Efeu - Die Kulturrundschau
Wir leben in dieser Welt einfach nicht mehr
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
11.09.2025. Die Welt legt offen, wie sich die Golfstaaten mit massiven Finanzspritzen für die Opernwelt weißwaschen. Die taz blickt in den bewölkten Himmel über Emden und entdeckt Kriegsszenen. Die Zeit porträtiert den größten deutschen Vertreter der Pop-Art: Den DDR-Maler Hans Ticha. Die NZZ lernt in Michele Ciriglianos Dokumentarfilm "Architektur des Glücks", wie ein Casino ein ganzes Dorf in den Ruin stürzte. 54books traut dem Hype um Nelio Biedermanns Roman "Lázár" nicht. Und Backstage Classical ist fassunglos, dass das Flanders Festival in Gent den designierten Chefdirigenten Lahav Shani ausgeladen hat.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
11.09.2025
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Bühne
In einem lesenswerten Welt-Artikel legt Manuel Brug dar, wie sich die Golfstaaten mit kräftigen Finanzspritzen in die westliche Klassikwelt einkaufen. Allen voran Saudi-Arabien, das die New Yorker Met mit 100 bis 200 Millionen Dollar unterstützen wird, die dafür drei Stücke nach Riad sendet. Und natürlich Katar, das die Osterfestspiele Salzburg künftig massiv sponsern wird: "Die kulturelle Vernetzung dient dem Whitewashing des kleinen Emirats, das gleichzeitig Weltfrieden stiften möchte, aber das Politbüro der Hamas luxuriös in Doha leben lässt und alle Brandherde im Nahen Osten finanziell massiv befeuert. Dazu gehört auch das vorwiegend mit sehr gut bezahlten europäischen Musikern bestückte Qatar Philharmonic Orchestra, 2007 gegründet von einem ehemaligen Manager des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Es konnte sich bis heute nicht so recht einen internationalen Namen erspielen. Für Osterfestspiel-Intendant Nikolaus Bachler kein Problem: Er erlebte bei seinen Besuchen 'Freude und Offenheit' in dem Golfstaat, unser kritisches Bild sei 'veraltet'.
Weitere Artikel: Derya Türkmen begleitet für die taz die Proben zu dem von Mizgin Bilmen am Stadttheater Diyarbakir mit kurdischen Frauen inszenierten Theaterstück "Jîn - Jinên Azad" (mehr hier). Bei Backstage Classical zieht Guido Krawinkel eine gemischte Zwischenbilanz der Ruhrtriennale. In der Herbst-Kulturbeilage der Zeit porträtiert Christine Lemke-Matwey den Tenor Jonas Kaufmann. Peter Kümmel blickt auf die kommende Theatersaison. Eva Menasse bekennt ihre Faszination für Johann Strauß. Besprochen wird Jens Harzers Debüt mit Oscar Wildes "De profundis" am Berliner Ensemble (Zeit).
Weitere Artikel: Derya Türkmen begleitet für die taz die Proben zu dem von Mizgin Bilmen am Stadttheater Diyarbakir mit kurdischen Frauen inszenierten Theaterstück "Jîn - Jinên Azad" (mehr hier). Bei Backstage Classical zieht Guido Krawinkel eine gemischte Zwischenbilanz der Ruhrtriennale. In der Herbst-Kulturbeilage der Zeit porträtiert Christine Lemke-Matwey den Tenor Jonas Kaufmann. Peter Kümmel blickt auf die kommende Theatersaison. Eva Menasse bekennt ihre Faszination für Johann Strauß. Besprochen wird Jens Harzers Debüt mit Oscar Wildes "De profundis" am Berliner Ensemble (Zeit).
