Efeu - Die Kulturrundschau
Eruptionen aus einem skeptischen Hirn
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
06.02.2025. Der Guardian lässt sich in der Tate St. Yves von den knubbeligen Würsten der britischen Surrealistin Ithell Colquhoun hypnotisieren. Die Zeit erlebt die Granden der österreichischen Literatur im Schockzustand. Für die nachtkritik wirft die ukrainische Kulturjournalistin Olena Myashko einen Blick auf das ukrainische Theater zwischen Weltflucht und Kriegsfolgen. Der Perlentaucher feiert mit Arne Körner die vielen Leben des Dieter Kuhlbrodt. Und die NZZ zieht sich mit FKA Twigs in die Kapsel des eigenen Körpers zurück.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
06.02.2025
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Kunst

Aus der Gruppe der britischen Surrealisten wurde die in Indien geborene Malerin Ithell Colquhoun ausgeschlossen, weil sie Mitglied im okkulten Orden der magischen Morgenröte wurde, der auch Nähe zur Eugenik aufwies, weiß Jonathan Jones im Guardian. Man muss Colquhouns spätere okkulte Arbeiten nicht mögen, aber ihr surrealistisches Werk, vor allem ihre Decalcomanien, verströmt eine geradezu hypnotisch sinnliche Energie, staunt Jones in der aktuellen Ausstellung "Between worlds" in der Tate St. Yves: "In ihrem Gemälde 'Scylla' von 1938 ragen zwei Felszinnen aus einem grünblauen, durchscheinenden Meer - nur sind diese geologischen Formationen nicht aus Stein, sondern aus Fleisch. Knubbelige rosa Würste verflechten sich zu hoch aufragenden Säulen. Ihre Spitzen sind abgerundet wie die Enden zweier erigierter Penisse - das ist die künstlerische Absicht, nicht meine schmutzige Tagträumerei. Colquhoun sitzt, wie sie sagte, in der Badewanne und betrachtet ihre eigenen Schenkel. Zwischen ihnen sprießt eine rote Koralle als Schamhaar. Ein spitz zulaufendes Boot steuert auf die Öffnung zu."
Anlässlich der großen Caspar-David-Friedrich-Schau im New Yorker Metropolitan Museum of Modern Art, erinnert Hanno Rauterberg in der Zeit daran, dass der Romantiker in den USA keinesfalls auf viel Gegenliebe stößt. Schon nach der Wende wurde Friedrich gezeigt, damals befanden die Kritiker, Friedrich sei "hoffnungslos überschätzt, schrecklich verdüstert sei dessen Kunst und derart todesgetrieben, als hätte sich hier, im Dunst seines Zwielichts, schon der deutsche Vernichtungsdrang, der Hitlerismus, vorbereitet. Es gebe in diesen Bildern eine 'Lust an der Selbstaufopferung, die das geistige Schmiermittel des Krieges ist', befand der Kritiker Peter Schjeldahl." Auch heute, so legt die Historikerin Cordula Grewe im Katalog nahe, lasse sich Friedrichs Werk von der Rezeption durch die Nazis nicht ganz trennen. Aber auch: "aktivistischen Kreisen erscheint heute vor allem Der Wanderer über dem Nebelmeer als imperialistische Galionsfigur, ein weißer Mann, fein gekleidet, also reich, erhebt sich über alles und alle - als gehörte ihm die Welt."
Weitere Artikel: Viel zu lange wurde der Fotograf Kilian Breier nicht ausgestellt, seufzt Christian Schröder (Tagesspiegel), der sich umso mehr freut, dass die Berliner Alfred Ehrhardt Stiftung dem Avantgardisten nun die Schau "Abstrakt Konkret - Materie, Licht und Form" widmet. Zu entdecken ist ein subjektiver Fotograf, dessen Werke sich der Malerei nähern, so Schröder: "Wälder wirken undurchdringlich und unheimlich, das Licht ist hinter hoch aufragenden Baumstämmen und Baumkronen, in denen das Laub zu rascheln scheint, beinahe verschwunden. Surrealistische Märchen könnten dort spielen."
