Efeu - Die Kulturrundschau
Der Glanz einer Schweißschicht
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
26.10.2024. Ist das eher dumm oder bösartig, fragen sich die Kritiker nach dem AfD-Antrag zu einer "differenzierten Betrachtung" der "abgrundtief hässlichen" Architektur des Bauhauses. Die Welt feiert die proletarischen Männerkörper des Malers Gustave Caillebotte. Die FAZ stellt die ukrainischen Bojtschukisten vor, eine Künstlergruppe, die von Stalin ausgelöscht wurde. Zeit online hört die neue Sade. Der Freitag ist genervt vom Typus des großen, motzenden Schriftstellers.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
26.10.2024
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Architektur

In der SZ nimmt Peter Laudenbach den Vorstoß der AfD noch ernster: "Die attackierten Kunstwerke und Kulturinstitutionen haben im rechten Kulturkampf eine Stellvertreterfunktion. Gemeint ist mit der Polemik gegen sie immer auch die offene, liberale Gesellschaft als solche, die diese Kunst zulässt, fördert und als Reflexionsraum zu schätzen weiß. Solange die AfD in den Parlamenten isoliert ist, haben ihre Anträge keinen Einfluss auf das Regierungshandeln. Folgenlos sind diese Feindbildmarkierungen deshalb nicht. Nachdem die AfD in Sachsen-Anhalt gegen ein Festival für Neue Musik polemisiert und in Berlin Anträge auf Mittelkürzungen für das Maxim-Gorki-Theater und den Friedrichstadtpalast gestellt hatte, erhielten die jeweiligen Intendanzen Morddrohungen."
Weitere Artikel: Stefan Rebenich schreibt in "Bilder und Zeiten" (FAZ) über den Landschaftsarchitekten Piet Oudolf. In der FR erklärt Robert Kaltenbrunner, was traditionelles Bauen zum globalen Wandel beitragen kann. Eva Neukirchner dokumentiert in der FAZ mit Fotos von Issei Kato die Versuche in Tokio, sich gegen die durch den Klimawandel häufenden Überschwemmungen mit einem riesigen unterirdischen Tunnelsystem zu wappnen (mehr hier). Besprochen wird eine Retrospektive des Architekturbüros sauerbruch hutton in der Berliner Akademie der Künste (BlZ).
Kunst

Keine Seerosen oder vergoldeten Stadtansichten hier im Musée d' Orsay. Den Mäzen der Impressionisten und Maler Gustave Caillebotte "interessierten Parkettschleifer. Kräftig anpackende Burschen, die in einem leeren, in Brauntönen gehaltenen Raum vor sich hin schuften. Spärliches Licht, das vom Fenster her auf ihre freien Oberkörper fällt, bringt nur den Glanz einer Schweißschicht hervor, während bei anderen Impressionisten der Glanz flatternde Fahnen, bunte Markisen, rauschende Damenroben aufblitzen lässt", schreibt in der Welt ein hingerissener Tilman Krause, der nur kurz davor Halt macht, eine Neuschreibung der Geschichte des Impressionismus zu fordern. "Doch die Parkettschleifer werden nun in der Ausstellung 'Männer malen' in einen ungemein fesselnden Kontext gestellt. Sie sind Teil einer lebenslangen Faszination des Malers für das, was man die neue Männlichkeit von 1880 nennen könnte. Sie zeugen aber auch von einer frühen Krise der Maskulinität in einer Gesellschaft, in der der Bourgeois zur dominierenden Figur geworden war."

Weitere Artikel: Bettina Wohlfahrt besucht für die FAZ im Pariser Vorort Chatou das erste Museum für Kunst und Kultur des Sufismus: "Der Ausstellungsparcours über drei Stockwerke versteht sich als Erfahrung des spirituellen Aufstiegs, der bei der dritten und letzten Etappe symbolisch zum Raum der Veränderung und des reinen Lichts führt. Plastiken des marokkanischen Künstlers Younès Rahmoun begleiten diese Aufwärtsbewegung in der Initiation des Besuchers." In der NZZ zeichnet Philip Meier den künstlerischen Werdegang Marina Abramovics nach, der das Kunsthaus Zürich gerade eine Retrospektive widmet. Michaela Nolte stellt im Tagesspiegel die Sammlerin Helene Kröller-Müller vor und ihr Kröller-Müller Museum im niederländischen Otterlo.

