Efeu - Die Kulturrundschau
Zwischen aufgewühlten Laken
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21.10.2025. Besonders überraschend ist der Juwelenraub im Pariser Louvre nicht, konstatieren NZZ und SZ mit Blick auf die lange bekannten Sicherheitslücken. Die taz schaut in Berlin wehmütig auf Fotografien von Daniel Josefsohn, der die Kehrseite des Exzesses so lebensecht und verletzlich einzufangen vermochte. Der Tagesspiegel zieht Oliver Guez' Roman "Das Verschwinden des Josef Mengele" Kirill Serebrennikows Filmadaption vor. Die Welt ärgert sich über ordinäre Eigenheim-Plantagen in Vorstädten. Die FAZ prangert Antisemitismus und Gewalt in der deutschen Hip-Hop-Kultur an.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
21.10.2025
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Kunst
Inzwischen ist bekannt, welche Juwelen die Diebe aus dem Louvre erbeuteten, darunter eine Halskette und ein Ohrring aus der Kollektion von Kaiserin Marie-Louise, der zweiten Frau von Napoleon Bonaparte, und die Krone der Kaiserin Eugénie, die die Diebe allerdings verloren, meldet unter anderem der Tagesspiegel.
Bekannt waren auch die gravierenden Sicherheitslücken im Louvre, erinnert derweil Peter Kropmanns in der NZZ: "Erst im Sommer sickerte über streikendes Aufsichtspersonal durch, dass nicht nur Wasserschäden sowie defekte Toiletten und Aufzüge zu beklagen sind, sondern auch der erhebliche Personalmangel sowie etliche Schwachstellen im Sicherheitskonzept. Nun wurden nur wenige Stunden nach dem Raub Passagen eines alarmierenden Vorberichts des staatlichen Rechnungshofes bekannt, der im kommenden Monat in definitiver Fassung vorgelegt werden sollte. Demzufolge ist der Louvre sicherheitstechnisch seit langem in dramatischem Rückstand. Ein Drittel der Säle eines der Gebäudeflügel verfügt über keine einzige Überwachungskamera. In anderen Museumsbereichen fehlt entsprechende Technik in drei Vierteln der Räume."
Nils Minkmar erlebt in der SZ indes ein Land im "Wettrennen um die größtmögliche Selbstanklage": "Die Polizei hört sich im Milieu der üblichen Verdächtigen um, denn solch ein Raubzug überfordert auch die Branche der französischen Meisterdiebe. Die Gewerkschaften verweisen auf ihre wiederholten und ignorierten Warnungen, denn in den vergangenen Jahren wurden viele Stellen im Wachdienst gestrichen. Und der Präsident, der schon die Kathedrale in Rekordzeit erneuerte, die Olympischen Spiele nach Paris holte, der verspricht nun also eine rasche Ergreifung der Täter und eine Sicherstellung der geraubten Stücke."
Geradezu wehmütig erinnert sich Jonathan Guggenberger (taz) in der Berliner Galerie Krone daran, wie "rebellisch, melancholisch und lebensecht" Pop-Publizistik einst sein konnte. Dort werden derzeit Aufnahmen von Daniel Josefsohn gezeigt, und zwar nicht dessen "Hau-Drauf"-Kampagnen, sondern bisher "ungesehene, kleinformatig-tagebuchartige Momentaufnahmen", die Guggenberger Josefsohns nonkonformistische Haltung zeigen: "Ein junger Mann, der mit gespreizten Beinen auf einem abgewetzten Mid-Century-Schreibtisch sitzt und masturbiert. Verschwitzte, erschöpfte Gesichter, die zwischen aufgewühlten Laken hervorschauen. Das ineinander verschlungene Liebespaar, das mit vom Rave verschmutzten Lederstiefeln im Bett liegt und auf einem Fernseher Fesselpornos schaut. Alles verletzliche Szenen, in die die Kehrseite des Exzesses - das up and down und die Vergänglichkeit - schon unabwendbar eingeschrieben sind. Josefsohn schmiegt sich an diese Momente, als ob er sie vor dem Verschwinden retten will. Das ist seine Qualität als Dokumentarist: Er zeigt das Leben, wie es ist, und setzt sich selbst dazu in Beziehung."
