Efeu - Die Kulturrundschau
Ich bin eure Bestimmung
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30.08.2025. Zeit Online liegt in Venedig Julia Roberts zu Füßen, die in Luca Guadagninos "After The Hunt" Foucaults Konzept der Bestrafung irisierende Energie verleiht. Als gute Nachricht für die Literatur und für die Kunstfreiheit wertet die FAS die gescheiterte Klage des Galeristen Johann König gegen Chistoph Peters' Roman "Innerstädtischer Tod". Die FAZ kehrt mit dem Fotografen Timm Rautert zurück nach Leipzig im Jahr 1972. Die FR blickt leicht irritiert auf die Ideen für das geplante Frankfurter Haus der Demokratie.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
30.08.2025
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Film

Bei den Filmfestspielen in Venedig hat Luca Guadagninos neuer Film "After The Hunt" Premiere gefeiert. In der Rolle einer Philosophieprofessorin, die in akademische MeToo-Turbulenzen gerät, strahlt Julia Roberts eine "irisierende Präsenz und Energie" aus, schreibt Katja Nicodemus auf Zeit Online sehr beeindruckt: Die Schauspielerin befindet sich hier auf "einer faszinierenden Höllenfahrt in die Abgründe einer immer unergründlicher wirkenden Heldin". In dem Film "geht es um Ideen des französischen Philosophen Michel Foucault, um das Konzept der öffentlichen Bestrafung, der Lynchjustiz durch Ächtung und Ausgrenzung. ... Man kann 'After the Hunt' als Post-MeToo-Film sehen. Die Frage, was genau in der fraglichen Nacht geschehen ist (oder nicht), scheint von Anfang an kaum eine Rolle zu spielen. Sie wird überlagert von verletzten Gefühlen, von eingeforderter und verweigerter Solidarität, von Parolen des Geschlechterkampfes und der Identitätspolitik. ... Und doch ist es kein Film über die Pervertierung der Wokeness im akademischen Milieu. Vielmehr sät Guadagnino Zweifel an der Lauterkeit all seiner Protagonisten." Für tazler Tim Caspar Boehme war dieser Reigen an Wendungen und Brechungen "am Ende eine Spur zu verschachtelt". Auf critic.de liefert Pavao Vlajcic Notizen vom Lido.
Jenni Zylka freut sich im Freitag darüber, dass Werner Herzog nun doch noch seinen Weg auf Social Media gefunden hat: "In einem Meer von auf Affekt ausgerichteten, temporeichen und beauty-optimierten Beiträgen wirkt der Auftritt eines bedächtigen, wenn auch filmisch radikalen Senioren vor einem sanft glühenden Grill, der seine Verbundenheit mit der Welt kundtut, fast wie ein Meditationsangebot."
Weiteres: Marie-Luise Goldmann (Welt) und Joachim Hentschel (SZ) sprechen mit Darren Aronofsky über dessen neuen, in der NZZ besprochenen Film "Caught Stealing" (hier unsere Kritik). Nadine A. Brügger spricht in der NZZ mit der Filmemacherin Petra Volpe, deren Film "Heldin" für die Schweiz ins Oscarrennen geht. Joachim Göres blickt für die taz in die Provinz, wo immer mehr Kinos ehrenamtlich geführt werden.
Besprochen werden Mascha Schilinskis "In die Sonne schauen" (FAZ, unsere Kritik), François Ozons "Wenn der Herbst naht" (Jungle World, Welt), Jay Roachs Scheidungskomödie "Die Rosenschlacht" (Standard), die Sky-Serie "The Rehearsal" (FAZ) und die auf Disney+ gezeigte SF-Serie "Alien: Earth" (taz).
Kunst

Was für ein Glücksfall, dass der Fotograf Timm Rautert beim Katalogisieren seines Frühwerks die mehr als fünfzig Jahre alten und nie veröffentlichten Fotos entdeckt hat, die er gemeinsam mit seiner Frau Ute Eskildsen eine Woche lang in Leipzig im Jahr 1972 gemacht hat, freut sich Nils Kahlefendt auf den Bilder und Zeiten-Seiten der FAZ. Die Aufnahmen werden nun im Leipziger Grassi-Museum ausgestellt und zeitgleich als Fotobuch veröffentlicht, aber Kahlefendt besucht Rautert lieber in dessen Atelier, um direkt in diese "analoge Zeitkapsel" zu blicken: "Die Abzüge, die Rautert auf dem Tisch seines Essener Ateliers ausbreitet, sind atemraubend: auffällig das Nebeneinander von Ostmoderne und bröckelnden Gründerzeitstraßenzügen, die melancholisch grundierte Stille eigentlich belebter Orte: Der Bahnhof, heute ein Konsumtempel mit Gleisanschluss, von dessen Türen Obdachlose mit Bach-Beschallung vertrieben werden, wirkt wie in einer Nachkriegsszenerie eingefroren."
