Efeu - Die Kulturrundschau
Das Cabrio als Pazifist
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17.04.2025. Siegfried Unseld hat seine NSDAP-Mitgliedschaft nicht verschwiegen, finden zwei Forscher aus Marbach für die FAZ heraus. Die Zeit hält an ihrem Blick auf die Sache fest und kritisiert sein späteres Schweigen. Die SZ blickt in der Bundeskunsthalle Bonn in die bis heute nachwirkenden Abgründe der Lebensreformbewegung, von denen deutsche Institutionen lieber nicht allzu viel wissen wollen. Die Filmkritiker erleben in Alex Garlands und Ray Mendozas "Warfare" den puren Krieg ganz ohne "weltdeuterisches Mackertum".
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
17.04.2025
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Literatur
Im FAZ-Kommentar runzelt Jürgen Kaube die Stirn angesichts des "Pathos", mit dem Adam Soboczynski den bisherigen Verlauf der Debatte um Siegfried Unselds NSDAP-Mitgliedschaft rügt (unser Resümee), und wundert sich darüber, wie "die Zeit bestrebt ist, ... einen 'Fall Unseld' zu machen", und sich dabei mitunter in Widersprüche verstrickt: "Ob Unseld verdrängt hat, wird sich mangels Zugang zu seinem Über-Ich schwer feststellen lassen. Ob er die NSDAP-Mitgliedschaft vergessen haben kann, ist wiederum eine Frage, die sich nicht nach Anteilen beantworten lässt: Ein wenig oder zu einem Drittel vergessen kann man so etwas ja nicht. Gleichwohl wird behauptet, Unseld habe seine Parteimitgliedschaft verdrängt. Zugleich soll sich aber die Energie seiner unermüdlichen Arbeit für den Suhrkamp-Verlag, der wie kein anderes Haus jüdische Autoren und Traditionen pflegte und 1990 den Jüdischen Verlag als Tochter integrierte, 'aus einer Art geheimem Schuldmotor' gespeist haben. Was denn nun, verdrängt, vergessen oder von Schuld angetrieben?"
Im Mittelpunkt der Debatte steht dabei weniger die Parteimitgliedschaft Unselds, sondern dessen späteres Beschweigen. Nun ist diesbezüglich ein neues Detail aufgetaucht: Dokumente des Landesarchivs Baden-Württemberg belegen, dass Unseld im Rahmen seines Spruchkammerverfahrens 1946 in Blaubeuren seine Parteimitgliedschaft angab, aber auch unterstrich, dass er sich wegen des Krieges in der Partei nicht engagieren konnte. Warum gab Unseld "nach diesem frühen Bekenntnis nie öffentlich Auskunft", fragen die Buchwissenschaftlerin Ulrike Anders und Jan Bürger vom Literaturarchiv Marbach in der FAZ. "Denkbar ist, dass er der Tatsache des Eintritts wenig Bedeutung beimaß, weil sie für ihn persönlich durch seine Einberufung zur Wehrmacht keinerlei Folgen mehr gehabt hatte. Denkbar ist auch, dass ihm die Brisanz seiner Parteimitgliedschaft von einem gewissen Zeitpunkt an sehr bewusst gewesen ist und er sie gerade deswegen verschwiegen hat. Schon als er sich im Sommer 1947 an der Tübinger Universität einschrieb, gab er zwar über seine hervorgehobene 'politische Betätigung' im Jungvolk Auskunft, nicht aber über seine Parteimitgliedschaft."
"Warum", fragen dazu in der Zeit der Historiker Thomas Gruber, der ebenda Unselds NSDAP-Mitgliedschaft ans Licht brachte, und der Historiker Armin Nolzen. Denn: "Eine Falschaussage war strafbedroht und hätte die Immatrikulation gefährdet. Unseld legte dem Gesuch den Einstellungsbeschluss der Spruchkammer Ulm bei. Nur eben nicht die zugrunde liegende Sachverhaltsschilderung, aus der seine Mitgliedschaft in der NSDAP hervorgegangen wäre. Blaubeuren lag in der amerikanischen, Tübingen in der französischen Zone. Der Informationsaustausch zwischen den Zonen funktionierte nur unzureichend. Gleichzeitig unterschieden sich die Spruchkammerverfahren, und die Franzosen hatten den Ruf einer restriktiveren Handhabung, wie jüngste Studien zur Universität Tübingen gezeigt haben. Für das Studium scheint der Einstellungsbeschluss wie ein Türöffner gewirkt zu haben; die Mitgliedschaft in der NSDAP, die möglicherweise Fragen aufgeworfen hätte, war verschwunden."
