Efeu - Die Kulturrundschau
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25.03.2026. Die FAZ staunt, dass Rapper plötzlich Mädchenpop gut finden. Die taz lernt in einer Grönland-Ausstellung in Bern ein Land voller Gegensätze kennen. Will das Wiener Burgtheater wirklich nicht mehr als ein besseres Stadttheater sein, fragt die Welt. Der Standard fühlt sich von dem metaphysischen Trübsinn der Heavy-Metal-Band Neurosis verstanden. Backstage Classical überlegt, warum einige Journalisten unbedingt übergriffige Intendanten und Musiker verteidigen wollen.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
25.03.2026
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Musik
Nikolai Ott wirft für die FAZ einen Blick auf das Phänomen, dass sich insbesondere jüngere Protagonisten des Deutschrap für "White Girl Music" der frühen Zehnerjahre öffnen und deren Fundus also als Sample-Material aufgreifen. "Die Rapper zeigen, dass daran nichts unmännlich ist. Und mehr noch: dass die alte Unterscheidung zwischen 'echter' Musik und 'Guilty Pleasure' als Statusgeste mittlerweile brüchig wird. ... Auffällig ist nur: So selbstbewusst die Rap-Stars ihre neue Liebe zum Pop zelebrieren, so zurückhaltend bleibt die männliche Gefolgschaft, sich ernsthaft zu White-Girl-Pop oder, einfacher, zu Pop zu bekennen. Stattdessen bleibt es oft beim ironischen Vorbehalt, beim Zwinkern im Satz. In diesem Impuls, die neue Nähe zur Popkultur wegzuschieben, steckt deshalb wohl weniger Geschmack als ein Immunisierungsversuch gegenüber der aktuellen Kulturlandschaft, die sich im Pop-Revival ausdrückt: Wenn die Gegenwart überfordert, wird die Vergangenheit zur sicheren Zone - als Playlist, als Pose, als Erinnerung an eine Zeit, die zumindest im Rückblick geordneter wirkt." Hier greift Souly etwa auf "I Love It" von Icona Pop und Charli XCX aus dem Jahr 2013 zurück:
tazler Karl Bruckmaier gerät beim Blick ins fotografische Begleitmaterial des neuen Live-Albums "Bremen 1965" von Thelonious Monk sehr ins Schmunzeln: Während der Jazz sich in den USA seinerzeit schon ins Anarchische entgrenzt hat, trägt das deutsche Publikum "noch toupierte Haarpracht und Façonschnitt, Kostüm und Anzug, während Monk nach Zeitungsberichten an jenem Abend des 8. März 1965 einen grünen Anzug, knallgelbe Schuhe, eine rosa Krawatte und eine hohe russisch anmutende Pelzmütze präsentierte. Wie irritierend müssen seine exaltierten Bewegungen am Klavier gewesen sein, dieser Sitztanz einer Gottesanbeterin, dieses Scheppern und Klirren, dieses abrupte Abstoppen und neu Anfangen, diese eigentümliche Verwendung eines sich langsam verstimmenden Flügels als Schlagwerk, diese Reinkarnation des Klaviers als afrikanische Trommel. ... Es scheint mir unmöglich, nach diesem Abend weitergelebt zu haben wie davor."
Nicht nur Christian Schachinger im Standard, sondern auch der Perlentaucher hinter diesen Zeilen freut sich über das Comeback von Neurosis, die mit "An Undying Love for a Burning World" nach zehn Jahren ein neues Album vorlegen und mit Aaron Turner einen neuen Mann am Mikro präsentieren. Einst als Hardcore-Punk-Band gegründet, zählt die Band längst zu den Pionieren des Avantgarde-Metal. "Nach über die Jahre veröffentlichten Großtaten wie 'Souls at Zero' (1992), 'Through Silver in Blood' (1996) oder zuletzt 2016 'Fire Within Fires' wähnte man eigentlich, dass zum Thema Verlust, Trauma und überhaupt Welt, die in die Binsen geht, alles gesagt sei." Doch die Band lädt "ein weiteres Mal zum Totentanz ein" und lässt mitunter erahnen, "wie es klingt, wenn sich Pink Floyd in ihrer klassischen Astronautenphase inklusive gezupfter Gitarre und Ikea-Sternteppich-Synthesizer in eine Punker-Hütte verirren würden. ... Wir blasen mit Neurosis metaphysischen Trübsinn" und "am Ende fühlt man sich restlos - und endgültig - verstanden. Das Leben kann jetzt weitergehen. Aber nicht für immer. Danke, so gut schlecht haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt."
"Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet in einigen Traditions-Feuilletons noch immer das Märchen des ungezügelten Genies fortgeschrieben und die Kunst als geniales Machotum verteidigt wird", schreibt Axel Brüggemann auf Backstage Classical mit Blick auf die Berichterstattung über die Auseinandersetzungen um den Intendanten der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser. "Könnte es sein, dass es einigen Dinosauriern des Klassik-Feuilletons" - Brüggemann hebt Eleonore Büning, Manuel Brug und Jan Brachmann namentlich hervor - "gar nicht mehr um die Musik und ihre gesellschaftlichen Strukturen geht, sondern darum, dass sie im Wandel des Klassik-Geschäftes ihren eigenen Bedeutungsverlust spiegeln und deshalb mit einem merkwürdigen Furor aus Besserwisserei, Ignoranz und der Verteidigung von schlechtem Benehmen gegen ihn anschreiben? ... Einige Journalistinnen und Journalisten scheinen sich als letzte Gatekeeper der hehren Kunst zu verstehen. Wobei nicht wirklich klar ist, ob sie wirklich noch die Musik verteidigen, oder nur jene Stellung, die sie in dieser alten Welt früher selber einmal ausgefüllt haben: die Position der Autorität und der Macht. Ist das Wehklagen über das Ende der brutalen alten Klassikwelt also letztlich nur ein Wehklagen über das Ende der eigenen Rolle?"
Weitere Artikel: Die Agenturen melden, dass der Cantautore Gino Paoli im Alter von 91 Jahren gestorben ist - hier das ewig hinreißende Lied "Senza Fine". Besprochen werden ein Auftritt von Clueso in Frankfurt (FR), ein Konzert von Sebastian Gramss und Valentin Garvie in Höchst (FR), Melina Noras Mundart-Album "Momänt" (NZZ), Jack Harlows Album "Monica" (FAZ), eine Netflix-Doku über die Red Hot Chili Peppers (SZ) und Robyns neues Album "Sexistential" (Standard).
tazler Karl Bruckmaier gerät beim Blick ins fotografische Begleitmaterial des neuen Live-Albums "Bremen 1965" von Thelonious Monk sehr ins Schmunzeln: Während der Jazz sich in den USA seinerzeit schon ins Anarchische entgrenzt hat, trägt das deutsche Publikum "noch toupierte Haarpracht und Façonschnitt, Kostüm und Anzug, während Monk nach Zeitungsberichten an jenem Abend des 8. März 1965 einen grünen Anzug, knallgelbe Schuhe, eine rosa Krawatte und eine hohe russisch anmutende Pelzmütze präsentierte. Wie irritierend müssen seine exaltierten Bewegungen am Klavier gewesen sein, dieser Sitztanz einer Gottesanbeterin, dieses Scheppern und Klirren, dieses abrupte Abstoppen und neu Anfangen, diese eigentümliche Verwendung eines sich langsam verstimmenden Flügels als Schlagwerk, diese Reinkarnation des Klaviers als afrikanische Trommel. ... Es scheint mir unmöglich, nach diesem Abend weitergelebt zu haben wie davor."
Nicht nur Christian Schachinger im Standard, sondern auch der Perlentaucher hinter diesen Zeilen freut sich über das Comeback von Neurosis, die mit "An Undying Love for a Burning World" nach zehn Jahren ein neues Album vorlegen und mit Aaron Turner einen neuen Mann am Mikro präsentieren. Einst als Hardcore-Punk-Band gegründet, zählt die Band längst zu den Pionieren des Avantgarde-Metal. "Nach über die Jahre veröffentlichten Großtaten wie 'Souls at Zero' (1992), 'Through Silver in Blood' (1996) oder zuletzt 2016 'Fire Within Fires' wähnte man eigentlich, dass zum Thema Verlust, Trauma und überhaupt Welt, die in die Binsen geht, alles gesagt sei." Doch die Band lädt "ein weiteres Mal zum Totentanz ein" und lässt mitunter erahnen, "wie es klingt, wenn sich Pink Floyd in ihrer klassischen Astronautenphase inklusive gezupfter Gitarre und Ikea-Sternteppich-Synthesizer in eine Punker-Hütte verirren würden. ... Wir blasen mit Neurosis metaphysischen Trübsinn" und "am Ende fühlt man sich restlos - und endgültig - verstanden. Das Leben kann jetzt weitergehen. Aber nicht für immer. Danke, so gut schlecht haben wir uns schon lange nicht mehr gefühlt."
"Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet in einigen Traditions-Feuilletons noch immer das Märchen des ungezügelten Genies fortgeschrieben und die Kunst als geniales Machotum verteidigt wird", schreibt Axel Brüggemann auf Backstage Classical mit Blick auf die Berichterstattung über die Auseinandersetzungen um den Intendanten der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser. "Könnte es sein, dass es einigen Dinosauriern des Klassik-Feuilletons" - Brüggemann hebt Eleonore Büning, Manuel Brug und Jan Brachmann namentlich hervor - "gar nicht mehr um die Musik und ihre gesellschaftlichen Strukturen geht, sondern darum, dass sie im Wandel des Klassik-Geschäftes ihren eigenen Bedeutungsverlust spiegeln und deshalb mit einem merkwürdigen Furor aus Besserwisserei, Ignoranz und der Verteidigung von schlechtem Benehmen gegen ihn anschreiben? ... Einige Journalistinnen und Journalisten scheinen sich als letzte Gatekeeper der hehren Kunst zu verstehen. Wobei nicht wirklich klar ist, ob sie wirklich noch die Musik verteidigen, oder nur jene Stellung, die sie in dieser alten Welt früher selber einmal ausgefüllt haben: die Position der Autorität und der Macht. Ist das Wehklagen über das Ende der brutalen alten Klassikwelt also letztlich nur ein Wehklagen über das Ende der eigenen Rolle?"
Weitere Artikel: Die Agenturen melden, dass der Cantautore Gino Paoli im Alter von 91 Jahren gestorben ist - hier das ewig hinreißende Lied "Senza Fine". Besprochen werden ein Auftritt von Clueso in Frankfurt (FR), ein Konzert von Sebastian Gramss und Valentin Garvie in Höchst (FR), Melina Noras Mundart-Album "Momänt" (NZZ), Jack Harlows Album "Monica" (FAZ), eine Netflix-Doku über die Red Hot Chili Peppers (SZ) und Robyns neues Album "Sexistential" (Standard).
Architektur
Nikolaus Bernau gibt im Tagesspiegel den aktuellen Stand bei einer von nicht wenigen Berliner Museumsgrotesken durch: Der Bau des Museums der Moderne stockt wieder. Und zwar, weil es im Winter dieses Jahr nass und kalt wurde, womit offensichtlich niemand gerechnet hatte. Jedenfalls besteht der Verdacht, dass die Baustruktur Schaden genommen hat. "Das Peinliche ist: Genau dieses Nässerisiko war einer der Gründe, warum die Wahl von Weimers Vorgängerin Monika Grütters, an genau diesem Platz zu bauen, so scharf von der Fachwelt - sogar von den Museen - abgelehnt wurde. Hier zu bauen, hieß von vornherein entweder sehr hoch oder sehr tief zu bauen, um das Raumprogramm unterbringen zu können. Es ist so groß, weil der Bauplatz keine Verbindung zu anderen Museumsbauten erlaubt, also ein eigenes Vollmuseum mit Werkstätten (...) et cetera entstehen muss. Nur deswegen wurde 16 Meter tief betoniert. Das Projekt ist schon jetzt mit großem Abstand der nach Quadrat- und Kubikmetern teuerste Museumsneubau der deutschen Geschichte."