Kunst

Selten hat Jens Fischer (taz) so fasziniert in den bewölkten Himmel geschaut wie in der Ausstellung "Dem Himmel so nah - Wolken in der Kunst" in der Kunsthalle Emden, die sich den Interpretationen des bewölkten Himmels in der bildenden Kunst seit dem 19. Jahrhundert widmet: "Für anregende Irritation sorgt Nasan Tur. Er zeigt reizvolle Wolkengebilde, die allerdings stark gerastert sind, da es sich um vergrößerte Ausschnitte von Zeitungsbildern handelt, die in Gänze vor allem Kriegsszenen zeigen. Tur stellt aber nur den himmlischen oberen Teil der Fotos aus. Dazu notiert er, über welcher Gewaltszenerie die mit Asche, Rauch und Staub beladenen Wolken schweben, lenkt so den Blick von der Schönheit da oben auf die ursächlichen Bestialitäten darunter. Ähnlich arbeitet Almut Linde. Ihr fotografischer Blick gen Himmel zeigt ein malerisches Kondensstreifengeflecht - mit dem Wissen, dass es sich um abhebende Treibhausgas-Emittenten am letzten Tag der Weltklimakonferenz 2019 in Madrid handelt, ist die Wahrnehmung sofort eine inhaltliche."
Die Zeit erscheint heute mit einer Beilage zum Kulturherbst. Tobias Timm besucht den Maler Hans Ticha, dem die Kunsthalle Rostock eine große Retrospektive widmet und der als "wichtigster noch lebender Künstler der DDR-Kunstgeschichte" gilt, so Timm. Im Osten, aber auch im Westen wurde Ticha vor allem für Buch-Illustrationen berühmt, erst nach dem Fall der Mauer wurde bekannt, dass Ticha seit den 1960er Jahren auch ein großes malerisches Oeuvre geschaffen hatte: "Gemälde, die in mindestens so knalligen Farben wie seine Haustür leuchten, vom Stil her mal an die runden Formen von Fernand Léger erinnern, mal an die Bilder von Oskar Schlemmer und dann wieder an den russischen Konstruktivismus der 1920er-Jahre. Manche behaupten, Hans Ticha sei der größte deutsche Vertreter der Pop-Art. Er selbst kann mit der Zuschreibung nicht viel anfangen. Seinen Stil hat er selbst einmal Agitpop genannt. Hochgradig verdichtet und zu ironischen Typen stilisiert, tauchen auf seinen Gemälden all die Mitklatscher und Hochrufer auf, das Jubelpersonal der SED-Parteidiktatur."
Außerdem in der Zeit-Beilage: Peter Kümmel empfiehlt die Ausstellung "Mika Rottenberg. Queer Ecology" im Lehmbruck-Museum in Duisburg. Und Jens Balzer staunt, dass sich mit den Ausstellungen "Geister. Dem Übernatürlichen auf der Spur" im Kunstmuseum Basel, "Verborgene Moderne: Faszination des Okkulten um 1900" im Wiener Leopold Museum und "Geister" in der Kunsthalle Osnabrück gleich drei Ausstellungen dem Übersinnlichen widmen.
Weitere Artikel: Für den Tagesspiegel porträtiert Birgit Rieger das Berliner Künstlerduo Bianca Kennedy + Swan Collective, das während der Berlin Art Week in der Ausstellung "The Red Queen Effect" in der Schering Stiftung die Auswirkungen von KI auf Pflanzen, Tiere und Menschen untersucht. Anna Meinecke wandert für die taz durch die Wilhelm Hallen in Reinickendorf, wo Galerien, Sammlungen und Künstler beim Festival "Hallen 06" ihre Kunst präsentieren.
Besprochen werden die Ausstellung "Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau" im Kunsthaus Minsk, Potsdam (FAZ, mehr hier), die Ausstellung "William Kentridge. Listen to the Echo", die zeitgleich im Museum Folkwang in Essen und in den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden stattfindet (taz, mehr hier), die Ausstellung "In den Bergen" im Overbeck-Museum in Bremen (taz) und Amanda Kims Dokumentarfilm "Moon is the oldest TV" über Nam June Paik (FR, Tsp, critic.de).
