Efeu - Die Kulturrundschau
Ohne süßliche Zuspitzung
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.08.2025. Die Welt berichtet von Doppelmoral am Royal Opera House in London: Mit Anna Netrebko wird gern wieder zusammengearbeitet, eine Koproduktion mit der Israeli Opera in Tel Aviv wurde nach Protesten der Mitarbeiter indes kurzfristig abgesagt. Wenn es die Deutschen nicht gerade mit Humor versuchen, haben deutsche Filme durchaus Erfolg im Ausland, bemerkt der Filmdienst. Mehr als 20.000 aller pro Tag neu hochgeladenen Songs sind von KI generiert, hält die taz fassungslos fest. Die FAZ bewundert im Centre Pompidou in Metz Kunst, die aus Kopien entstanden ist. Und alle trauern um Jazzlegende Eddie Palmieri.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
08.08.2025
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Bühne
Gerade erst hatte man am Royal Opera House in London verkündet, Anna Netrebko für eine "Tosca"-Neuinszenierung wieder auftreten zu lassen, schon gibt es die nächsten Schlagzeilen um jene "Tosca", stöhnt Manuel Brug in der Welt: Nachdem 182 Mitarbeiter, die wenigsten unter Klarnamen, einen offenen Brief gegen die Haltung des Hauses zum Krieg in Gaza protestiert hatten, wurde beschlossen, eine als Koproduktion geplante Premiere nun nicht an die Israeli Opera in Tel Aviv zu schicken. Begründet wurde das zwar mit der "Sicherheit unserer Ensemblemitglieder", allerdings wären kommenden Sommer höchstens der künstlerische Leiter Oliver Mears oder ein Regieassistent nach Tel Aviv gereist, weiß Brug: "Alex Beard, der Geschäftsführer des Royal Opera House, gab an, seine Mitarbeiter hätten sich beklagt, die Israeli Opera (die nur wenige öffentliche Subventionen erhält) sei eine staatliche Einrichtung, die zudem Soldaten kostenlose Tickets zur Verfügung stellt. Das wolle man nicht unterstützen."
Störaktionen wie sie sich kürzlich bei den Salzburger Festspielen ereigneten, als propalästinensische Aktivisten die Bühne stürmten (unser Resümee), stellen Veranstalter vor ein Dilemma, hält Christian Wildenhagen in der NZZ fest. Einerseits wollen Kulturveranstaltungen in ihren Programmen aktuelle Konflikte aufgreifen, andererseits bleibt meist nur der Ausweg, Protestierende aus den Veranstaltungsräumen entfernen zu lassen. Zurecht, meint Wildenhagen, "denn es geht in solchen Fällen nicht ums 'Erörtern', geschweige denn um Kunst. Es geht allein um Aufmerksamkeit. Für keinen anderen Zweck werden die Bühnen der Hochkultur gekapert und missbraucht. ... Krawall dürfte kaum jemanden dazu inspirieren, die eigenen politischen Positionen zu überdenken. Mehr noch: Die Mischung aus Gleichgültigkeit und offen artikulierter Ablehnung, die den Protestierenden in solchen Fällen aus den Reihen der Anwesenden entgegenschlägt, lässt diese Form des Protests selbst hilflos wirken..."
Weiteres: Die Berliner Regisseurin und Autorin Uljana Havemann ist im Alter von 51 Jahren gestorben, meldet der Tagesspiegel mit dpa. Besprochen werden Rainer Pudenz' "Ein unerhörter Operettensalon" an Kammeroper Frankfurt (FR) und Marlene Monteiro Freitas' Performance "Not" auf Kampnagel in Hamburg (nachtkritik).
