Efeu - Die Kulturrundschau
Das ganz große Kreischpotenzial
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
22.01.2025. Die Feuilletons reagieren verhalten auf das diesjährige Programm der Berlinale: Zu wenige Stars, mutmaßt der Tagesspiegel. Aber eine vielfältige Filmauswahl, freut sich der Filmdienst. Die FAZ überkommt in einer Erfurter Ausstellung mit Venedig-Bildern von Friedrich Nerly schlimmstes Italien-Fernweh. Außerdem freut sie sich darüber, dass Silvia Costas Inszenierung von Karlheinz Stockhausens "Licht"-Zyklus an der Oper Lille in Zeiten beschworener maskuliner Energien das Weibliche feiert. Die GEMA verklagt den Musikgenerator Suno, weil er Dieter Bohlens Schreckensprojekt "Modern Talking" perfekt kopiert, staunt die SZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
22.01.2025
finden Sie hier
Kunst

Bild: © Angermuseum Erfurt / D. Urban
Kaum ein Maler hat unser Venedig-Bild so geprägt wie der gleichwohl heute weitgehend unbekannte Friedrich Nerly, erläutert Stefan Trinks in der FAZ. Nerlys ikonische Nachtbilder der Lagunenstadt haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben - und eine dem Maler gewidmete Ausstellung im Erfurter Angermuseum macht es nun möglich, sein Werk noch einmal neu und umfassend zu erschließen. Trinks findet: Es lohnt sich. "Schreitet man nun auf der linken Wand an den von Rom aus besuchten Orten Olevano und Subiaco entlang und vollendet den Rundgang auf der rechten Wand mit Neapel, Capri und Sorrent, packt einen unwillkürlich schlimmstes Italienfernweh. Durch die hohe Kunst der 'Ölstudien', die als meist nicht verkauftes Arbeitsgrundlage für künftige Bilder im Atelier hingen, doch vor Ort in einer Art Vorimpressionismus-Pleinair auf Malpappe oder Täfelchen hingeworfen wurden, konnte Nerly das unverwechselbare Licht des Südens so festhalten, wie es eine Stunde später schon nicht mehr zu sehen gewesen wäre."
"'Und wie Sie sehen, sehen Sie nichts', das geflügelte Wort des legendären TV-Showmasters Hans-Joachim Kulenkampff taugt als Motto für die Gruppenschau 'After Images' in der Berliner Julia Stoschek Foundation", so Jens Hinrichsen im Tagesspiegel. Gezeigt werden Arbeiten, die das in der Kunst nach wie vor allgegenwärtige Primat des Visuellen in Frage stellen. "Eine einzige Bilderstürmerei, das Ganze. Von Giovanna Repetto, die Handspiegel mit Filzstift dicht gemalt hat, dass sie nichts widerspiegeln, über Rosa Barba, die einen blanken Filmstreifen durch einen Projektor laufen lässt, bis zu Theresa Baumgartner, bei der Glühlampen zu Signalgebern für Morsecodes mutieren."
Außerdem: In der taz rekonstruiert Bettina Maria Brosowsky die kurze Geschichte des Kunsthauses Göttingen, das 2021 seine Pforten öffnete, nun aber bereits wieder schließen musste. Claus Richter gratuliert für monopol Jeff Koons zum 70. In der NZZ bespricht Franz Zelger ein Buch David Schmidhausers über Schweizer Landschaftsmalerei.
Besprochen werden die Ausstellung "inside-out / outside-in" mit Werken des Fotografen Götz Diergarten in der Frankfurter Gallerie Sillem (FR) und die Schau "HELMA: Traumwelten" in der Berliner Galerie Poll (taz Berlin).