Bühne

Sylvia Staude erlebt ein weiteres Mal einen inspirierenden Tanztheaterabend, diesmal, ist in der FR zu lesen, im Stadttheater Gießen. Gegeben wird dort Johannes Wielands "Piece #0". Ein durchaus rätselhaftes Stück über Wahrheit und Lüge, das durch "das Geheimnisvolle" besticht, das die Tänzer umgibt. "Was treibt sie an, was haben sie vor, wenn sie sich zum Beispiel geschmeidig wie Raubtiere bewegen? Und was tun sie 'nie', 'never', wie sie ein paarmal versichern? Und mit welchen Absichten holen sie einen Zuschauer auf die Bühne (der Herr der Premiere war nicht sehr begeistert), setzen ihn dort auf einen Stuhl? Die Tänzerin, die ihn hochgeführt hat, legt irgendwann ihren Kopf auf seine Schulter. Ein trautes, ein friedliches Bild. Während eine andere Tänzerin nackt und still wie eine Statue auf der Drehbühne im Kreis fährt."
Nicht der Rede wert ist Stefan Bachmanns Inszenierung von Thornton Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen" am Wiener Burgtheater, wenn man Welt-Autor Jakob Hayner glauben kann. Das Stück selbst ist Beckett für Arme, die Regieeinfälle sind zahlreich, aber zünden nicht. Hayner nutzt seinen Text für einen Frontalangriff auf die österreichische Bühneninstitution: "Am Burgtheater könnte all das stattfinden, was in keinem Stadttheater sonst möglich wäre. Warum nicht Stoffe auf die Bühne bringen, die alle Maße sprengen? Etwas wie Hermann Brochs 'Die Entsühnung' oder 'Die Schlafwandler'? Oder alle Shakespeare-Politdramen in einer Spielzeit? Wo, wenn nicht am Burgtheater? Doch von solchen Träumen keine Spur. So muss sich das Burgtheater im 250. Jahr seines Bestehens fragen lassen, was es sein will. Ein Ort, wo Theatergeschichte geschrieben werden kann? Oder nur ein Stadttheater mit üppigem Budget und riesigem Ensemble? Klar, am Ende wäre auch der Niedergang des Burgtheaters nicht der Untergang der Welt. Man wird auch den überleben."
Außerdem: Atif Mohammed Nour Houssein singt auf nachtkritik ein Loblied auf Provinztheater.
Besprochen werden Nestroys "Frühere Verhältnisse" in der Inszenierung Ruth Brauer-Kvams am Schauspielhaus Graz (Standard - "Es entstehen Leerläufe"), Carolina Cappellis Solo-Show "B-Movies", die beim Imagetanz-Festival des Brut-Theaters Wien aufgeführt wird (Standard - "All das kann zu nervösem Zwechfell-Zucken und irritierenden Lauten wie 'ha ha ha' im Publikum führen"), Floris Vissers Inszenierung von Wagners "Parsifal" an der Semperoper Dresden (FAZ - "Daniele Gatti am Pult der Sächsischen Staatskapelle spiegelt die Ratlosigkeit der Bühne"), Amélie Niermeyers Inszenierung von Moritz Rinkes "Sophia oder Das Ende der Humanisten" am Wiener Theater in der Josefstadt (Welt - "grundsolides und schnörkelloses Unterhaltungstheater") und die Ballett-Biografie "Nurejew" an der Deutschen Oper Berlin (NZZ, Welt - "Immerhin, zwei berührend zarte Momente gibt es").
Film
Gerrit Bartels schreibt im Tagesspiegel zum Tod des Underground-Filmemachers Peter Sempel. Patrick Heidmann spricht in der taz mit Harry Lighton über dessen Langfilmdebüt "Pillion", das von einer schwulen SM-Beziehung erzählt. Silvia Hallensleben resümiert in der taz die Diagonale in Wien. Andrea Burtz spricht für den Filmdienst mit Hape Kerkeling über dessen (in FD und SZ besprochenes) Kino-Comeback als Horst Schlämmer. Im Filmdienst verneigt sich Alexander Brüggemann vor William Shatner, der am 22. März 95 Jahre alt geworden ist. Besprochen werden Lee Sang-ils Kabuki-Drama "Kokuho" (FAZ), Louis Therouxs Netflix-Dokumentation "Inside the Manosphere" (NZZ), die ZDF-Dokuserie "Die Diplomaten - Inside Auswärtiges Amt" (FAZ, ZeitOnline) und Ric Roman Waughs Actionfilm "Shelter" mit Jason Statham (Standard).
