Efeu - Die Kulturrundschau
Drogensucht und Liebeskummer
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29.04.2026. In Leipzig wird der Opernkomponist Albert Lortzing wiederentdeckt - seine "Regina" feiert die FAZ als eine veritable Volksoper. Ebenfalls in der FAZ wirft die Schriftstellerin Angela Steidele dem Regisseur Markus Schleinzer vor, mit seinem auf der Berlinale gefeierten Film "Rose" Geschichtsfälschung zu betreiben. Aktivismustheater à la Correctiv verträgt sich schlecht mit dem Hochsubventionsbetrieb aktueller Bühnenkunst, findet die Welt. KI wird nicht nur Popmusik, sondern auch deren Rezeption verändern, vermutet die NZZ. In Frankreich reißen die Diskussionen um Boualem Sansal nicht ab.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
29.04.2026
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Bühne

Zum 225. Geburtstag Albert Lortzings gibt es ein veritables Lortzing-Festival mit diversen Opernaufführungen und mehr. Clemens Haustein hat sich für die FAZ die ersten Vorführungen angesehen und stellt vor allem angesichts der "Regina"-Inszenierung der Leipziger Oper fest, dass hier ein eminent politischer Künstler zu entdecken ist: "Vom lächelnden Lortzing-Ton ist in 'Regina' nicht viel zu hören, die Musik seiner letzten Oper ist kantiger, dramatischer, kraftbetonter. Große Chorpassagen, vom Chor der Oper Leipzig mit wuchtiger Präsenz gesungen, machen deutlich, dass es hier nicht um ein Kammerstück geht, eher schon um eine Volksoper. ... Lortzings eigenen Standpunkt darf man wohl hinter jenem des Vorarbeiters Richard vermuten, der es schafft, einen Streik der Arbeiter zu moderieren. Als Mann der Vernunft und des Augenmaßes zeigt sich Lortzing da, als früher Vertreter demokratischer Ordnung, die den Ausgleich zwischen den Parteien sucht."
Auch Welt-Kritiker Manuel Brug ist von der Leipziger "Regina" ziemlich angetan: "Der versierte Bernd Mottl betont gekonnt die Aktualität dieses Dreiakters. Seine Inszenierung spielt mit einem altdeutschen, an die Krupp-Villa Hügel gemahnenden, staatstragenden Waffenfabrikanten-Ambiente, einem Keller für die mit (K.-o.-Tropfen-)Bier als Opium fürs Volk eingeschläferte Arbeiterschaft und dem Bombenlager einer Deutschlandfahnen schwenkenden, zur Wiederaufrüstung bereiten Nation." Lortzings ebenfalls in Leipzig zur Aufführung kommenden "Waffenschmied" findet Brug hingegen "arg altbacken".

Noch ein Text vom FIND-Festival für Internationale Neue Dramatik an der Schaubühne (siehe auch hier). FAZler Christoph Weissermel scheint die diesjährige Auswahl insgesamt eher mittelinteressant zu finden; hin und weg ist er jedoch von Robert Lepages Miles-Davis-Stück "Needles and Opium", das in einer überarbeiteten Fassung präsentiert wurde: "'Wie verwandelt man Schmerz in Schönheit?', wird einmal gefragt, und in seiner vierten Inszenierung an der Schaubühne zeigt Lepage, wie genau er das weiß. In einem zum Publikum offenen, sich in alle Richtungen drehenden Kubus, in den Räume, Straßenszenen, Jazzclubs projiziert werden, liegen, wandeln, schweben die Schauspieler und schaffen so eine hypnotische, mitunter zirkusähnliche Atmosphäre. Das passt zur Thematisierung von Drogensucht und Liebeskummer, wobei, glaubt man der Inszenierung, beide Worte dasselbe meinen."
Jakob Hayner macht sich in der Welt Gedanken über die Legitimations- und teilweise auch Publikumskrise des Theaters. Teil des Problems ist für ihn, dass die Bühnen von theaterfremden Initiativen vereinnahmt werden, die sich, zum Beispiel, zur Aufgabe setzen, die Stadtgesellschaft abzubilden: "Theater verstehen sich heute nicht mehr als kritischer Beobachtungsposten der Gesellschaft, sondern als zivilgesellschaftliche Akteure in ihr." Doch "wer kann schon Theaterleiter ernst nehmen, die ihr tägliches Brot Widerstand nennen, als ob sie bei Amazon einen Betriebsrat gründen wollten, während sie aber mit ihrem Gehalt in Höhe eines Bundesministers zum einkommensstärksten einen Prozent der Gesellschaft gehören?"
