Efeu - Die Kulturrundschau

Dass der Himmel so blau ist!

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27.07.2024. Die FR sieht in Frankfurt die erste Retrospektive über den Künstler Gustav Metzger, der sich dem Kunstmarkt Zeit seines Lebens verweigerte. Die Kritiker sind weiterhin nicht übermäßig begeistert von Thorleifur Örn Arnarssons "Tristan und Isolde"-Inszenierung in Bayreuth. Der Krieg hat ihr Schreiben für immer verändert, schreibt die ukrainische Lyrikerin Julia Musakovska in der FAZ. "Die Kraft der Kunst steigt in Krisenzeiten sprunghaft an", sagt die russische Politologin Nina Chruschtschowa in ihrer Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele, die die SZ abdruckt. Die Entscheidung über die Berliner Landesbibliothek könnte die "Zukunft der Innenstädte insgesamt" entscheiden, denkt die taz
9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.07.2024 finden Sie hier

Bühne

Szene aus "Tristan und Isolde". Foto: Enrico Nawrath

Nachdem gestern bereits Christiane Peitz im Tagesspiegel einen eher ernüchterten ersten Eindruck von Thorleifur Örn Arnarssons "Tristan und Isolde"-Inszenierung in Bayreuth geteilt hatte (unser Resümee), legen die KritikerInnen heute nach. Jan Brachmann ist in der FAZ ebenfalls nicht so begeistert. Musikalisch ist das Ganze eher "eine Zumutung". Camilla Nylund "als Isolde ausgerechnet mit Andreas Schager als Tristan singen zu lassen war keine gute Idee." Zwar sei Nylund "eine feine, überlegte Sängerin, die mit großer technischer Perfektion Töne ansetzt, die noch im Pianissimo bis in die letzte Reihe tragen, und mit genau kalkuliertem Atem ihre langen, streng gebundenen Phrasen baut - aber gegen eine Kraftnatur wie Schager wirkt sie blass und verschüchtert. Schager hingegen ist ein Heldentenor aus Fleisch und Blut, ohne Konditionsprobleme für die Fieberekstasen im dritten Aufzug, mit einem gewaltigen Stimmorgan gesegnet, das für die zärtlichen Momente seine eigenen Farben hat - aber gegen eine vokale Aristokratin wie Nylund wirkt er als grober Klotz."

Viel zur Modernisierung der Bayreuther Festspiele trägt Thorleifur Örn Arnarssons Inszenierung von "Tristan und Isolde" wohl nicht bei, meint Tobias Rüther in der FAS. Muss sie aber auch gar nicht: Denn die "Festspielchefin Katharina Wagner...hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass in Bayreuth Dirigentinnen am Pult stehen (in diesem Jahr sind es drei)" und "dass digitale Techniken zum Einsatz kommen." Das Publikum ist jedenfalls hin und weg von der Aufführung, so Rüther: "Am Ende sind die Liebenden tot, was sonst, und der Saal tobt, feiert die Stimmen (nur Günther Groissböck als Marke bekommt vereinzelte Buhrufe ab) und den Dirigenten Semyon Bychkov."

"Große Bilder werden geboten", aber der Durchblick fehlt, gähnt Judith von Sternburg, die Arnarsson in der FR geradezu "Regieverweigerung" vorwirft: "Zum Beispiel steht die Frage im Raum, ob - wenn doch frühzeitig ein Liebestodestrank eingenommen wird - eine Geschichte unter Toten erzählt wird (das Schiff: untergegangen, darin gefangen einige Gespenster). In einem frappierend statischen Spiel beziehungsweise Nichtspiel lässt die Regie aber nicht durchblicken, ob sie an so etwas gedacht hat. Oder woran sie sonst gedacht hat." "Hat uns die Aufführung verrückt gemacht? Ja, immer wieder mal beinahe", kommentiert Helmut Mauro in der SZ. Weitere Besprechungen in Tsp, Zeit Online, nmz. 