Weitere Artikel: Berlin kann aufatmen, zumindest, was den Raubkunstverdacht der 96 surrealistischen Kunstwerke der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch betrifft, verkündet Marcus Woeller in der Welt. 26 Werke werden nun in der Ausstellung "Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus" in der Neuen Nationalgalerie mit besonderem Fokus auf deren Provenienz gezeigt, dabei sind die Objektbiografien mitunter spannender als die Werke selbst, findet Woeller.
Besprochen werden außerdem die der deutsch-jüdisch-südafrikanischen Expressionistin Irma Stern gewidmete Ausstellung im Berliner Brücke-Museum (taz, mehr hier), die Gerhard-Richter-Ausstellung in der Pariser Fondation Louis Vuitton (FAZ) und die Yayoi Kusama-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel (SZ, mehr hier).
Bekannt waren auch die gravierenden Sicherheitslücken im Louvre, erinnert derweil Peter Kropmanns in der NZZ: "Erst im Sommer sickerte über streikendes Aufsichtspersonal durch, dass nicht nur Wasserschäden sowie defekte Toiletten und Aufzüge zu beklagen sind, sondern auch der erhebliche Personalmangel sowie etliche Schwachstellen im Sicherheitskonzept. Nun wurden nur wenige Stunden nach dem Raub Passagen eines alarmierenden Vorberichts des staatlichen Rechnungshofes bekannt, der im kommenden Monat in definitiver Fassung vorgelegt werden sollte. Demzufolge ist der Louvre sicherheitstechnisch seit langem in dramatischem Rückstand. Ein Drittel der Säle eines der Gebäudeflügel verfügt über keine einzige Überwachungskamera. In anderen Museumsbereichen fehlt entsprechende Technik in drei Vierteln der Räume."
Nils Minkmar erlebt in der SZ indes ein Land im "Wettrennen um die größtmögliche Selbstanklage": "Die Polizei hört sich im Milieu der üblichen Verdächtigen um, denn solch ein Raubzug überfordert auch die Branche der französischen Meisterdiebe. Die Gewerkschaften verweisen auf ihre wiederholten und ignorierten Warnungen, denn in den vergangenen Jahren wurden viele Stellen im Wachdienst gestrichen. Und der Präsident, der schon die Kathedrale in Rekordzeit erneuerte, die Olympischen Spiele nach Paris holte, der verspricht nun also eine rasche Ergreifung der Täter und eine Sicherstellung der geraubten Stücke."
Geradezu wehmütig erinnert sich Jonathan Guggenberger (taz) in der Berliner Galerie Krone daran, wie "rebellisch, melancholisch und lebensecht" Pop-Publizistik einst sein konnte. Dort werden derzeit Aufnahmen von Daniel Josefsohn gezeigt, und zwar nicht dessen "Hau-Drauf"-Kampagnen, sondern bisher "ungesehene, kleinformatig-tagebuchartige Momentaufnahmen", die Guggenberger Josefsohns nonkonformistische Haltung zeigen: "Ein junger Mann, der mit gespreizten Beinen auf einem abgewetzten Mid-Century-Schreibtisch sitzt und masturbiert. Verschwitzte, erschöpfte Gesichter, die zwischen aufgewühlten Laken hervorschauen. Das ineinander verschlungene Liebespaar, das mit vom Rave verschmutzten Lederstiefeln im Bett liegt und auf einem Fernseher Fesselpornos schaut. Alles verletzliche Szenen, in die die Kehrseite des Exzesses - das up and down und die Vergänglichkeit - schon unabwendbar eingeschrieben sind. Josefsohn schmiegt sich an diese Momente, als ob er sie vor dem Verschwinden retten will. Das ist seine Qualität als Dokumentarist: Er zeigt das Leben, wie es ist, und setzt sich selbst dazu in Beziehung."
Weitere Artikel: Berlin kann aufatmen, zumindest, was den Raubkunstverdacht der 96 surrealistischen Kunstwerke der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch betrifft, verkündet Marcus Woeller in der Welt. 26 Werke werden nun in der Ausstellung "Max Ernst bis Dorothea Tanning: Netzwerke des Surrealismus" in der Neuen Nationalgalerie mit besonderem Fokus auf deren Provenienz gezeigt, dabei sind die Objektbiografien mitunter spannender als die Werke selbst, findet Woeller.