Weitere Artikel: Atif Mohammed Nour Hussein überlegt in der nachtkritik, ob es nicht sinnvoll wäre, die gesamte organisatorische Arbeit im Kulturbereich an Stiftungen zu übergeben. Ralf Stabel blickt in der BlZ voraus auf das Ballettfestival in Gera, das am 8. Mai eröffnet wird.
Besprochen werden ein dem Choreographen Glen Tetley gewidmeter Ballet-Abend am Stuttgarter Ballet (FAZ - "faszinierend und fast befremdlich unemotional") und Tim Etchells "Everything Must Go" am Berliner Hebbel am Ufer (Tagesspiegel - "Die Choreografien erinnern ... an Avatare mit Wackelkontakt").
Kunst
Tobias Timm erinnert sich in der Zeit an Henrike Naumann. Die Künstlerin, die dieses Jahr den deutschen Venedig-Pavillon bestückt, ist letztes Jahr im Alter von nur 41 Jahren verstorben. Die Zeit beschäftigt sich diese Woche außerdem ausführlich mit Claude Monet. Sie beantwortet sechs Fragen zum Maler und bringt einen Text von Gert Heidenreich über die Rolle Étretats in Monets Schaffen, jenes Küstenorts, dem derzeit das Städel eine Ausstellung widmet (siehe auch hier). Marcus Woeller berichtet in der Welt über die Versteigerung des Tänzerinnenbrunnens aus dem Berliner Georg-Kolbe-Museum.
Besprochen werden die Schau "Playground" im im K20 der Kunstsammlung NRW, Düsseldorf (SZ), die KI-Hunde-Ausstellung "Beeple. Regular Animals" in der Berliner Neuen Nationalgalerie (Tagesspiegel). "Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls" im Dortmunder Museum Ostwall (monopol), die Anni Albers gewidmete Schau "Constructing Textiles" im Wiener Unteren Belvedere (Standard), "Kartographien des Wachstums - Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger" im Marta Herford (taz) sowie "Ruin und Rausch. Berlin 1910-1930" in der Neuen Nationalgalerie, Berlin (monopol).
Besprochen werden die Schau "Playground" im im K20 der Kunstsammlung NRW, Düsseldorf (SZ), die KI-Hunde-Ausstellung "Beeple. Regular Animals" in der Berliner Neuen Nationalgalerie (Tagesspiegel). "Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls" im Dortmunder Museum Ostwall (monopol), die Anni Albers gewidmete Schau "Constructing Textiles" im Wiener Unteren Belvedere (Standard), "Kartographien des Wachstums - Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger" im Marta Herford (taz) sowie "Ruin und Rausch. Berlin 1910-1930" in der Neuen Nationalgalerie, Berlin (monopol).
Literatur
Die Diskussionen um Boualem Sansal reißen in Frankreich nicht ab. Libération und Le Monde bemühten sich in langen Reportagen darzulegen, dass der Autor, der ein Jahr lang in den Verliesen des algerischen Regimes verbrachte, in Wahrheit ein "Rechter" sei, deutsche Medien haben diese Behauptung erleichtert nachgeplappert. Er selbst hat sich dagegen verwahrt - zugleich hat er seinen Verlag verlassen und ist ins Haus Grasset gewechselt, das daraufhin selbst Ort eines Eklats wurde. In der Zeitschrift Nouvelle Revue Politique publiziert er nun einen Text, der zeigt, wie verletzt er ist. Er vergleicht das Verhalten der Medien mit einer Steinigung. In einem Gespräch äußert er sich auch nochmal zu den Umständen seiner Begnadigung: "Als ich aus dem Gefängnis kam, habe ich viel über meine Geschichte gelesen und gesehen. Und ich habe festgestellt, dass nicht alle Unterstützer auf derselben Linie lagen. Einige haben mich so unterstützt, wie man einen freien Mann unterstützt, der bereit ist, bis zum Tod zu kämpfen, um frei zu bleiben. Ich hatte Tebboune geschrieben, um ihm mitzuteilen, dass ich jede Begnadigung ablehne."