"Die Kraft der Kunst steigt in Krisenzeiten sprunghaft an", sagt die russische Politologin Nina Chruschtschowa in ihrer Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele, die die SZ abdruckt. Kunst könne zwar autoritäre Regime nicht verhindern, sie aber enttarnen: "Selbst wenn die Politik ihre Agenda noch nicht formuliert hat, die Kunst hat sie bereits enthüllt." Chruschtschowa warnt auch davor, Kunst aus Russland generell zu sanktionieren, denn dort stelle die Kunst eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen den Kreml dar: "Angesichts der aktuellen Praxis, Kunstwerke nur deshalb abzulehnen, weil sie von Russen geschaffen wurden, ist es mutig, dass die Salzburger Festspiele nicht nur eine, sondern gleich zwei Dostojewski-Opern im Programm haben, deren Protagonisten geschundene Menschen sind: 'Der Idiot' und 'Der Spieler'. Das diesjährige Opernprogramm stellt eine Zeile aus 'Der Idiot' besonders heraus: 'Mitleid ist das einzige Daseinsgesetz der Menschheit.' Im selben Roman Dostojewskis findet sich der ebenso treffende wie idealistische Satz: 'Die Welt wird durch Schönheit gerettet werden.'"

Besprochen wird Andreea Geletus Inszenierung von Niccolò Piccinnis Operette "Dido - Königin von Karthago" an der Kammeroper Schloss Rheinsberg (Tsp).
Archiv: Bühne

Kunst

FR-Kritikerin Lisa Berins sieht im MKK-Tower in Frankfurt die erste Retrospektive zum Werk von Gustav Metzger. Der hielt sich Zeit seines Lebens vom Kunstbetrieb fern und lebte "bis ins hohe Alter in einem Atelier ohne Heizung". Und ja, das hier ist keine beschauliche Kunst, die man sich einfach so ansehen kann, findet Berins. Metzger setzt die Besucher "leisen Irritationen aus, er nutzt ihre Körper, bedrängt sie mit seiner Kunst. Er will, dass man mitmacht". In der Ausstellung "ist ein Modell einer nicht realisierten Installation zu sehen, die aus fünf neun mal zwölf Meter großen Stahlwänden bestehen sollte, deren jeweils 10 000 Einzelelemente per Computerschaltung zufällig aus den Wänden herausgeschleudert werden sollten. In dieser Zeit experimentierte Metzger auch mit Flüssigkristallen, die mit Wärme reagieren und ihre Farbe ändern. Ein kleines Objekt mit changierend blau-grünen Flügeln ist im Tower zu sehen. Metzger hatte es in der Londonder Buchhandlung 'Better Books' ausgestellt, einem Treffpunkt der Londoner Underground- und Kunstszene. Er ließ Kristalle auch in Glasobjektträger einsetzen und in Projektoren drehen. Auf sieben Leinwänden kann man im Tower das Resultat ansehen: Es sind zufällig entstandene, bunte, abstrakte Bilder."

Eine kleine, aber beeindruckende Ausstellung mit den Werken der Malerin Galli sieht Benjamin Paul im Berliner Palais Populaire. Galli gehörte der Künstlergeneration der "Jungen Wilden" der achtziger Jahre an, so Paul, ihre Werke unterscheiden sich aber deutlich von denen ihrer männlichen Kollegen. Ihre Körperdarstellungen zeugen von "Gefühlen der Eingeengtheit, Gefesseltheit, sozialer und physischer Unterdrückung", so Paul: "Auf einem monochromen, meist pastellfarbenen Untergrund malt sie mit bewundernswert sicherem Strich die Konturen ihrer komplexen Konfigurationen, die sie dann ohne nennenswerte Schattierungen farbig ausmalt. Diese Fokussierung auf die Zeichnung und den Körper in einem neutralen Raumsetting erinnert durchaus an Michelangelo. Auch dessen Figuren sind von unkontrollierbaren Kräften bewegt, allerdings gleichzeitig ins Ideale gesteigert. Bei Galli fehlt Michelangelos Pathos. Ihre Körper sind verstümmelt, auf die expressiven Teile reduziert oder bestehen gar nur aus Armen und Beinen. Oft verschränken sie sich auf undurchsichtige Weise mit anderen Figuren oder scheinen gar mit ihnen verwachsen."