Literatur
Aus der gestrigen FR tragen wir einen Artikel Claus Leggewies zu einem Auftritt Boualem Sansals auf der Leipziger Buchmese nach. Mit Befremden sei die Meldung aufgenommen worden, dass Sansal sein angestammtes Verlagshaus Gallimard verlässt. Dort hat man sich für Sansals Freilassung eingesetzt. Und doch. "Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Deutschland bei einer Diskussionsveranstaltung in Leipzig bedankte sich der Schriftsteller ausdrücklich bei seinen Unterstützern und fiel ihnen glücklich in die Arme. Aber er machte seine Position unverändert deutlich. Ich kann die erratisch wirkende Reaktion nachvollziehen. Sansal insistiert darauf, nicht begnadigt werden zu wollen, sondern Recht zu bekommen und das algerische Regime mit einem Revisionsverfahren weltweit ins Unrecht zu setzen." Sansal publiziert jetzt bei Grasset, einem Verlagshaus, das dem katholisch-fundamentalistischen und natürlich sehr rechten Mogul Vincent Bolloré gehört.
Weiteres: Arno Widmann liest für die FR Bücher über die Reemtsma-Entführung vor dreißig Jahren. In der FAZ gratuliert Mark Siemons dem chinesischen Literaturnobelpreisträger Mo Yan zum 70. Geburtstag. Besprochen werden unter anderem Birgit Birnbachers "Sie wollen uns erzählen" (NZZ), Jana Hensels "Es war einmal ein Land" (NZZ), Christoph Peters' "Entzug" (FR), neue Kinder- und Jugendbücher (taz), neue Sachbücher (FAZ) und Ingrid Bordnigs "Feindbild Frau" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Weiteres: Arno Widmann liest für die FR Bücher über die Reemtsma-Entführung vor dreißig Jahren. In der FAZ gratuliert Mark Siemons dem chinesischen Literaturnobelpreisträger Mo Yan zum 70. Geburtstag. Besprochen werden unter anderem Birgit Birnbachers "Sie wollen uns erzählen" (NZZ), Jana Hensels "Es war einmal ein Land" (NZZ), Christoph Peters' "Entzug" (FR), neue Kinder- und Jugendbücher (taz), neue Sachbücher (FAZ) und Ingrid Bordnigs "Feindbild Frau" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Kunst

Unabsichtlich hochaktuell ist die Ausstellung "Grönland. Alles wird anders" geraten, die im Berner Alpinen Museum der Schweiz aka Alps, zu sehen ist. Wie Frank Keil in der taz berichtet, wurde die Ausstellung bereits letzten Herbst eröffnet, als Trumps Pläne, die Insel zu annektieren, noch nicht in aller Munde war. Die Schau ermöglicht vielfältige Einblicke in das dünn besiedelte Land, besonders begeistert ist Keil von großflächigen Doppel-Videoprojektionen, in denen grönländische Gegensätze aufeinanderprallen: "Links warten die einen stoisch im Schneesturm auf den Bus; rechts tanzen die anderen zu einem eigensinnigen Mix aus Rock und Hip-Hop, den ein junger Mann mit Wollmütze in dem überfüllten Klub namens 'Kristinemut' über sie hinwegschallen lässt. (...) Mal fliegt man mit im Helikopter über vereiste Ödnis, dann wieder schaut man in eine steril-glänzende Shoppingmall der Hauptstadt Nuuk. Beide Welten wirken verwandt seltsam."
Ingeborg Ruthe gedenkt in der BlZ dem verstorbenen Berliner Maler Matthias Koeppel. Annegret Erhard gibt in der Welt durch, dass eine Zeichnung Hans Baldur Griens in Frankreich zum nationalen Schatz erklärt wurde.
Besprochen werden "Tracey Emin. A Second Life" in der Londoner Tate Modern (FAZ), "Monets Küste: Die Entdeckung von Étretat" im Frankfurter Städel (SZ), eine Peter Hujar und Liz Deschenes
gewidmete Ausstellung im Berliner Gropius Bau (monopol), die Geschichtsschau "Der Holocaust. Was wussten die Deutschen?" in Topographie des Terrors, Berlin (Tagesspiegel), "Brancusi" in der Berliner Neuen Nationalgalerie (SZ, Welt) und "Canaletto & Bellotto" im Kunsthistorischen Museum Wien (Standard).
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