Der französische Premierminister François Bayrou hat gestern das Comité de soutien für Boualem Sansal empfangen:
Weitere Artikel: "Es ist gerade wieder Peter-Handke-Zeit", stöhnt Gerrit Bartels genervt im Tagesspiegel nach Handkes großem NZZ-Gespräch vor kurzem (unser Resümee) und noch mehr nach dem Gespräch, das der ORF nun nachgeschoben hat und in dem der Schriftsteller wieder viel Wirres von sich gegeben hat. Der Schriftsteller Tex Rubinowitz spaziert für den Standard durch Wien zur Praxis seines Therapeuten.
Besprochen werden Roberto Savianos "'Treue'. Liebe, Begehren und Verrat - die Frauen in der Mafia" (online nachgereicht von der FAZ), Joachim B. Schmidts "Osmann" (FR), Ken Krimsteins Comic "Einstein in Kafkaland" (FAZ.net), Thomas Meineckes "Odenwald" (FAZ) und Gesa Olkuszs "Die Sprache meines Bruders" (NZZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Im Mittelpunkt der Debatte steht dabei weniger die Parteimitgliedschaft Unselds, sondern dessen späteres Beschweigen. Nun ist diesbezüglich ein neues Detail aufgetaucht: Dokumente des Landesarchivs Baden-Württemberg belegen, dass Unseld im Rahmen seines Spruchkammerverfahrens 1946 in Blaubeuren seine Parteimitgliedschaft angab, aber auch unterstrich, dass er sich wegen des Krieges in der Partei nicht engagieren konnte. Warum gab Unseld "nach diesem frühen Bekenntnis nie öffentlich Auskunft", fragen die Buchwissenschaftlerin Ulrike Anders und Jan Bürger vom Literaturarchiv Marbach in der FAZ. "Denkbar ist, dass er der Tatsache des Eintritts wenig Bedeutung beimaß, weil sie für ihn persönlich durch seine Einberufung zur Wehrmacht keinerlei Folgen mehr gehabt hatte. Denkbar ist auch, dass ihm die Brisanz seiner Parteimitgliedschaft von einem gewissen Zeitpunkt an sehr bewusst gewesen ist und er sie gerade deswegen verschwiegen hat. Schon als er sich im Sommer 1947 an der Tübinger Universität einschrieb, gab er zwar über seine hervorgehobene 'politische Betätigung' im Jungvolk Auskunft, nicht aber über seine Parteimitgliedschaft."
"Warum", fragen dazu in der Zeit der Historiker Thomas Gruber, der ebenda Unselds NSDAP-Mitgliedschaft ans Licht brachte, und der Historiker Armin Nolzen. Denn: "Eine Falschaussage war strafbedroht und hätte die Immatrikulation gefährdet. Unseld legte dem Gesuch den Einstellungsbeschluss der Spruchkammer Ulm bei. Nur eben nicht die zugrunde liegende Sachverhaltsschilderung, aus der seine Mitgliedschaft in der NSDAP hervorgegangen wäre. Blaubeuren lag in der amerikanischen, Tübingen in der französischen Zone. Der Informationsaustausch zwischen den Zonen funktionierte nur unzureichend. Gleichzeitig unterschieden sich die Spruchkammerverfahren, und die Franzosen hatten den Ruf einer restriktiveren Handhabung, wie jüngste Studien zur Universität Tübingen gezeigt haben. Für das Studium scheint der Einstellungsbeschluss wie ein Türöffner gewirkt zu haben; die Mitgliedschaft in der NSDAP, die möglicherweise Fragen aufgeworfen hätte, war verschwunden."
