Efeu - Die Kulturrundschau
Wer rächt sich hier an wem?
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
02.10.2025. Die Theaterkritiker verneigen sich vor Burkhard C. Kosminski, der Peter Weiss' Stück "Die Ermittlung" sechzig Jahre nach der Uraufführung noch einmal im Stuttgarter Landtag inszeniert. VAN staunt, wofür die Komische Oper ihren "Migrationsetat" ausgibt. Die NZZ sieht in Mstyslav Chernovs Dokumentarfilm "2000 Meters to Andriivka" den Krieg aus den Augen ukrainischer Soldaten. Die SZ lässt sich in München von Cyberpioner Miguel Chevalier digitale Brokkoliköpfe zeigen. Als Plädoyer für den stillen Einspruch empfiehlt der Perlentaucher Tom Shovals Dokumentarfilm über den 7. Oktober.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
02.10.2025
finden Sie hier
Bühne

Sechzig Jahre nach der Uraufführung wurde im Stuttgarter Landtag noch einmal Peter Weiss' dokumentarisches Stück "Die Ermittlung" über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse gezeigt - und die TheaterkritikerInnen verneigen sich vor der Regie von Burkhard C. Kosminski, der ganz auf Effekthascherei verzichtet. Es ist ein Kunststück, wie er das Spiel austariert, lobt Judith von Sternburg in der FR: "Einerseits spröde, ohne den Versuch einer Nachempfindung, die hier immer eine Spielfilmidisierung wäre, andererseits aber kein Vortrag, kein Deklamieren. Hier eine kleine Geste oder ein Augenblick der Verzweiflung, da ein regionaler Anklang, die Angeklagten nicht höhnisch lachend, aber doch minimalistisch feixend. Es gelang, sowohl eine Nähe herzustellen, Menschen zu zeigen, sich aber nichts von dem Leid anzueignen. In einer grauenhaften Situation muss man das dennoch feinsinnig nennen."
Ähnlich urteilt Egbert Tholl in der SZ, der das Stück in allen sechzehn deutschen Landtagen aufgeführt sehen möchte. Gerade die Schauspieler beeindrucken ihn: "Alle, die hier sprechen, vermeiden Pathos und Emotion, sprechen klar, sachlich, erschütternd objektiv. ... Im Frankfurter Prozess ging es nicht nur um die konkreten Täter, um die Blockführer, Ärzte, den Adjutanten des Lagerkommandanten, es ging auch um die Gesellschaft, in der deren Taten möglich waren." In der taz urteilt Björn Hayer: "Man hat großes Theater erlebt, durchaus. Aber eben auch ein Requiem, das einen noch lange danach schaudern lässt." Nachtkritiker Thomas Rothschild hebt die Aktualität der Inszenierung hervor, denn: "Wer hätte es in den sechziger Jahren für möglich gehalten, dass 'Argumente', die den Nationalsozialismus und die massenhafte systematische Ermordung von Juden relativieren, in Deutschland irgendwann einmal zwar nicht mehrheitsfähig, aber doch wieder geäußert und geduldet werden könnten?"
Mit dem Mega-Spektakel "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber eröffnete die Komische Oper im Tempelhofer Flughafen ihre aktuelle Saison, veranschlagt wurden 3,4 Millionen Euro Gesamtausgaben für die Produktion - das Geld stammt unter anderem aus dem sogenannten "Migrationsetat" von jährlich 3,26 Millionen Euro, weiß Hartmut Welscher bei VAN. Gedacht war der Etat eigentlich für die Mietkosten im Schillertheater, aber: "Tatsächlich fließt der Großteil des Migrationsetats aber nicht in das Schillertheater, sondern die sogenannten Außenspielstätten, allen voran die Großproduktionen im Tempelhofer Flughafen: Laut aktueller Vereinbarung zwischen Bauverwaltung und Oper vom März 2023, die VAN vorliegt, werden jährlich fast 3 Millionen Euro, und damit über 90 Prozent des gesamten Migrationsetats, für Miete, Betriebskosten und Instandsetzung der Außenspielstätten verwendet. Demgegenüber stehen nur etwa 280.000 Euro für die Bereiche, für die der Etat offiziell veranschlagt wird: Zusatzlager, Transport- und Logistikkosten im Schillertheater."
