Efeu - Die Kulturrundschau
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19.09.2024. Die taz beobachtet im Museum Morbroich, wie Jef Verheyen und Johanna von Monkiewitsch versuchen, das Licht einzufangen. Die Zeit lernt in fünf bisher unbekannten Briefen Kleist als konspirativen Kriegsberichterstatter kennen. Außerdem sehnt sie sich zurück nach jener Zeit, als es sich die Kunst nicht rundum im Safe Space bequem machte. Die Filmkritiker freuen sich zwar, dass Ellen Kuras die Fotografin Lee Miller würdigt, aber musste es unbedingt ein Biopic sein? Der Standard kämpft mit Manu Chao auf Eierschneidern gegen Klimawandel und Neoliberalismus.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
19.09.2024
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Kunst

Das Museum Morsbroich war einst Teil der rheinischen Avantgarde und fiel dann in einen "Dornröschenschlaf", aus dem es Direktor Jörg van den Berg in den letzten Jahren erweckte, freut sich Lars Fleischmann in der taz. Aktuell ist dort unter dem Titel "gegen den Himmel" eine Gegenüberstellung der Werke des Belgiers Jef Verheyen, der als einer der Wegbereiter der monochromen Malerei gilt, und der Kölner Künstlerin Johanna von Monkiewitsch zu sehen: "Verheyens Bilder und von Monkiewitschs Arbeiten in Video, Installation, Fotografie und Skulptur strahlen eine eigentümliche Ruhe aus. ... Von Monkiewitsch fotografiert und filmt Lichtstimmungen, hält sie in Pigmentdrucken fest oder projiziert sie auf Marmor und Moltonbahnen. Damit teilt sie die DNA mit den Impressionisten: In den Fotografien 'Morsbroich' oder 'Tel Aviv', die lichtdurchflutete Wände in den titelgebenden Städten zeigen, erkennt man einen konzeptuellen Ansatz, der auch einen Claude Monet zwischen 1892 und 1894 die Fassade der Kathedrale von Rouen zigfach malen ließ. Die Bilder von Verheyen, die vor einem halben Jahrhundert entstanden sind, werfen auch die Frage auf, ob es möglich ist, ein Temperament oder eine Stimmung einzufangen, oder um kurz einen oft missbrauchten Begriff zu rehabilitieren: Verheyen versuchte, Atmosphären so gut wie möglich mit den Mitteln der Malerei wiederzugeben."
Vom Futurismus bis zum Actionpainting - der Wut von Künstlern verdanken wir im letzten Jahrhundert die größten Kunstwerke, erinnert sich Hanno Rauterberg in der Zeit wehmütig. Und heute? Ist die Wut nicht mehr Teil der Avantgarde, sondern der Populisten - und die Kunst zieht weiter: "Erschöpft hat sich ihr Drang, stets etwas Neues und Unabsehbares hervorzubringen; heute setzt die Szene auf Remix, Remake und Recycling. Und auch die alte Idee des prinzipiellen Dagegenseins hat sich verflüchtigt: Nicht Negation, sondern das sozial und ethisch Produktive, eine kollektive, rundum achtsame Kunst gilt nun als erstrebenswert."
Weitere Artikel: In der Berliner Zeitung schreibt Ingeborg Ruthe den Nachruf auf den im Alter von 86 Jahren verstorbenen Kunstsammler Christoph Müller. Stefan Trinks gratuliert in der FAZ der französischen Kuratorin Catherine David zum Siebzigsten und er schreibt zum Tod der Kunsthistorikerin Gerda Panofsky.
Besprochen werden die Mark-Bradford-Werkschau in den wiedereröffneten Rieckhallen im Hamburger Bahnhof (FAZ), die Ausstellung "Die lieben Nachbarn - Deutschland und Österreich" im Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst in Hannover (FAZ) und die Ausstellung "I only work with lost and found - Goldrausch 2024" im Kunstraum Bethanien in Berlin (taz).