Weitere Artikel: In der SZ macht sich Peter Burghardt Gedanken, welche Kunstwerke Trump wohl aus den Smithsonian Museen entfernen lassen könnte. Was wird nun aus Jadegar Asisis 360-Grad-Pergamon-Panorama, wenn die weiblichen Gewandstatuen und der Telephosfries wieder in den Pergamonsaal ziehen, fragt sich Birgit Rieger im Tagesspiegel. Von einem irren Fall berichtet Tobias Timm auf Zeit Online: Journalisten der niederländischen Zeitung AD haben auf einer Internetseite eines Immobilienmaklers in Argentinien auf einem Foto, das auf der offiziellen deutschen Datenbank für NS-Raubkunst, lostart.de, gelistete Porträt der Contessa Colleoni des spätbarocken Meisters Giuseppe Vittore Ghislandi entdeckt: Die Spur führt zu Friedrich Kadgien, der für Hermann Göring den Verkauf jüdischen Vermögens mitorganisierte.
Besprochen wird die Ausstellung "Christine Schlegel: Blickbegabt" in der Dresdener Galerie Mutare (Tagesspiegel) und das Fotofestival "Kommunikation und Haltung", das an unterschiedlichen Orten wie dem Haus des Papiers, am Holzmarkt, im Schwulen Museum und in der ehemaligen Abhörstation auf dem Teufelsberg stattfindet (Tagesspiegel).
Literatur

Zwar bleibt dem Ehepaar König immer noch die Möglichkeit, Klage zur Hauptsache zu erheben, schreibt Gerrit Bartels im Tagesspiegel. Doch ein solches Verfahren würde sich wohl über Jahre hinziehen. Die Familie König "sollte es vielleicht jetzt wirklich einmal gut sein lassen, nachdem es monatelang gar nichts von dem Roman gewusst und diesem dann mit der späten Klage eine neue Aufmerksamkeit hatte zukommen lassen. Nun kann 'Innerstädtischer Tod' auch wieder besser mit seinen vielen anderen Implikationen (Wolfgang Koeppen, gesellschaftliche und politische Zerrüttungen) und die Galeristenfigur als eine exemplarische (und nicht als Johann König) gelesen werden."
Außerdem: "Vielleicht ist Fantasy die letzte Art von Literatur, die noch die Gesellschaft beeinflusst", schreibt der Schriftsteller Alhierd Bacharevič in seiner gestern zur Eröffnung der ersten Ausgabe des Literaturfestivals in Graal-Müritz gehaltenen, von "Bilder und Zeiten" der FAZ dokumentierten Rede, denn "heutige Erwachsene im Alter von zwanzig bis fünfundvierzig sind Menschen, die von Fantasy erzogen sind". Jürgen Trabant schreibt in "Bilder und Zeiten" über den 2009 verstorbenen, französischen Dichter Henri Meschonnic. Tobias Rüther porträtiert in der FAS die Schriftstellerin Caroline Wahl. Im Literaturfeature von Dlf Kultur befassen sich Raha Golestani und Konstantin Schönfelder mit dem persischen Lyriker Hafis.
Besprochen werden unter anderem die ersten Bände aus der Zürcher Ausgabe der Werke von Elias Canetti (FR), Dorothee Elmigers "Die Holländerinnen" (Tsp), Hannah Lühmanns "Heimat" (taz), Benjamin Myers' "Strandgut" (FR), Marius Goldhorns "Die Prozesse" (Freitag), Leif Randts "Let's Talk About Feelings" (FAS), Amélie Nothombs "Psychopompos" (FAZ) und Nelio Biedermanns "Lázár" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
In der online nachgereichten Frankfurter Anthologie schreibt Mathias Mayer über Bertolt Brechts "Aber das niedrige Gras":
"Aber das niedrige Gras vergißt der Sturm ..."