Im Figaro publiziert Manuel Valls, ehemals Premierminister Frankreichs, eine leidenschaftliche Verteidigung Sansals, den er in eine Reihe mit Camus, Solschenizyn, Rushdie stellt: Bei all diesen Autoren seien stets dieselben Strategien angewandt worden, um sie zu desavouieren. Hintergrund ist eine Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in der eine Kritikerin von Le Monde Sansal als mittelmäßig und erfolglos abtat. "Die Worte ändern sich. Die Logik hingegen bleibt dieselbe: Man rechtfertigt die Verfolgung zum Teil, indem man das Opfer niedermacht, und wenn die Argumente fehlen, greift man sein Talent an. Denn genau darin liegt der tiefste Punkt des gegen Sansal veranstalteten Tribunals: sein Werk anzufechten, um der Frage nach seiner Freiheit besser ausweichen zu können. Ist der Schriftsteller mittelmäßig, verliert die Angelegenheit an Bedeutung. Sind seine Romane nichts wert, dann verdient seine Inhaftierung keine wirkliche Mobilisierung. Das ist eine zynische Argumentation und, ehrlich gesagt, zutiefst aufschlussreich: Sie zeigt, dass man das, was man moralisch nicht widerlegen kann, versucht, ästhetisch aufzulösen."
Weiteres: Maja Beckers spricht in der Zeit mit der Bestseller-Autorin Isabelle Herzog. Besprochen werden unter anderem Denise Minas Kriminalroman "Die große Hitze" (FR), Robert Seethalers "Die Straße" (FAZ), Tupoka Ogettes Memoir "Trotzdem zuhause" (Zeit) und Slobodan Šnajders "Engel des Verschwindens" (NZZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Im Figaro publiziert Manuel Valls, ehemals Premierminister Frankreichs, eine leidenschaftliche Verteidigung Sansals, den er in eine Reihe mit Camus, Solschenizyn, Rushdie stellt: Bei all diesen Autoren seien stets dieselben Strategien angewandt worden, um sie zu desavouieren. Hintergrund ist eine Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in der eine Kritikerin von Le Monde Sansal als mittelmäßig und erfolglos abtat. "Die Worte ändern sich. Die Logik hingegen bleibt dieselbe: Man rechtfertigt die Verfolgung zum Teil, indem man das Opfer niedermacht, und wenn die Argumente fehlen, greift man sein Talent an. Denn genau darin liegt der tiefste Punkt des gegen Sansal veranstalteten Tribunals: sein Werk anzufechten, um der Frage nach seiner Freiheit besser ausweichen zu können. Ist der Schriftsteller mittelmäßig, verliert die Angelegenheit an Bedeutung. Sind seine Romane nichts wert, dann verdient seine Inhaftierung keine wirkliche Mobilisierung. Das ist eine zynische Argumentation und, ehrlich gesagt, zutiefst aufschlussreich: Sie zeigt, dass man das, was man moralisch nicht widerlegen kann, versucht, ästhetisch aufzulösen."
Weiteres: Maja Beckers spricht in der Zeit mit der Bestseller-Autorin Isabelle Herzog. Besprochen werden unter anderem Denise Minas Kriminalroman "Die große Hitze" (FR), Robert Seethalers "Die Straße" (FAZ), Tupoka Ogettes Memoir "Trotzdem zuhause" (Zeit) und Slobodan Šnajders "Engel des Verschwindens" (NZZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Film

Die Schriftstellerin Angela Steidele listet in der FAZ ausführlich auf, wie Markus Schleinzers auf der Berlinale gefeierter Film "Rose" angeblich allzu lax mit der Geschichte umgeht. Steidele sieht in dem Film die Geschichte von Catharina Margaretha Linck, genannt Rosenstengel, aufgegriffen, die sich im frühen 18. Jahrhundert als Mann ausgab und die letzte Frau war, die wegen "Unzucht" mit einer Frau hingerichtet wurde - eine Geschichte zu der Steidele auch zwei Bücher veröffentlicht hat (hier und dort unsere Notizen). Um mehr als eine lose Anlehnung handelt es sich bei dem Film aber nicht, wie auch Steidele einräumt: "Alles, was die historische Gestalt avant la lettre zu einer Lesbe oder einen Transmann macht, lässt der Regisseur (...) weg. Sein Umgang mit der/dem historischen Rosenstengel gleicht einer homo- beziehungsweise transphoben Farce: durch Unterlassen. Auch wenn in 'Rose' die Geschichte Rosenstengels um achtzig Jahre vorverlegt und der äußere Gang der Handlung einem weiteren berühmten historischen (und erfolgreich verfilmten) Fall entlehnt, dem von Martin Guerre, der sich unter falscher Identität einen Hof erschlich, so übernimmt Schleinzer doch die meisten Motive aus dem Leben von Catharina Linck" und, wie Steidele Schleinzer vorwirft, aus ihren Büchern, aus denen er angeblich Szenen "plagiiert" habe.
tazlerin Arabella Wintermayr sieht in dem Film indessen zwar keinen "Film, der erlöst, aber ein Meisterstück über die Würde der Unbeugsamkeit im Angesicht der Tyrannei der Masse".