Störaktionen wie sie sich kürzlich bei den Salzburger Festspielen ereigneten, als propalästinensische Aktivisten die Bühne stürmten (unser Resümee), stellen Veranstalter vor ein Dilemma, hält Christian Wildenhagen in der NZZ fest. Einerseits wollen Kulturveranstaltungen in ihren Programmen aktuelle Konflikte aufgreifen, andererseits bleibt meist nur der Ausweg, Protestierende aus den Veranstaltungsräumen entfernen zu lassen. Zurecht, meint Wildenhagen, "denn es geht in solchen Fällen nicht ums 'Erörtern', geschweige denn um Kunst. Es geht allein um Aufmerksamkeit. Für keinen anderen Zweck werden die Bühnen der Hochkultur gekapert und missbraucht. ... Krawall dürfte kaum jemanden dazu inspirieren, die eigenen politischen Positionen zu überdenken. Mehr noch: Die Mischung aus Gleichgültigkeit und offen artikulierter Ablehnung, die den Protestierenden in solchen Fällen aus den Reihen der Anwesenden entgegenschlägt, lässt diese Form des Protests selbst hilflos wirken..."
Weiteres: Die Berliner Regisseurin und Autorin Uljana Havemann ist im Alter von 51 Jahren gestorben, meldet der Tagesspiegel mit dpa. Besprochen werden Rainer Pudenz' "Ein unerhörter Operettensalon" an Kammeroper Frankfurt (FR) und Marlene Monteiro Freitas' Performance "Not" auf Kampnagel in Hamburg (nachtkritik).
Film

Perlentaucher Kamil Moll erfreut sich sich an der sommerlichen Melancholie von Justine Bauers an der Kunsthochschule für Medien in Köln entstandenem Debütfilm "Milch ins Feuer" über junge Frauen und Mädchen in der landwirtschaftlich geprägten Provinz. Gedreht wurde der Film auf Hohenlohisch, einer fränkischen Mundart aus dem Norden Baden-Würtemmbergs. "In der Sprache hält sich etwas fest, was schon im Auflösen und Verschwinden begriffen ist. Der Film ist durchsetzt von einer Melancholie fürs Vergehen der Zeit, die zum einen intim und individuell-biografisch ist, zum anderen ohne jegliche Themenkino-Aufdringlichkeit gesellschaftlich und symptomatisch. ... Ohne süßliche Zuspitzung, nah an der Grenze zum Dokumentarischen, erzählt Justine Bauer in einer gekonnt durchgearbeiteten, konzentrierten Filmsprache vom Ende einer Jugend, die auch das mähliche Ausklingen einer Lebenswelt abbildet." Für Artechock bespricht Axel Timo Purr den Film.
Die Deutschen lachen angeblich nicht gern. Trotzdem bestimmen seit vielen Jahren Komödien die Spitzenplätze in den hiesigen Produktionen. Gerade dieser nationale Erfolg ist aber der Grund dafür, dass das deutsche Kino international kaum je einmal den großen Zeh in die Türe bekommt, stellt Susanne Gietl im Filmdienst nach Forschungsergebnissen des Datenanalysten Stephen Follows fest. In dessen Studien "deutet alles darauf hin, dass die Exportchance deutscher Filme umgekehrt proportional zu den nationalen Besuchervorlieben liegt. Die deutsche Filmbranche steckt in der Klemme! Wenn es mit der Stärkung der kulturellen Filmförderung heimische Produktionen, die künstlerische Eigenwilligkeit wagen, zukünftig leichter haben werden, könnte das eine Chance sein, um dieses Dilemma aufzulösen. Ob Mascha Schilinskis sphärisch-düsteres Drama 'In die Sonne schauen' ein ermutigendes Beispiel geben kann? Die Auszeichnung mit dem Preis der Jury in Cannes hat ein starkes Zeichen für die breitenwirksame Wahrnehmung eines deutschen Films im Ausland gesetzt." Mehr zu Schilinskis Cannes-Erfolg bereits hier und dort.
Weitere Artikel: "Immer mal wieder denke ich, Schauspieler sollten am besten gar nichts sagen zu politischen Dingen und politischen Verhältnissen", verzagt Rüdiger Suchsland in seiner wöchentlichen Artechock-Kolumne angesichts des Aufrufs einiger Film- und TV-Schaffender an die Bundespolitik, Israel unter Druck zu setzen. Außerdem liefert Suchsland für Artechock Notizen vom Filmfestival Locarno. Ebendort plaudert Urs Bühler für die NZZ mit Willem Dafoe. Dunja Bialas resümiert auf Artechock die zweite der aktuellen Filmkunstwochen in München. Axel Timo Purr spricht für Artechock mit der Drehbuchautorin und Regisseurin Carine Tardieu über deren neuen Film "Was uns verbindet".