Weitere Artikel: In der Zeit singt Florian Zinnecker ein Loblied auf Tobias Kratzer, der mit Robert Schumanns Oratorium "Das Paradies und die Peri" seine Intendanz an der Hamburgischen Staatsoper eröffnet. Backstage Classical veröffentlicht indes die Eröffnungsrede, die Elfriede Jelinek zur Eröffnung der Hamburger Opernsaison hielt und in der sie eine "neue Ära" unter Tobias Kratzer beschwört.
Besprochen werden außerdem das Stück "The Rocky Horror Drag Show", das das RambaZamba Theater in Berlin präsentiert (taz) und Julia Huebners Inszenierung von Roland Schimmelpfennigs "Der goldene Drache" am Stadttheater Hagen (FAZ).
Architektur

Wo bleibt das Wagemutige, Verrückte in der Architektur der Gegenwart, fragt sich Nikolaus Bernau in der taz, der überall nur noch Vorsicht vor Baukosten und Bauregeln in Deutschland walten sieht. Auch im "Franklin Village" in Mannheim, für das das Berliner Büro Sauerbruch Hutton nun den vom Bundesbauministerium und der Bundesarchitektenkammer verliehenen Deutschen Architekturpreis erhielt: "Es ist ein Intimität und Gemeinschaftlichkeit versprechender Wohnungsbau mitten in einem einstigen Kasernengelände. Meist angenehme drei Geschosse, große Grünhöfe, alles in Holz gebaut, in sorgfältig detaillierter Serie. Das ist werthaltig. Nur Mietwohnungen gibt es, die ihre NutzerInnen nicht mit Riesenkrediten belasten, die Grundrisse in unterschiedlichsten Formaten, davon mehr als zehn Prozent sozial gefördert und in enger Abstimmung mit den künftigen BewohnerInnen entwickelt. Kurz: 'Beim Franklin Village' von Sauerbruch Hutton kommt vieles von dem zusammen, was derzeit die Baupolitik fordert."
Weitere Artikel: In der Zeit porträtiert Ann-Kristin Tlusty Marilyn Monroes Therapeutin Erika Freeman, die den Holocaust überlebte und nun mit 98 Jahren, den für die Öffentlichkeit gesperrten Balkon der Wiener Hofburg, auf dem Hitler den "Eintritt" seiner "Heimat in das Deutsche Reich" verkündete, zurückerobern will. In der FAZ bewundert Ulf Meyer auf der kleinen Insel Naoshima Tadao Andos "New Museum of Art".
Film

Sehr beeindruckend findet Perlentaucher Benjamin Moldenhauer Tom Shovals Dokumentarfilm "A Letter to David" über die Folgen des genozidalen Hamas-Massakers vom 7. Oktober. Es geht um den von der Hamas entführten und bis heute gefangenen Schauspieler David Cunio. Der Film ringt um ein ethisches Verhältnis zu den Bildern der Gewalt - und zeigt sie nicht, sondern allenfalls als Latenz, etwa in einer Ansprache von Davids Zwillingsbruder Eitan, der selbst den 7. Oktober gerade so überlebt hat: Eine "Analogie zu 'Shoah' besteht in der Weise, wie die Kamera Eitan Cunios Rede und ihren körperlichen Ausdruck aufzeichnet, wie er damit als eine Art Medium der Veranschaulichung der Gewalt fungiert, die ihm angetan worden ist. Körper und Sprache erzählen von einem Geschehen, das als unmittelbares Bild nicht zeigbar wäre." Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf eine Berliner Ausstellung, die an das Hamas-Massaker beim Nova-Festival erinnert: "The Moment Music Stood Still". Gezeigt wird dort auch ein Film des Regisseur Yariv Mozer, "We Will Dance Again", der den Opfern und Überlebenden gewidmet ist. Evelyn Finger hat in der Zeit einige Aussagen aus dem Film dokumentiert.