Film
Ein Verlust: Eckhart Schmidt ist tot. Als Teil der Münchner Gruppe wurde er 1967 mit "Jet Generation" bekannt, sein wohl bekanntester Film war der Neonlicht-Psychothriller "Der Fan" aus den frühen Achtzigern mit der jungen Désiree Nosbusch - seinerzeit als Skandal diskutiert. "Die Unermüdlichkeit, mit der Schmidt in all den Jahren bis heute sein Kino machte", schreibt Fritz Göttler im SZ-Nachruf, "ist unermesslicher und radikaler als die seiner Münchner Freunde und Kollegen." Bei der Kritik fiel Schmidt irgendwann in Ungnade, in den letzten Jahrzehnten drehte er digital und als Self-Publisher. "Diese späten Filme und Bücher bilden ein magisches Gewebe aus Erinnerungen und Improvisation, das Kino als Ort anheimelnder Unsicherheit, ohne Anfang und Ende, Einstieg und Ausweg, eine Traumwelt, in der man sich bedingungslos verlieren muss." Hier der Trailer zu "Jet Generation":
Außerdem: Galo E. Rivera wünscht sich im Tagesspiegel das Kino als Diskursraum zurück und plädiert für den Kinobesuch als "Gemeinschaftserlebnis". Für die WamS spricht Martin Scholz mit Denis Villeneuve über dessen "Dune"-Filme.
Besprochen werden unter anderem Mati Diops essayistischer Dokumentarfilm "Dahomey" (FAZ, mehr dazu bereits hier), Sean Bakers in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Komödie "Anora" (taz), ein Luxusband aus dem Taschen Verlag über Donald Duck (online nachgereicht von der NZZ), Chris Nashs Meta-Slasherfilm "In a Violent Nature" (Presse), Aaron Schimbergs auf der Viennale gezeigter "A Different Man" (Standard), die ARD-, bzw. ZDF-Serien "30 Tage Lust" und "BFF - Best Family Forever" (FAZ, BLZ) und Kelly Marcels Superheldenfilm "Venom - The Last Dance" (NZZ).
Außerdem: Galo E. Rivera wünscht sich im Tagesspiegel das Kino als Diskursraum zurück und plädiert für den Kinobesuch als "Gemeinschaftserlebnis". Für die WamS spricht Martin Scholz mit Denis Villeneuve über dessen "Dune"-Filme.
Besprochen werden unter anderem Mati Diops essayistischer Dokumentarfilm "Dahomey" (FAZ, mehr dazu bereits hier), Sean Bakers in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Komödie "Anora" (taz), ein Luxusband aus dem Taschen Verlag über Donald Duck (online nachgereicht von der NZZ), Chris Nashs Meta-Slasherfilm "In a Violent Nature" (Presse), Aaron Schimbergs auf der Viennale gezeigter "A Different Man" (Standard), die ARD-, bzw. ZDF-Serien "30 Tage Lust" und "BFF - Best Family Forever" (FAZ, BLZ) und Kelly Marcels Superheldenfilm "Venom - The Last Dance" (NZZ).
Literatur
Die Literaturkritik lässt sich von Clemens Meyers Aufstampfen in Frankfurt und dem Großgeniegestus seines Romans "Die Projektoren" um den Finger wickeln, findet Daniel Stähr im Freitag. Denn: Große Literatur findet sich auch in den anderen Shortlist-Romanen, die den Deutschen Buchpreis ebenfalls nicht erhalten haben, aber nicht vor dieser Entscheidung verteidigt werden. Und im letzten Jahr hat auch niemand vergleichbar lautstark dagegen protestiert, dass Anne Rabe für "Die Möglichkeit von Glück" die Auszeichnung nicht erhalten hat. "Wenn es einen solchen Ausraster der Nominierten als Debattenanstoß braucht, dann ist das als Zeugnis für den Zustand des deutschen Feuilletons recht niederschmetternd." Die Debatte ist "am Ende vor allem eine misogyne. Weil sie eben kein Streit um die beste, dringlichste, gegenwärtigste Literatur - oder welche Superlative man sonst anbringen will - ist, sondern im Kern ein Kulturkampf um eine ganz bestimmte Autorenfigur: Die Verteidigung des großen, motzenden Schriftstellers, der auf die Benimmregeln des Betriebs scheißt und einsam und unnachgiebig um jedes Wort seines Textes ringt."
