Efeu - Die Kulturrundschau
Ein alles andere als gemütlicher Platz
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30.07.2024. Der Tagesspiegel pilgert in die Berliner St. Matthäus-Kirche, um in bester Fluxus-Manier Reliquien zu zerstören. Die FAZ feiert mit einer monumentalen Kandinsky-Ausstellung die Neueröffnung der einstigen "Hermitage Amsterdam" nach der Trennung vom Mutterhaus in Sankt Petersburg. In der NZZ beklagt Bernd Buder den stillen Boykott noch der diversesten israelischen Filmszene. Die SZ ist dankbar, dass bei der Neuauflage von Romeo Castelluccis "Don Giovanni" in Salzburg diesmal nur die Puppen kopulieren. Die taz bezweifelt, dass Berlin eine Internationale Bauausstellung stemmen kann. Und alle trauern um Edna O'Brien, die große Chronistin irischen Lebens.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
30.07.2024
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Kunst

Christiane Meixner (Tagesspiegel) ist ganz hingerissen: Weitgehend unbekannt war ihr die Berliner Sammlung Archivio Conz, die, benannt nach dem 2010 verstorbenen Sammler Francesco Conz, mehrere tausend Fluxus-Kunstwerke beherbergt. Die chaotische Sammlung gehört heute einem privaten Unternehmer, der sie seit 2016 aufarbeiten lässt, so Meixner, die eine Auswahl unter dem Titel "Holy Fluxus" ausgerechnet in der Berliner St. Matthäus-Kirche sieht: "Man vergisst glatt, dass dies eine Kirche ist. Im Längsraum von St. Matthäus am Berliner Kulturforum steht jetzt ein langer Tisch, Predigten finden am Herd statt. Sämtliche Stühle orientieren sich statt zum Altar zu der monumentalen Tafel im Raum, auf der sich Kunst von Daniel Spoerri, Emmet Williams, Alison Knowles oder Yoko Ono ausbreitet. (…) Ihre aktuelle Auswahl von 200 Highlights mischt konkrete Poesie mit Partituren und Arbeiten, die sich ohne größeren Respekt dem Fetisch künstlerischer wie kirchlicher Herkunft widmen. Reliquien werden produziert und zerstört, es gibt Aufrufe zum Widerstand gegen alles, Konventionen interessieren ohnehin nicht."

Gelungener Neustart, freut sich Kerstin Schweighöfer in der FAZ: Nach dem die ehemalige "Hermitage Amsterdam" ihre Verbindungen zum Mutterhaus in Sankt Petersburg abgebrochen hatte und mit "H'ART" einen neuen Namen fand, wurden mit dem British Museum in London, dem Smithsonian American Art Museum in Washington und dem Pariser Centre Pompidou auch neue Partner gefunden. Letzteres stellt dem Haus nun für die Ausstellung zur Neueröffnung mehr als die Hälfte seiner 120 Kandinsky-Gemälde zur Verfügung, und die Kritikerin lässt sich gern ein auf eine Reise durch fünf Zeitspannen: "Zu Beginn die figurativen Arbeiten, die während Kandinskys Reisen durch Europa und Nordafrika entstanden, darunter selten gezeigte Ansichten von Rotterdam oder Scheveningen, die von einem Hollandaufenthalt 1904 zeugen. Dann die Jahre in Bayern, wo er als Mitbegründer der Künstlergruppe 'Blauer Reiter' zur Abstraktion fand und farbenprächtige Werke wie 'Improvisation III' oder 'Mit dem schwarzen Bogen' entstanden. Es folgen die Rückkehr nach Russland während des Ersten Weltkriegs, die Bauhaus-Zeit und schließlich die letzten Lebensjahre in Paris. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt die Rekonstruktion des Empfangssaals für eine Ausstellung in Berlin, der 'Juryfreien Kunstschau' 1922."
Besprochen wird außerdem die Ausstellung "Careers by Design - Hendrick Goltzius & Peter Paul Rubens" in der Staatlichen Graphischen Sammlung München in der Pinakothek der Moderne (Tsp).