Film

Daniel Kothenschulte spricht für die FR mit Ethan Coen und Tricia Cooke über deren zweite gemeinsame lesbische Krimikomödie "Honey Don't" (hier unser Resümee zu den ersten, vernichtenden Kritiken). Kothenschulte staunt nicht schlecht darüber, wie frech die beiden, die auch im echten Leben eine offen queere Beziehung führen, den Sex zurückholen, der dem US-Mainstreamfilm seit geraumer Zeit abhanden gekommen ist. "Wir sind prüde geworden", sagt Cooke. "Es ist einfach so ein Glatteis geworden. Die Me-Too-Bewegung hat völlig zu Recht dafür gesorgt, dass schlechtes Verhalten bestraft wurde, und die Leute sind sich heute bewusster, wie sie sich ausdrücken, und was Sex betrifft, haben sie einfach Angst." Coen ergänzt: "Es wird auf jeden Fall immer schwieriger einen B-Film zu machen. Wenn Porno unerschöpflich und umsonst im Internet verfügbar ist, ist es schwieriger 'unanständig' zu sein. Dieser unterdrückte Blick auf Sexualität, den man früher hatte, besitzt ja auch eine gewisse Unschuld. Wir leben in dieser Welt einfach nicht mehr."
Auf Artechock kann Rüdiger Suchland dem Film alleine schon aufgrund seines Eigensinns und der überbordend grell-billanten Inszenierung einiges abgewinnen: "Eine Frau übernimmt die Rolle des Detektivs, ein schwuler Mann die der Femme fatale, ein protestantischer Prediger die des institutionalisierten Bösewichts. Coen zeigt damit, dass er nicht nur zitiert, sondern die Konventionen des Genres aufbricht, verdreht, neu zusammensetzt." Dieser Film "ist ein wilder, respektloser, zugleich liebevoller Blick auf die Ränder der Filmkunst, die Liebe zu einem Kino, das Grenzen überschreitet, sich nicht scheut, zu provozieren, und gerade in seiner Unvollkommenheit Charakter gewinnt." Zu erleben ist eine "filmische Energie, die im heutigen Kino selten geworden ist".
Weiteres: Benedikt Guntentaler kommt hier auf Artechock auf die Arbeiten von Milena Gierke und dort auf die von Peter Hutton zu sprechen, die bei den fünften Tagen des experimentellen Films in Frankfurt gezeigt wurden. Rüdiger Suchsland arbeitet sich auf Artechock weiter ab an Wolfram Weimer, der deutschen Filmbranche und der nicht recht in Gang kommenden Reform der Filmförderung. Isabella Caldart wünscht sich in der taz, dass nonbinäre Menschen bei Preisverleihungen wie den am Wochenende anstehenden Emmys besser berücksicht werden.
Besprochen werden Gabriele Mainettis Kampfkunst-Familiendrama "Kung-Fu in Rome" (Perlentaucher), Maggie Kangs und Chris Appelhans' koreanischer Animationsfilm "KPop Demon Hunters", der auf Netflix alle Rekorde bricht (Artechock), Spike Lees auf Apple+ gezeigtes Kurosawa-Remake "Highest 2 Lowest" (critic.de), Mascha Schilinskis "In die Sonne schauen" (TA, unsere Kritik), Michael Dwecks und Gregory Kershaws Dokumentarfilm "Gaucho Gaucho" (taz), Sean Byrnes "Dangerous Animals" (critic.de), Tibor Baumanns "Exit Pangea" (Artechock), Hendrik Löbberts "Memory Wars" (Artechock), Simon Curtis' "Downton Abbey: The Grand Finale" (NZZ), Michael Koflers "Zweitland" (Standard), Olga Kosanovićs Dokumentarfilm "Noch lange keine Lipizzaner" (Standard), die in der ARD-Mediathek gezeigte Serie "Versailles" (critic.de) und Florian Pochlatkos "How to be Normal und der Versuch, sich selbst zu verstehen" (SZ).
Literatur

Weitere Artikel: Marlene Knobloch porträtiert für die Zeit die New Yorker Essayistin Fran Lebowitz, die sich in ihrer seit 30 Jahren anhaltenden Schreibblockade ganz gut eingerichtet hat. Zelda Biller erzählt in der Zeit von ihrem Besuch im Café Nilus, das sich in Tel Aviv zum Schriftstellertreff entwickelt hat. Jakob Ballhausen berichtet in der FAZ vom Literaturfestival, das der Schriftsteller Dinçer Güçyeter nun zum zweiten Mal im Nettetal veranstaltet hat. In den Actionszenen der Weltliteratur erinnert Erhard Schütz daran, wie dem japanischen Schriftsteller Mori Ôgai im Deutschen Kaiserreich einmal der Kragen platzte.