Film
Die Berlinale hat ihren Wettbewerb bekannt gegeben. Die neue Leiterin Tricia Tuttle steht bei ihrem ersten Jahrgang "vor ähnlichen Problemen wie ihre Vorgänger", seufzt David Steinitz in der SZ: Fast keine großen Namen - sowohl, was die Filmkunst betrifft, aber auch den Glam auf dem Roten Teppich. "Das muss nicht heißen, dass die Filmauswahl schlecht ist", doch "nach einem A-Festival, das die Berlinale ja ist und sein will, fühlt sich das Programm nur bedingt an." Auf "das ganz große Kreischpotenzial" stößt tazler Tim Caspar Boehme eher im Nebenprogramm, wo Superstar Timothée Chalamet im Bob-Dylan-Biopic "The Complete Unknown" zu sehen ist, das für den Wettbewerb nicht infrage kommt, weil es keine Weltpremiere darstellt.
"Mit der Wahl für die ehemalige Leiterin des umtriebigen London Film Festival ging auch die Hoffnung einher, wieder mehr Stars nach Berlin zu locken", schreibt Andreas Busche im Tagesspiegel mit nun allerdings ernüchtertem Blick auf dieses Programm. Immerhin: "Mit dem amerikanischen Regisseur Richard Linklater, zuletzt 2014 mit 'Boyhood' auf der Berlinale vertreten, kehrt ein alter Bekannter zurück, Ethan Hawke und Margaret Qualley spielen die Hauptrollen in seinem Musik-Biopic 'Blue Moon' über den Broadway-Komponisten Lorenz Hart. Die ehemaligen Preisträger Radu Jude, der 2021 den Goldenen Bären mit 'Bad Luck Banging or Loony Porn' gewann, und Stammgast Hong Sangsoo sind ebenfalls mit neuen Filmen im Wettbewerb vertreten."
Marius Nobach vom Filmdienst sieht die Problempunkte, zeigt sich aber dennoch hoffnungsvoll: "Die Auswahl des Wettbewerbs lässt sich als interessant bis unkalkulierbar bezeichnen", aber vielleicht könnte er auch "Entdeckungen bereithalten, die noch niemand auf der Rechnung hat". Außerdem fällt Nobach "die Bandbreite der Genres" auf: "Neben Beziehungs- und Gesellschaftsdramen legen die Filmankündigungen auch Abstecher in Thriller, Fantasy, Science-Fiction und Epos nahe."
Weitere Artikel: Wolfgang Hamdorf spricht für den Filmdienst mit dem mexikanischen Regisseur Alonso Ruizpalacios über dessen Gastronomie-Drama "La Cocina". Die Agenturen melden, dass der französische Autorenfilmer Bertrand Blier gestorben ist. Besprochen werden Morgan Nevilles mit Lego-Figuren gestaltetes Biopic über Pharrell Williams (FAZ, SZ), Matthieu Delaportes und Alexandre de La Patellières Neuverfilmung von "Der Graf von Monte Christo" (taz) und die Apple-Serie "Prime Finder" (taz).
"Mit der Wahl für die ehemalige Leiterin des umtriebigen London Film Festival ging auch die Hoffnung einher, wieder mehr Stars nach Berlin zu locken", schreibt Andreas Busche im Tagesspiegel mit nun allerdings ernüchtertem Blick auf dieses Programm. Immerhin: "Mit dem amerikanischen Regisseur Richard Linklater, zuletzt 2014 mit 'Boyhood' auf der Berlinale vertreten, kehrt ein alter Bekannter zurück, Ethan Hawke und Margaret Qualley spielen die Hauptrollen in seinem Musik-Biopic 'Blue Moon' über den Broadway-Komponisten Lorenz Hart. Die ehemaligen Preisträger Radu Jude, der 2021 den Goldenen Bären mit 'Bad Luck Banging or Loony Porn' gewann, und Stammgast Hong Sangsoo sind ebenfalls mit neuen Filmen im Wettbewerb vertreten."
Marius Nobach vom Filmdienst sieht die Problempunkte, zeigt sich aber dennoch hoffnungsvoll: "Die Auswahl des Wettbewerbs lässt sich als interessant bis unkalkulierbar bezeichnen", aber vielleicht könnte er auch "Entdeckungen bereithalten, die noch niemand auf der Rechnung hat". Außerdem fällt Nobach "die Bandbreite der Genres" auf: "Neben Beziehungs- und Gesellschaftsdramen legen die Filmankündigungen auch Abstecher in Thriller, Fantasy, Science-Fiction und Epos nahe."