Beim Zurich Film Festival wurde Mstyslav Chernovs Dokumentarfilm "2000 Meters to Andriivka" über eine ukrainische Soldatentruppe direkt an der Front gezeigt. Der Film basiert zum großen Teil auf dem Videomaterial, das die Soldaten mit den ständig laufenden Kameras an ihrer Ausrüstung selbst automatisch anfertigen. "Diese Aufnahmen können sehr persönlich sein", sagt der Regisseur im NZZ-Gespräch gegenüber Ivo Mijnssen. "Weil du die Welt durch die Augen der Soldaten siehst. Und wir wollten die Zuschauer direkt in den Schützengraben bringen. Aber wenn die Videos schnell geschnitten und mit Musik unterlegt sind, sehen sie aus wie Computerspiele. Das mussten wir vermeiden, um die Menschlichkeit zu erhalten. ... Die Leute sollen aus dem Kino gehen und sich fragen: Wie können wir die Männer unterstützen, wie können wir stark bleiben? ... Krieg ist das Schlimmste, was sich die Menschheit je angetan hat. Ich bin allergisch gegen seinen Gestank. Ich hasse all die Albträume, die ich habe. Aber wenn wir bombardiert werden, kämpfen wir. Die Männer an der Front haben eine irrationale Hoffnung."

SZ und Zeit Online unterhalten sich mit Fatih Akin, der mit "Amrum" einen Roman seines Mentors Hark Bohm verfilmt hat. Es geht um einen kleinen Jungen auf der gleichnamigen nordfriesischen Insel zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Akin zeigt sich hier als "leiser Erzähler", stellt Susan Vahabzadeh in der SZ fest. "Man kann auf die unterschiedlichsten Arten vom Nationalsozialismus erzählen, hart und klar und distanziert. 'Amrum' hat sich für Zwischentöne und Unsicherheiten entschieden, und das funktioniert richtig gut: Die Widersprüche und organischen Übergänge aus gesellschaftlichem Druck, elterlicher Gehirnwäsche und kindlicher Erkenntnis abzubilden, ohne in falsche Freisprüche und wackelige Wertungen zu verfallen, ist eine Kunst für sich."
Weitere Artikel: Sehr zur Verunsicherung der Hollywood-Schauspielbranche wurde beim Zurich Film Festival die KI-"Schauspielerin" Tilly Norwood der Öffentlichkeit vorgestellt, berichten Tobias Sedlmaier (NZZ) und David Steinitz (SZ). Katja Nicodemus erzählt in der Zeit von ihrer Begegnung mit Dwayne Johnson, der aktuell in Ben Safdies (in taz und FR besprochenem) Sportdrama "The Smashing Machine" zu sehen ist (unser Resümee). In der Zeit verabschiedet sich Alice Schwarzer von Georg Stefan Troller, der vor wenigen Tagen 103-jährig verstorben ist (unser Resümee). Zu Trollers Tod schreibt auch Rüdiger Suchsland auf Artechock. Außerdem ruft er Hartmut Bitomsky nach (hier weitere Nachrufe). Valerie Dirk spricht für den Standard mit dem Regisseur Andreas Prochaska, der seinen Film "Welcome Home Baby" präsentiert. In der SZ porträtiert Sara Maria Behbehani die Schauspielerin Alexa Goodall, die in der Neuverfilmung von Michael Endes "Momo" die Titelrolle spielt. Der Guardian erinnert mit einer Bildergalerie an den italienischen Maler Renato Casaro, der im Alter von 89 Jahren gestorben ist und der im Lauf seiner Jahrzehnte umspannenden Karriere zahlreiche international ikonische Filmplakate gestaltet hat.
Besprochen werden Peter Mettlers experimenteller Essayfilm "While the Green Grass Grows (Part 1+6)" (Perlentaucher, critic.de), Christina Tournatzẽs' Missbrauchsdrama "Karla" (Artechock, SZ) und Kogonadas Liebesfilm "A Big Bold Beautiful Journey", der laut FR-Kritiker Daniel Kothenschulte so aussieht "als habe er sich zum guten Teil der Gestaltungshoheit von KI überantwortet. Und wie die Erotik glänzt der Humor durch Abwesenheit." Auch Artechock bespricht den Film.