Besprochen werden unter anderem Abdulrazak Gurnahs "Diebstahl" (online nachgereicht aus der LitWelt), Daniela Strigls "Zum Trotz. Erkundung einer zwiespältigen Eigenschaft" (NZZ), Volker Kutschers "Westend" (taz), Usama Al Shahmanis "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" (FR), Robert Seethalers und Rattelschnecks Comic "Trotteln" (FAZ.net), Verena Keßlers "Gym" (Zeit), Christina Fonthes Debütroman "Wohin du auch gehst" (FAZ) und Peter Wawerzineks "Rom sehen und nicht sterben" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Architektur

Urs Bühler trifft sich für die NZZ mit dem Regisseur Michele Cirigliano, der in seinem Film "Architektur des Glücks" das Scheitern des von dem Architekten Mario Botta für 150 Millionen Franken entworfenen brutalistischen "Casino Municipale" in Campione d'Italia dokumentiert. Als größte Spielbank Europas geplant, stürzte das Gebäude die Gemeinde 2018 in den Ruin: "Die Polizei räumte die marode gewordene Spielbank wegen Missmanagements, Bilanzfälschung, Amtsmissbrauchs. Die Gemeinde, als alleinige Besitzerin auf Gedeih und Verderb mit dem Betrieb verbunden, stand mit 130 Millionen Euro in der Kreide. Die meisten der 2000 Einwohner verloren ihre Arbeit. So wurde eine der reichsten Gemeinden Italiens schlagartig zu einer der ärmsten (...) Man nennt Kasinos auch Spielhöllen; hier ergriff das Fegefeuer nicht nur ein paar Individuen, sondern ein ganzes Kollektiv."
Darius Ossami begleitet für die taz den Linken-Politiker Dennis Egginger-Gonzalez beim Abendspaziergang durch Berlin-Steglitz, wo sich ihm mit der fast verwaisten Shoppingmall "Boulevard Berlin", Unmengen an ungenutzten Parkplätzen, dem seit Ewigkeiten eingerüsteten Steglitzer Kreisel und dem leerstehenden Bierpinsel ein Trauerspiel bietet: "Seit 2021 gehört der Pinsel der Immoma GmbH von Götz Fluck (...), die dort wieder Gastro einrichten will und auch andere Luftschlösser plant, verbunden mit dem Hinweis, man suche noch nach Finanziers. Aus der ursprünglich für dieses Jahr verkündeten Wiedereröffnung wurde nichts. Egginger-Gonzalez spricht von 'spekulativem Leerstand', da Fluck die Grundfläche, die durch einen Erbbauvertrag dem Land Berlin gehört, eigentlich kaufen will."
Musik
Das Flanders Festival im belgischen Gent hat die Münchner Philharmoniker und deren designierten Chefdirigenten Lahav Shani ausgeladen, angeblich weil sich Shani als Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra nicht eindeutig genug zum Nahostkrieg positioniere. "Was für ein Fehler", ruft Axel Brüggemann im Kommentar auf Backstage Classical, "ausgerechnet Lahav Shani", der sich diesbezüglich immer wieder geäußert habe. Ausschlaggebend dürfte wohl eher gewesen sein, dass die Veranstalter sich vor einem Mob vermeintlicher Aktivisten fürchten, der das Festival stören könnte: "Sie canceln einen jüdischen Künstler, weil sie seine Sicherheit und die des Publikums nicht gewährleisten können. Das ist eine Bankrotterklärung vor dem Terror. (...) Die Argumentation ist um so absurder, da das Festival explizit darauf hinweist, dass Lahav Shani sich mehrfach für Frieden und Versöhnung ausgesprochen habe. Es gibt also keinen Grund für eine Ausladung. Sie ist grober Antisemitismus!"