Weitere Artikel: Wolfgang Hamdorf spricht für den Filmdienst mit dem mexikanischen Regisseur Alonso Ruizpalacios über dessen Gastronomie-Drama "La Cocina". Die Agenturen melden, dass der französische Autorenfilmer Bertrand Blier gestorben ist. Besprochen werden Morgan Nevilles mit Lego-Figuren gestaltetes Biopic über Pharrell Williams (FAZ, SZ), Matthieu Delaportes und Alexandre de La Patellières Neuverfilmung von "Der Graf von Monte Christo" (taz) und die Apple-Serie "Prime Finder" (taz).
Bühne

Scènes de 'Montag aus Licht' - Karlheinz Stockhausen, Première CE SOIR Opéra de Lille © Hervé Escario
Nicht den gesamten, alle sieben Wochentage umfassenden "Licht"-Zyklus Karlheinz Stockhausens bringen Regisseurin Silvia Costa und das von Maxime Pascal geleitete Ensemble "Le Balcon" derzeit in der Opéra de Lille auf die Bühne; aber immerhin einen halben "Montag". Holger Noltze hat sich die Vorführung für die FAZ angesehen und ist, bei Kritik im Detail, doch beeindruckt vom Mut der Unternehmung: "Ein wenig Glaubensbereitschaft gehört schon dazu, und wer sich mit dem Weiblichkeitsbild der Gebärenden schwertut, ist für das aufs Kosmisch-Essenzielle zielende Erleuchtungs-Projekt verloren. Den Versuch sollte es aber wert sein, achtzehn Jahre nach dem Tod des Komponisten und soweit möglich jenseits von Orthodoxien, mit der Sympathie für einen auf die Grenzen des Möglichen zielenden Weg aus den Betriebsroutinen der Oper." Vielleicht ja auch eine Anstrengung zur rechten Zeit. Denn "wo der Meta-Chef Mark Zuckerberg gerade ernsthaft wieder mehr 'maskuline Energien' fordert, erscheint diese Feier des Weiblichen von brennender Aktualität."
Gut amüsiert hat sich Standard-Autorin Sofia Teresa Müller im Wiener Theater Bronski & Grünberg mit Kaja Dymnicki und Alexander Pschills Kriminalkomödie "Höllenangst". Lose an Nestroy-Motiven entlang wird ein haarsträubender Mörderspuk um einen charmanten Privatkommissar in Szene gesetzt: "Die allgegenwärtige Angst spiegelt sich in der klaustrophobischen Stimmung wider, die durch eine schlichte, aber eindrucksvolle Bühne mit antiken Möbeln eines düsteren Wohnzimmers entsteht. Die Erzählung ist reich gespickt mit slapstickartiger Komik und Wortspielen sowie schrulligen Sounds. (...) Der absurde Plot, der Elemente aus Wiener Varieté und geheimnisvollen Paktverhandlungen mit der Unterwelt miteinander verknüpft, erinnert an ein wildes Mosaik. Mit jedem Szenenwechsel - von der grotesken Darstellung eines korrupten Arztes bis hin zu surrealen Momenten, in denen eine Wurst als Tatwaffe dient - wird die Verwicklung dichter."
Außerdem: Albrecht Selge verabschiedet sich auf VAN von der umstrittenen "Tristan und Isolde"-Inszenierung Graham Vicks an der Deutschen Oper Berlin.