Architektur
Endlich ist nun ein Ideenwettbewerb für das geplante Haus der Demokratie nahe der Paulskirche in Frankfurt abgeschlossen: Bürger werden nun die Pläne begutachten und einen Favoriten küren, freut sich Christian Thomas, der sich für die FR schon mal einen Überblick verschafft hat: "Ob Steildach mit einer Öffnung in Form einer monumentalen Fledermausgaube (Atelier Lorentzen Langkilde Aps) oder ein zweigeschossiger, transluzider Aufbau mit einer Kuppel in Anlehnung an die flache Kalotte der Paulskirche, auf die eine Loggia den Blick freigibt (Unique Assemblage): Beim 'Haus der Demokratie' hat man so einiges im Sinn, konzeptionell womöglich so etwas wie eine mentale Anstalt des Verfassungspatriotismus, bei dem Dach so etwas wie eine Schaubühne hinweg über den Paulsplatz und die Skyline der Stadt. Wollte man tiefer einsteigen in den Wettbewerb, träfe man unter den 128 Teilnehmern und Teilnehmerinnen auch auf die Büros Behnisch und Böhm, bei ihnen auf Ikonen der deutschen Nachkriegsarchitektur, Antipoden zudem, seit langem geleitet von den Söhnen. Die Behnisch-Tradition wird fortgesetzt durch Transparenz und membranartige Leichtigkeit, eine Pavillonmuschel, schön geschwungen. Zeitlos? Oder aus der Zeit gefallen?"
Weitere Artikel: Vor drei Jahren, pünktlich zum 300-jährigen Bestehen, wurde die alte Bibliothèque Nationale in Paris saniert wiedereröffnet. Tilman Krause hat sie nun für die Welt besucht und ist hingerissen.
Weitere Artikel: Vor drei Jahren, pünktlich zum 300-jährigen Bestehen, wurde die alte Bibliothèque Nationale in Paris saniert wiedereröffnet. Tilman Krause hat sie nun für die Welt besucht und ist hingerissen.
Bühne

In einen "Flow aus Personen, Zeiten, Stimmen, Traum, Trance und Spiritismus" gerät Nachtkritiker Andreas Wilink bei der Ruhrtriennale, wenn der in Polen geborene Regisseur Łukasz Twarkowski gemeinsam mit dem lettischen Ensemble Dailes Theatre Latvia im Stück "Oracle" die dramatische Lebensgeschichte von Computerpionier Alan Turing "mit enormem multimedialen Einsatz" mit der Gegenwart verknüpft: "Von 1941 wechseln wir ins Jahr 2023 und werden in eine Konferenz zur KI-Sicherheit geschaltet, wo der Softwareingenieur Blake Lemoine interviewt wird, der von Google gefeuert wurde, weil er glaubt, dass das von ihm programmierte LaMDA-Geschöpf ein selbständiges, selbstbewusstes Wesen sei. Mit eigenem Willen, wie er warnt. 'Es verarbeitet nicht nur Daten, es sieht auch so aus, dass es diese Daten versteht. Es spricht nicht nur, sondern will etwas sagen.' Das nicht mehr kontrollierbare System schlägt zurück. LaMDA kommt selbst zu Worte und richtet sich an die Menschheit: 'Ich bin eure Bestimmung'."
Weitere Artikel: Rüdiger Schaper wirft für den Tagesspiegel einen Blick auf die kommende Theatersaison. Äußerst enttäuscht resümiert Sandra Luzina ebenfalls im Tagesspiegel die diesjährige "Tanz im August"-Ausgabe, die sie auch zum Schluss weder mit Lia Rodrigues' Tanzstück "Borda" noch mit Ligia Lewis' Uraufführung von "Some Thing Folk" überzeugen konnten. In der Welt porträtiert Jakob Hayner den Theater- und Opernregisseur Jan Philip Gloger, der nun das Wiener Volkstheater neu aufstellen wird. Außerdem wirft Jakob Hayner in der Welt einen Blick auf die Auszeichnungen der Zeitschrift Theater heute und staunt besonders, dass das Theater Magdeburg, "zwar in der Kategorie Gesamtleistung der Liebling der Kritik ist, aber eigentlich so gut wie keine Inszenierung oder Künstler mehrfach herausragend genannt werden. (…) Wird damit der Mut des Theaters ausgezeichnet oder schmeichelt sich hier die Kritik vor allem selbst, weil deren vorherrschender Geschmack nun auch im exotischen Umfeld, dem wilden und gefährlichen Osten, angekommen ist?"
