Efeu - Die Kulturrundschau
Das ist Pop-Essenz
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23.07.2025. Die Feuilletons trauern um den legendären Rocker und Fledermaus-Kopfabbeißer Ozzy Osbourne, dessen anarchische, dunkle Kraft der Standard auch noch im hohen Alter zu spüren vermochte. Die Zeit erlebt einen intensiven Abend mit Milo Raus "Prozess Pelicot" in Avignon, wo viele die Täter persönlich kennen. In Zeiten von KI wird menschliche Autorenschaft zum literarischen Gütesiegel, lernt die SZ. Die in Berlin ausgestellte Fotografin Marta Astfalck-Vietz macht sich in ihren Bildern selbst zur Spielfigur, staunt die FAZ. Die Welt schimpft über marodierende Kiffer in Mahler-Konzerten.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
23.07.2025
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Musik
Vor zwei Wochen hatte er noch, von seiner Parkinson-Erkrankung schwer gezeichnet, mit Black Sabbath bei einem international viel beachteten Festival seinen Bühnenabschied gefeiert, jetzt ist Ozzy Osbourne, der Prince of Darkness, im Alter von 76 Jahren gestorben. Alleine mit den ersten vier Alben schufen Black Sabbath mehrere Genres, schreibt Frank Schäfer in der NZZ: "Heavy Metal, Black Metal, Doom Metal, Stoner Rock." Es folgten Aufstieg und Streit, sowie eine beachtliche Solokarriere, die zumindest in ihrer Frühphase "weitere Genre-Klassiker" hervorbrachte, und ein paar Jahre als Protagonist einer Reality-Show. "Sogar mit seiner Stamm-Band versöhnte er sich wieder. Seit den späten neunziger Jahren kam es zu mehreren Reunions mit Black Sabbath, die vor allem das kanonische Frühwerk zelebrierten. Am Ende fanden sich Ozzy, Iommi und Butler (wenn auch ohne Bill Ward) noch einmal im Studio zusammen. Unter den treusorgenden Händen Rick Rubins entstand '13' - ein monumentaler, ein würdiger Schlussstein." Schon 2017 gab es einen ersten, dann aber doch nicht finalen Bühnenabschied - Arte hat dazu den Konzertfilm im Onlineangebot. Und nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass die Band sich nach dem englischen Verleihtitel eines italienischen Horrorfilms von Meister Mario Bava benannte - hier der Trailer.
Osbourne "hat zeitlebens mehr über das Danach sinniert als andere über das Jetzt", schreibt Martin Wittmann in der SZ (online gestellt vom Tages-Anzeiger). "Weltberüchtigt gemacht hat" ihn "eine Fledermaus, die 1982 bei einem seiner Konzerte auf die Bühne geworfen wurde und der er im Glauben, sie sei aus Plastik, den Kopf abgebissen hat. Eine Legende, geboren im Rausch, aus Versehen, das ist Pop-Essenz. Weltberühmt als Musiker war Osbourne da längst." Der Sound von Black Sabbath klang "brachialer und bedrohlicher an als der gängige Hardrock. ... Und das Gesicht dazu, vorne auf der Bühne: der junge, unschuldige, entrückte, überdrehte und verzweifelte Ozzy, der fremde Zeilen über Tod und Teufel sang. Das reichte damals, um die Leute gewaltig zu erschrecken. Die Welt und Ozzy Osbourne sollten sich nie mehr voneinander erholen." Nicht zuletzt wegen seiner Jahre im Trash-TV hatte Osbourne in den letzten knapp 25 Jahren eher den zweifelhaften Ruf eines peinlichen Anarcho-Clowns, schreibt Christian Schachinger im Standard. Und dennoch war da "trotz aller Kaputtheit und Richtung betreutes Wohnen tippelbrudernder Unbeholfenheit immer noch jene anarchische, dunkle Kraft zu spüren, die einst den Motor seiner alten Band Black Sabbath ausmachte".