Der französische Premierminister François Bayrou hat gestern das Comité de soutien für Boualem Sansal empfangen:
Merci @bayrou #Premierministre pour vos engagement et qualité d'écoute au triste anniversaire des 5 mois de séquestration de #BoualemSansal @CSoutienBS @StephaneRozes @XMDriencourt @Arnaud65Benedetti @KamelBencheikh8 pic.twitter.com/kmaoia00CB
- noelle lenoir (@noellelenoir) April 17, 2025
Weitere Artikel: "Es ist gerade wieder Peter-Handke-Zeit", stöhnt Gerrit Bartels genervt im Tagesspiegel nach Handkes großem NZZ-Gespräch vor kurzem (unser Resümee) und noch mehr nach dem Gespräch, das der ORF nun nachgeschoben hat und in dem der Schriftsteller wieder viel Wirres von sich gegeben hat. Der Schriftsteller Tex Rubinowitz spaziert für den Standard durch Wien zur Praxis seines Therapeuten.
Besprochen werden Roberto Savianos "'Treue'. Liebe, Begehren und Verrat - die Frauen in der Mafia" (online nachgereicht von der FAZ), Joachim B. Schmidts "Osmann" (FR), Ken Krimsteins Comic "Einstein in Kafkaland" (FAZ.net), Thomas Meineckes "Odenwald" (FAZ) und Gesa Olkuszs "Die Sprache meines Bruders" (NZZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Film

Nachdem Alex Garland mit "Civil War" (unsere Kritik) im vergangenen Kinojahr sich bereits einen US-amerikanischen Bürgerkrieg in der Zukunft ausgemalt hat, kehrt er (mit Co-Regisseur Ray Mendoza, auf dessen Erinnerungen der Film basiert) in "Warfare" erneut zum Genre des Kriegsfilms zurück. Diesmal geht es um die Vergangenheit, um ein Scharmützel im Irak des Jahres 2006. "Anders als "Civil War" verzichtet dieser Film "auf weltdeuterisches Mackertum", schreibt Perlentaucher Lukas Foerster. Zu sehen sind "hochgerüstete, hochspezialisierte Kämpfer im Zustand der Hilflosigkeit. ... Anders als einst Filme von Regisseuren wie William Wellman oder Sam Fuller taugt 'Warfare' kaum als Medium demokratischer Selbstverständigung. Fragen nach Sinn und Unsinn einer Institution wie der Armee, nach den Zwängen, die sie Individuen antut, nach der ethischen Verantwortung des einzelnen Soldaten, stellen sich bei Mendoza und Garland gar nicht erst. Aber vielleicht würde man mit solchen Ansprüchen dem Kino der Gegenwart, das realer Komplexität allzu oft mit rein intellektuellen Überlegenheitsgesten begegnet, zu viel zumuten. Vielleicht ist es nicht das Schlechteste, wenn es ab und zu den Basics zurückkehrt."
Dieser "Film ist schwere Kost", pflichtet Jan Küveler in der Welt bei. "Aber in der Zuspitzung und Intensität fast schon Pflichtstoff für eine Gesellschaft, die zunehmend über Kriegseinsätze diskutiert." Was Garland hier erzählt, ist "nichts als der pure Krieg", schreibt Axel Timo Purr auf Artechock: "Wir wohnen in unseren Kinosesseln einer sachlichen Angelegenheit bei. Krieg als Arbeit. Es gibt nicht ein ideologisch geprägtes Wort, kein Narrativ über den Feind oder den Freund, kein Reflektieren über die Nation oder den Soldaten, das Ich, Familie oder Zweifel. Nur die Angst und der Angstschweiß sind da. Aber das gehört zur Arbeit, die hier verrichtet wird."
Weitere Artikel: Elmar Krekeler porträtiert in der Welt die Schauspielerin Julia Jentsch, die aktuell in Frédéric Hambaleks (von uns, auf Artechock und in der FR besprochener) Komödie "Was Marielle Weiß" zu sehen ist. Dass Cate Blanchett kürzlich in einem Interview laut darüber nachgedacht hat, mit der Schauspielerei aufzuhören, beschäftigt Andreas Scheiner (NZZ) und Andreas Kilb (FAZ).