Weitere Artikel: In der NZZ porträtiert Silvia Posavec den iranischen Regisseur Ali Asgari, dessen "Divine Comedy" vorerst nur in der Schweiz läuft. Im Filmdienst spricht Katharina Zeckau mit der Dokumentarfilmerin Sigrid Klausmann und deren Produzenten und Ehemann Walter Sittler über deren gemeinsamen Dokumentarfilm "Girl's Don't Cry", in dem anhand von sechs internationalen Porträts die Frage gestellt wird, was es heißt, ein Mädchen zu sein. Critic.de dokumentiert den Einführungsvortrag, den Silvia Szymanski in der von Perlentaucher-Kritiker Tilman Schumacher kuratierten Harald-Reinl-Retrospektive im Berliner Zeughauskino gehalten hat. In ihrer taz-Kolumne fragt sich Valérie Catil, warum Biopics so selten glücken.
Besprochen werden Klaus Frieds Dokumentarfilm "friendly fire" über seinen Vater, den Lyriker Erich Fried ("Erich Fried mit seinen Traumata, Idiosynkrasien, blinden Flecken: Das ist eben auch ein repräsentatives Intellektuellenleben aus dem 20. Jahrhundert", schreibt Tilman Krause in der Welt), Thomas Stubers Roadmovie "Der Frosch und das Wasser" (SZ-Kritikerin Sofia Glasl feiert "eine Ausnahme in der deutschen Filmkomödie") und Simón Mesa Sotos kolumbianische Tragikomödie "Un poeta" (Standard).
Musik
Ueli Bernays hat sich für die NZZ in der Welt der KI-generierten Musik auf Streamingdiensten umgesehen: Die Zahl entsprechender Uploads nimmt ständig zu, für traditionelle Musiker erhöht sich damit der Druck im Hauen und Stechen um die spärlichen Tantiemen nochmals, während etwa Spotify darin ein Mittel zur Kostenersparnis sieht: "Es geht um den Zusammenhalt eines Publikums, das sich um ein Idol schart, das menschliche Empfindungen weckt und verarbeitet - fast wie ein Therapeut. So entsteht eine Art Intimität zwischen Musikern und den Zuhörern. Aber welch eine Irritation, wenn man plötzlich merkt, dass die Melancholie, die Euphorie oder Verletzlichkeit, die einen berührt, von einer Maschine simuliert ist. ... Wahrscheinlich aber ändert sich mit der Musik auch die musikalische Sensibilität. Kommende Generationen werden die Songs aus dem Computer genießen wie den Kaffee aus dem Automaten."
Die türkische Justiz geht derzeit gegen den Rapper Mabel Matiz vor - zunächst wurde sein Liebeslied "Perperişan" auf staatlichen Druck in der Türkei aus den Streamingangeboten entfernt und wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht, drohen ihm nun wegen "Obszönität" auch noch drei Jahre Haft. Da Matiz homosexuell ist, wird ihm auch sein Song entsprechend homoerotisch ausgelegt. Es ist "eine weitere Station im jüngsten Feldzug der türkischen Justiz gegen die Popkultur des Landes: Sänger, Tänzerinnen, Influencer und Komiker werden mit den absurdesten Vorwürfen vor Gericht gestellt", schreibt Susanne Güsten im Tagesspiegel. "Staatsanwaltschaft und Familienministerium nahmen besonderen Anstoß daran, dass in dem Lied ein 'bebe', ein 'Baby', angesprochen wird - als würde das Wort 'baby' nicht so oft in Popsongs vorkommen wie 'yeah'. ... Dass die Gerichte solche Anklagen nicht aus dem Saal lachen, können die sechs Sängerinnen der Band Manifest bezeugen. Sie wurden kürzlich zu dreimonatigen Gefängnisstrafen verurteilt, weil Regierung und Richter ihre Tanzbewegungen auf der Bühne 'unanständig' und 'exhibitionistisch' fanden."