Weiteres Stefan Trinks gratuliert dem Bildhauer Erwin Wurm in der FAZ zum Siebzigsten. Besprochen werden die Ausstellung "Careers by Design - Hendrick Goltzius & Peter Paul Rubens" in der Pinakothek der Moderne in München (Tsp), die Ausstellung "Human in Motion" im Projektraum der Galerie Barbara Thumm (Tsp) und die Soloschau "Wir bestehen zu 70% aus Wasser" von Lars Theuerkauff in der Berliner Galerie Tammen (Tsp).
Archiv: Kunst

Film

Der Himmel über Texas: Harry Dean Stanton in "Paris, Texas"

Juliane Liebert spricht für die SZ mit Wim Wenders, der seinen Klassiker "Paris, Texas" gerade aufwändig restaurieren hat lassen und für ein kurzes Zeitfenster wieder ins Kino bringt. Zu dem Roadmovie hat ihn einst das faszinierende Traumbild von der Weite des amerikanischen Westens inspiriert, verrät er: "Das ist vor allem der große Horizont und dieses unverschämt klare Licht, das ich so nirgendwo sonst gesehen habe. Mit diesen Kodachrome-Farben, wo man sich eigentlich schämt, wenn man die so abbildet. Man kennt das eigentlich nur von Super-8-Familienfilmen. ... Die Dias meiner Eltern sahen alle so aus. Diese Farben kamen mir immer völlig gelogen vor. Da hatte ich erst mal Hemmungen - das kann man doch so nicht zeigen oder gar drehen! Dass der Himmel so blau ist! Und dass die Wolken so weiß davor herumschwimmen! Und dass alle Farben so primär daherkommen! Das ist einfach ein krasses Licht. Aber im Westen ist es wahr! Wenn man es dann einmal akzeptiert hat und dann einmal weiß, wie sehr das alle Dinge heraushebt und wie sehr sich jede Figur abhebt - das ist eigentlich schon 3D."

Außerdem: Für den Filmdienst spricht Thomas Klein mit RP Kahl über dessen Peter-Weiss-Adaption "Die Ermittlung" (unsere Kritik). Andreas Scheiner erinnert in der NZZ daran, wie Charlie Chaplin nach vielen Hass- und Hetzkampagnen in der Schweiz Ruhe fand.

Besprochen werden Zar Amir Ebrahimis und Guy Nattivs "Tatami" über die Drangsalierungen, die eine iranische Judoka bei einem internationalen Sportwettbewerb seitens des Teheraner Regimes ausgesetzt ist (Freitag), Natja Brunckhorsts Wendekomödie "Zwei zu Eins" mit Sandra Hüller (Standard, unsere Kritik), Roland Emmerichs Amazon-Serie "Those About to Die" über das antike Rom (Presse) und Janus Metz' auf Arte gezeigtes Tennis-Biopic "Borg & McEnroe" (Tsp).
Archiv: Film

Architektur

Nichts weniger als die "Zukunft der Innenstädte insgesamt" könnte sich mit der Zukunft der Zentralen Landesbibliothek Berlin entscheiden, denkt sich Dirk Knipphals in der taz. Gegner des Konzepts kann er nicht verstehen: "Hier trauert man offenbar noch überkommenen Konzepten von Bibliotheken als Buchausleihbehörden mit Sonntagsschließung hinterher und scheint deren mögliche Bedeutung als Ort und Motor eines urbanen öffentlichen Lebens noch nicht verstanden zu haben. Dabei können Landmark-Bibliotheken wie etwa in Oslo, die längst zu einem Wohnzimmer der gesamten Stadtgesellschaft geworden sind - mit ihren Begegnungsmöglichkeiten soziales Labor und Salon für alle zugleich -, als Vorbilder dienen. Zur Sicherheit fahren die Eigentümer des Gebäudes jedenfalls inzwischen eine Doppelplanung. Wenn Berlin sich nicht für den Umzug der ZLB entscheidet, wird das Gebäude in Büroräume aufgeteilt, das ist der Plan B. Wobei es an Büroflächen in Berlin derzeit wahrlich nicht mangelt. Zur Belebung der Innenstadt würde das auch kaum beitragen, und die große Chance, den üblichen Verlauf der Gentrifizierung einmal umzudrehen, wäre auch vertan."
Archiv: Architektur