Besprochen werden eine Ausstellung des queeren, nonbinären, schwarzen Künstlers Precious Okoyomon im Kunsthaus Bregenz, die Schau "Nordlichter" in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel (FAZ, mehr hier) und die Ausstellung "Der Kiosk - Die Insel" des Leipziger Malers Titus Schade in der Berliner Galerie Eigen+Art (Berliner Zeitung)
Literatur
Kickl ante portas! Volker Weidermann schreibt für die Zeit ein Stimmungsbild der österreichischen Literatur kurz vor der nicht unwahrscheinlichen Regierungsübernahme durch die FPÖ. Getroffen hat er dafür in Wien Elfriede Jelinek, Barbi Marković, Julia Jost, Toxische Pommes und den Literatur-, TV- und Kino-Allrounder David Schalko. "Die meisten, denen man in diesen Tagen in Wien begegnet, scheinen noch in einer Art Schockzustand zu sein. In einem Stadium des Unglaubens, dass die gemäßigten Parteien wirklich in all ihrer Blindheit und Verantwortungslosigkeit der FPÖ die Macht sozusagen schenken. 'Wir leben in Österreich längst in einem großen Ibizavideo', sagt David Schalko. ... Österreich, kurz vor Kickls Kanzlerschaft. Jahrzehntelang als Gefahr beschworen. Und jetzt? 'Ist es den Leuten nicht inzwischen völlig egal?', fragt Schalko. Und antwortet sich selbst: 'Der Wunsch, an die stumpfsinnigen Märchen der FPÖ zu glauben, ist größer, als von der dreckigen und verkommenen Realität dieser Partei etwas wissen zu wollen. Man will, dass es knallt. Und die anderen stehen betroppt daneben und erstarren im Schockzustand, wünschen sich geistig auf einen 'Zauberberg', um dort, abgeschottet von der Realität, ihrer Erschöpfung und Depression nachzugeben.'"
25 Jahre Perlentaucher! Und wir wollen von den Literaturkritikern wissen: "Welches waren für Sie die fünf prägendsten Bücher der deutschsprachigen Literatur seit 2000?" In unserer Reihe (hier der Überblick mit allen Beiträgen) antwortet heute Lothar Müller. Er nennt Bücher von Lutz Seiler, Marcel Beyer, Frank Witzel, Dorothee Elmiger und Anne Weber - allesamt "Bücher, die mich als Einsatzpunkte eigenwilliger Autorschaft beeindruckt haben. An Seiler schätzt er die zu Poesie gewordene "Generationserfahrung" in der DDR, an Witzel wie dieser die alte BRD "abgründiger und unheimlicher" wiederkehren lässt. Bei Elmiger schätzt er die "Spannung, die zwischen den Polen Essay und Erzählen entsteht", und an Weber ihre "quecksilbrige Erzählerinnenstimme". Und mit Beyer dringt er tief vor in "die alten Flöze, die Geologie, Mineralogie und Literatur verbinden".
Besprochen werden Zach Williams' "Es werden schöne Tage kommen" (SZ, unserer Vorwort), Antonia Kühns Comic "Aufblasbare Eltern" (FAZ.net), Édouard Louis' "Monique bricht aus" (Welt), Ričardas Gavelis' "Vilnius Poker" (Tsp), Andrew O'Hagans "Caledonian Road" (FR), Christoph Martin Wielands "Geschichte des Prinzen Biribinker" (Standard), Jens Natters Comic "Der Kopf der Hanse" (Tsp), Sebastian Barrys "Jenseits aller Zeit" (FAZ) und Bela B. Felsenheimers "Fun" (Zeit). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
25 Jahre Perlentaucher! Und wir wollen von den Literaturkritikern wissen: "Welches waren für Sie die fünf prägendsten Bücher der deutschsprachigen Literatur seit 2000?" In unserer Reihe (hier der Überblick mit allen Beiträgen) antwortet heute Lothar Müller. Er nennt Bücher von Lutz Seiler, Marcel Beyer, Frank Witzel, Dorothee Elmiger und Anne Weber - allesamt "Bücher, die mich als Einsatzpunkte eigenwilliger Autorschaft beeindruckt haben. An Seiler schätzt er die zu Poesie gewordene "Generationserfahrung" in der DDR, an Witzel wie dieser die alte BRD "abgründiger und unheimlicher" wiederkehren lässt. Bei Elmiger schätzt