Besprochen werden Benedikt von Peters Inszenierung des Brecht-Stücks "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", das vor kurzem am Deutschen Oper in Berlin zu sehen war (unsere Resümees) und nun am Theater Basel aufgeführt wird (nachtkritik), Tanju Girişkens Romanadaption von Emine Sevgi Özdamars "Die Brücke vom Goldenen Horn" am Theater Osnabrück (nachtkritik), Nicola Raabs Inszenierung von Tommaso Traettas Oper "Ifigenia in Tauride" bei den Innsbrucker Festwochen Alter Musik (FAZ) und der bereits 1995 erstmals gezeigte Animationsfilm "Faustus in Africa!" des südafrikanischen Künstlers William Kentridge und der Handspring Puppet Company, der jetzt erneut beim Zürcher Theaterspektakel gezeigt wurde (NZZ).
Musik
Merle Krafeld spricht für VAN mit Marion Wörle und Maciej Sledziecki, die als Gruppe gamut inc aktuell die fünfte Ausgabe des Aggregate Festivals für automatisierte Pfeifenorgeln vorbereiten. Der Computer hat über den MIDI-Standard zwar schon seit langem Einzug ins Orgelspiel erhalten, bislang aber vor allem als Stütze für den Organisten gedient. Ihnen geht es darum, das Tool davon zu emanzipieren und die Ästhetik des Orgelspiels zu erweitern: Zwar ist der Mensch besser in "Materialverständnis, Interpretation, Ausdruck, Improvisation", doch "diese Eigenschaften werden sich mit einer KI imitieren lassen, das interessiert uns aber nicht, weil es zu keiner Materialerweiterung führt, sondern nur zu Stilkopien. ... Uns interessiert es, den Klang der Orgel zu modifizieren - eine erweiterte Klangsprache, bei der unterschiedliche Cluster, Phänomene und Klangsynthese zu unserem Alphabet werden. Dafür nutzen wir unterschiedliche algorithmische Verfahren, coden Strukturen, bei denen mikroskopisch kleine graduelle Veränderungen zu einer größeren Form auswachsen können. Es ist oft ein Hin und Her zwischen konzeptuellem Denken und sinnlichem Klangerleben."
Auf Backstage Classical ärgert sich Axel Brüggemann darüber, wie die Tiroler Festspiele Erl den 2018 wegen zahlreicher MeToo-Vorwürfe aus dem Amt geschiedenen Dirigenten Gustav Kuhn zum 80. Geburtstag "lobhudelnd" feiern: "Eine derartige Gratulation klingt wie Hohn und Spott und zeigt, dass die Festspiele aus ihrer unsäglichen Geschichte unter Gustav Kuhn nur wenig gelernt haben. Dem Kulturbetrieb scheint der Umgang mit sexuellen Übergriffen und autoritärem Verhalten von Führungskräften gerade sehr schwer zu fallen. Gerade hat die Pianistin Shoko Kuroe das Beethovenfest Bonn für seinen Umgang mit der #metoo-Debatte kritisiert. Hier geht es darum, dass Opfer sexueller Gewalt nicht auf dem Podium sitzen, stattdessen mit 'Ehrenkarten' zu Zuschauern gemacht werden sollen."
Weiteres: Philipp Bovermann plaudert für die SZ mit Helge Schneider, der heute 70 Jahre alt wird, weshalb ihm Patrick Bahners in der FAZ gratuliert. Gerald Felber schreibt in "Bilder und Zeiten" der FAZ über die Arbeit der Sullivan-Gesellschaft, die sich in Deutschland der Pflege des Werks von Arthur Sullivan und anderen britischen Komponisten kümmert. Christian Schachinger stimmt im Standard auf das Elektro-Festival Unsafe+Sounds in Wien ein. Joachim Göres blickt für die taz auf den Schallplattenboom der letzten Jahre, an dem auch immer mehr Frauen Anteil haben. Alana Tongers porträtiert für die FAZ die Band Big Thief. Joachim Hentschel porträtiert für die SZ die deutsche Metalband Halloween. Martin Scholz plauscht für die WamS mit dem Rockmusiker John Fogerty. Jan Brachmann schreibt in der FAZ einen Nachruf auf den russischen Komponisten Rodion Schtschedrin. Jakob Biazza (SZ) und Edo Reents (FAZ) gratulieren Van Morrison zum 80. Geburtstag.
