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20.05.2026. Die Filmkritik ist weiterhin aus dem Häuschen über Sandra Wollners Cannes-Film "Everytime": critic.de erklärt den Film bereits jetzt zum Meisterwerk des Festivals. Die Welt träumt dankAFF Architekten von brutalistischen Schulen. In Venedig tut die russische Kunst derzeit friedfertig, so monopol, in St. Petersburg dagegen feuert eine martialische Propagandaaustellung aus allen Rohren. Olga Tokarcuk erklärt der polnischen Website My Company, weshalb sie KI für ein nützliches Tool beim Schreiben hält.
War nur die Sonne schuld? Sandra Wollners "Everytime" Zu SandraWollners in der Cannes-Sektion "Un Certain Regard" gezeigtes Trauerdrama "Everytime" hatten wir gestern schon ein erstes kurzes Resümee, doch die folgenden Kritiken sind so begeistert, dass es ein zweites braucht - zumal sich alle irritiert die Frage stellen, was Festivalleiter Thierry Fremaux wohl geritten haben mag, diesen Film nicht im Wettbewerb aufzunehmen. "Everytime" beginnt im Register des sozialen Realismus mit poetischen Untertönen, entfernt sich aber zunehmend weiter ins Irreale, hält Pavao Vlajcic auf critic.de fest. "Wie Wollner der Trauer jeder der Hauptfiguren einen Raum gibt, gänzlich ohne Schuldvorwürfe auskommt und allen Charakteren endlose Anmut zugesteht: So etwas findet sich im Weltkino aktuell kein zweites Mal. Bildgestaltung, Schnitt und Musik ergeben ein Gesamtkunstwerk, das nie selbstzweckhaft wirkt und zu jedem Zeitpunkt auf die Themen des Films einzahlt. Vielleicht das Meisterwerk des diesjährigen Festivals."
Der Film findet seinen Weg von Ostberlin nach Teneriffa, schreibt eine hingerissene Katrin Doerksen auf Kino-Zeit: "Die Insel wird erst zur rauen Seelen- und dann zur entrückten Traumlandschaft, die man selbst gesehen haben muss, um sie zu glauben. Antonioni'scheEntfremdungfürdie2020er-Jahre. So konsequent Sandra Wollner die genaue Bedeutung, ja, selbst den genauen Zeitpunkt dieser Reise in der Schwebe hält, so prägnant sind dabei die Bilder und Motive, die sie für die Gedanken findet, die uns alle schon in existenziellen Krisensituationen durch den Kopf geschossen sind: Warum ausgerechnet ich? ... Ist das alles eigentlich nur ein großer kosmischer Witz? So scheint es, wenn die rot glühende Sonnenscheibe zum Schluss einfach nicht untergehen will. Was in letzter Konsequenz wenig über die Sonne aussagt und vielmehr bedeutet, dass die Welt tatsächlich für einen Moment aufgehört hat sich zu drehen." Auch Artechock-Kritiker Rüdiger Suchsland ist umgehauen: "Vielleicht war, wie bei Camus, die Sonne schuld. Wer weiß? Im Kino, jedenfalls dem von Sandra Wollner, ist alles möglich."
Mehr von der Croisette: Viele Filme drehen sich ums Filmemachen oder haben zumindest Filmemacher als Protagonisten, bemerkt Tobias Sedlmaier in der NZZ: Bloße Nabelschau einer krisengeschüttelten Branche sei das aber nicht, "da in den besseren Fällen das Thema des Filmemachens nur als Vehikel für existenzielle Themen fungiert". Marie Wiesner blickt in der FAZ auf die japanischenFilme im Programm.
Aus dem Festivalprogramm besprochen werden ArthurHararis "The Unknown" und Cristian Mungius "Fjord" (taz), MarieKreutzers "Gentle Monster" (Kino-Zeit), JeanneHerrys "Another Day" (Kino-Zeit), VolkerSchlöndorffs "Heimsuchung" nach dem Roman von JennyErpenbeck (Kino-Zeit) und Na Hong-jins "Hope" (Kino-Zeit, mehr dazu bereits hier). Außerdem für den schnellen Überblick: der Kritikerspiegel von critic.de.