Dem deutschen Langhaarigenpublikum wurde Black Sabbath maßgeblich durch einen Auftritt im Beat-Club im Jahr 1970 bekannt. Auf dem offiziellen Youtube-Kanal der Sendereihe gibt es eine Playlist mit allen damals gespielten Stücken:
In der Welt ärgert sich Manuel Brug über die "schräge" Begründung für die Absage des ursprünglich für Ende des Monats in Italien geplanten, von Valery Gergiev dirigierten Konzerts: "Man hätte wegen zu erwartender proukrainischer Proteste die Durchführung der Veranstaltung nicht mehr garantieren können. Keinerlei Einsicht also darüber, wie grundfalsch, leichtfertig und perfide die Einladung allein gewesen ist." Gergiev einzuladen "war von vornherein eine blöde Idee", schreibt auch Egbert Tholl in der SZ, zumal es für den Auftritt des Putin-Intimus "keine unabdingbaren künstlerischen Gründe" gebe.
Weiteres: Benjamin Moldenhauer seufzt in der taz, dass im Zuge der Nahostkontroverse "nun auch das eher unpolitische Genre Metal von aufgepeitschten Mitteilungsbedürftigen polarisiert wird". Besprochen werden Konzerte von Gianna Nannini (FR), Martin James Bartlett (FR), und Imagine Dragons (FR) sowie neue Alben von Adrian Quesada (taz) und Tyler, the Creator (Zeit Online).
Osbourne "hat zeitlebens mehr über das Danach sinniert als andere über das Jetzt", schreibt Martin Wittmann in der SZ (online gestellt vom Tages-Anzeiger). "Weltberüchtigt gemacht hat" ihn "eine Fledermaus, die 1982 bei einem seiner Konzerte auf die Bühne geworfen wurde und der er im Glauben, sie sei aus Plastik, den Kopf abgebissen hat. Eine Legende, geboren im Rausch, aus Versehen, das ist Pop-Essenz. Weltberühmt als Musiker war Osbourne da längst." Der Sound von Black Sabbath klang "brachialer und bedrohlicher an als der gängige Hardrock. ... Und das Gesicht dazu, vorne auf der Bühne: der junge, unschuldige, entrückte, überdrehte und verzweifelte Ozzy, der fremde Zeilen über Tod und Teufel sang. Das reichte damals, um die Leute gewaltig zu erschrecken. Die Welt und Ozzy Osbourne sollten sich nie mehr voneinander erholen." Nicht zuletzt wegen seiner Jahre im Trash-TV hatte Osbourne in den letzten knapp 25 Jahren eher den zweifelhaften Ruf eines peinlichen Anarcho-Clowns, schreibt Christian Schachinger im Standard. Und dennoch war da "trotz aller Kaputtheit und Richtung betreutes Wohnen tippelbrudernder Unbeholfenheit immer noch jene anarchische, dunkle Kraft zu spüren, die einst den Motor seiner alten Band Black Sabbath ausmachte".
Dem deutschen Langhaarigenpublikum wurde Black Sabbath maßgeblich durch einen Auftritt im Beat-Club im Jahr 1970 bekannt. Auf dem offiziellen Youtube-Kanal der Sendereihe gibt es eine Playlist mit allen damals gespielten Stücken:
In der Welt ärgert sich Manuel Brug über die "schräge" Begründung für die Absage des ursprünglich für Ende des Monats in Italien geplanten, von Valery Gergiev dirigierten Konzerts: "Man hätte wegen zu erwartender proukrainischer Proteste die Durchführung der Veranstaltung nicht mehr garantieren können. Keinerlei Einsicht also darüber, wie grundfalsch, leichtfertig und perfide die Einladung allein gewesen ist." Gergiev einzuladen "war von vornherein eine blöde Idee", schreibt auch Egbert Tholl in der SZ, zumal es für den Auftritt des Putin-Intimus "keine unabdingbaren künstlerischen Gründe" gebe.
Weiteres: Benjamin Moldenhauer seufzt in der taz, dass im Zuge der Nahostkontroverse "nun auch das eher unpolitische Genre Metal von aufgepeitschten Mitteilungsbedürftigen polarisiert wird". Besprochen werden Konzerte von Gianna Nannini (FR), Martin James Bartlett (FR), und Imagine Dragons (FR) sowie neue Alben von Adrian Quesada (taz) und Tyler, the Creator (Zeit Online).