Der tollste Club Europas - steht in Wuppertal, heißt Open Ground und ist noch keine zwei Jahre alt. Und ja, "der Hype ist berechtigt", schwärmt Jens Balzer in der Zeit, nachdem er sich von den Qualitäten vor Ort beim Set der von ihm überaus geschätzten britischen DJ Josey Rebelle überzeugen konnte. Vor allem dieser wunderbare Sound! Rebelles "Set wird von magnetischen Bässen getragen, von metallenen Rhythmen und itze-itze darüber hinwegflitzenden Hi-Hats, man hört, dass die Wurzeln ihrer Musik im Jungle und Drum 'n' Bass liegen, doch zugleich eilt Josey Rebelle in ihrem Set in rasendem Tempo durch alle möglichen Stile hindurch. (...) So plastisch, transparent, klar ist der Klang in diesem Club, der eigentlich ein Bunker ist, dass man unendlich viele Details auf einmal zu hören vermag, und noch die tiefsten Bässe sind so scharfkantig modelliert, dass kein anderer Klang von ihnen verschmiert oder verkleistert wird, weder in den Mitten - ach, die schwierigen Mitten! - noch sonst wo zwischen 20 Hertz und 20 Kilohertz."
Weitere Artikel: Auf VAN erzählt Volker Hagedorn, wie er über die Beschäftigung mit Rachmaninow auf den Jazzpianisten Art Tatum und dessen "This Can't Be Love" gestoßen ist: "Etwas derartig Virtuoses, Freies, Witziges, dazu noch Ironisches hatte ich noch nie gehört, auch in der Harmonik und der irregulären Rhythmik." In der Zeit empfiehlt die Schrifftstellerin Eva Menasse einen Ausflug nach Wien, wo im Jubiläumsjahr jede Woche eine Johann-Strauss-Premiere lockt. Martin Fischer porträtiert im Tages-Anzeiger den Schweizer Popstar Manon von Katseye. Hartmut Welscher zeigt sich in VAN irritiert, wie still und heimlich François-Xavier Roth nach einem MeToo-Skandal in der Klassikwelt nun doch wieder rehabilitiert wird. Regine Müller (NZZ), Max Nyfeller (FAZ) und Michael Stallknecht (SZ) gratulieren Arvo Pärt zum Neunzigsten. Christine Lemke-Matwey porträtiert für die Zeit den Tenor Jonas Kaufmann. Auf VAN erinnert sich Alan Gilbert, der Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, an den eben verstorbenen Christoph von Dohnányi, dessen Assistent er in den Neunzigern zwei Jahre lang gewesen ist (weitere Nachrufe hier). Jolinde Hüchtker fragt sich in der Zeit, ob Fuffifufzich eventuell doch einfach nur Schlager macht. Könnte gut sein, ja:
Besprochen werden das neue Solo-Album von David Byrne (NZZ, mehr dazu bereits hier) und ein Auftritt von Ayliva in Frankfurt (FAZ).
Der tollste Club Europas - steht in Wuppertal, heißt Open Ground und ist noch keine zwei Jahre alt. Und ja, "der Hype ist berechtigt", schwärmt Jens Balzer in der Zeit, nachdem er sich von den Qualitäten vor Ort beim Set der von ihm überaus geschätzten britischen DJ Josey Rebelle überzeugen konnte. Vor allem dieser wunderbare Sound! Rebelles "Set wird von magnetischen Bässen getragen, von metallenen Rhythmen und itze-itze darüber hinwegflitzenden Hi-Hats, man hört, dass die Wurzeln ihrer Musik im Jungle und Drum 'n' Bass liegen, doch zugleich eilt Josey Rebelle in ihrem Set in rasendem Tempo durch alle möglichen Stile hindurch. (...) So plastisch, transparent, klar ist der Klang in diesem Club, der eigentlich ein Bunker ist, dass man unendlich viele Details auf einmal zu hören vermag, und noch die tiefsten Bässe sind so scharfkantig modelliert, dass kein anderer Klang von ihnen verschmiert oder verkleistert wird, weder in den Mitten - ach, die schwierigen Mitten! - noch sonst wo zwischen 20 Hertz und 20 Kilohertz."
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Besprochen werden das neue Solo-Album von David Byrne (NZZ, mehr dazu bereits hier) und ein Auftritt von Ayliva in Frankfurt (FAZ).
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