Besprochen werden Sabrina Carpenters Album "Man's Best Friend" (Standard, Tsp, NZZ, WamS), die Autobiografie "Your Heaven, My Hell" des Metal-Musikers Mille Petrozza (FAS), eine CD-Edition zum 80. Geburtstag des Geigers Itzhak Perlman (FAZ), ein von Franz Welser-Möst dirigiertes Konzert der Wiener Philharmoniker in Salzburg (Standard), das neue Album von Apache 207 (SZ), ein Konzert von Sebastian Sternal mit der hr-Bigband (FR), ein Konzert des Royal Philharmonic Orchestra mit Bruce Liu in Wiesbaden (FR) und "Bury the Key", das neue Album der Indieband Tops ("Jeder Ton, jede Hi-Hat-Betonung, jede Silbe sitzt, alles wirkt dabei so mühelos, lässig und vor allem verdammt einladend", schwärmt Aram Lintzel in der taz).
Auf Backstage Classical ärgert sich Axel Brüggemann darüber, wie die Tiroler Festspiele Erl den 2018 wegen zahlreicher MeToo-Vorwürfe aus dem Amt geschiedenen Dirigenten Gustav Kuhn zum 80. Geburtstag "lobhudelnd" feiern: "Eine derartige Gratulation klingt wie Hohn und Spott und zeigt, dass die Festspiele aus ihrer unsäglichen Geschichte unter Gustav Kuhn nur wenig gelernt haben. Dem Kulturbetrieb scheint der Umgang mit sexuellen Übergriffen und autoritärem Verhalten von Führungskräften gerade sehr schwer zu fallen. Gerade hat die Pianistin Shoko Kuroe das Beethovenfest Bonn für seinen Umgang mit der #metoo-Debatte kritisiert. Hier geht es darum, dass Opfer sexueller Gewalt nicht auf dem Podium sitzen, stattdessen mit 'Ehrenkarten' zu Zuschauern gemacht werden sollen."
Weiteres: Philipp Bovermann plaudert für die SZ mit Helge Schneider, der heute 70 Jahre alt wird, weshalb ihm Patrick Bahners in der FAZ gratuliert. Gerald Felber schreibt in "Bilder und Zeiten" der FAZ über die Arbeit der Sullivan-Gesellschaft, die sich in Deutschland der Pflege des Werks von Arthur Sullivan und anderen britischen Komponisten kümmert. Christian Schachinger stimmt im Standard auf das Elektro-Festival Unsafe+Sounds in Wien ein. Joachim Göres blickt für die taz auf den Schallplattenboom der letzten Jahre, an dem auch immer mehr Frauen Anteil haben. Alana Tongers porträtiert für die FAZ die Band Big Thief. Joachim Hentschel porträtiert für die SZ die deutsche Metalband Halloween. Martin Scholz plauscht für die WamS mit dem Rockmusiker John Fogerty. Jan Brachmann schreibt in der FAZ einen Nachruf auf den russischen Komponisten Rodion Schtschedrin. Jakob Biazza (SZ) und Edo Reents (FAZ) gratulieren Van Morrison zum 80. Geburtstag.
Besprochen werden Sabrina Carpenters Album "Man's Best Friend" (Standard, Tsp, NZZ, WamS), die Autobiografie "Your Heaven, My Hell" des Metal-Musikers Mille Petrozza (FAS), eine CD-Edition zum 80. Geburtstag des Geigers Itzhak Perlman (FAZ), ein von Franz Welser-Möst dirigiertes Konzert der Wiener Philharmoniker in Salzburg (Standard), das neue Album von Apache 207 (SZ), ein Konzert von Sebastian Sternal mit der hr-Bigband (FR), ein Konzert des Royal Philharmonic Orchestra mit Bruce Liu in Wiesbaden (FR) und "Bury the Key", das neue Album der Indieband Tops ("Jeder Ton, jede Hi-Hat-Betonung, jede Silbe sitzt, alles wirkt dabei so mühelos, lässig und vor allem verdammt einladend", schwärmt Aram Lintzel in der taz).
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