Christoph Peters
Innerstädtischer Tod
Roman

Luchterhand Literaturverlag, München 2024
ISBN 9783630877471
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR
ISBN 9783630877471
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR
Klappentext
Es ist der 9. November 2022. Der russische Angriff auf die Ukraine überschattet das private wie das öffentliche Leben. Am Abend wird die erste Einzelausstellung des aufstrebenden Künstlers Fabian Kolb in der berühmten Berliner Galerie Konrad Raspe eröffnet. Fabians Familie, Eigentümer der letzten Krefelder Krawattenmanufaktur, ist eigens für dieses Ereignis angereist. Sein Onkel, Hermann Carius, alternder Chefideologe der "Neuen Rechten" im Bundestag, denkt über einen medienwirksamen Auftritt bei der Vernissage nach, während Fabians Vater hofft, die internationalen Kontakte seines Schwagers zu nutzen, um weiterhin Ware nach Russland zu exportieren. Je näher die Ausstellung rückt, desto stärker werden Fabians Zweifel, ob er tatsächlich bereit ist, sich auf all die Kompromisse einzulassen, die eine internationale Karriere als Künstler mit sich bringen, zumal sein Galerist sich plötzlich mit schweren Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiterinnen konfrontiert sieht.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2024
Den "Wolfgang-Koeppen-Sound" beherrscht Christoph Peters durchaus, meint Rezensent Matthias Löwe, der den dritten Teil von Peters' Koeppen-Trilogie, in der er drei von dessen berühmten Romane in die Gegenwart überträgt, mit Einschränkungen empfehlen kann. Peters Figurenensemble kann es leider nicht so ganz mit den differenzierten Charakteren Koeppens aufnehmen. Im ursprünglichen Roman "Tod in Rom" geht es um die Familie Pfaffrath, deren Sohn Fabian dort als Avantgarde-Komponist reüssieren will. Das "dunkle Zentrum" des Romans bildet sein Onkel, der ehemalige SS-General Gottlieb Judejahn. Aus dem wird bei Peters ein gewisser Hermann Carius, ein nicht gerade subtiler Alexander-Gauland-Verschnitt, der mit AfD-Parolen um sich wirft, so der Rezensent. Da fehlen Löwe ein bisschen die Feinheiten, auch wenn Peters die Handlung in Berlin ansiedelt und ausgerechnet am neunten November beginnen lässt, ist ihm das ein bisschen zu platt. Trotzdem: Erstaunlich, wie Peters das fragmentarische Erzählen Koeppnes und das "Zerbröseln" moralischer Eindeutigkeiten hier mimen kann, findet der Kritiker.
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