Hubert Winkels denkt in "Bilder und Zeiten" der FAZ anhand des Lebens und Schaffens von Thomas Kling und Peter Handke über "die zwei Körper des Dichters" nach, wie also "ein intensives, heftiges Dichterleben in einen ewigen philologischen Textkörper" transformiert wird. Bei der Berliner Präsentation der technisch aufwändig aufbereiteten Digital-Edition von Peter Handkes Notizbüchern gab es dafür reichlich Anschauungsmaterial: "Die Datenpyramide, der digitale Handke der künftigen Jahrhunderte, wird im Hintergrund errichtet, der leibhaftige Dichter sitzt klein und wie geduckt in der ersten Reihe vor mir. Den Oberkörper leicht vorgebeugt, das schüttere graue Haar etwas wirr, folgt er mit leicht verschmitztem Lächeln den powerpointgestützten Ausführungen zur technischen Installation seiner Edition mit stoischer Miene. Der Gegenstand wird immer komplexer, für den Laien ein technisches Tohuwabohu, der begleitende Diskurs von instrumenteller Funktionalität. ... Das leise schreiende Missverhältnis in der akademischen Installation von Medientechnik und Erleuchtung zieht diesen Abend ins Groteske."
Kathleen Hildebrand ärgert sich in der SZ über den "Gestus des Herabblickens" wenn es um Kinderbücher geht - sei es, wenn Friedrich Merz Robert Habeck hämisch als "Kinderbuchautor" bezeichnet, oder allgemein im Literaturbetrieb: "Wenn man halbwegs begabt ist, schreibt man so etwas eben auch in einer Stunde - so lautet der Trugschluss. Dass literarische, also formal anspruchsvolle, aber eben für eine junge Leserschaft zugängliche und anregende Texte sehr viel Zeit, besondere Mühe und eine Fähigkeit zur Einfühlung voraussetzen, damit fantastische Bücher wie die von Christine Nöstlinger, Bart Moeyaert, Andreas Steinhöfel, Nils Mohl oder Mirjam Pressler entstehen? Wird nicht gesehen."
Weitere Artikel: Der Standard bringt einen Essay von Marlene Streeruwitz über Vertrauen und Misstrauen. Der Schriftsteller Michael Kleeberg erzählt in "Bilder und Zeiten" der FAZ von seinem Besuch eines Konzerts von George Harrisons Sohn Dhani. Im "Literarischen Leben" der FAZ schreibt Marcus Bauer einen Nachruf auf den rumänischen Literaturkritiker Nicolae Manolescu.
Besprochen werden Craig Thompsons autobiografischer Comic "Ginsengwurzeln" (taz), Ulrike Edschmids "Die letzte Patientin" (FR), Johannes Franzens Essay "Wut und Wertung" (taz), Yusef Komunyakaas Gedichtband "Der Gott der Landminen" (FAZ) und Husch Jostens "Die Gleichzeitigkeit der Dinge" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Hubert Winkels denkt in "Bilder und Zeiten" der FAZ anhand des Lebens und Schaffens von Thomas Kling und Peter Handke über "die zwei Körper des Dichters" nach, wie also "ein intensives, heftiges Dichterleben in einen ewigen philologischen Textkörper" transformiert wird. Bei der Berliner Präsentation der technisch aufwändig aufbereiteten Digital-Edition von Peter Handkes Notizbüchern gab es dafür reichlich Anschauungsmaterial: "Die Datenpyramide, der digitale Handke der künftigen Jahrhunderte, wird im Hintergrund errichtet, der leibhaftige Dichter sitzt klein und wie geduckt in der ersten Reihe vor mir. Den Oberkörper leicht vorgebeugt, das schüttere graue Haar etwas wirr, folgt er mit leicht verschmitztem Lächeln den powerpointgestützten Ausführungen zur technischen Installation seiner Edition mit stoischer Miene. Der Gegenstand wird immer komplexer, für den Laien ein technisches Tohuwabohu, der begleitende Diskurs von instrumenteller Funktionalität. ... Das leise schreiende Missverhältnis in der akademischen Installation von Medientechnik und Erleuchtung zieht diesen Abend ins Groteske."