Besprochen werden Alexis Langlois' queeres Musical "Drama Queens" (Artechock, unsere Kritik), Helge Schneiders "The Klimperclown" (Welt, mehr dazu hier), die Installation "Breathing Matter(s)" im Berliner Silent Green mit den essayistischen Dokumentarfilmen von Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel (Artechock, mehr dazu bereits hier), Nisha Ganatras Komödie "Freakier Friday" mit Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan (NZZ), die Apple-Serie "Chiefs of Hawaii" mit Jason Mamoa (Freitag), die DVD-Ausgabe von Alex Garlands "Warfare" (die taz-Besprechung ist uns gestern durchgerutscht) und die zweite Staffel der Apple-Serie "Platonic" (taz).
Literatur
Nadine A. Brügger porträtiert in der NZZ die Krimiautorin Donna Leon. Besprochen werden unter anderem Uketsus "Hen na e - Seltsame Bilder" (taz), Heinz Strunks Erzählungsband "Kein Geld, kein Glück, kein Sprit" (Dlf), Fiona Sironics "Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft" (online nachgereicht von der FAZ), Elin Lindells "Der süßeste Bruder der Welt" (FR) und der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Kunst

Das Kopieren großer Meister galt lange als grundlegende Form der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Kulturerbe, entsprechend war der Pariser Louvre zunächst fünf Tage die Woche nur für Kopisten geöffnet, erzählt Bettina Wohlfarth in der FAZ. Daran erinnert nun die schlicht "Copistes" benannte Ausstellung im Centre Pompidou Metz, für die hundert zeitgenössische Künstler gebeten wurden, aus einem im Louvre frei gewählten Werk eine neue Arbeit zu schaffen: "Die hundert Künstler, darunter Kader Attia, Nicole Eisenmann, Tim Eitel, Camille Henrot, Thomas Hirschhorn, Victor Man oder Elisabeth Peyton, nahmen Werke aus fast allen Abteilungen zur Vorlage ihrer Auseinandersetzung. Gleich mehrmals wurde auf den Stillleben-Maler Jean Siméon Chardin oder den Romantiker Eugène Delacroix Bezug genommen. Der New Yorker Konzeptkünstler Glenn Ligon fotografierte sich mit einem Gemälde, das er wie eine Geliebte mit der Vorderseite zu sich gekehrt im Arm hält. Der Betrachter sieht nur die Rückseite und erfährt im Bildtext, dass es sich um die größte Ikone der Kunstgeschichte handelt, um Leonardos 'Mona Lisa'."
Sehr zufrieden flaniert Jonathan Jones für den Guardian über das Edinburgh Art Festival, das in einigen Werken immer wieder auch die Vergangenheit des Nahen Ostens aufgreift. Etwa in Mike Nelsons Fotografien poetischer Ruinen einer zerstörten türkischen Stadt, die in der Fruitmarket Gallery ausgestellt werden: "Sie sind am unteren Ende der Galeriewände aufgehängt, mit kahlen Glühbirnen und niedrigen Bänken, um eine intime Vorstellung davon zu vermitteln, wie sich der Künstler diese verlorene Welt vorstellt. Roland Barthes schrieb über seine Fixierung auf eine Fotografie der Alhambra aus dem 19. Jahrhundert: 'Ich möchte dort leben'. Nelson gesteht etwas Ähnliches und unterläuft es dann mit einer Installation in einem anderen Teil der Galerie, die eine inzwischen abgerissene Wohnsiedlung darstellt: eine Rekonstruktion, die zu einem unmöglichen, verschlungenen Labyrinth wird."