Weitere Artikel: Wie bereits der Schauspieler Matthew McConaughey hat nun auch Taylor Swift anhand von Soundschnippsel und ikonischen Fotos ihre Stimme und ihr Aussehen beim US-Patentamt als Marke gesichert, um gegenüber KI-Gebrauch und Deepfakes juristisch eine stärkere Position zu haben, meldet Inga Barthels im Tagesspiegel. "Diese in den USA als 'Trademark yourself'-Strategie bezeichnete Vorgehensweise ist kein Garant, um in Urheberrechtsprozessen zu gewinnen", kommentiert David Steinitz in der SZ, "aber helfen könnte sie vor Gericht schon". Christine Lemke-Matwey schreibt auf ZeitOnline einen Nachruf auf den Dirigenten und Musikgelehrten Peter Gülke. Im ND staunt Florian Schmid darüber, wie viele gute neue Punkbands es in Deutschland gibt. Irland bleibt bei seiner antisemitischen Haltung und will den ESC wegen der israelischen Beteiligung nicht übertragen, meldet die Jüdische Allgemeine. Peter Blaha (FAZ) und Egbert Tholl (SZ) gratulieren dem Dirigenten Zubin Mehta zum 90. Geburtstag.
Besprochen werden Paperclip Minimisers Album "II" (FR), ein Konzert des London Symphony Orchestras in Wien (Standard) und ein gemeinsames Album von Nine Inch Nails und Boys Noize ("ein fulminantes, völlig unerwartet veröffentlichtes Album", staunt Max Dax in der FR).
Und dies hier ist ganz klar das Musikvideo der Saison (wie die Macher auf Twitter auch gleich selbst behaupten).
Die türkische Justiz geht derzeit gegen den Rapper Mabel Matiz vor - zunächst wurde sein Liebeslied "Perperişan" auf staatlichen Druck in der Türkei aus den Streamingangeboten entfernt und wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht, drohen ihm nun wegen "Obszönität" auch noch drei Jahre Haft. Da Matiz homosexuell ist, wird ihm auch sein Song entsprechend homoerotisch ausgelegt. Es ist "eine weitere Station im jüngsten Feldzug der türkischen Justiz gegen die Popkultur des Landes: Sänger, Tänzerinnen, Influencer und Komiker werden mit den absurdesten Vorwürfen vor Gericht gestellt", schreibt Susanne Güsten im Tagesspiegel. "Staatsanwaltschaft und Familienministerium nahmen besonderen Anstoß daran, dass in dem Lied ein 'bebe', ein 'Baby', angesprochen wird - als würde das Wort 'baby' nicht so oft in Popsongs vorkommen wie 'yeah'. ... Dass die Gerichte solche Anklagen nicht aus dem Saal lachen, können die sechs Sängerinnen der Band Manifest bezeugen. Sie wurden kürzlich zu dreimonatigen Gefängnisstrafen verurteilt, weil Regierung und Richter ihre Tanzbewegungen auf der Bühne 'unanständig' und 'exhibitionistisch' fanden."
Weitere Artikel: Wie bereits der Schauspieler Matthew McConaughey hat nun auch Taylor Swift anhand von Soundschnippsel und ikonischen Fotos ihre Stimme und ihr Aussehen beim US-Patentamt als Marke gesichert, um gegenüber KI-Gebrauch und Deepfakes juristisch eine stärkere Position zu haben, meldet Inga Barthels im Tagesspiegel. "Diese in den USA als 'Trademark yourself'-Strategie bezeichnete Vorgehensweise ist kein Garant, um in Urheberrechtsprozessen zu gewinnen", kommentiert David Steinitz in der SZ, "aber helfen könnte sie vor Gericht schon". Christine Lemke-Matwey schreibt auf ZeitOnline einen Nachruf auf den Dirigenten und Musikgelehrten Peter Gülke. Im ND staunt Florian Schmid darüber, wie viele gute neue Punkbands es in Deutschland gibt. Irland bleibt bei seiner antisemitischen Haltung und will den ESC wegen der israelischen Beteiligung nicht übertragen, meldet die Jüdische Allgemeine. Peter Blaha (FAZ) und Egbert Tholl (SZ) gratulieren dem Dirigenten Zubin Mehta zum 90. Geburtstag.
Besprochen werden Paperclip Minimisers Album "II" (FR), ein Konzert des London Symphony Orchestras in Wien (Standard) und ein gemeinsames Album von Nine Inch Nails und Boys Noize ("ein fulminantes, völlig unerwartet veröffentlichtes Album", staunt Max Dax in der FR).
Und dies hier ist ganz klar das Musikvideo der Saison (wie die Macher auf Twitter auch gleich selbst behaupten).
This is already being considered the music video of the year pic.twitter.com/53TpDgR0e9
- Yung Lean Brasil (@yungleanbrasil) April 28, 2026
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