Literatur
Die Feuilletons trauern um die irische Schriftstellerin Edna O'Brien. Mit ihrer auf "The Country Girls" von 1960 fußenden, autobiografisch grundierten Romantrilogie wurde sie schlagartig berühmt: O'Brien "erzählt von den Sehnsüchten Caithleen Bradys und Bridget Brennans, zweier Mädchen aus der irischen Provinz, die ein unabhängiges Leben in der Großstadt suchen", schreibt Alexander Menden in der SZ. "Das war skandalös im Irland der frühen Sechzigerjahre. 'England hatte die Beatles,' sagte ihr Schriftsteller-Kollege Colm Tóibín, 'Irland hatte Edna O'Brien.'" Doch "wollte sie keine Skandalnudel sein, sondern eine Chronistin irischen Lebens, besonders des Lebens von Frauen in der irischen Provinz, mit all seinen Herausforderungen, Widersprüchen und Fallstricken. ... So wie Wilde sich in die Dekadenz geflüchtet hatte, Shaw in den Rationalismus und Joyce in den Symbolismus, so fand Edna O'Brien ihren alles andere als gemütlichen Platz in der Rolle der von restriktiven Konventionen befreiten Kommentatorin der irischen Republik."
Und das mit Erfolg, schreibt Gina Thomas in der FAZ: "In ihrer irischen Heimat hat Edna O'Brien ihre literarische Karriere als Verschmähte begonnen. Sie endete mit dem Empfang der höchsten Ehren des Staates. ... Dieser Stimmungswechsel spiegelt die stille, aber dramatische Revolution, die Irland aus den patriarchalisch-repressiven Fängen der heuchlerischen und autokratischen katholischen Kirche befreit und von einer rückständigen Gesellschaft am Rande Europas in eine liberale, säkulare Republik verwandelt hat. Edna O'Brien hat zu diesem Wandel beigetragen." Typisch für sie waren "eine lyrisch geprägte Sprache, die Liebe für den Rhythmus und den Klang nebeneinandergesetzter Wörter", schreibt Marion Löhndorf in der NZZ. "Bis zu einem gewissen Grad verdankte sich Edna O'Briens Erfolg dem Zeitgeist und der wachsenden feministischen Bewegung. Ihre Bücher, in denen sensible Frauen zu Opfern unnachgiebiger Männer werden, trafen den Nerv jener Jahre. Zur Galionsfigur der Feministinnen wurde sie allerdings nie. 'Sie glauben, dass ich mich zu sehr mit altmodischen Themen wie Liebe und Sehnsucht befasse', vertraute sie der amerikanischen Literaturzeitschrift Paris Review an."
Weitere Artikel: In der Geschichte der Gegenwart denkt Claudia Benthien über die "postdigitale Buchlyrik" von Daniel Falb nach. Jan Brachmann schreibt in der FAZ zum Tod des Lyrikers Uwe Grüning. Besprochen werden unter anderem Marion Messinas "Die Entblößten" (NZZ), Wytske Versteegs "Die goldene Stunde" (taz) und Rainer Grießhammers "Alles wird gut - nur anders" (FAZ).
Und das mit Erfolg, schreibt Gina Thomas in der FAZ: "In ihrer irischen Heimat hat Edna O'Brien ihre literarische Karriere als Verschmähte begonnen. Sie endete mit dem Empfang der höchsten Ehren des Staates. ... Dieser Stimmungswechsel spiegelt die stille, aber dramatische Revolution, die Irland aus den patriarchalisch-repressiven Fängen der heuchlerischen und autokratischen katholischen Kirche befreit und von einer rückständigen Gesellschaft am Rande Europas in eine liberale, säkulare Republik verwandelt hat. Edna O'Brien hat zu diesem Wandel beigetragen." Typisch für sie waren "eine lyrisch geprägte Sprache, die Liebe für den Rhythmus und den Klang nebeneinandergesetzter Wörter", schreibt Marion Löhndorf in der NZZ. "Bis zu einem gewissen Grad verdankte sich Edna O'Briens Erfolg dem Zeitgeist und der wachsenden feministischen Bewegung. Ihre Bücher, in denen sensible Frauen zu Opfern unnachgiebiger Männer werden, trafen den Nerv jener Jahre. Zur Galionsfigur der Feministinnen wurde sie allerdings nie. 'Sie glauben, dass ich mich zu sehr mit altmodischen Themen wie Liebe und Sehnsucht befasse', vertraute sie der amerikanischen Literaturzeitschrift Paris Review an."