er die "Spannung, die zwischen den Polen Essay und Erzählen entsteht", und an Weber ihre "quecksilbrige Erzählerinnenstimme". Und mit Beyer dringt er tief vor in "die alten Flöze, die Geologie, Mineralogie und Literatur verbinden".Besprochen werden Zach Williams' "Es werden schöne Tage kommen" (SZ, unserer Vorwort), Antonia Kühns Comic "Aufblasbare Eltern" (FAZ.net), Édouard Louis' "Monique bricht aus" (Welt), Ričardas Gavelis' "Vilnius Poker" (Tsp), Andrew O'Hagans "Caledonian Road" (FR), Christoph Martin Wielands "Geschichte des Prinzen Biribinker" (Standard), Jens Natters Comic "Der Kopf der Hanse" (Tsp), Sebastian Barrys "Jenseits aller Zeit" (FAZ) und Bela B. Felsenheimers "Fun" (Zeit). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Film

Dietrich Kuhlbrodt hat für drei oder mehr gelebt und tut das noch immer, schwärmt Thomas Groh im Perlentaucher nach Arne Körners Porträtfilm "Nonkonform": Der heute 92-jährige war Filmkritiker, Oberstaatsanwalt, Volksbühnen-Schauspieler und in den Splatter-Undergroundmovies von Christoph Schlingensief mitunter Nazi, mitunter kettensägenschwingender Massenmörder, während er in den Fünfzigern und Sechzigern noch als Staatsanwalt Nazis auf die Schliche kam. "Das alles und noch viel mehr plaudert sich in 'Nonkonform' so nebenbei weg. Lapidar, jovial, jung - ohne Pathos und Roten Teppich. Dieser Film hätte eine schlimm ehrwürdige Hommage werden können - "Unser Dietrich!" -, zum Glück ist er das nicht geworden, sondern adäquat locker, verspielt, nah dran. Hohles Pathos bitte nicht bei Kuhlbrodt, dafür ist er viel zu sehr Spielkind geblieben, gerade in der alten Bundesrepublik, die insbesondere in ihren jungen Jahren vor allem das Lebensmodell 'Frühvergreisung' vorsah. Am Ende von 'Nonkonform' sehen wir Kuhlbrodt im Techno-Club, inmitten junger Leute." Weitere Besprechungen in Filmdienst und taz.
Außerdem: Anne Schumacher berichtet in der FAZ vom Filmfestival in Göteborg. Besprochen werden Drew Hancocks Science-Fiction-Horror-Thriller "Companion" (Perlentaucher, FR, SZ), Johan Grimonprez' Essayfilm "Soundtrack to a Coup d'Etat" über die Ermordung des kongolesischen Premiers Patrice Lumumba im Jahr 1961 (Freitag, taz, Zeit), Pablo Larraíns "Maria" mit Angelina Jolie als Maria Callas (taz, FR, Welt, mehr dazu hier und dort), Claude Barras' Stopmotion-Animationsfilm "Ma vie de Courgette" (NZZ), die DVD-Ausgabe von Ingemo Engströms "Flucht in den Norden" nach Klaus Mann aus dem Jahr 1985 mit Katharina Thalbach (taz) und der Dokumentarfilm "Im Schatten der Träume" über den Komponisten Michael Jary und den Texter Bruno Balz, die unter anderem für Zarah Leander geschrieben haben (Welt, queer.de). Außerdem werfen Tagesspiegel und Filmdienst einen Blick auf die aktuellen Kinostarts.
Architektur
Auch wenn Mossul angesichts der vielen getöteten und geflohenen Menschen nie wieder sein wird, was es einmal war, ist es eine gute Nachricht, die Unesco-Generalsekretärin Audrey Azoulay gestern verkünden konnte, freut sich Moritz Baumstieger in der SZ: Nach sechs Jahren sind einige der Wahrzeichen in der Altstadt wieder aufgebaut worden. "Der Wiederaufbau der Nuri-Moschee, bei dem 45 000 Originalziegel verwendet werden konnten, der Wiederaufbau der gleich daneben liegenden Kirchen al-Tahira und Unserer Lieben Frau, die Restaurierung alter Handelshäuser im Zentrum ist fast abgeschlossen. Insgesamt 115 Millionen Dollar hat die Unesco dafür einsammeln können, die größten Summen spendeten die Europäische Union und die Vereinigten Arabischen Emirate, 7700 Menschen konnte durch den Wiederaufbau in den vergangenen sechs Jahren Arbeit gegeben werden."