Kathleen Hildebrand ärgert sich in der SZ über den "Gestus des Herabblickens" wenn es um Kinderbücher geht - sei es, wenn Friedrich Merz Robert Habeck hämisch als "Kinderbuchautor" bezeichnet, oder allgemein im Literaturbetrieb: "Wenn man halbwegs begabt ist, schreibt man so etwas eben auch in einer Stunde - so lautet der Trugschluss. Dass literarische, also formal anspruchsvolle, aber eben für eine junge Leserschaft zugängliche und anregende Texte sehr viel Zeit, besondere Mühe und eine Fähigkeit zur Einfühlung voraussetzen, damit fantastische Bücher wie die von Christine Nöstlinger, Bart Moeyaert, Andreas Steinhöfel, Nils Mohl oder Mirjam Pressler entstehen? Wird nicht gesehen."
Weitere Artikel: Der Standard bringt einen Essay von Marlene Streeruwitz über Vertrauen und Misstrauen. Der Schriftsteller Michael Kleeberg erzählt in "Bilder und Zeiten" der FAZ von seinem Besuch eines Konzerts von George Harrisons Sohn Dhani. Im "Literarischen Leben" der FAZ schreibt Marcus Bauer einen Nachruf auf den rumänischen Literaturkritiker Nicolae Manolescu.
Besprochen werden Craig Thompsons autobiografischer Comic "Ginsengwurzeln" (taz), Ulrike Edschmids "Die letzte Patientin" (FR), Johannes Franzens Essay "Wut und Wertung" (taz), Yusef Komunyakaas Gedichtband "Der Gott der Landminen" (FAZ) und Husch Jostens "Die Gleichzeitigkeit der Dinge" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bühne
Aline Wenner besucht für die NZZ Mitch Sebastian bei den Zürcher Proben zum Musical "Billy Elliot". Lena Schneider unterhält sich für den Tagesspiegel mit der ostdeutschen Theatermacherin Bettina Jahnke über Theater als "Erfahrungsraum der Demokratie".
Besprochen werden eine Wiederaufnahme von Rene Polleschs Inszenierung "Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini Studien)" an der Volksbühne Berlin (taz), Ersan Montags Adaption von Sibylle Bergs Roman "Vielen Dank für das Leben" am Burgtheater Wien ("Der Abend hat also durchaus seine spaßigen Momente. Aber über die Dauer von fast drei Stunden trägt das nicht, wird die ganze ironische Herumkrittelei zunehmend fad - und die Figuren bleiben flach", bedauert nachtkritikerin Andrea Heinze), Azeret Kouas "Rhapsody" am Theaterhaus Jena (nachtkritik), "Jump Into The Void" von JAJAJA und Hajusom auf Kampnagel in Hamburg (nachtkritik) und Florentina Holzingers "Sancta"-Inszenierung in Stuttgart (taz, Welt).
Besprochen werden eine Wiederaufnahme von Rene Polleschs Inszenierung "Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini Studien)" an der Volksbühne Berlin (taz), Ersan Montags Adaption von Sibylle Bergs Roman "Vielen Dank für das Leben" am Burgtheater Wien ("Der Abend hat also durchaus seine spaßigen Momente. Aber über die Dauer von fast drei Stunden trägt das nicht, wird die ganze ironische Herumkrittelei zunehmend fad - und die Figuren bleiben flach", bedauert nachtkritikerin Andrea Heinze), Azeret Kouas "Rhapsody" am Theaterhaus Jena (nachtkritik), "Jump Into The Void" von JAJAJA und Hajusom auf Kampnagel in Hamburg (nachtkritik) und Florentina Holzingers "Sancta"-Inszenierung in Stuttgart (taz, Welt).
Musik
Sade hat sich nach sechs Jahren Funkstille (14 Jahre sind es seit ihrem letzten Album) mit einem neuen Song "Young Lion" zurückgemeldet, freut sich Dirk Peitz auf Zeit Online. Das Stück ist ihrem Sohn gewidmet, der in den letzten Jahren seine Geschlechtsanpassung öffentlich dokumentiert hat, und "eine zutiefst menschliche Geste", denn hier zeigt sich "eine Mutter, die sich im Gegensatz zu vielen anderen Eltern nicht abwendet von ihrem einzigen Kind". Noch mehr haut ihn jedoch etwas anderes um, das "Wiederhören dieser Stimme ... Die Musik selbst ist zugleich anders als früher bei Sade, nämlich pompöser, und doch unverkennbar die von Sades Band. Deren anfangs unterschätzte Qualität (man hielt ihre Musik für irgendwie überkandidelten und zugleich dünnen Jazzpop) lag schon immer darin, vergleichsweise minimalistische Instrumentierungen extrem tight zu spielen: Sades Stimme, die alles übertönte, übertönen sollte, brauchte nur ein gutes Fundament aus Soul und Funk."