Weitere Artikel: In der Geschichte der Gegenwart denkt Claudia Benthien über die "postdigitale Buchlyrik" von Daniel Falb nach. Jan Brachmann schreibt in der FAZ zum Tod des Lyrikers Uwe Grüning. Besprochen werden unter anderem Marion Messinas "Die Entblößten" (NZZ), Wytske Versteegs "Die goldene Stunde" (taz) und Rainer Grießhammers "Alles wird gut - nur anders" (FAZ).
Film
Bernd Buder, Co-Direktor des Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg, berichtet in der NZZ vom Jerusalem Film Festival, wo er auf eine gleich in mehrfacher Hinsicht vor einer Zerreißprobe stehende Filmszene traf: Die einen fordern dazu auf, das Leid in Gaza filmisch anzuprangern, die anderen fürchten eine Reform der Filmförderung, die künftig laue Komödien statt kritischer Filme begünstigen könnte, sowie das Ausbleiben von Co-Produktionen mit dem Ausland. Außerdem sieht sich die Szene "einem stillen Boykott vieler internationaler Filmfestivals gegenüber. Von dort, wo man bisher stolz auf queere und andere Filme war, die die faszinierende Diversität der israelischen Gesellschaft zeigen, hagelt es Absagen. Plötzlich gilt eine der international kreativsten Filmlandschaften als künstlerisch nicht mehr up to date, passen israelische Beiträge nicht mehr ins Programm. So agieren viele internationale Festivals am Rande des Antisemitismus."
Weitere Artikel: Im Standard spricht Valerie Dirk mit den iranischen Filmemachern Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha über deren Film "Ein kleines Stück vom Kuchen" (unsere Kritik). Tilman Schumacher und Kamil Moll liefern auf critic.de Notizen zu ihren Entdeckungen beim diesjährigen Terza-Visione-Festival in Frankfurt, das auf den italienischen Genrefilm spezialisiert ist. Wieland Freund ist in der Welt gespannt auf die zweite Staffel der im Tolkien-Universum angesiedelten Amazon-Serie "Die Ringe der Macht", die im Trailer immerhin einen Auftritt der von Tolkien-Fans in den jüngsten Filmadaptionen schmerzlich vermissten Figur des Tom Bombadil verspricht. Dietmar Dath philosophiert in der FAZ eher kryptisch-informationstheoretisch über KI und Film.
Besprochen werden Jasmin Herolds und Michael David Beamishs Dokumentarfilm "The Gate - Ein Leben lang im Krieg" über eine US-amerikanische Militäreinrichtung in Utah (taz), die vom ZDF online gestellte Komödie "Alles gelogen" mit Bastian Pastewka (FAZ), die von Arte online gestellte, dreiteilige BBC-Dokumentation "Geheimdienste im Kalten Krieg" (Tsp), Roland Emmerichs auf Amazon gezeigte Gladiatoren-Serie "Those About to Die" (taz), Jordan Scotts "Berlin Nobody" (SZ) und eine Aufführung von H. K. Breslauers Stummfilm "Die Stadt ohne Juden" aus dem Jahr 1924 bei den Salzburger Festspielen (FR, Standard).
Weitere Artikel: Im Standard spricht Valerie Dirk mit den iranischen Filmemachern Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha über deren Film "Ein kleines Stück vom Kuchen" (unsere Kritik). Tilman Schumacher und Kamil Moll liefern auf critic.de Notizen zu ihren Entdeckungen beim diesjährigen Terza-Visione-Festival in Frankfurt, das auf den italienischen Genrefilm spezialisiert ist. Wieland Freund ist in der Welt gespannt auf die zweite Staffel der im Tolkien-Universum angesiedelten Amazon-Serie "Die Ringe der Macht", die im Trailer immerhin einen Auftritt der von Tolkien-Fans in den jüngsten Filmadaptionen schmerzlich vermissten Figur des Tom Bombadil verspricht. Dietmar Dath philosophiert in der FAZ eher kryptisch-informationstheoretisch über KI und Film.