Bühne

Knapp drei Jahre nach Kriegsbeginn sendet die ukrainische Kulturjournalistin Olena Myashko der nachtkritik einen sehr lesenswerten Theaterbrief aus der Ukraine, in dem sie erzählt, wie viele ukrainische Theatermacherschaffende inzwischen im Ausland leben oder dass nicht wenige Theater aufgelöst werden mussten. Die meisten männlichen Theatermacher wurden zudem eingezogen, und doch boomen einige Stücke, "die die Themen der aktuellen Politik oder des Krieges ausblenden, die auf eine Art ästhetisches Vergessen abzielen und dennoch (oder gerade deswegen) eine enorme Publikumsnachfrage produzieren. (...) Andere Produktionen erkennen die Notwendigkeit, das Wesen der Gewalt zu untersuchen, von der die Gesellschaft durch den Krieg gegenwärtig dauernd umgeben ist. Eine genauere Betrachtung persönlicher Traumata unternimmt aktuell in 'Othello' von Oksana Dmitrieva das Kyiver Left-Bank-Theater und in einer weiteren Othello-Variation von David Petrosyan auch das National Lesya Ukrainka Theater. Beide Stücke zeigen den Titelhelden jeweils als PTBS-geplagten Soldaten, der Gewalt nicht nur erlitten hat, sondern auch ausübt. Mit gebrochenen Figuren wie diesen wird nicht nur ein Gegenbild zur öffentlichen Heroisierung der Soldaten (etwa in Fernsehshows) gezeichnet, sondern implizit auch die Frage aufgeworfen, wie die ukrainische Gesellschaft mit dieser Art Kriegsfolgen künftig überhaupt umgehen kann. (Nach Angaben des Ministeriums für Veteranenangelegenheiten wird es nach der Beendigung der Militäroperationen in der Ukraine schätzungsweise 6 Millionen Kriegsveteranen geben)."
Weitere Artikel: Für die taz wirft Katrin Bettina Müller einen Blick auf die Website des Freelance Dance Ensemble Berlin, für die sich etwa 300 Beteiligte der Berliner Tanzszene zusammengeschlossen haben, um zu erzählen, was die Kürzungen in der Berliner Kulturförderung für sie bedeuten. Zudem fand unter dem Titel 'Tanz Macht Berlin' der letzte Samstagnachmittag in der Akademie der Künste eine Veranstaltung statt, bei der vierzehn Tanzakteure Joe Chialo unter anderem damit konfrontierten, dass nur 3 Prozent des Kulturetats in den Tanz geht. In der NZZ porträtiert Dorothea Walchshäusl den albanischen Tenor Saimir Pirgu, der aktuell als Renato Des Grieux in Puccinis Oper "Manon Lescaut" auf der Bühne des Opernhauses Zürich steht.
Besprochen werden David Hermanns Inszenierung der Oper "Guercœur" von Albéric Magnard an der Oper Frankfurt (VAN, mehr hier) und Dagmar Manzels Inszenierung von Engelbert Humperndincks "Hänsel und Gretel" an der Komischen Oper Berlin (VAN).
Musik
NZZ-Kritiker Ueli Bernays lässt sich von FKA Twigs auf deren neuen Album "Eusexua" in eine düster-selbsttherapeutische Welt glückseligen Begehrens entführen: "Der Körper ist eine beengende Kapsel in einer feindseligen Welt, in der FKA Twigs ungute Erfahrungen gesammelt hat." Aber der Musikerin gelingt es "Leben und Leiden in faszinierenden Klangbildern aufzuarbeiten. In ihrer Musik verwandeln sich sinnliche Impulse scheinbar ungefiltert in Worte und Sounds. Die zumeist kurzen, prägnanten Lyrics nehmen sich tatsächlich aus wie kleine Eruptionen aus einem skeptischen Hirn. Die Harmonien schweben als wolkige Schlieren über dem Magnetfeld der Seele. Und die bald flirrenden, bald rauschenden Beats tönen, als würde eine Rhythmusmaschine über Herzfrequenzen und Atmung gesteuert. ... Dabei geht es fast buchstäblich darum, das verquälte Ego aus seinen verhärtenden Schalen zu klopfen - damit es sich öffnet für orgiastische Erfahrungen."