Literatur

Für "Bilder und Zeiten" der FAZ hat Christian Weise ein ursprünglich in der polnischen Zeitschrift Nova Polshcha erschienenes Gespräch mit der (normalerweise auf Englisch schreibenden) ukrainischen Lyrikerin Julia Musakovska übersetzt. Der Krieg prägt ihr Schreiben, verrät sie. "Nach dem 24. Februar fiel es mir schwer, Worte zu finden, die Sprache schien ungeeignet, das Unaussprechliche zu beschreiben. Mein zweites Gedicht nach dem Ausbruch des großen Krieges zum Beispiel habe ich auf Ukrainisch verfasst - 'Alle Nachrichten über den Tod'. Aus künstlerischer Sicht erschien es mir zu einfach, ja primitiv ... Im Laufe der Zeit hat sich die poetische Sprache erholt, ist wieder aufgelebt, aber sie wird nie wieder dieselbe sein. Es ist wie beim Kintsugi, der japanischen Technik des Zusammenklebens von Scherben, wenn wir alle Risse und Brüche deutlich sehen und uns daran erinnern, was sie verursacht hat. Wir haben kein Recht zu vergessen. Wenn gerade so viel über Schmerz, Trauer, Katastrophen und Tragödien, Hass auf den Feind geschrieben wurde und wird, erobern wir uns Dinge wie Liebe, Freundschaft, Gemeinschaft und Familie zurück. Wir sind auf der Suche nach unseren wahren Quellen der Stärke."

Ums Heimatidyll und daran anknüpfende Identitätsromantik geht es ihm nicht, versichert der Lyriker Jan Röhnert, wenn er in seinem Essay für das "Literarische Leben" der FAZ den Verlust der Landschaft in der deutschen Gegenwartsliteratur beklagt: Es "ist keine Rede von affektiv besetzten Orten mit ihren einmal sie prägenden besonderen Wörtern, Dialekten, Berufsbezeichnungen, ihren Erhebungen und Abgründen, ihrem lokalen Wissen, ihren geheimen Geschichten und Überlieferungen; keine Rede von Orten, an denen zu Hause zu sein man sich emphatisch bekennt, deren Tiefenzeiten und -räume man in sich spürt und gegen Gleichmacherei verteidigen möchte. Gibt es noch Orte als Landschaften, in denen wir jenseits lokalen Zerstreutseins zu Hause sind, in deren natürlichem Gegeben- und geschichtlichem Gewordensein wir mit anderen aufgehen können - und wo wird darüber geschrieben? ... Mehr und mehr habe ich den Verdacht, dass es solche mal schleichenden, mal spürbaren Verluste einmaliger und mit allen Sinnen bewohnter Orte sind, seien sie städtisch oder ländlich, die uns innerlich verarmen und äußerlich in unserer Resonanz zur Natur wie zur sozialen Ökologie verwahrlosen lassen.

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Weitere Artikel: Nina Apin spricht in der taz mit der Comiczeichnerin Ika Sperling, die das Abdriften ihres Vaters ins Verschwörungsmilieu in ihrem Comic "Der Große Reset" verarbeitet hat. Im Gespräch für "Bilder und Zeiten" der FAZ mit Thomas Combrink kommt der argentinische Schriftsteller Martín Kohan auch auf die desolate Lage der argentinischen Kultur unter dem "anarchistischen" Präsidenten Javier Milei zu sprechen, der den Staat (außer bei Polizei und Militär) komplett aus allem rauszieht: "Wer unkommerzielle Musik, Filme oder Literatur macht, hat Probleme." Andreas Rosenfelder erzählt in der WamS von seinem Besuch bei Comiclegende Robert Crumb in Frankreich. In "Bilder und Zeiten" der FAZ stellt Astrid Kaminski Bücher über Schriftsteller und ihre Gärten vor. Christian Thomas (FR) stellt G. F. Kwitka-Osnowjanenkos "Die guten alten Zeiten" in seine Ukraine-Bibliothek. Laura Albermann erinnert in der FAZ an Kafkas Erholungsurlaub im Ostseeheilbad Graal-Müritz. Jaroslav Hašeks Erzählung "Eine peinliche Staatsaffäre" nahm Joe Bidens Absinken in die Alterswirrheit bereits vorweg, erzählt Gerhard Stadelmaier in "Bilder und Zeiten" der FAZ.