Literatur
David Hinzmann erklärt in Frankfurter Allgemeine Quarterly, was es mit der in Norwegen idyllisch im Wald gelegenen, von der schottischen Künstlerin Katie Paterson konzipierten Future Library auf sich hat, in der seit 2014 jedes Jahr eine Autorin oder ein Autor einen eigens dafür verfassten Text hinterlegt und sich dazu verpflichtet, sämtliche weiteren Kopien des Textes zu vernichten, sodass im Jahr 2114 nach 100 Jahren strikter Geheimhaltung eine große Offenlegung stattfinden kann (unsere Resümees dazu aus den letzten Jahren). Zur jährlichen Übergabe-Zeremonie kommen mittlerweile einige hundert Menschen, erfahren wir. "Paterson hat für sich und ihre Zeitgenossen etwas geschaffen, das unsere eigene Sterblichkeit überdauert. In diesem Sinne ist die Future Library ein Ersatzangebot für die transzendental Obdachlosen unserer säkularisierten Welt. Die Handover Ceremony der Future Library ist die Fortführung von kirchlichen Bräuchen unter weltlichen Vorzeichen. ... Dass sich diese neue Art von Gemeinschaft abermals um eine Schrift versammelt, ist vielleicht nur eine Koinzidenz. Sympathisch ist es allemal. Schließlich ist der Inhalt der Bücher unbekannt. Unter den Manuskripten könnten sich auch Einkaufszettel, Gebrauchsanweisungen oder Pamphlete befinden."
Weiteres: Der Schriftsteller Daniel de Roulet besteht, nachdem Recherchen der Welt seine Täterschaft jüngst in Zweifel zogen, auch weiterhin darauf, in den Siebzigern ein Feriendomizil von Axel Springer in Brand gesteckt zu haben, wie er es 2006 in einem Buch beschrieben hat, berichtet Roman Bucheli in der NZZ.
Besprochen werden unter anderem Han Kangs "Unmöglicher Abschied" (FR), Julia Schochs "Wild nach einem wilden Traum" (NZZ), eine in New York und im Netz stattfindende Ausstellung über Bücher, die es nur in Büchern gibt (FR), Thomas Pigors "La Groete - Sag nicht Kleinkunst" (online nachgereicht von der FAZ), Cheon Myeong-kwans "Eine Bumerangfamilie" (FAZ) und Maja Lundeas "Für immer" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Und die FAZ bringt ein Gedicht von Durs Grünbein zu Trumps Amtseinführung:
"Ein Goldenes Zeitalter versprach
der neue Präsident (der alte)
und blickte finster in die Rotunde ..."
Weiteres: Der Schriftsteller Daniel de Roulet besteht, nachdem Recherchen der Welt seine Täterschaft jüngst in Zweifel zogen, auch weiterhin darauf, in den Siebzigern ein Feriendomizil von Axel Springer in Brand gesteckt zu haben, wie er es 2006 in einem Buch beschrieben hat, berichtet Roman Bucheli in der NZZ.
Besprochen werden unter anderem Han Kangs "Unmöglicher Abschied" (FR), Julia Schochs "Wild nach einem wilden Traum" (NZZ), eine in New York und im Netz stattfindende Ausstellung über Bücher, die es nur in Büchern gibt (FR), Thomas Pigors "La Groete - Sag nicht Kleinkunst" (online nachgereicht von der FAZ), Cheon Myeong-kwans "Eine Bumerangfamilie" (FAZ) und Maja Lundeas "Für immer" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Und die FAZ bringt ein Gedicht von Durs Grünbein zu Trumps Amtseinführung:
"Ein Goldenes Zeitalter versprach
der neue Präsident (der alte)
und blickte finster in die Rotunde ..."
Musik
Die GEMA verklagt den KI-Musikgenerator Suno, weil sie es für erwiesen ansieht, dass der US-Anbieter nur deshalb so verblüffend gute Ergebnisse vorlegen kann, weil unter seiner Motorhaube Millionen von urheberrechtlich geschützten Songs durchanalysiert werden. Als Beweis dient unter anderem eine nahezu Eins-zu-Eins-Kopie, die Suno nach entsprechenden Prompts von Dieter Bohlens 80er-Schreckensprojekt Modern Talking ausgespuckt hat. Und "die bohrende Kälte, dieses DIN-Norm-Kalkulierte, hat sie vehement gut getroffen", staunt Jakob Biazza in der SZ. "Man stellt sich das Emotionszentrum von Dieter Bohlen ja seit jeher wie einen vom jungen Bret Easton Ellis erdachten Kryo-Folterraum vor, in dem sich die Seelenwärme von null auf die Trockeneis-Wohlfühltemperatur von minus 78 Grad herunterdimmen lässt. Und das ist in der Suno-Version von 'You're My Heart, You're My Soul' exzellent erhalten."