Jan Tölva singt in der Jungle World ein Loblied auf Punk als Jugendkultur - und ist genervt davon, dass in der Literatur Punk immer nur als Heldengeschichte aus Perspektive der Macher, aber selten aus der Perspektive von vor der Bühne erzählt wird: "Millionen von Kids überall auf der Welt haben im Lauf der Jahre in Hardcore und Punk einen sozialen Ort gefunden, an dem sie sie selbst sein konnten mit all ihren Fehlern. Einen Ort, an dem es okay war, ein 'Heimkind' (Cretins) zu sein oder zu den 'schwulen Säuen, dreckigen Zecken und genialen Krüppeln' (Muff Potter) zu gehören. Das ist die Superpower des Punk. ... Heute sind Hardcore und Punk vielfältiger und vielschichtiger denn je. Ähnlich wie in den Achtzigern in Spanien und Lateinamerika Bands gegen die Diktatur in ihrem jeweiligen Land ansangen, gehören heute in Indonesien oder auf den Philippinen Hardcore und Punk fest zur Subkultur der außerparlamentarischen Linken, die sich der jeweiligen autoritären Regierung entgegenstellt."
Weiteres: Lotte Thaler resümiert in der FAZ das Kammermusik-Festival "Mizmorim" in Basel, wo in diesem Jahr die Arbeiten jüdischer Komponisten im Vordergrund standen. Thomas Blum ist in der Jungle World sehr genervt von Moses Pelham, der auf seinem Abschiedsalbum auch mit den Böhsen Onkelz und Xavier Naidoo trällert. Jens Balzer hat in der Zeit viel Freude an Jaden Smiths Garderobe bei der Grammy-Verleihung: Der Musiker, Schauspieler und Will-Smith-Sohn trug ein von Dora Abodi gestaltetes, schwarzes Gruselhaus als Kopfbedeckung. Frederik Hanssen vom Tagesspiegel kann damit leben, wenn beim klassischen Konzert auch mal zwischen den Sätzen geklatscht wird. Helene Slancar stellt im Standard die Nachwuchs-Popstars Sabrina Carpenter, Gracie Abrams und Beabadoobee vor. Christian Schachinger erinnert im Standard an Bob Marley, der heute vor 80 Jahren geboren wurde. Besprochen wird ein Beethoven-Konzert in Frankfurt von Igor Levit (FR).
Jan Tölva singt in der Jungle World ein Loblied auf Punk als Jugendkultur - und ist genervt davon, dass in der Literatur Punk immer nur als Heldengeschichte aus Perspektive der Macher, aber selten aus der Perspektive von vor der Bühne erzählt wird: "Millionen von Kids überall auf der Welt haben im Lauf der Jahre in Hardcore und Punk einen sozialen Ort gefunden, an dem sie sie selbst sein konnten mit all ihren Fehlern. Einen Ort, an dem es okay war, ein 'Heimkind' (Cretins) zu sein oder zu den 'schwulen Säuen, dreckigen Zecken und genialen Krüppeln' (Muff Potter) zu gehören. Das ist die Superpower des Punk. ... Heute sind Hardcore und Punk vielfältiger und vielschichtiger denn je. Ähnlich wie in den Achtzigern in Spanien und Lateinamerika Bands gegen die Diktatur in ihrem jeweiligen Land ansangen, gehören heute in Indonesien oder auf den Philippinen Hardcore und Punk fest zur Subkultur der außerparlamentarischen Linken, die sich der jeweiligen autoritären Regierung entgegenstellt."
Weiteres: Lotte Thaler resümiert in der FAZ das Kammermusik-Festival "Mizmorim" in Basel, wo in diesem Jahr die Arbeiten jüdischer Komponisten im Vordergrund standen. Thomas Blum ist in der Jungle World sehr genervt von Moses Pelham, der auf seinem Abschiedsalbum auch mit den Böhsen Onkelz und Xavier Naidoo trällert. Jens Balzer hat in der Zeit viel Freude an Jaden Smiths Garderobe bei der Grammy-Verleihung: Der Musiker, Schauspieler und Will-Smith-Sohn trug ein von Dora Abodi gestaltetes, schwarzes Gruselhaus als Kopfbedeckung. Frederik Hanssen vom Tagesspiegel kann damit leben, wenn beim klassischen Konzert auch mal zwischen den Sätzen geklatscht wird. Helene Slancar stellt im Standard die Nachwuchs-Popstars Sabrina Carpenter, Gracie Abrams und Beabadoobee vor. Christian Schachinger erinnert im Standard an Bob Marley, der heute vor 80 Jahren geboren wurde. Besprochen wird ein Beethoven-Konzert in Frankfurt von Igor Levit (FR).
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