Besprochen werden Dag Johan Haugeruds "Oslo Stories: Liebe" (taz, Artechock, Standard, mehr zum Film bereits hier), Raoul Pecks Dokumentarfilm "Ernest Cole: Lost and Found" (taz, Freitag), Ryan Cooglers Vampirfilm "Blood & Sinners" (FR) und die Apple-Serie "The Studio" (FAZ). Außerdem blicken Tagesspiegel und Filmdienst auf die wichtigsten Kinostarts der Woche.
Design
Die Autoästhetik der Gegenwart ist eine einzige Niedergangsgeschichte, seufzt Gerhard Matzig in der SZ: Alle kaufen sich SUVs und ähnliche Ungetüme, aber das Cabrio als elegante Form und Ausdruck eines sommerlichen Dolce Vita müsste man mittlerweile unter Artenschutz stellen. "Das Cabrio ist ein Opfer der funktionalistischen Zweckdienlichkeit (kein Platz, außer für ein kinderloses Liebespaar samt Picknickkorb), der Vollkasko-Mentalität delirierender Sicherheitsnormen, der Panorama-Schiebedächer, die zu den titanischen Flachbildschirmen daheim passen, der Elektrifizierung und des stupiden SUV-Siegeszugs. Elon Musk sagt von seinem dystopischen Cybertruck, man könne damit alle anderen Fahrzeuge plattmachen. Cabrios sind insofern Pazifisten."
Kunst

Dem Anspruch, die ganze Bandbreite der Lebensreform-Bewegung abzubilden, kann auch die Ausstellung "Para-Moderne" in der Bonner Bundeskunsthalle nicht gerecht werden, räumt Alexander Menden in der SZ ein. Ein großes Verdienst der Schau aber ist, dass sie neben Werken von Klimt, Kirchner oder Kupka und Verweisen auf berühmte Anhänger wie Hermann Hesse auch die Kehrseite der Bewegung auf dem Monte Verità in den Blick nimmt: "So wird das an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtete Streben nach Gesundheit in einer Zeit vor der Entdeckung von Antibiotika konterkariert durch eine homöopathische Esoterik, deren Erbe bis heute in der Ablehnung von Schulmedizin und Impfskepsis spürbar ist. ... Esoterik ist es denn auch, die, gepaart mit völkischen Tendenzen, schließlich in noch tiefere Abgründe führt. Gerade der intensive Körperkult, der im 'Lichtgebet' betitelten, blond gelockten Akt des Malers Fidus seinen emblematischen Ausdruck fand, sollte sich als Einfallstor für rassenideologische und eugenische Ideen erweisen."
In einem weiteren Artikel in der SZ zeichnet Peter Richter nicht nur nach, wie jener Fidus genannte Jugenstilkünstler Hugo Höppener, dessen Bilder unter anderem eine an Hakenkreuzen reiche Esoterik verbreiteten, in kalifornischen Kommunen gefeiert wurde. Richter erinnert auch daran, wie schwer sich die Deutschen mit dem ambivalenten Erbe der Lebensreformbewegung tun. So wollte der Kulturhistoriker Janos Frecot seinen umfangreichen Nachlass dazu deutschen Staats- oder Universitätsbibliotheken vermachen, aber: "keine hat sich rangetraut ... Keine einzige. Die schiere Angst vor den politischen Kontaminationen des Materials ist spektakulär. Als wäre das von deutschen Institutionen oder deutschen Gehirnen irgendwie prinzipiell nicht verarbeitbar, dass auf demselben Sachgebiet halt einerseits der Bio-Supermarkt wurzelt, anderseits aber auch rechtsdrehendes Blut-und-Bodenturnen. Am Ende hat stattdessen die Universitätsbibliothek von Stanford zugeschlagen."
Weitere Artikel: Nicholas Potter, der Journalist, der von Aktivisten bedroht wird, weil er sich auf die Seite Israels stellt (mehr im heutigen 9Punkt), porträtiert in der taz die streng jüdisch orthodoxe Jerusalemer Galeristin Noa Lea Cohn, deren Art Shelter Gallery bislang der einzige Raum für bildende Kunst für die ultraorthodoxe Community Haredim ist - und die Pate für die derzeit auf Arte verfügbare Serie "Shtisel" stand. In der FAZ huldigt Paul Ingendaay der Schönheit von Rogier van der Weydens "Kreuzabnahme" im Prado in Madrid.