Irritiert blickt der lettische, in der Sowjetunion zum Star gewordene Geiger Gidon Kremer im SZ-Gespräch mit Helmut Mauró auf die russische Gegenwart. In Russland will er heute nicht mehr spielen, sagt er. Für einstige Weggefährten hat er vor allem Unverständnis: "Ich verstehe die Entscheidung einer großen, international erfolgreichen Pianistin nicht, die immer zu meinem Freundeskreis gehört hat und seit 40 Jahren in Wien lebt, nun ein Konzert in St. Petersburg zu spielen. ... Wir haben uns das als junge Leute nicht so klargemacht, aber wenn die Sowjetunion uns zu Wettbewerben geschickt hat, dann waren wir die Vertreter der Politik der Sowjetunion. Genauso wie die Sportler. Mit unserer Präsenz und unserer Kunst wurden wir unmittelbar zu Verteidigern des Regimes." Unter Kollegen in Russland spürt er "die Anpassung. ... Wer versucht, im Schritt mit den Machthabern zu gehen, reitet auf dem Pferd des Patriotismus, obwohl er vor allem selbst begünstigt sein will. Jeder entscheidet sein Schicksal, welche Sätze er benutzt, um sich zu rechtfertigen. Ob dahinter gefährliche Absichten sind oder nicht: Es ist immer ein Kompromiss."
Außerdem: Manuel Brug porträtiert für die Welt den Popmusiker Jacob Collier. Die Agenturen melden, dass der Keyboarder Garth Hudson von Bob Dylans Begleitband The Band gestorben ist. Besprochen werden das neue Album von Mogwai (Standard), Oliver Augsts und Marcel Daemgens Album "1945 Before/After" (FR), ein neues Album von Ex-Vöid (Standard) und weitere neue Popveröffentlichungen, darunter Neil Youngs neuer Song "Big Change" (Standard).
Irritiert blickt der lettische, in der Sowjetunion zum Star gewordene Geiger Gidon Kremer im SZ-Gespräch mit Helmut Mauró auf die russische Gegenwart. In Russland will er heute nicht mehr spielen, sagt er. Für einstige Weggefährten hat er vor allem Unverständnis: "Ich verstehe die Entscheidung einer großen, international erfolgreichen Pianistin nicht, die immer zu meinem Freundeskreis gehört hat und seit 40 Jahren in Wien lebt, nun ein Konzert in St. Petersburg zu spielen. ... Wir haben uns das als junge Leute nicht so klargemacht, aber wenn die Sowjetunion uns zu Wettbewerben geschickt hat, dann waren wir die Vertreter der Politik der Sowjetunion. Genauso wie die Sportler. Mit unserer Präsenz und unserer Kunst wurden wir unmittelbar zu Verteidigern des Regimes." Unter Kollegen in Russland spürt er "die Anpassung. ... Wer versucht, im Schritt mit den Machthabern zu gehen, reitet auf dem Pferd des Patriotismus, obwohl er vor allem selbst begünstigt sein will. Jeder entscheidet sein Schicksal, welche Sätze er benutzt, um sich zu rechtfertigen. Ob dahinter gefährliche Absichten sind oder nicht: Es ist immer ein Kompromiss."
Außerdem: Manuel Brug porträtiert für die Welt den Popmusiker Jacob Collier. Die Agenturen melden, dass der Keyboarder Garth Hudson von Bob Dylans Begleitband The Band gestorben ist. Besprochen werden das neue Album von Mogwai (Standard), Oliver Augsts und Marcel Daemgens Album "1945 Before/After" (FR), ein neues Album von Ex-Vöid (Standard) und weitere neue Popveröffentlichungen, darunter Neil Youngs neuer Song "Big Change" (Standard).
Kommentieren