Besprochen werden außerdem die der deutsch-jüdisch-südafrikanischen Expressionistin Irma Stern gewidmete Ausstellung im Berliner Brücke-Museum (taz, mehr hier), die Gerhard-Richter-Ausstellung in der Pariser Fondation Louis Vuitton (FAZ) und die Yayoi Kusama-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel (SZ, mehr hier).
Bühne

Bei der inzwischen 15. Ausgabe des Spielart-Festivals in München sieht SZ-Kritiker Egbert Tholl zwar durchaus auch Pathos und Kitsch, vor allem aber Produktionen aus dem Globalen Süden, die die "Wut über den Kolonialismus" ein Stück weit hinter sich gelassen haben: "'Spielart' verzichtet weitgehend auf pädagogisch wertvolle Vermittlungsarbeit, man muss die Kunst hier schon für sich ernst nehmen. Das Politische daran ist, dass unter den 29 Arbeiten, die hier zu sehen sind, viele etwas sichtbar machen, was einem mitteleuropäischen Blick auf Theater fremd ist. Einige davon sind Uraufführungen, vom Festival koproduziert. Wie etwa 'Umunyana' von Cedric Mizero aus Ruanda. Dass sein Aufführungsparcours, in dessen Zentrum eine Kuh steht, auf den Genozid in Ruanda rekurriert, kapiert man nur, wenn man nicht winzige Hinweise darauf übersieht. Und danach googelt, dabei etwa auf den Hinweis stößt, dass es für die Kolonialherren (erst deutsche, dann belgische) für die Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi von Bedeutung war, wie viel Kühe jemand besaß." In der Nachtkritik geht Silvia Stammen eingehender auf die einzelnen Stücke ein.
Besprochen werden außerdem der dreiteilige Tanzabend "Boléro, Boléro" mit Choreografien von Anat Oz, Stephan Thoss und Rebecca Laufer & Mats van Rossum am Nationaltheater Mannheim (FR), Angela Denokes Inszenierung von Erich Wolfgang Korngolds "Die tote Stadt" am Staatstheater Mainz (FR), Katja Erfurths Tanztheatersolo "Aber ich höre nicht auf, solange ich kriechen kann" nach dem Buch "Guten Morgen, du Schöne" von Maxie Wander in Dresden (FAZ), Therese Willstedts Adaption von Thomas Bernhards Roman "Auslöschung. Ein Zerfall" sowie das Fritzi Wartenbergs Inszenierung "Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos" von Werner Schwab, beide am Wiener Burgtheater (FAZ).
Literatur
Besprochen werden unter anderem Sibylle Bergs "PNR. La Bella Vita" (FR), Arundhati Roys "Meine Zuflucht und mein Sturm" (online nachgereicht von der FR), Stella Nyanzis Gedichtband "Im Mundexil" (online nachgereicht von der FAZ), der Briefwechsel zwischen Gottfried und Nele Benn (online nachgereicht von der Welt), Ursula Krechels Essay "Vom Herzasthma des Exils" (taz), Virginia Roberts Giuffres "Nobody's Girl. A Memoir of Surviving Abuse and Fighting for Justice" (NZZ), J. M. G. Le Clézios Geschichtensammlung "Neues von den Unerwünschten" (SZ), Ferdinand von Schirachs "Der stille Freund" (Standard) sowie Heinz Strunks und André Breinbauers Bilderbuch "Graf Fauchi und das verschwundene Gebiss" (FD). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Architektur
Seit Barock und Rokoko ist es mit der Stilsicherheit und -eindeutigkeit vorbei, stöhnt Dankwart Guratzsch in der Welt beim Anblick von "Eigenheim-Plantagen in Vorstädten". Architektur möchte er das nicht mal nennen: "Vieles ergeht sich im Nachplappern des Ordinären. Baufabriken steuern Serien gleichförmiger Schachteln bei, die in ihrer Summe nichts Besseres als ein auf die Wiese gekippter und in Häppchen zerstückelter 'neuestfarbig lackierter' Plattenbau sind. Wer ist hier noch Individuum und wer schon Stallhase? Eine Sonderklasse vermeintlicher Modernität stellen die technoiden Gehäuse der Glasvitrinen, Öko-Schatullen und schlecht gelüfteten Wärmepumpenboxen dar, die nichts mit Architektur, umso mehr aber mit krampfigen ingenieurtechnischen Experimenten zu tun haben. 'Der Überdruss an Spektakulärem und drängende Probleme sorgen dafür, dass im Diskurs über Architektur die Produktion außergewöhnlicher Sensationen in den Hintergrund tritt. Neues zu produzieren erscheint schon fast zwanghaft', meint der Architekturkritiker Christian Holl."