Kunst
Digitale Kunst hat auf dem Kunstmarkt einen schweren Stand, das Auktionshaus Christie schloss gerade erst seine Abteilung. In der dem französisch-mexikanischen Cyberpioner Miguel Chevalier gewidmeten Schau "Digital by Nature" in der Kunsthalle München ist davon aber nichts zu spüren, freut sich Andrian Kreye in der SZ, Chevalier holt seine Installationen aus dem virtuellen Raum der Rechner in die Wirklichkeit, staunt er: "Mit der künstlichen Intelligenz ... dreht sich Chevaliers Blick vom Inneren der Rechner ins Äußere. ... Er geht da von Benoît Mandelbrots Fraktalen aus, jenen Formgebilden, die mathematische Gleichungen in Geometrie übersetzten. Er findet sie zunächst in Blumen und Pflanzen, die er digitalisiert und dann wieder als Skulpturen zeigt. Immer tiefer steigt er in solche Formwandlungen aus der Natur. Das ist das Thema der Schau, die Parallele zwischen Natur und digitaler Welt, in der sich diese Formen immer wieder neu definieren. In Kristallen, Korallen und Schneckenhäusern, in den Brokkoliköpfen, Wurzelsystemen und Tannenzapfen. Da macht die KI das Unsichtbare sichtbar und verständlich."
Auf das inzwischen fünfzehnjährige Schaffen von Julius von Bismarck blickt Hannes Hintermeier (FAZ) indes im Kunsthaus Wien Museum Hundertwasser zurück. Immer wieder setzt sich der deutsche Künstler in seinen Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen radikal mit den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit auseinander, erklärt Hintermeier: "In der Videoarbeit 'Punishment' (2011) kämpft der schwarz gekleidete Künstler mit einer langen Peitsche am Strand von Rio de Janeiro in der Brandung mit den Wellen. Sechseinhalb quälend lange Minuten peitscht er sie aus, bis zur Erschöpfung. Ein sinnloses, großartiges Bild. Der Mensch, der Narr, in all seiner Vergeblichkeit."
In der FAZ verkündet Jürgen Kaube höchstpersönlich die Nominierten für den "Feuilleton-Preis der Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der mal Michael-Althen-Preis hieß. "Wie viel Zeit braucht die Kunst?" lautete die Preisfrage, nominiert sind: Ralph Dutli, Nora Gomringer, Torsten Körner, Bernhard Malkmus, Moritz Rinke, Natalia Roman und Klaus Rössler.
Besprochen werden außerdem die Schau "Im Abgrund" mit Zeichnungen von KZ-Häftlingen im Zentrum für Kunst in Hamburg (taz), die Sarah Schumann-Ausstellung in der Berliner Galerie Meyer Riegger (Zeit), die Michaelina Wautier-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien (Zeit), die Ausstellung "Utopia. Recht auf Hoffnung" im Kunstmuseum Wolfsburg (Zeit), die Ausstellung "New Beginnings: Philippine Photo Art" im Fotografie Forum Frankfurt (FR) und die Schau "Geister. Dem Übernatürlichen auf der Spur" im Kunstmuseum Basel, die es laut Hans-Joachim Müller in der Welt an Kunst und Sinn vermissen lässt.
Auf das inzwischen fünfzehnjährige Schaffen von Julius von Bismarck blickt Hannes Hintermeier (FAZ) indes im Kunsthaus Wien Museum Hundertwasser zurück. Immer wieder setzt sich der deutsche Künstler in seinen Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen radikal mit den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit auseinander, erklärt Hintermeier: "In der Videoarbeit 'Punishment' (2011) kämpft der schwarz gekleidete Künstler mit einer langen Peitsche am Strand von Rio de Janeiro in der Brandung mit den Wellen. Sechseinhalb quälend lange Minuten peitscht er sie aus, bis zur Erschöpfung. Ein sinnloses, großartiges Bild. Der Mensch, der Narr, in all seiner Vergeblichkeit."
In der FAZ verkündet Jürgen Kaube höchstpersönlich die Nominierten für den "Feuilleton-Preis der Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der mal Michael-Althen-Preis hieß. "Wie viel Zeit braucht die Kunst?" lautete die Preisfrage, nominiert sind: Ralph Dutli, Nora Gomringer, Torsten Körner, Bernhard Malkmus, Moritz Rinke, Natalia Roman und Klaus Rössler.
Besprochen werden außerdem die Schau "Im Abgrund" mit Zeichnungen von KZ-Häftlingen im Zentrum für Kunst in Hamburg (taz), die Sarah Schumann-Ausstellung in der Berliner Galerie Meyer Riegger (Zeit), die Michaelina Wautier-Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien (Zeit), die Ausstellung "Utopia. Recht auf Hoffnung" im Kunstmuseum Wolfsburg (Zeit), die Ausstellung "New Beginnings: Philippine Photo Art" im Fotografie Forum Frankfurt (FR) und die Schau "Geister. Dem Übernatürlichen auf der Spur" im Kunstmuseum Basel, die es laut Hans-Joachim Müller in der Welt an Kunst und Sinn vermissen lässt.