Besprochen werden die Ayoung Kim-Ausstellung "Many Worlds Over" im Hamburger Bahnhof (taz), die Ausstellung "Mit Trümmern Träume bauen", die sich dem Wiederaufbau in Deutschland nach 1945 widmet, in der Kommunalen Galerie Berlin (taz) und die Ausstellung "Unsichtbare Arbeit" im Polnischen Institut in Berlin (Tsp).
Bühne
Es ist genau der richtige Zeitpunkt für Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker, sich mit dieser Saison aus dem Festspielhaus Baden Baden zu verabschieden, klang nach vielen Höhepunkten die aktuelle Neuproduktion von Puccinis "Madama Butterfly" doch schon ein wenig routiniert, meint Christian Wildenhagen in der NZZ. Auch die Inszenierung von Davide Livermore geht nicht auf, obwohl sich der Regisseur eine Rahmenhandlung einfallen lässt, in der sich Butterflys Sohn in Japan auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt, seufzt Wildenhagen: "Gemeinsam mit der alt gewordenen Dienerin Suzuki erlebt er die wahre Geschichte seiner Mutter, die von seinem Yankee-Vater bloß zur Triebbefriedigung benutzt wird und aus Verzweiflung darüber am Ende der Oper das rituelle Seppuku vollzieht. Daraus hätte sich einiges machen lassen. Aber Livermore schreckt, wie leider häufig, vor genau der Zuspitzung zurück, durch die es auch für die Zuschauer schmerzhaft werden könnte."
Weitere Artikel: Im Tsp-Interview mit Markus Ehrenberg spricht Regisseurin Lydia Ziemke, deren Stück "geRecht 2" heute am Theater Aufbau Kreuzberg mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle Premiere feiert, über Migration, Gewalt und Justiz. In der FAZ gratuliert Wiebke Hüster dem schwedischen Choreographen Mats Ek zum Achtzigsten.
Weitere Artikel: Im Tsp-Interview mit Markus Ehrenberg spricht Regisseurin Lydia Ziemke, deren Stück "geRecht 2" heute am Theater Aufbau Kreuzberg mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle Premiere feiert, über Migration, Gewalt und Justiz. In der FAZ gratuliert Wiebke Hüster dem schwedischen Choreographen Mats Ek zum Achtzigsten.
Musik
Das große Spiegel-Porträt über Teodor Currentzis liefert im Großen und Ganzen eigentlich nur more of the same, was es über den griechisch-russischen Dirigenten eh schon seit Jahren zu lesen gibt, kommentiert Hartmut Welscher in VAN. "Über die Ukraine spricht Currentzis auch im Spiegel nicht, sondern lieber über sein eigenes Befinden in den letzten drei Jahren seit Kriegsausbruch. Kritische Nachfragen hat der Dirigent dabei auch hier nicht zu befürchten. So bleibt ungeklärt, was zum Beispiel sein zur Schau getragener Vulgärrelativismus ('Ich weiß nicht, wo die richtige Seite der Geschichte sein soll. Mein Navigator kann sie nicht finden') in Bezug auf den Ukraine-Krieg konkret bedeutet. ... In Bezug auf sich selbst ist die Täter-Opfer-Frage für Currentzis geklärter: Er ist das Opfer, die 'Cancel Culture' der Täter." Dabei "ist Currentzis mit seinem Schweigen bisher ganz gut gefahren. Als Machtmensch weiß er, was man ihm in Russland bietet, und woanders nicht. Zum Beispiel ein eigenes Konzerthaus."
Weiteres: Lotte Thaler blickt für die FAZ auf aktuelle Entwicklungen im Freiburger Chorstreit. Besprochen wird DJ Hells und Jonathan Meeses gemeinsames Album "Gesamtklärwerk Deutschland", das tazlerin Hilka Dirks sehr "erschöpfend" findet.
Weiteres: Lotte Thaler blickt für die FAZ auf aktuelle Entwicklungen im Freiburger Chorstreit. Besprochen wird DJ Hells und Jonathan Meeses gemeinsames Album "Gesamtklärwerk Deutschland", das tazlerin Hilka Dirks sehr "erschöpfend" findet.
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