Übellaunig kehrt auch Marcus Woeller (Welt) vom Richtfest für das Berlin Modern zurück, denn: "Der Rohbau wirkt wie ein massiver Fremdkörper, der gewohnte Sichtachsen verstellt. 'Elegant und bescheiden' ist das Bauwerk nicht. Vielleicht kommt die Eleganz mit der finalen Gestaltung - doch sind angesichts der verschiedenen Umplanungen und kursierenden Renderings und Fassaden-Mockups Zweifel berechtigt."
Übellaunig kehrt auch Marcus Woeller (Welt) vom Richtfest für das Berlin Modern zurück, denn: "Der Rohbau wirkt wie ein massiver Fremdkörper, der gewohnte Sichtachsen verstellt. 'Elegant und bescheiden' ist das Bauwerk nicht. Vielleicht kommt die Eleganz mit der finalen Gestaltung - doch sind angesichts der verschiedenen Umplanungen und kursierenden Renderings und Fassaden-Mockups Zweifel berechtigt."
Film

Tagesspiegel-Kritiker Andreas Busche wird aus Kirill Serebrennikows Schwarzweiß-Adaption von Olivier Guez' ohnehin schon "etwas rätselhaftem" Roman "Das Verschwinden des Josef Mengele" nicht recht schlau: "Interessant an dem Roman ist im Grunde all das, was Serebrennikow weggelassen hat. Das kleinbürgerliche, von Menschenverachtung und Ressentiments zerfressene Milieu der Nazis, die sich in Südamerika in konspirativen Sitzungen treffen und über einen gewaltsamen Umsturz in Deutschland sprechen - während die Deutschen längst am Wirtschaftswunder partizipieren. ... Im Kino funktioniert der innere Monolog allerdings nur bedingt, darum bedarf es schon eines exaltierten Darstellers, um diesen Un-Charismatiker zu verkörpern. Und August Diehl legt sich gewaltig ins Zeug: Je tiefer Mengele sich im Leid seines Schicksals suhlt, desto rumpelstilzchenhafter wirkt seine Performance. Er flucht, schreit, tobt. Diehl geht, anders kann man es nicht beschreiben, all in." Doch "als Psychogramm bleibt 'Das Verschwinden des Josef Mengele' zu sehr auf die Schauwerte reduziert. Es gibt an der Figur Mengele letztlich nichts zu erklären."
Außerdem: Valerie Dirk spricht für den Standard mit der Filmemacherin Johanna Moder über deren auf der Viennale gezeigtes Mutterschaftsdrama "Mother's Baby". In der FAZ gratuliert Jan Brachmann dem Filmregisseur Nikita Michalkow zum 80. Geburtstag. Besprochen werden Aziz Ansaris Komödie "Good Fortune" mit Keanu Reeves als Schutzengel (Jungle World) und die Amazon-Serie "Gen V" (FAZ).
Musik
Dass ein Leitartikel der FAZ von Hip-Hop-Kultur handelt, dürfte nicht allzu oft vorkommen. Sebastian Eder will dem Rapper Chefket seine Naivität nicht abnehmen. Der hatte neulich eine Palästinakarte ohne Israel herumgetragen und sich damit verteidigt, dass er überall gegen Unterdrückung sei, das Symbol aber nicht politisch deuten könne. Eder stellt eine Gewaltbilanz der Hip-Hop-Kultur auf, die nicht unbedingt positiv auffällt. "Auch in Deutschland kann man gerade beim Thema Frauenhass und Antisemitismus im Rap eine lange Liste mit menschenverachtenden Äußerungen anlegen. Ein verurteilter Frauenschläger wie Gzuz tritt weiter in Arenen auf und darf sich in einer Amazon-Dokumentation als Familienmensch präsentieren. Rapper aus dem Umfeld von arabischen Clans verstecken ihren Hass auf Juden, wenn überhaupt, nur sehr halbherzig. Der Hip-Hop-Held Haftbefehl darf sich bald in einer Netflix-Doku über sein Leben zeigen, produziert wurde sie von Elyas M'Barek. Mehr Mainstream geht nicht. Eines der bekanntesten Lieder von Haftbefehl beginnt so: 'Rothschild-Theorie, jetzt wird ermordet'. Auch andere Probleme liegen seit Jahren offen: Kriminelle Clans unterdrücken Rapper, Rapper mit kriminellen Clans im Rücken unterdrücken schwächere Rapper. Die Musikindustrie spielt mit."