Literatur


Besprochen werden eine Ausstellung über die Comiczeichnerin Alison Bechdel im Cartoonmuseum Basel (FAZ), Gabriel Yorans Essay "Die Verkrempelung der Welt" (FR), Tommy Wieringas "Nirwana" (FR), Nicolas Mathieus "Jede Sekunde" (Standard), Seán Hewitts Debütroman "Öffnet sich der Himmel" (NZZ), Hugo Lindenbergs "Die imaginäre Nacht" (Jungle World) und Karl Ove Knausgårds "Die Schule der Nacht" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Kunst
Andreas Kilb staunt in der FAZ über die Ausstellung, die die Berlinische Galerie Marta Astfalck-Vietz, einer außergewöhnlichen Fotografin der Weimarer Republik, widmet. Die allesamt vor 1933 entstandenen ausgestellten Werke sind zu weiten Teilen im Atelier entstanden - und zeigen nicht zuletzt immer wieder die Künstlerin selbst. Eine "Spannung von Seelendurchleuchtung und Ichverlust" macht Kilb in diesen Bildern aus: "Je öfter sie vor die eigene Kamera tritt, desto stärker wird sie selbst zur Spielfigur. Ihr Körper, den sie unter dünnen Seidengeweben verbirgt und zugleich entblößt, reiht sich zwischen die Frauenakte, die Tänzerinnen, die expressiv gekrümmten Hände und blühenden exotischen Pflanzen vor ihrer Kamera als eine von vielen Routinen aus ihrem visuellen Repertoire ein."
Die "berührende Innerlichkeit der Moderne" macht Monopol-Autor Simon Elson wiederum auf der Insel Föhr ausfindig. Dort, genauer im Museum Kunst der Westküste, Alkersum, ist derzeit die Ausstellung "Mittsommer" zu sehen, die sich der nordischen Landschaftsmalerei widmet und eine Reihe von Raritäten präsentiert, die für gewöhnlich in Privatsammlungen verborgen sind. Elson ist begeistert: "Die süße Robbe auf dem fast Cinemascope-breiten 'Seehund auf einem Felsen' (1897) des Schweden Bruno Liljefors war schon vor 150 Jahren vom Aussterben bedroht. Wobei der dramatisch rote Himmel sicher keine Warnung aussprechen, sondern Schönheit zeigen sollte. Auf den meisten Bildern der Ausstellung, deren Zuordnung zur 'Stimmungslandschaft' haargenau passt, gibt es sie nämlich noch. Es gibt sie für immer: die in malerisches Freudenfeuer gebannte Einheit von Kosmos, Natur und Mensch."
Außerdem: Ulrich Schmid bespricht Noemi Smoliks Buch "Malewitschs Ohrfeige dem modernen Geschmack", dessen zentrales Argument, dass die russische Avantgarde weniger westliche als lokale bäuerliche und religiöse Traditionen fortschrieb, den FAZ-Rezensenten nicht überzeugt. Ebenfalls in der FAZ freut sich Gerald Felber über die vielen ehrenamtlichen Helfer, die die Kulturhauptstadt Chemnitz in Schwung halten. Darius Kühner berichtet auf monopol von einer Kunstaktion an der Oder, die sich gegen eine Politik der Abschottung in Stellung bringt. Pia Pilsbacher hat im Standard sechs Tipps für Freunde der Outdoorkunst parat.
Besprochen werden die Stefan Bertalan gewidmete Schau "Ich habe 130 Tage mit einer Sonnenblume gelebt" im Badischen Kunstverein Karlsruhe (taz), Slater Bradleys Ausstellung "Dragon Slayer" in der Berliner Pariochialkirche (taz), die Schau "European Realities. Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa" im Chemnitzer Museum Gunzenhauser (monopol), Mika Rottenbergs Ausstellung "Antimatter Factory" im Kunsthaus Wien (Standard) und "Yoshimoto Nara" in der Londoner Hayward Gallery (NZZ).
Die "berührende Innerlichkeit der Moderne" macht Monopol-Autor Simon Elson wiederum auf der Insel Föhr ausfindig. Dort, genauer im Museum Kunst der Westküste, Alkersum, ist derzeit die Ausstellung "Mittsommer" zu sehen, die sich der nordischen Landschaftsmalerei widmet und eine Reihe von Raritäten präsentiert, die für gewöhnlich in Privatsammlungen verborgen sind. Elson ist begeistert: "Die süße Robbe auf dem fast Cinemascope-breiten 'Seehund auf einem Felsen' (1897) des Schweden Bruno Liljefors war schon vor 150 Jahren vom Aussterben bedroht. Wobei der dramatisch rote Himmel sicher keine Warnung aussprechen, sondern Schönheit zeigen sollte. Auf den meisten Bildern der Ausstellung, deren Zuordnung zur 'Stimmungslandschaft' haargenau passt, gibt es sie nämlich noch. Es gibt sie für immer: die in malerisches Freudenfeuer gebannte Einheit von Kosmos, Natur und Mensch."