Weitere Artikel: Die FAZ füllt das Sommerloch mit der Serie "Kunst in Kontroversen". Jürgen Kaube erklärt im Aufmacher des Feuilletons, worum es geht: "Gefragt werden soll … auch nach den Begriffen und Wahrnehmungsformen, mit denen wir heute an Kunst herantreten." Der Fotokünstler Andres Serrano hat sich für die Gestaltung des amerikanischen Pavillons in Venedig beworben, und zwar mit einem provokativen Projekt, meldet Philipp Meier in der NZZ: Er will eine "Art Trump-Memorabilien-Altar" errichten. Der italienische Fotograf Gianni Berengo Gardin ist im Alter von 94 Jahren gestorben, meldet Zeit Online mit dpa. In der Welt erinnert Gesine Borcherdt jene, die dem deutschen Kunstbetrieb Zensur vorwerfen, daran, "dass laut §130 des Strafgesetzbuches Volksverhetzung hierzulande verboten ist - also alle Handlungen, die gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen zu Hass und Diskriminierung anstacheln, wozu auch die Verharmlosung und Verbreitung solcher Inhalte zählt."
Besprochen wird die Ausstellung "Norddeutsche Realisten - Licht, Wetter, Weite" in der Galerie im Marstall in Ahrensburg (taz).
Architektur
Marcus Woeller besucht für die Welt das goldene Oval Office von Donald Trump, den neu dekorierten Cabinet Room und den mit Steinplatten bedeckten neuen Rosengarten.
Besprochen wird Johann Betz' Dokumentarfilm "Sep Ruf - Architekt der Moderne", der zur Zeit noch in der Mediathek von 3sat zu sehen ist (FAZ).
Besprochen wird Johann Betz' Dokumentarfilm "Sep Ruf - Architekt der Moderne", der zur Zeit noch in der Mediathek von 3sat zu sehen ist (FAZ).
Musik
Jazzlegende Eddie Palmieri ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war "eine Naturgewalt", schreibt Andrian Kreye in der SZ, "Kraftakte waren sein Markenzeichen" - wenn er am Flügel "mit festen Tastenhieben diese verzinkten Blockakkorde der Nuyorican Salsa aus dem Klangkörper schaufelte, konnte es einem schon mal in Beine und Unterleib schießen. ... 'Madman of Salsa' war der Spitzname, den sich Eddie Palmieri damals mit seinem frenetischen Spiel einhandelte. Da konnte es schon mal passieren, dass er die Tasten mit den Unterarmen traktierte und so die Cluster des Free Jazz mit der Präzision des Salsero in den Saal splittern ließ."
Von seinen Derwisch-Qualitäten an den Tasten kann man sich in dieser Live-Aufnahme überzeugen:
Auch Wolfgang Sandner erinnert sich in der FAZ an Klang gewordene Drastik: "Kopfgeburten waren diese Klänge nie, eher somatische Stimulanzien. ... Für Eddie Palmieri war das Klavier immer auch ein Schlagzeug. ... Selbst wenn er einmal auf vollgriffige Blockakkorde in beiden Händen verzichtete und Töne aneinanderreihte, kamen keine Perlenketten dabei heraus, eher Geräusche wie von Chain-Gangs auf der Flucht." Vor acht Jahren hatte er einen Auftritt in der schönen Tiny-Desk-Konzertreihe des NPR:
Angesichts der KI-Musik-Schwemme ist tazlerin Johanna Schmidt einigermaßen fassungslos, "wie unkritisch manch ein Musikjournalist mit der zusammengenerierten Musik umgeht, teilweise selbst immer wieder damit experimentiert und ganz begeistert ist. Wenn das der Weg der Wahl ist, dann wird man den Musikjournalismus bald auch in Anführungszeichen setzen können, denn wer könnte KI-Musik besser besprechen als eine KI? ... Zu Beginn des Jahres veröffentlichte Deezer, der einzige Streamingdienst, der KI-Songs explizit auch als diese ausweist, Zahlen dazu. 18 Prozent aller neu hochgeladenen Songs sind generiert. Das sind pro Tag mehr als 20.000. 20.000 Songs, die ohne Produktionskosten in die Welt geworfen werden und dem Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern gegenüberstehen, die selbst von ihrer Musik leben wollen, die Studios und Proberäume, Mixing und Mastering und vieles mehr bezahlen müssen."