Abseits von Cannes: Für critic.detauchte Tilman Schumacher bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen tief ab "in die weniger beleuchteten Areale der Filmgeschichte". Und Critic.de und Artechock bringen einen neuen Kino-Podcast an den Start: Für "Dust in the Wind" werden Lukas Foerster (auch für den Perlentaucherrege tätig) und Dunja Bialas einmal im Monat mit wechselnden Gästen über einen ausgewählten Film sprechen - und dies abwechselnd im Nürnberger Filmhaus und im Münchner Werkstattkino. In der ersten Folge geht es um DanielaMagnaniHüllers "Was an Empfindsamkeit bleibt":
Besprochen werden DavidLowerys Horror-Melodram "Mother Mary" (taz, Tsp) und JonFavreaus neuer "Star Wars"-Film "The Mandalorian & Grogu" ("Es geht irre zur Sache, am Boden, in der Luft, im Schnee, am Strand, im Dschungel und im Sumpf", verspricht Peter Huth in der Welt, Standard).
Elmgreen & Dragset - The Visitor mit Stillleben mit Gemüse. Städel Museum, Foto: Studio Elmgreen & Dragset Einen Volltreffer haben Elmgreen & Dragset im Frankfurter Städel gelandet, jubelt Stefan Trinks in der FAZ. Aber was heißt einen: ganze 14 Figuren-Installationen umfasst die Intervention "Stillleben mit Gemüse", mit der das dänisch-norwegische Duo eigenwillige Perspektiven auf Städel-Exponate anbietet: Eine ihrer Figuren fotografiert ein Chagall-Gemälde, unter Franz von Stucks "Pietà" liegt ein Wachs-Baby. "Neben Chardins bezauberndem 'Stillleben mit Rebhuhn und Birne' schließlich ragen zwei Kinderhände aus der Wand, die einen winzigen, vielleicht aus dem Nest gefallenen Vogelkörper bergen, wohl eines der häufigsten dramatischen Kindheitserlebnisse. Wer genau beobachtet, bemerkt Herzschlag und Atmung des noch nicht toten Tieres. Die Hoffnung stirbt buchstäblich zuletzt." In der FRlobt Lisa Berins die Ausstellung.
In Venedig präsentiert der russische Pavillon derzeit behäbige, vermeintlich friedfertige Schönwetterkunst. Ganz anders geht es in einer Ausstellung zu, die, wie Yelizaveta Landenberger auf monopolberichtet, fast zeitgleich in St. Petersburg eröffnet. "Russischer Imperativ" heißt die Schau im städtischen Museum Manezh, die in martialischer Aufmachung Kunst mit russischer Kriegsthematik präsentiert, von Kandinsky bis patriotischer Z-Kitsch. "Das hyperrealistische Gemälde 'Der himmlische Zug' von Alexander Skornyakow etwa stattet einen russischen Soldaten bei seiner Flugbewegung gen Sonne mit einem Heiligenschein aus. Historische Schlachten, allen voran der Zweite Weltkrieg, aber auch die beiden Tschetschenienkriege werden mit dem heutigen Angriffskrieg gegen die Ukraine vermengt, wodurch das Narrativ eines fortwährenden russischen Kampfes entsteht. Irritiert bemerkte das unabhängige russische Medium Bumaga, dass sich an den Wänden auch ein dem SS-Obersturmbannführer Otto Skorzeny zugeschriebenes Zitat findet, das 'die Russen' als den Deutschen ebenbürtig, als 'mutige, einfallsreiche, begabte Tarnkünstler' lobt."
Weitere Artikel: Nun macht also auch Marina Abramović auf Authentizitätskitsch, stöhnt in der Welt Gesine Borcherdt angesichts der Ausstellung "Balkan Erotic Epic" im Berliner Gropius Bau (mehr hier): "Diese Mischung aus Spiritualität, Disziplin und Selbstoptimierung machte sie für die Luxusindustrie attraktiv: Die Künstlerin, die einst Macht, Manipulation und Markt kritisierte, ist heute selbst eine Marke". Klaus Ferdinand Gärditz rezensiert in der FAZ ein Buch von Christoph Möllers und Nils Weinberg über Kunstfreiheit.
