwei zu eins" mit Sandra Hüller.
Außerdem: Im Perlentaucher empfiehlt Robert Wagner im Berliner Kino Arsenal gezeigte Essayfilme von Toshio Matsumoto und Deborah Stratman. Wieland Freund verneigt sich in der Welt vor Daniel Brühl: "Ich habe nicht gewusst, wie wahnsinnig sagenhaft fantastisch gut Daniel Brühl ist, bevor ich ihn als Karl Lagerfeld gesehen habe."
Besprochen werden Faouzi Bensaïdis marokkanisches Roadmovie "Déserts" (FR, taz), Michael Samoskis Horrorfilm "A Quiet Place. Tag eins" (FR), eine Netflix-Dokusoap über die Kaulitz-Brüder von Tokio Hotel (NZZ) und eine auf Amazon Prime gezeigte Doku über den Tennisstar Roger Federer (Zeit Online), Außerdem verschaffen SZ, FR, Tagesspiegel und Filmdienst einen Überblick über die Kinostarts der Woche.
Außerdem: Im Perlentaucher empfiehlt Robert Wagner im Berliner Kino Arsenal gezeigte Essayfilme von Toshio Matsumoto und Deborah Stratman. Wieland Freund verneigt sich in der Welt vor Daniel Brühl: "Ich habe nicht gewusst, wie wahnsinnig sagenhaft fantastisch gut Daniel Brühl ist, bevor ich ihn als Karl Lagerfeld gesehen habe."
Besprochen werden Faouzi Bensaïdis marokkanisches Roadmovie "Déserts" (FR, taz), Michael Samoskis Horrorfilm "A Quiet Place. Tag eins" (FR), eine Netflix-Dokusoap über die Kaulitz-Brüder von Tokio Hotel (NZZ) und eine auf Amazon Prime gezeigte Doku über den Tennisstar Roger Federer (Zeit Online), Außerdem verschaffen SZ, FR, Tagesspiegel und Filmdienst einen Überblick über die Kinostarts der Woche.
Musik
In der FAZ fasst Kira Kramer noch einmal das Hin und Her der Fusion zusammen, dem insbesondere für die Berliner Partyszene wichtigen Musik- und Workshopfestival in der mecklenburg-vorpommerschen Provinz: Zuerst hatte sich das Festival nach dem 7. Oktober eher solidarisch mit den Opfern gezeigt, dann aber doch zurückgerudert und, nach einer Folge zahlreicher Proteste von allen Seiten, einen lauwarmen Kompromiss präsentiert, bei dem irgendwie alle umarmt werden sollen, auch diejenigen, die Israelis fast schon per se für Völkermörder halten. "'Ferienkommunismus' will die Fusion ihren Besuchern bieten, eine Parallelgesellschaft, die frei ist von Zwängen, so steht es seit vielen Jahren in den Statuten der Veranstaltung. Dabei war der gemeinsame Eskapismus in Musik, Kunst, Performance (und Rauschmittel) immer schon auch ein politischer. Doch als Betreiber so kurz vor dem Festivalbeginn eine Kehrtwende in der Positionierung hinzulegen, die man selbst nicht einmal als solche erkennt, spottet all jenen, die im aktuellen politischen Klima um ihre Sicherheit bangen - und nicht zuletzt auch allen Besuchern, die sich auch auf der Grundlage der im Februar getroffenen Aussagen zu einem Festivalbesuch entschieden haben."
Weiteres: Gerald Felber besucht für die FAZ die Proben von Concerto Köln und den Duisburger Philharmonikern, die aktuell die erstmalige Aufführung der Urfassung von Anton Bruckners vierter Symphonie auf historischen Instrumenten vorbereiten. Oliver Voß fasst im Tagesspiegel die urheberrechtlichen Kontroversen um musikgenerierende KI-Plattformen wie Uido (mehr dazu hier) zusammen. Manuel Brug erzählt in der Welt von seiner Begegnung mit dem gerademal 24 Jahre alten finnischen Dirigenten Tarmo Peltokoski. Joachim Hentschel schaut für die SZ auf die Renaissance von Folk- und Country-Music unter dem Vorzeichen einer Umdeutung zugunsten eher rebellisch-linker Haltungen, was wiederum manchen, eher konservativen Teilen des Publikums nicht immer gut mundet. Michael Zirnstein schreibt in der SZ einen Nachruf auf den bayerischen Liedermacher Fredl Fesl. Besprochen wird ein Konzert von The National in Wien (Standard).
Weiteres: Gerald Felber besucht für die FAZ die Proben von Concerto Köln und den Duisburger Philharmonikern, die aktuell die erstmalige Aufführung der Urfassung von Anton Bruckners vierter Symphonie auf historischen Instrumenten vorbereiten. Oliver Voß fasst im Tagesspiegel die urheberrechtlichen Kontroversen um musikgenerierende KI-Plattformen wie Uido (mehr dazu hier) zusammen. Manuel Brug erzählt in der Welt von seiner Begegnung mit dem gerademal 24 Jahre alten finnischen Dirigenten Tarmo Peltokoski. Joachim Hentschel schaut für die SZ auf die Renaissance von Folk- und Country-Music unter dem Vorzeichen einer Umdeutung zugunsten eher rebellisch-linker Haltungen, was wiederum manchen, eher konservativen Teilen des Publikums nicht immer gut mundet. Michael Zirnstein schreibt in der SZ einen Nachruf auf den bayerischen Liedermacher Fredl Fesl. Besprochen wird ein Konzert von The National in Wien (Standard).
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