Literatur
Ohne Frage: Es ist ein literaturhistorischer Sensationsfund, den der 87 Jahre alte Germanist Hermann F. Weiss da in einem kleinen Tiroler Landesmuseum in Innsbruck gemacht hat: Fünf bislang unbekannte Briefe Heinrich von Kleists, verfasst kurz vor seinem Tod an den österreichischen Diplomaten Joseph von Buol, die heute an der Berliner FU der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Zeit widmet dem Fund zwei Seiten, flankiert von einem atmosphärischen Porträt des Finders. Adam Soboczynski erklärt schließlich die Bedeutung der Briefe, die Kleist nicht nur als "unmittelbaren", geradezu "pathetischen" Berichterstatter des Krieges gegen Napoleon ausweisen, sondern auch von seiner konspirativen Tätigkeit zeugen: "Wir können jetzt Kleists Euphorie ermessen, als Österreich 1809 Frankreich den Krieg erklärt. Mitte Mai befindet er sich in der Nähe des Schlachtfelds bei Wien, steigt auf die 'dortigen Berge', greift zum Fernrohr und berichtet dem Freund in nervöser Begeisterung von den Kämpfen." Im darauffolgenden Brief, als Napoleon Österreich doch noch besiegt, notiert Kleist erschüttert: "In 'den Brüsten der Deutschen liegt ihr Feind', schreibt Kleist resigniert, 'und wenn auch der (...) ganze Krieg gewonnen worden, so würde das Vaterland falls man diesen Feind nicht zu bekämpfen gewusst hätte, nichts desto weniger untergegangen sein."
In einem weiteren Artikel verweist Anne Fleig, Präsidentin der Heinrich von Kleist-Gesellschaft, auf die Aktualität der Briefe vor dem Krieg gegen die Ukraine: "Was ist der Preis von Friedensverhandlungen? Wann sind sie sinnvoll, wann nicht? Kleist war in seiner Zeit und in seinem Kontext entschieden gegen einen Friedensschluss."
Peter Handke hat in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die digitale Edition seiner Notizbücher vorgestellt. 21 von 46 Notizbüchern, die bis 2025 in Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach digitalisiert werden, kann man jetzt (hier) schon lesen. Die Veranstaltung war voll besetzt - Lothar Struck zeigt sich in der Welt beeindruckt: "Man bekam eine Ahnung, über die Arbeit, die das Team leistet. Die Editierung setzt zweifellos Maßstäbe für zukünftige Projekte ähnlicher Natur. ... Dann las Sophie Semin-Handke emphatisch aus dem im letzten Jahr publizierten Band, einem Notizbuch von 1978. Gleichzeitig wurden die faksimilierten Stellen angezeigt und man konnte abermals feststellen, dass die Handschrift nach einiger Eingewöhnung gut lesbar ist (...)" FAZ-Kritiker Andreas Kilb erlebte an dem Abend einen entspannten Handke, der die großen "Scharmützel" der Vergangenheit hinter sich hat: "Stattdessen genießt er die Gelegenheit, gemeinsam mit dem ehrfürchtig applaudierenden Publikum über seine Anfänge zu staunen, die Spuren all der Kämpfe um Figuren und Motive für Romane, die er längst geschrieben hat."
Weiteres: Im Zeit-Feuilletonaufmacher spricht Christof Siemes anlässlich des Erscheinens seines Buches "Gebt mir etwas Zeit" mit Hape Kerkeling über Liebe, Todesangst und seine Vorahnen. Besprochen werden unter anderem Eckhart Nickels Roman "Punk" (FAZ), Anna Katharina Hahns Roman "Der Chor" (FAZ), Ruth-Maria Thomas' Roman "Die schönste Version" (Zeit), Rasha Khayats "Ich komme nicht zurück" FR und Christian Hechts kommentierte Edition von Anton Claus SJ "Tonsiastrus" (FAZ).
In einem weiteren Artikel verweist Anne Fleig, Präsidentin der Heinrich von Kleist-Gesellschaft, auf die Aktualität der Briefe vor dem Krieg gegen die Ukraine: "Was ist der Preis von Friedensverhandlungen? Wann sind sie sinnvoll, wann nicht? Kleist war in seiner Zeit und in seinem Kontext entschieden gegen einen Friedensschluss."
Peter Handke hat in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die digitale Edition seiner Notizbücher vorgestellt. 21 von 46 Notizbüchern, die bis 2025 in Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek Wien und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach digitalisiert werden, kann man jetzt (hier) schon lesen. Die Veranstaltung war voll besetzt - Lothar Struck zeigt sich in der Welt beeindruckt: "Man bekam eine Ahnung, über die Arbeit, die das Team leistet. Die Editierung setzt zweifellos Maßstäbe für zukünftige Projekte ähnlicher Natur. ... Dann las Sophie Semin-Handke emphatisch aus dem im letzten Jahr publizierten Band, einem Notizbuch von 1978. Gleichzeitig wurden die faksimilierten Stellen angezeigt und man konnte abermals feststellen, dass die Handschrift nach einiger Eingewöhnung gut lesbar ist (...)" FAZ-Kritiker Andreas Kilb erlebte an dem Abend einen entspannten Handke, der die großen "Scharmützel" der Vergangenheit hinter sich hat: "Stattdessen genießt er die Gelegenheit, gemeinsam mit dem ehrfürchtig applaudierenden Publikum über seine Anfänge zu staunen, die Spuren all der Kämpfe um Figuren und Motive für Romane, die er längst geschrieben hat."