Besprochen werden Yuji Agematsus Schau "Zip: 01-01-2024 12-31-2024" in der Berliner Galerie Bucholz (taz), Evelyn Taocheng Wangs Schau "Sweet Landscape" im Museion, Bozen (monopol) sowie die Ausstellungen "Renoir und die Liebe" und "Renoir-Zeichnungen" im Musée d'Orsay, Paris (Welt).
Olga Tokarczuk wird im Herbst ihren letzten großen Roman veröffentlichen und sich künftig auf Kurzgeschichten verlegen, auch weil die Arbeit am Computer sie erschöpfe, fast niemand mehr lange Romane lese und der wirtschaftliche Ertrag in keinem Verhältnis zum Aufwand stehe. Im Gespräch mit der polnischen Website My Company (die man sich zum Beispiel via Google zumindest brauchbar übersetzen lassen kann) kommt sie aber auch auf ein bemerkenswertes Detail zu sprechen: Die polnische Literaturnobelpreisträgerin sieht in KI ein vielversprechendes Tool für die Literatur und nutzt diese bereits. "Ich bin immer wieder tief beeindruckt, wie fantastisch sie meinen Horizont erweitert und mein kreatives Denken vertieft. Andererseits muss man damit sehr vorsichtig sein. Diese Gespräche sind fesselnd, und man kann den ursprünglichen Zweck des KI-Einsatzes aus den Augen verlieren, um beispielsweise außergewöhnliche Theorien zu erforschen oder gar zu entdecken."
"Oppositionell und dekolonialistisch gesinnte Schriftsteller aus Russland, die meisten von ihnen im Exil lebend, haben die Rechtsschutzorganisation 'PEN Sprachen Russlands' (PEN Languages of Russia) gegründet, um die nichtrussischen Sprachen und Literaturen Russlands stärker sichtbar zu machen", meldet Kerstin Holm in der FAZ: "Alle Mitglieder der Organisation betonen, dass die Dominanz der russischen Sprache in ihren jeweiligen Ländern der imperialenGeschichte geschuldet und durch Unterdrückung anderer Kulturen erkauft sei."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weitere Artikel: Der InternationalBookerPrize geht in diesem Jahr an YangShuang-zi für ihren Roman "Taiwan Travelogue" (Details in der dpa-Meldung). Vorab-Laudatios auf die beiden dafür ebenfalls nominierten deutschsprachigen Romane von DanielKehlmann und ShidaBazyar (mehr dazu) haben Adam Soboczynski und Volker Weidermann für Zeit Online dennoch verfasst. Auf der Re:Publica wurde unter anderem auch über Stand und Krise der Literaturkritik diskutiert, berichtet Berit Glanz auf 54books.
Besprochen werden unter anderem AntjeDamms Kinderbuch "Agathe" (FR), FelicitasHoppes Essay "Reisen" (NZZ) und SandroVeronesis "Schwarzer September" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Schlecht bestellt ist es um den baulichen Zustand der Schulen in Deutschland, weiß Welt-Autor Marcus Woellner. Überall Renovierungsbedarf - und leider oft auch wenig bahnbrechende Ideen dazu, wie zeitgemäße Lernräume aussehen könnten. Das vom Berliner Büro AFF Architekten herausgegebene Buch "Schulbauten - ein typologischer Fundus", durch das Woellner fasziniert blättert, weist womöglich einen Weg in die Zukunft. "Die Architektur einer Schule, so das Selbstverständnis des Büros, müsse so gestaltet sein, dass sich die Schulgemeinschaft die Räume aneignen kann. 'Viele unserer Räume sind rau. Wir bauen Raum, der zu Kreativität auffordert und eine gewisse Robustheit hat', sagt die AFF-Partnerin Ulrike Dix in einem Interview im Buch (…) Man sieht skulptural konstruierte Treppenhäuser, nackte Sichtbetonwände, strenge Backsteinfassaden, aufgeständerte Pavillons hinter Metallvorhängen; immer wieder schaffen Fassadenüberstände geschützte Freiflächen. Im Inneren arbeiten AFF mit kräftigen Farbflächen, mitunter mit Komplementärkontrasten. Gemeinschaftsmöbel spielen eine Rolle, originell gestaltete Waschräume, und jene offenen 'Foren', die zwischen den 'Compartments' liegen."