Außerdem: Ulrich Schmid bespricht Noemi Smoliks Buch "Malewitschs Ohrfeige dem modernen Geschmack", dessen zentrales Argument, dass die russische Avantgarde weniger westliche als lokale bäuerliche und religiöse Traditionen fortschrieb, den FAZ-Rezensenten nicht überzeugt. Ebenfalls in der FAZ freut sich Gerald Felber über die vielen ehrenamtlichen Helfer, die die Kulturhauptstadt Chemnitz in Schwung halten. Darius Kühner berichtet auf monopol von einer Kunstaktion an der Oder, die sich gegen eine Politik der Abschottung in Stellung bringt. Pia Pilsbacher hat im Standard sechs Tipps für Freunde der Outdoorkunst parat.
Besprochen werden die Stefan Bertalan gewidmete Schau "Ich habe 130 Tage mit einer Sonnenblume gelebt" im Badischen Kunstverein Karlsruhe (taz), Slater Bradleys Ausstellung "Dragon Slayer" in der Berliner Pariochialkirche (taz), die Schau "European Realities. Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa" im Chemnitzer Museum Gunzenhauser (monopol), Mika Rottenbergs Ausstellung "Antimatter Factory" im Kunsthaus Wien (Standard) und "Yoshimoto Nara" in der Londoner Hayward Gallery (NZZ).
Bühne

Milo Raus szenische Lesung "Prozess Pelicot", die unlängst auf den Wiener Festwochen Furore machte (siehe hier), wurde nun auch, in einer kürzeren und leicht abgeänderten Version, beim Festival d'Avignon aufgeführt - also in jener Stadt, in deren Nähe Gisèle Pelicot ihr Martyrium erlebte und in der der reale Prozess stattfand. Annika Joeres war für die Zeit dabei und erlebt einen intensiven Abend: "Rau will das Publikum den Prozess spüren lassen, es soll hier und jetzt mit dem Begreifen anfangen. Während der Lesung hatten immer wieder Zuschauerinnen das Cloître des Carmes verlassen, fluchtartig und mit Tränen in den Augen. Hier in Avignon kennt fast jeder über Umwege einen der Verurteilten, die meisten von ihnen sind Familienväter, es ist ein Journalist darunter, ein Krankenpfleger, ein Gendarm. An einigen Mauern stehen noch immer Graffitis zu Ehren von Gisèle. Am Ende ist der Pelicot Trial eine klassische Milo-Rau-Inszenierung, die so gut funktioniert, weil die Normalität brutal genug ist, ja weil das ganze entsetzliche Schauspiel längst stattgefunden hat, im vergangenen Winter, wenige Hundert Meter entfernt." Für nachtkritik war Joseph Hanimann in Avignon dabei, ist sich allerdings nicht sicher, ob es sich hier um "quälende Detailklauberei, eine gut recherchierte Spurensicherung, eine Hommage an Madame Pelicot oder um eine szenische Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt handelt."
Was ist nur mit dem Hochkultur-Publikum dieser Tage los, stöhnt Manuel Brug in der Welt. Spätestens seit Corona weiß sich niemand mehr zu benehmen. Leute wollen mit kurzen Hosen in die Oper, Handys klingeln im Theater, und manche treiben es noch deutlich wilder: "Kürzlich soll während eines Mahler-Gastkonzerts der Münchner Philharmoniker im Amsterdamer Concertgebouw in der ersten Reihe ein offenbar total zugekifftes Paar besonders vehement aufgefallen sein. Die Liste seiner Verfehlungen ist lang: lautes Sprechen, Schreien, Singen, High-Five-Hände, Videoaufnahmen von sich und der Aufführung, Mitdirigieren, unvermitteltes Klatschen, leidenschaftliches Küssen, Briefeschreiben per Telefon an den Dirigenten, Beleidigen anderer Konzertbesucher, Pelzmantel-Herumschmeißen. Zumindest fantasievoll wussten diese ADS-ler die ihnen offenbar nicht behagende Konzertzeit totzuschlagen."