Besprochen werden Jasmin Herolds und Michael David Beamishs Dokumentarfilm "The Gate - Ein Leben lang im Krieg" über eine US-amerikanische Militäreinrichtung in Utah (taz), die vom ZDF online gestellte Komödie "Alles gelogen" mit Bastian Pastewka (FAZ), die von Arte online gestellte, dreiteilige BBC-Dokumentation "Geheimdienste im Kalten Krieg" (Tsp), Roland Emmerichs auf Amazon gezeigte Gladiatoren-Serie "Those About to Die" (taz), Jordan Scotts "Berlin Nobody" (SZ) und eine Aufführung von H. K. Breslauers Stummfilm "Die Stadt ohne Juden" aus dem Jahr 1924 bei den Salzburger Festspielen (FR, Standard).
Musik
Volker Hagedorn schreibt auf Zeit Online einen Nachruf auf Wolfgang Rihm (weitere Nachrufe hier). Im taz-Gespräch mit Dagmar Leischow erklärt die deutschghanaische Soulsängerin Y'akoto, warum sie über Zwischenstation in Paris nach Ghana ausgewandert ist. Valérie Catil stellt in der taz die Elevator Boys vor, die als TikTok-Phänomen bekannt wurden und jetzt eine Musikkarriere anstreben. Besprochen wird ein Brahms- und Mendelssohn-Konzert der von Herbert Blomstedt dirigierten Wiener Philharmoniker bei den Salzburger Festspielen (Standard).
Und Portugal trägt Trauer: Die Fado-Sängerin Misia ist im Alter von 69 Jahren gestorben, melden die Agenturen.
Und Portugal trägt Trauer: Die Fado-Sängerin Misia ist im Alter von 69 Jahren gestorben, melden die Agenturen.
Architektur
Nach 1957 und 1984/87 will Berlin dem Senat zufolge eine weitere Internationale Bauausstellung (IBA) veranstalten, vermutlich in den 2030er Jahren, meldet Johannes Novy (taz), skeptisch bei so viel Willen zur Stadtentwicklung: "Das liegt nicht zuletzt an der Ambivalenz der 'festivalisierten Stadtpolitik', wie sie etwa der Berliner Soziologe Hartmut Häußermann in den 1990er Jahren ausmachte: Ausufernde Kosten, mangelnde Nachhaltigkeit, Nebenwirkungen wie Gentrifizierung sowie die Konzentration auf Einzelprojekte und oberflächliche Effekte anstatt ganzheitlicher Entwicklung und einer echten Auseinandersetzung mit tiefergehenden städtischen Problemen sind einige der gängigen Vorbehalte. Nun ist eine Bauausstellung keine Olympiade, viele der genannten Herausforderungen bleiben jedoch bestehen - und es kommen andere, spezifische hinzu. ... Die Hauptstadt sieht sich zwar gerne als Vorreiter innovativer Stadtentwicklung, hinkt aber, was die Umsetzung angeht, im internationalen Vergleich seit Jahren hinterher. Und so sehr man es sich wünschte: diese Kluft mit einer IBA zu schließen, wird kein Selbstläufer."
Weitere Artikel: Ebenfalls in der taz singen Darius Ossami und Andreas Hergeth ein Loblied auf das in den 1970er Jahren entstandene DDR-Hochhausquartier im Berliner Ortsteil Fennpfuhl, die erste zusammenhängende Plattenbau-Großsiedlung der DDR: "Mit seiner Kombination aus Wohnhäusern, sozialer Infrastruktur und öffentlichem Raum könnte der Fennpfuhl auch ein Beispiel für die städtebaulichen Herausforderungen der Gegenwart sein. Von 1972 an entstanden hier über 15.000 Wohnungen."
Besprochen wird die Ausstellung "La fontaine des Innocents - Histoire d'un chef-d'œuvre parisien" im Pariser Musée Carnavalet (FAZ).