Besprochen werden unter anderem René Aguigahs "James Baldwin - Der Zeuge" (taz), Vigdis Hjorths "Die Wahrheiten meiner Mutter" (NZZ), Bela Sobottkes Comicalbum "Terror 3000" (FAZ), Keanu Reeves' und China Mievilles Science-Fiction-Roman "The Book of Elsewhere (WamS), Hiromi Itos "Hundeherz" (NZZ), Mario Desiatis "Spatriati" (FAZ) und Benedict Wells' "Die Geschichten in uns" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.

Und wir freuen uns und gratulieren: Unsere Lyrikkolumnistin Marie Luise Knott wird von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ausgezeichnet. Der Preis wird am 2. November in Darmstadt verliehen.
Archiv: Literatur

Musik



Den allgemeinen Jubel in der Popkultur-Blase über Kamala Harris' mit Beyoncés "Freedom" unterlegten Wahlwerbespot kann Julia Lorenz auf Zeit Online soweit zwar schon gut nachvollziehen - und die gemeinsame Geschichte von großer amerikanischer Politik und großer amerikanischer Popmusik ist ja durchaus faszinierend. Trotzdem braucht es einen Reality-Check, findet sie: "Diese Wahl wird nicht auf Taylor Swifts Eras-Tour entschieden und erst recht nicht auf den letzten verbliebenen Musikjournalismusportalen, sondern in den Swing-States, wo sich viele Menschen sicherlich wenig um die politischen Bemühungen der liberalen Ost- und Westküstenprominenz scheren - auch, weil sie eigene Popstars haben. In Pennsylvania etwa, einem dieser Bundesstaaten, findet jährlich ein Riesenevent für christlichen Rock statt, das Creation Festival, über das der Schriftsteller John Jeremiah Sullivan einmal in einer ziemlich legendären Reportage geschrieben hat, dort finde man christliche Kopien von nahezu allen wichtigen Rockbands." Das erinnert "fernab der Musikberichterstattung daran, dass Pop auch in Arenen stattfindet, die Leute wie Beyoncé nicht bespielen."

Außerdem: Hannah Krug erzählt in der taz von ihren Streifzügen durch die Nachtclubs von Talinn. Verena C. Mayer hat derweil für die taz das Josephine-Baker-Museum in einem Schloss im französischen Castelnaud-la-Chapelle besucht, in dem die amerikanische Sängerin und Tänzerin einst lebte (hier einige visuelle Eindrücke). Die Popmusik-Festivals werden auch immer älter, stellt Konstantin Nowotny im Freitag fest. Der Hiphop-Produzent Timbaland bringt nun auch Barfußschuhe heraus, meldet Tim Caspar Boehme in der taz. Lena Karger wundert sich in der Welt über Britney Spears erratische Instagram-Aktivitäten.

Besprochen werden Eric Pfeils Buch "Ciao Amore, ciao" über italienische Popsongs (FAZ), ein Auftritt von Patti Smith in Wien (Standard), die Netflix-Dokuserie "Dirty Pop: The Boy Band Scam" über den Produzenten Lou Pearlman, der zahlreiche Boybands geformt hat (TA), ein Konzert von Günter 'Baby' Sommer mit Lucaciu 3 in Frankfurt (FR) und das Konzert des Pianisten Alexander Malofeev beim Rheingau Musik Festival (FR).
Archiv: Musik