Außerdem: Ingeborg Ruthe erzählt in der BlZ die bewegte Geschichte der St.-Matthäus-Kirche in Berlin Tiergarten.
Nationaltheater Mannheim - Mommy, Look!, Luis Tena Torres und Anna Zardi, Foto: Christian Kleiner Drei Tanzstücke versammelt der Abend "Wer darf hier Mann sein?" am Nationaltheater Mannheim, den sich Sylvia Staude für die FR anschaut. Der Titel lässt Thesenhaftes erwarten, Staude hingegen möchte "keine Abhandlung, sondern zuallererst Tanz" sehen und genau das wird ihr glücklicherweise auch geboten. Besonders gut gefällt ihr "Mommy, Look!" der niederländischen Geschwister Imre und Marne van Opstal. Ein Stück mit zwei Teilen, "dem aggressiv-vehementen, mitreißenden Auftanzen der hier zehnköpfigen Gruppe - nicht umsonst tragen Tänzerinnen und Tänzer Knieschützer - folgt Zartes, Zärtliches, Besinnliches, auch mal ein Solo oder Duo. Die Musik von Rotem Frimer und Hen Yanni macht diesen Wechsel mit, vom kühl Rhythmusbetonten zum melodiös Gezupften. Die Anzüge der ersten beiden Stücke sind einem Unterwäsche-Look gewichen (Bühne und Kostüme: Opstal), was auch eine gewisse Verletzlichkeit suggeriert."
Weitere Artikel: Jakob Hayner besucht für die Welt noch einmal eine der jetzt schon legendären "Peer Gynt"-Vorführungen von Vegard Vinge, Ida Müller und Trond Reinholdtsen in der Volksbühne und schreibt außerdem über den sonstigen Stand der Dinge im Haus am Berliner Rosa-Luxemburg-Platz. Janis El-Bira berichtet auf nachtkritik über - scheinbar nicht allzu handfeste - Plagiatsvorwürfe gegen den Theaterstar der Stunde Florentina Holzinger. Fürs gleiche Medium spricht er außerdem mit der Schauspielerin İlknur Bahadır und der Diversitätsagentin Yuvviki Dioh darüber, wie an deutschen Theatern mit von Rassismus betroffenen Menschen umgegangen wird. Außerdem begleitet die nachtkritik weiterhin die 51. Mühlheimer Theatertage, heute geht es unter anderem um ein Stück von Clara Leinemann. Lilli Braun porträtiert in der taz den tauben Theaterkünstler Jan Kress, der am Berliner FELD-Theater angestellt ist und inklusive Bühnenprojekte entwickelt. Bernd Noack resümiert in der NZZ das Berliner Theatertreffen - die Stücke waren oft nicht so berauschend, findet er, die Schauspieler dagegen fast immer grandios.
Besprochen werden die Christoph Schlingensief gewidmete Schau "Es ist nicht mehr mein Problem" im MAK (taz), Mattias Anderssons "Mythen des Alltags" bei den Festwochen Wien (FAZ - "Es sind freilich auch Klischees dabei"), Riccardo Chaillys "Nabucco"-Inszenierung an der Scala Mailand mit Anna Netrebko (FAZ - "Es wirkt so, als habe das Regieteam die Figuren zuvor am Bildschirm optimiert. Sie berühren kaum."), das Doppelprojekt "Wallden" und "Donaugold", das die Gruppe Nesterval für die Wiener Festwochen auf die Beine stellt (nachtkritik - "fühlt sich an wie ein endloser Kindergeburtstag ohne Kinder") und Alice Diops Lese-Performance "Le Voyage de la Vénus Noire" bei den Wiener Festwochen (nachtkritik- "eine Stimmung der Aufmerksamkeit").