In Zürich hat Paavo Järvi mit dem Estonian Festival Orchestra einen Abend zu Ehren von Arvo Pärt bestritten, der vor kurzem 90 Jahre alt geworden ist. "Pärt hat die Musik unserer Zeit, die sich lange einem überwiegend konstruktivistischen Denken verschrieben hatte, breitenwirksam gemacht", schreibt Christian Wildhagen in der NZZ, "und zwar, indem er sie für das Mystische und Meditative, ja das Archaisch-Ursprüngliche der Klänge geöffnet hat." Gut nachzuvollziehen etwa in "Tabula Rasa" von 1976: "Der junge estnische Geiger Hans Christian Aavik und die bekannte Geigerin Midori treffen ... genau den eigentümlichen Schwebezustand, in dem das unablässige Wiederholen von Formeln und Sequenzen zu einem Gefühl von Zeitlosigkeit führt, das zugleich aber die Wahrnehmung jedes einzelnen Tones schärft."
Weiteres: Manuel Brug spricht in der Welt mit Daniil Trifonov über Tschaikowsky, dessen selten zu hörenden Solo-Klavierstücke der russische Pianist vor kurzem eingespielt hat. Gregor Kessler berichtet in der taz von einer Veranstaltung in Hamburg zum Abschied des vor kurzem verstorbenen Labelmachers Alfred Hilsberg.
Besprochen werden ein Wiener Abend mit Günther Groissböck und Igor Levit (Standard), ein Auftritt der Jazzmusikerin Clara Vetter in Frankfurt (FR), das von Thomas Guggeis dirigierte Museumskonzert in Frankfurt (FR) und neue Veröffentlichungen anspruchsvoller Musik, darunter Iiro Rantalas Jazzalbum "Trinity" (Standard).
In Zürich hat Paavo Järvi mit dem Estonian Festival Orchestra einen Abend zu Ehren von Arvo Pärt bestritten, der vor kurzem 90 Jahre alt geworden ist. "Pärt hat die Musik unserer Zeit, die sich lange einem überwiegend konstruktivistischen Denken verschrieben hatte, breitenwirksam gemacht", schreibt Christian Wildhagen in der NZZ, "und zwar, indem er sie für das Mystische und Meditative, ja das Archaisch-Ursprüngliche der Klänge geöffnet hat." Gut nachzuvollziehen etwa in "Tabula Rasa" von 1976: "Der junge estnische Geiger Hans Christian Aavik und die bekannte Geigerin Midori treffen ... genau den eigentümlichen Schwebezustand, in dem das unablässige Wiederholen von Formeln und Sequenzen zu einem Gefühl von Zeitlosigkeit führt, das zugleich aber die Wahrnehmung jedes einzelnen Tones schärft."
Weiteres: Manuel Brug spricht in der Welt mit Daniil Trifonov über Tschaikowsky, dessen selten zu hörenden Solo-Klavierstücke der russische Pianist vor kurzem eingespielt hat. Gregor Kessler berichtet in der taz von einer Veranstaltung in Hamburg zum Abschied des vor kurzem verstorbenen Labelmachers Alfred Hilsberg.
Besprochen werden ein Wiener Abend mit Günther Groissböck und Igor Levit (Standard), ein Auftritt der Jazzmusikerin Clara Vetter in Frankfurt (FR), das von Thomas Guggeis dirigierte Museumskonzert in Frankfurt (FR) und neue Veröffentlichungen anspruchsvoller Musik, darunter Iiro Rantalas Jazzalbum "Trinity" (Standard).
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