Weiteres: Im Zeit-Feuilletonaufmacher spricht Christof Siemes anlässlich des Erscheinens seines Buches "Gebt mir etwas Zeit" mit Hape Kerkeling über Liebe, Todesangst und seine Vorahnen. Besprochen werden unter anderem Eckhart Nickels Roman "Punk" (FAZ), Anna Katharina Hahns Roman "Der Chor" (FAZ), Ruth-Maria Thomas' Roman "Die schönste Version" (Zeit), Rasha Khayats "Ich komme nicht zurück" FR und Christian Hechts kommentierte Edition von Anton Claus SJ "Tonsiastrus" (FAZ).
Bühne
Im Gespräch mit dem VAN-Magazin resümiert die Politologin Sarah Zalfen den Streit um die Berliner Opern seit 1990 (braucht die Stadt wirklich drei Opernhäuser?) Vor allem eine Diskussion um die Abschaffung der Komischen Oper wäre gerade jetzt falsch, meint sie, "denn die Oper ist hipp: erst in den letzten 20 Jahren hat sie, glaube ich, ihre Rolle für die Gegenwart gefunden. Barrie Kosky als Chefregisseur hat da eine Schlüsselfunktion gehabt. Das Haus fügt sich jetzt ein in eine moderne Erlebnisgesellschaft mit Eventkultur, mit neuen, spektakulären medialen Sprachen, neuen Unterhaltungsformaten. Die Komische Oper spricht ein junges Publikum an - und eins, das von Medien verwöhnt ist. Da hat sie ihre Rolle künstlerisch gefunden."
Weitere Artikel: Im Zeit-Gespräch mit Florian Eichel skizziert die neue Intendantin der Staatsoper unter den Linden, Elisabeth Sobotka, ihre Pläne für die neue Saison. Sie spricht auch über die Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Christian Thielemann und verteidigt die umstrittene Entscheidung, Anna Netrebko als Abigaille in Emma Dantes Inszenierung von "Nabucco" auftreten zu lassen. Peter Kümmel blickt voraus auf die Inszenierungen der neuen Saison. Christine Lemke-Matwey trifft für die Zeit die Opern-Komponistin Lucia Ronchetti.
Besprochen werden Nicholas Ofczareks szenische Lesung von Thomas Bernhards Stück ""Holzfällen. Eine Erregung" im Burgtheater Wien (FAZ) und Christoph Marthalers Inszenierung seines Stücks "Doktor Watzenreuthers Vermächtnis" am Theater Basel (SZ).
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Film

Ganze acht Jahre hat Kate Winslet, die in Ellen Kuras' Biopic nicht nur die Fotografin Lee Miller spielt, sondern den Film auch produziert, für dessen Realisierung gekämpft, weiß Andreas Busche im Tagesspiegel. Aus dem Leben der Kriegsfotografin hätte man ohne Probleme auch eine Serie machen können, meint er: Früher Muse Man Rays, später berühmte Kriegsreporterin und Chronistin der Nazi-Verbrechen und schließlich völliges Verschwinden aus dem Fokus der Öffentlichkeit. Vielleicht wäre ein anderes Format für dieses turbulente Leben tatsächlich angemessener gewesen, überlegt der Kritiker, denn leider geht Kuras Film über ein "konventionelles Biopic" nicht hinaus. Ein bisschen Lob hat Busche aber trotzdem: "In ihren besten Momenten stürmt Winslet durch den Film; etwa als sie realisiert, dass die Vogue ihre Bilder aus Dachau nicht zu veröffentlichen beabsichtigt, weil die Welt - so die Herausgeber - lieber mit der Vergangenheit abschließen will. Auch wenn Miller die ausgemergelten Menschen in den KZ-Baracken entdeckt, findet Kuras einen pietätvollen Ton für das Unbeschreibliche."
Auch Daniel Kothenschulte ist in der FR ein bisschen enttäuscht, vor allem, weil die Fotografie als wichtigstes Medium in Millers Leben so wenig thematisiert wird: "Nur wenige Bilder sind tatsächlich zu sehen. Ihre Außenseiterrolle als Kriegsberichterstatterin nimmt breiten Raum ein, kaum aber das Besondere ihres Kamerablicks." Über jeden Zweifel erhaben ist für ihn allerdings Kate Winslets schauspielerische Leistung: "Auch wenn sie Lee Miller kaum ähnlich sieht, füllt sie diese Rolle überaus glaubhaft aus und bringt Selbstbewusstsein und Zerbrechlichkeit in eine seltene Balance." Ähnlich sieht es in der SZ Susan Vahabzadeh. In der Arte-Mediathek kann man derzeit noch eine Doku über Miller sehen.