Außerdem: Peter Huth blickt für die Welt schon einmal auf die möglichen Aufregerthemen der Bayreuther Festspiele im Jahr 2026. Margarete Affenzeller portraitiert im Standard Myassa Kriatt, Leiterin der digitalen Bühne im Dschungel Wien, die sich unter anderem mit der politischen Dimension von Kindertheater auseinandersetzt. Axel Brüggemann unterhält sich für Backstage Classical mit Valentin Schwarz, dem zukünftigen Chefregisseur des Deutschen Theaters Weimar unter anderem über den gesellschaftlichen Umgang mit der AfD.
Architektur
Notre-Dame, melden Lena Bopp und Stefan Trinks in der FAZ, soll von Microsoft digitalisiert werden, um Onlinebesichtigungen zu ermöglichen. Es stellt sich bloß die Frage, warum. Denn: "Ein solches Modell aber gab es bereits, und es leistete bei der Rekonstruktion wertvolle Hilfe - erstellt worden war es glücklicherweise schon vor der Brandkatastrophe 2019 am intakten Bau von Art Graphique & Patrimoine und Mitarbeitern der Universität Bamberg unter der Leitung von Professor Stephan Albrecht. (...) Wenig überraschend zeigt sich der Bamberger Kunsthistoriker im Gespräch mit dieser Zeitung über das amerikanische Projekt verwundert; in Albrechts Augen ist das erneute Scannen Notre-Dames 'komplett sinnlos'."
Film
Ein Leckerbissen für Freunde des Analogfilms präsentiert ab morgen und bis zum Sonntag das Hamburger Metropolis-Kino: Da läuft das von Thorsten Wagner kuratierte Festival "Grainy Days from 16mm". Das Programm zeigt "wie einschneidend das Format seit seiner Einführung im Jahr 1923 die Film- und Kinokultur beeinflusst hat", schreibt Wilfried Hippen in der taz. "Filme wurden dank der Verkleinerung der Filmstreifen von 35mm auf 16mm billiger und dadurch demokratischer." Auf diese Weise "entstanden viele Nischen, in denen eine neue, vielfältige und wilde Filmkultur sprießen konnte. ... Auch der Dokumentarfilm, wie wir ihn heute kennen, wurde erst durch die 16mm-Kameras möglich, denn nur mit ihnen konnten die Kameraleute nach draußen gehen, um dort beweglich und spontan die Wirklichkeit in ihren Bildern einzufangen. Für das Kurzfilmprogramm 'Die Star Maschine' (24. 7., 21 Uhr) hat Wagner drei dokumentarische Filme über Pop-Stars aus den 1960er- und 1970er-Jahren ausgewählt. Darunter 'Das Tor zum Garten der Träume', für den Rolf Schübel mit der Kamera zwei junge Mädchen aus Oberhausen bei einem Tag mit ihrem Idol, dem Schlagersänger Bernd Clüver, begleitet hat."
Außerdem: Milos Vec staunt auf der Geisteswissenschaften-Seite der FAZ mit einer von Davide Vaira verfassten, juristischen Studie über Hayao Miyazakis "Porco Rosso" darüber, wie gut sich die Erzählung dieses japanischen Animationsfilms über einen privat quasi-militärische Einsätze fliegenden Piloten mit dem dafür gesetzten normativen Rahmen des Völkerrechts deckt. Besprochen werden Adam Elliots Animationsfilm "Memoiren einer Schnecke" (critic.de), Maura Delperos "Vermiglio" (taz, critic.de), die von Arte online gestellte Thriller-Serie "Das Attentat - Geheimoperation Belgrad" (Tsp) und Matt Shakmans Superheldenfilm "The Fantastic Four: First Steps" (Welt).
Außerdem: Milos Vec staunt auf der Geisteswissenschaften-Seite der FAZ mit einer von Davide Vaira verfassten, juristischen Studie über Hayao Miyazakis "Porco Rosso" darüber, wie gut sich die Erzählung dieses japanischen Animationsfilms über einen privat quasi-militärische Einsätze fliegenden Piloten mit dem dafür gesetzten normativen Rahmen des Völkerrechts deckt. Besprochen werden Adam Elliots Animationsfilm "Memoiren einer Schnecke" (critic.de), Maura Delperos "Vermiglio" (taz, critic.de), die von Arte online gestellte Thriller-Serie "Das Attentat - Geheimoperation Belgrad" (Tsp) und Matt Shakmans Superheldenfilm "The Fantastic Four: First Steps" (Welt).
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