Weitere Artikel: Ebenfalls in der taz singen Darius Ossami und Andreas Hergeth ein Loblied auf das in den 1970er Jahren entstandene DDR-Hochhausquartier im Berliner Ortsteil Fennpfuhl, die erste zusammenhängende Plattenbau-Großsiedlung der DDR: "Mit seiner Kombination aus Wohnhäusern, sozialer Infrastruktur und öffentlichem Raum könnte der Fennpfuhl auch ein Beispiel für die städtebaulichen Herausforderungen der Gegenwart sein. Von 1972 an entstanden hier über 15.000 Wohnungen."
Besprochen wird die Ausstellung "La fontaine des Innocents - Histoire d'un chef-d'œuvre parisien" im Pariser Musée Carnavalet (FAZ).
Bühne

Es braucht offenbar schon die Kombination aus Romeo Castellucci und Teodor Currentzis, um die Theaterkritiker in dieser Saison nochmal zum Jubeln zu bringen: Castellucci durfte seine 2021 bereits gezeigte Skandal-Inszenierung (unsere Resümees) von Mozarts "Don Giovanni" noch einmal auf die Bühne der Salzburger Festspiele bringen, er setzt wieder auf das Dirigat von Currentzis, verzichtet aber auf den nackten Don Giovanni, freut sich Helmut Mauro in der SZ angesichts der so "eleganten wie stringenten" Inszenierung: "Die Nacktheit ist nun reduziert, was sinnvoll ist, wenn sie von Wichtigem ablenkt. Fellatio und Kopulation werden von kleinen Puppen im Hintergrund vollführt, man kann das übersehen, es bleiben noch genug aufschlussreiche Bildeinfälle. Manche verblüffen oder gefallen so sehr, dass man den intellektuellen Unterbau nicht gleich wahrnimmt oder sich mit der bildgewaltigen Erzähloberfläche, der von Currentzis so lebendig akzentuierten Musik zufriedengibt. Dazu kommen ja noch gesangliche Höhepunkte, darunter der - neu im Ensemble - wunderbar lyrische Tenor Julian Prégardien als Don Ottavio oder Federica Lombardi als Donna Elvira und Nadezhda Pavlova als Donna Anna."
Im Standard kann sich Ljubiša Tošić zwar weder der "Endlosfolge von Fantasiepointen" noch Currentzis' auf Extreme setzendem Dirigat entziehen, den zweiten Akt aber findet er "uninspiriert": "Als wären ihm Ausstattungsbudget und Ideen ausgegangen, zerfällt der Akt in Einzelteile, wirkt wie eine Nummernrevue mit Massenformationen von Frauen, die sich stetig umgruppieren."
Weitere Artikel: Der Amerikaner Richard Siegal wird nach Goyo Montero 2025 Ballettdirektor am Staatstheater Nürnberg, freut sich Dorion Weickmann in der SZ: "Mit Siegals Verpflichtung haben der Generalintendant Jens-Daniel Herzog und die Stadt einen Coup gelandet: Die Choreografien des 56-Jährigen bestechen mit Rasanz und virtuoser Bewegungssprache, ohne deshalb inhaltliche Abstriche zu machen. Statt Schönheit als schieren Selbstzweck auszustellen, markieren sie gesellschaftliche und künstlerische Systemfragen." Für die NZZ singt Bernd Noack eine Hymne auf Philipp Hochmair, den aktuellen "Jedermann", "der längst verglichen wird mit den berühmten Vorgängern Curd Jürgens, Klaus Maria Brandauer oder Peter Simonischek."
Besprochen werden außerdem eine Vorführung des hundert Jahre alten Films "Die Stadt ohne Juden" mit Olga Neuwirths Musik bei den Salzburger Festspielen (FR, Standard), die Uraufführung von Albert Ostermaiers konzertantem Melodram "Falsche Götter" bei den Nibelungenfestspielen in Worms (FAZ) und Thom Luz' Adaption von Stefan Zweigs historischen Miniaturen "Sternstunden der Menschheit" bei den Salzburger Festspielen (Tsp, mehr hier).
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