Weiteres Im taz-Interview unterhält sich Regisseurin Ruth Beckermann mit Thomas Abeltshauser über ihre Dokumentation "Favoriten" (unser Resümee). In der SZ denkt Moritz Baumstieger darüber nach, wie "filmreife" Geheimdienstoperationen, wie der Pager-Coup im Libanon, in der Vergangenheit Filmemacher inspirierten. Besprochen werden Coralie Fargeats "The Substance" (Zeit, taz) und James Watkins "Speak No Evil" (SZ).
Musik
Für die Berliner Zeitung unterhält sich Birgit Walter mit dem Musikwissenschaftler Peter Wicke, dessen Vita Werke über Mozart, Madonna oder Elvis umfasst, über Rammstein. In seinem neuen Buch widmet sich Wicke der Band, die er in einer wütenden Suada gegen alle Vorwürfe verteidigt - persönlich getroffen hat er sie übrigens nie. Den Medien wirft er einen "Vernichtungsfeldzug" vor, immerhin: Die "Koketterie mit Nazi-Attitüden" kritisiert er dann doch. Ansonsten aber gilt: "Finge man mit Grenzen in der Kunst an, könnten wir einen Großteil der Kunstgeschichte ausmerzen. Gut finden muss man natürlich nichts davon. Rätselhaft bleibt diese Fixierung auf Rockmusik, wo auf den Opern- und Theaterbühnen dasselbe passiert - akzeptiert als große Kunst, gefeiert in den Feuilletons. Das ist so scheinheilig. Auch haben wir uns daran gewöhnt, dass auf den Schulhöfen Hardcore-Pornografie übelster Art grassiert. Weil keiner Ideen hat, wie man damit umgehen soll."
Nach siebzehn Jahren veröffentlicht Manu Chao ein neues Album, in der Zwischenzeit war der Franzose aktivistisch zwischen Bogotá, Bombay oder Belgrad unterwegs, weiß Standard-Kritiker Christian Schachinger. Das neue Album "Viva Tu" ist entsprechend einmal mehr von Musik aus dem Globalen Süden beeinflusst, allen voran von Bob Marley: "In dessen Fußstapfen versucht sich der selten, aber dann doch in Barcelona und Marseille beheimatete Manu Chao mit erhöhtem Bling-, Zing- und Klingelingeling-Faktor auf kleinen Gitarren, Eierschneidern oder mit Triangeldiskant an Themen wie über das Meer in ein besseres Leben Flüchtenden (Vecinos En El Mar), den Klimawandel (im erwähnten River Why) oder die unangenehmen Seiten des Kapitalismus und Neoliberalismus (La Colilla). Natürlich geht es englisch, spanisch, französisch oder portugiesisch gesungen auch um die Liebe, die Feier des Lebens und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft: 'No estamos solos', heißt es da einmal: Wir sind nicht allein." Und das klingt dann so:
Weitere Artikel: Jakob Biazza (SZ) trifft sich mit dem Rapper und Pianisten Chilly Gonzales und plaudert mit ihm über dessen neues Album "Gonzo", Richard Wagner und Gonzales' Psychoanalyse.
Besprochen werden ein Abschiedskonzert von Vicky Leandros in der Alten Oper in Frankfurt (FR), die Ausstellung "Karl Valentin und die Musik" im Buchheim-Museum Bernried (SZ) und das von Sir Simon Rattle dirigierte Orchesterwerk "Des Canyons aux étoiles ..." von Olivier Messiaen in der Berliner Philharmonie (Tagesspiegel).
Nach siebzehn Jahren veröffentlicht Manu Chao ein neues Album, in der Zwischenzeit war der Franzose aktivistisch zwischen Bogotá, Bombay oder Belgrad unterwegs, weiß Standard-Kritiker Christian Schachinger. Das neue Album "Viva Tu" ist entsprechend einmal mehr von Musik aus dem Globalen Süden beeinflusst, allen voran von Bob Marley: "In dessen Fußstapfen versucht sich der selten, aber dann doch in Barcelona und Marseille beheimatete Manu Chao mit erhöhtem Bling-, Zing- und Klingelingeling-Faktor auf kleinen Gitarren, Eierschneidern oder mit Triangeldiskant an Themen wie über das Meer in ein besseres Leben Flüchtenden (Vecinos En El Mar), den Klimawandel (im erwähnten River Why) oder die unangenehmen Seiten des Kapitalismus und Neoliberalismus (La Colilla). Natürlich geht es englisch, spanisch, französisch oder portugiesisch gesungen auch um die Liebe, die Feier des Lebens und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft: 'No estamos solos', heißt es da einmal: Wir sind nicht allein." Und das klingt dann so:
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