Weitere Artikel: Christian Schachinger erklärt im Standard, wer die irische BDS-Band Kneecap ist, die auch schon mal eine Hamas-Flagge geschwenkt hat und auch ansonsten gerne daneben greift. Stefan Schickhaus spricht für die FR mit Lucas und Arthur Jussen. Matthieu Praun berichtet in der taz vom sorbischen Festvial Meta Solis in der Lausitz. "Subtil und präzise" nimmt der Deutschrapper Apache 207 in seinem neuen Video "Mann muss" toxische Männlichkeit aufs Korn, freut sich Majd El-Safadi in der FAZ.
Besprochen werden Steven Leckarts Eminem-Kinoporträt "Stans" (Welt), ein Konzert der Smashing Pumpkins in Berlin (Tsp) und die nach Auffinden der Mastertapes endlich offizielle Erstveröffentlichung der experimentellen Filmmusik von Tobe Hoopers Horrorfilmklassiker "The Texas Chain Saw Massacre" (tazler Benjamin Moldenhauer hat an diesem "Frontalangriff auf den Hörapparat" sehr viel Freude).
Von seinen Derwisch-Qualitäten an den Tasten kann man sich in dieser Live-Aufnahme überzeugen:
Auch Wolfgang Sandner erinnert sich in der FAZ an Klang gewordene Drastik: "Kopfgeburten waren diese Klänge nie, eher somatische Stimulanzien. ... Für Eddie Palmieri war das Klavier immer auch ein Schlagzeug. ... Selbst wenn er einmal auf vollgriffige Blockakkorde in beiden Händen verzichtete und Töne aneinanderreihte, kamen keine Perlenketten dabei heraus, eher Geräusche wie von Chain-Gangs auf der Flucht." Vor acht Jahren hatte er einen Auftritt in der schönen Tiny-Desk-Konzertreihe des NPR:
Angesichts der KI-Musik-Schwemme ist tazlerin Johanna Schmidt einigermaßen fassungslos, "wie unkritisch manch ein Musikjournalist mit der zusammengenerierten Musik umgeht, teilweise selbst immer wieder damit experimentiert und ganz begeistert ist. Wenn das der Weg der Wahl ist, dann wird man den Musikjournalismus bald auch in Anführungszeichen setzen können, denn wer könnte KI-Musik besser besprechen als eine KI? ... Zu Beginn des Jahres veröffentlichte Deezer, der einzige Streamingdienst, der KI-Songs explizit auch als diese ausweist, Zahlen dazu. 18 Prozent aller neu hochgeladenen Songs sind generiert. Das sind pro Tag mehr als 20.000. 20.000 Songs, die ohne Produktionskosten in die Welt geworfen werden und dem Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern gegenüberstehen, die selbst von ihrer Musik leben wollen, die Studios und Proberäume, Mixing und Mastering und vieles mehr bezahlen müssen."
Weitere Artikel: Christian Schachinger erklärt im Standard, wer die irische BDS-Band Kneecap ist, die auch schon mal eine Hamas-Flagge geschwenkt hat und auch ansonsten gerne daneben greift. Stefan Schickhaus spricht für die FR mit Lucas und Arthur Jussen. Matthieu Praun berichtet in der taz vom sorbischen Festvial Meta Solis in der Lausitz. "Subtil und präzise" nimmt der Deutschrapper Apache 207 in seinem neuen Video "Mann muss" toxische Männlichkeit aufs Korn, freut sich Majd El-Safadi in der FAZ.
Besprochen werden Steven Leckarts Eminem-Kinoporträt "Stans" (Welt), ein Konzert der Smashing Pumpkins in Berlin (Tsp) und die nach Auffinden der Mastertapes endlich offizielle Erstveröffentlichung der experimentellen Filmmusik von Tobe Hoopers Horrorfilmklassiker "The Texas Chain Saw Massacre" (tazler Benjamin Moldenhauer hat an diesem "Frontalangriff auf den Hörapparat" sehr viel Freude).
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