Literatur
Gerrit Bartels (Tsp) und Marie Schmidt (SZ) porträtieren den Verleger Sebastian Guggolz, der künftig dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vorsteht. Der Dlf hat mit Guggolz gesprochen. Besprochen werden unter anderem Deena Mohameds Comic-Epos "Shubeik Lubeik" (FAZ.net), Fred Duval und Ingo Römlings Comic "Metropolia - Berlin 2099" (taz), Arundhati Roys "Meine Zuflucht und mein Sturm" (Zeit) und Anja Kampmanns "Die Wut ist ein heller Stern" (SZ).
Außerdem präsentiert die Welt die neue Sachbuchbestenliste. Auf Platz Eins: Hanno Sauers "Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten". Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Außerdem präsentiert die Welt die neue Sachbuchbestenliste. Auf Platz Eins: Hanno Sauers "Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten". Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Musik
Nachdem Jan Böhmermann das Konzert von Chefket im Rahmen seines aktuellen Berliner Ausstellungsprojekts auf Druck von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer abgesagt hat (unser Resümee), haben nun auch alle anderen für ein Konzert vorgesehenen Musiker ihre Auftritte aus Solidarität mit Chefket abgesagt, meldet Gerrit Bartels im Tagesspiegel. Was für eine Chance hier vertan wurde, stöhnt Marlene Knobloch in der Zeit: "Was den Leuten eingefallen ist: dass hier Punkte zu holen sind. Der rechten Internetseite ist eingefallen, dass sie ihr leidenschaftliches Hassobjekt Böhmermann bloßstellen kann. Wolfram Weimer ist ins Scheinwerferlicht gerast, um sich als leuchtender konservativer Antisemitenfeind feiern zu lassen. Und Jan Böhmermann ist aufgefallen, dass er etwas ungünstig wirkt mit diesem Line-up am 7. Oktober, dafür aber hat er jetzt die bundesweite Aufregung, die so eine Ausstellung braucht, um drei Wochen lang Gesprächsthema zu bleiben. ... Ja, dieses Meta-Theater ist recht unterhaltsam. Man muss nämlich gar nichts mehr wissen, um mitzukommen. Man muss nur eine Meinung kennen und sich zu der verhalten. Aber unter jeder zugeschütteten Debatte erstickt ein Stück Wahrheit. Und die Chance auf Erkenntnis."
Weitere Artikel: Karl Fluch porträtiert im Standard den puertoricanischen Musiker Bad Bunny, der in der englisch- und spanischsprachigen Popwelt ein absoluter Superstar ist, Trumps Einwanderungspolitik scharf kritisiert und nun die Halbzeitshow beim kommenden Super Bowl bestreitet. Andreas Michalke erzählt in der Jungle World von seinem Besuch in The Diskery, dem ältesten Second-Hand-Plattenladen in Birmingham. Ueli Bernays gratuliert in der NZZ dem Zurich Jazz Orchestra zum 30-jährigen Bestehen.
Besprochen werden Konstantin Weckers Memoiren (Freitag) und Cate le Bons Artpop-Album "Michelangelo Dying" ("eines der berührendsten Songwriterinnen-Alben der letzten Jahre", schwelgt Lars Fleischmann in der taz).
Weitere Artikel: Karl Fluch porträtiert im Standard den puertoricanischen Musiker Bad Bunny, der in der englisch- und spanischsprachigen Popwelt ein absoluter Superstar ist, Trumps Einwanderungspolitik scharf kritisiert und nun die Halbzeitshow beim kommenden Super Bowl bestreitet. Andreas Michalke erzählt in der Jungle World von seinem Besuch in The Diskery, dem ältesten Second-Hand-Plattenladen in Birmingham. Ueli Bernays gratuliert in der NZZ dem Zurich Jazz Orchestra zum 30-jährigen Bestehen.
Besprochen werden Konstantin Weckers Memoiren (Freitag) und Cate le Bons Artpop-Album "Michelangelo Dying" ("eines der berührendsten Songwriterinnen-Alben der letzten Jahre", schwelgt Lars Fleischmann in der taz).
Kommentieren