Jan Brachmann wundert sich in "Bilder und Zeiten" der FAZ, wie sehr Max Weber in seinen musiktheoretischen Schriften einen Sinn für "den Eigenreiz des Klaviers" vermissen lässt, wiewohl er sie in der "goldenen Ära" der Klavierkultur um 1900 herum verfasst hat. "Virtuosen wie Leopold Godowsky, Eduard Schütt, Moritz Moszkowski oder Adolf Schulz Evler entdeckten damals - in der Nachfolge Franz Liszts zwar, diesen aber an Finesse weit übertreffend - die Paraphrase auf Vokal- und Orchestermusik als Genre von eigenem Reiz. Ihre Beliebtheit allerdings ist gebunden an spieltechnische Kenntnisse des Publikums, das die manuelle Kunstfertigkeit nachvollziehen konnte, und an eine Kultur der Konversation, die geistvollen Austausch jenseits von Bekenntnissen oder Bekehrungsversuchen genoss. Der Radikalismus der klassischen Moderne mit ihren Manifesten und Visionen hatte für diese Kultur kein Verständnis mehr."
Weiteres: Julian Weber berichtet in der taz vom Elektro-Festival Insomnia im Norden Norwegens. Manuel Brug hat für die WamS einen gemeinsamen Tag mit dem Pianisten Kit Armstrong verbracht. Stefan Michalzik resümiert in der FR das 55. Jazzfestival in Frankfurt. Besprochen wird Thom Zimnys im Lauf mehrerer Jahre enstandene Tour-Doku "Road Diary: Bruce Springsteen and the E Street Band" (Zeit Online).
In der FAZ gratuliert Philipp Krohn dem Experimentalmusiker Hans-Joachim Roedelius zum 90. Geburtstag. Gemeinsam mit Dieter Moebius und Michael Rother schuf er in den frühen Siebzigern "Meilensteine des Krautrocks", darunter diesen zeitlosen:
Jan Brachmann wundert sich in "Bilder und Zeiten" der FAZ, wie sehr Max Weber in seinen musiktheoretischen Schriften einen Sinn für "den Eigenreiz des Klaviers" vermissen lässt, wiewohl er sie in der "goldenen Ära" der Klavierkultur um 1900 herum verfasst hat. "Virtuosen wie Leopold Godowsky, Eduard Schütt, Moritz Moszkowski oder Adolf Schulz Evler entdeckten damals - in der Nachfolge Franz Liszts zwar, diesen aber an Finesse weit übertreffend - die Paraphrase auf Vokal- und Orchestermusik als Genre von eigenem Reiz. Ihre Beliebtheit allerdings ist gebunden an spieltechnische Kenntnisse des Publikums, das die manuelle Kunstfertigkeit nachvollziehen konnte, und an eine Kultur der Konversation, die geistvollen Austausch jenseits von Bekenntnissen oder Bekehrungsversuchen genoss. Der Radikalismus der klassischen Moderne mit ihren Manifesten und Visionen hatte für diese Kultur kein Verständnis mehr."
Weiteres: Julian Weber berichtet in der taz vom Elektro-Festival Insomnia im Norden Norwegens. Manuel Brug hat für die WamS einen gemeinsamen Tag mit dem Pianisten Kit Armstrong verbracht. Stefan Michalzik resümiert in der FR das 55. Jazzfestival in Frankfurt. Besprochen wird Thom Zimnys im Lauf mehrerer Jahre enstandene Tour-Doku "Road Diary: Bruce Springsteen and the E Street Band" (Zeit Online).
In der FAZ gratuliert Philipp Krohn dem Experimentalmusiker Hans-Joachim Roedelius zum 90. Geburtstag. Gemeinsam mit Dieter Moebius und Michael Rother schuf er in den frühen Siebzigern "Meilensteine des Krautrocks", darunter diesen zeitlosen:
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