Viel Aufregung um eine Uhr: Wegen der heißbegehrten Baumel-Uhr RoyalPop von Swatch und AudemarsPiguet (hier ein Werbevideo) spielten sich in den letzten Tagen vor einschlägigen Geschäften in den Metropolen teils tumultartigeSzenen ab - "schlechte Laune in Mailand, Eskalation in Liverpool, Meutenbildung in New York, Tumult in Düsseldorf, Tränengas bei Paris, verrammelte Geschäfte, verstörtes Personal und so weiter", fasst David Hugendick in der Zeit die Ereignisse zusammen und staunt über das obskure Phänomen von "Polizeieinsätzen wegen aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus". Vielleicht ja zu Recht?
Das Design-Vorbild, die RoyalOak von GéraldGenta aus dem Jahr 1972, ist jedenfalls ein großer, begehrter Klassiker. Sie wechseln schon mal für 30.000 Euro aufwärts den Besitzer, informiert Max Scharnigg in der SZ. "Die aktuelle Kooperation ist also durchaus wieder ein Coup von Swatch und birgt für Audemars Piguet eine beträchtliche Fallhöhe, vergleichbar mit einem Luxushotel, das plötzlich für zehn Euro Tagestouristen an seinen Pool lässt."
In der tazporträtiert Nabila Lalee die afghanische Modedesignerin Katayon, die vor den Taliban nach Pakistan fliehen musste - dort nun aber aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Pakistan und ihrem Heimatland ebenfalls einen höchst prekären Status hat. Anfangs arbeitete sie noch in Kabul im Verborgenen: "Obwohl in Kabul der Gang auf die Straße inzwischen nur mit vollständig bedecktem Körper und verhülltem Haar möglich ist, präsentiert sie sich auf ihrem Instagram-Kanal in Kollektionen, die so gar nicht in die Welt des Taliban-Emirats passen wollen. Ihre Bilder zeigen knielange Röcke und bunte Stöckelschuhe, offenes Haar und rot geschminkte Lippen. ... Für viele junge Frauen in ihrem Heimatland wurde die selbstbewusste Frau schnell zum Vorbild. 'Ich kriege bis heute so viele Nachrichten von Mädchen, die mir schreiben, dass sie so werden möchten wie ich.'"
"Der Avatar tut's auch", findet Raoul Löbbert auf Zeit Online, wenn er auf das neue Musikvideo der RollingStones schaut, die sich darin via KI in die Siebziger (nicht die eigenen, sondern die des 20. Jahrhunderts) zurück verjüngt haben. Für den Rock'n'Roll tut sich damit ein Blick in die Zukunft auf, in der ins Alter gekommene Recken auch unabhängig von körperlicher Kondition und Fortbestand der eigenen Existenz noch rocken werden. "Verloren ginge jedoch, was die Psychologie unter Authentizität versteht, also das Wissen um die eigenen Stärken, Schwächen und Falten sowie die Bereitschaft, sich der Welt so verknittert zu zeigen, wie man ist. Im Falle der Rolling Stones ist dieser Verlust besonderstragisch."
Weitere Artikel: In der tazresümiert Stephanie Grimm das Atonal-Wochenende in Berlin. Im Tagesspiegel spricht Simon Rayß mit JackAntonoff, der Alben für Taylor Swift, Lana del Rey und Kendrick Lamar produziert hat und ein eigenes Album mit seiner Band Bleachers auf den Markt bringt. Claudius Seidl (SZ) und Edo Reents (FAZ) gratulieren Cher zum Achtzigsten. Besprochen werden ein Berliner Konzert von IgorLevit mit der von ChristianThielemann dirigierten StaatskapelleBerlin, bei dem der Pianist Kompositionen des "vehementen Antisemiten" HansPfitzner spielte (Tsp), ein von AndrisNelsons dirigierter Schostakowitsch-Abend des GewandhausorchestersLeipzig im Wiener Musikverein (Standard), ein Konzert des Jazzsaxofonisten JamesCarter in Wien (Standard), ein Konzert des UkrainischenChorsHomin in Offenbach (FR) und HollyHumberstones "Cruel World" (SZ).
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