Efeu - Die Kulturrundschau
Der ganze Saal hebt ab
Die besten Kritiken vom Tage. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.05.2025. Die Filmkritiker denken mit Dag Johan Haugeruds Berlinale-Gewinnerfilm "Träume" über die Liebe und die Literatur nach. Die Zeit spürt in einer Ausstellung in der Collezione Marmotti mit Viviane Sassens Fotografien das "Entrückte im Gegenwärtigen" auf. Maxim Biller blättert ebenfalls in der Zeit fassungslos durch Jürgen Tellers Auschwitz-Fotoband. Iran will den unter Pseudonym schreibenden Dichter Peyman Farahavar hinrichten lassen, meldet die FAZ.
9punkt - Die Debattenrundschau
vom
08.05.2025
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Film

Mit dem diesjährigen Berlinale-Gewinner "Träume" kommt ein weiterer Film aus Dag Johan Haugeruds "Oslo Stories"-Trilogie in die Kinos (unser Resümee zum ersten Kinostart vor wenigen Wochen). "Manchmal ein bisschen zu vernünftig" wird darin durchgespielt, dass sich eine Siebzehnjährige in ihre Lehrerin verliebt, erzählt Alice Fischer im Perlentaucher - zumal dann, wenn die Aufzeichnungen der Schülerin dazu mit Mutter und Großmutter gelesen und besprochen werden. Die Figuren "sind allesamt sehr reflektiert, reif, tolerant, ein bisschen bewandert in Psychologie, offen - einerseits würde man sich wirklich wünschen, jeder wäre so (die Welt wäre eine bessere). Andererseits wird man das Gefühl nicht los, dass uns der Regisseur eine Lektion in Sachen 'achtsamer Umgang mit herausfordernden Situationen' erteilen will. So interessant und richtig und weitsichtig die Gespräche zwischen den weiblichen Figuren sind, so vermisst man doch hin und wieder ein kleines bisschen Spontanität, eine wilde Emotion, ein Herausfahren aus der Haut, etwas Unerwartetes, Irrationales."
Es "ist ein Film über die Liebe und über die Literatur", erklärt Ekkehard Knörer auf critic.de. Kein Wunder: Haugerud hat vor seiner Zeit als Filmemacher Romane geschrieben. Vom Erlebnis zum Schreiben zum Weiterreichen des Textes an Mutter und Großmutter: "So kommt es zum Lesen als Deuten. Hat die Lehrerin womöglich die Tochter, Enkelin, Schülerin Johanne missbraucht? Ist der siebzehnjährigen Erzählerin ihrer eigenen Geschichte die Souveränität, die sie in ihrem Text demonstriert, wirklich zuzutrauen?" Für Mutter und Großmutter ist es "ein Schock: Die Tochter, die Enkelin, ist jetzt, als wäre es plötzlich, klug, fast erwachsen. Sie können sich in ihr wiedererkennen, aber es wird ihnen auch, bis zur Eifersucht fast, mehr als deutlich: Die Jüngere hat noch so viel von dem vor sich, was die beiden schon mehr oder weniger hinter sich haben." Weitere Besprechungen in FR und online nachgereicht von der FAS.

Nachdem er Döblins "Berlin Alexanderplatz" in die Gegenwart versetzt hat (unsere Kritik), verlegt Burhan Qurbani mit "Kein Tier. So wild" nun Shakespeares "Richard III" in einen Berliner Clankrieg. Dem Theatersetting bleibt er dabei aber ästhetisch verbunden: "Real oder authentisch ist es nie", warnt Jenni Zylka im Freitag. "Die Schauspieler präsentieren in konstruierten Settings (Gerichtssaal, Restaurant, Schrottplatz, Kapelle, Wüstenzelt) eine artifizielle Sprache, die die Shakespeare'sche Herkunft umarmt und dennoch die Modernität des Geschehens einbezieht. ... Vor allem Kenda Hmeidan und Mona Zarreh Hoshyari Khah meistern die Sprachstrudel fantastisch - Hmeidans unheilvolle Spannung ist jederzeit fühlbar, gleich Geschossen schleudert sie die Sätze heraus. ... Schon der Klang der Worte, verstärkt durch den des hypnotischen, teilweise auf Stimme, teilweise auf Elektronik setzenden Soundtracks, vermag es, einen in den Bann zu ziehen."
Einer von Qurbanis Clous besteht darin, dass sein Richard eine (von Kenda Hmeidan gespielte) Rashida ist. Dies fügt dem Film eine Facette hinzu, schreibt Florian Kaindl in der SZ, nämlich "wie eine weibliche Protagonistin sich in einer von Männern dominierten Gesellschaft behauptet. Spoiler: indem sie selbst wie einer wird. ... Burhani inszeniert das in stylischen Bildern" und erzielt so "einen eigenen Drive". Doch "die Geschichte der blutigen Emanzipation ist auch eine Geschichte der Flucht vor Krieg und Zerstörung. Am Anfang ist Rashida als junges Mädchen zu sehen, das im Schutt mit einer selbstgebastelten Krone spielt. Ihre ursprüngliche Herkunft klingt an, als sie Mishal zu verstehen gibt, dass sie nicht mehr in ihr einstiges Heimatdorf zurückkehren können, weil es vollkommen zerbombt ist."
Weitere Artikel: In der Zeit erzählt Ulrich Ladurner die Erfolgsgeschichte des Cinema Troisi in Rom, dessen Räumlichkeiten vor knapp über zehn Jahren von Jugendlichen auf der Suche nach eigenen Räumen besetzt wurde und das nun als rund um die Uhr geöffnetes Zentrum mit avanciertem Programm und weiteren Angeboten ein lebendiger Kulturort ist. Dirk Peitz spricht in der Zeit mit Steven Soderbergh über dessen Spionagethriller "Black Bag". Als einen zentralen Einfluss dafür bezeichnet er übrigens den britischen Klassiker "The Ipcress File" mit Michael Caine, aktuell in der Arte-Mediathek zu sehen.
Besprochen werden Alex Parkinsons "Last Breath" (Perlentaucher), Miguel Gomes' auf Mubi gezeigter "Grand Tour" (FD, mehr dazu hier), Rúnar Rúnarssons "Wenn das Licht zerbricht" (FR), Jan-Ole Gersters Psychothriller "Islands" (SZ) und die lettische, von Arte online gestellte Serie "Sowjet Jeans" (FAZ). Außerdem blicken der Tagesspiegel und der Filmdienst auf die wichtigsten Filmstarts der Woche.
Kunst

Fasziniert streift Hanno Rauterberg für die Zeit durch die Ausstellung "This Body made of Stardust" in der Collezione Marmotti im italienischen Reggio Emilia. Die Fotografien der niederländischen Künstlerin Viviane Sassen eröffnen ihm einen Raum zwischen Realität und Traum. Es gelingt ihr, findet der Kritiker, "das Entrückte im Gegenwärtigen" auszuspüren, gerade da, wo man nichts sieht: "Wie Schwarze Löcher ziehen uns diese Schatten hinein, lenken die Blicke auf das, was nicht auszumachen, nicht zu erkennen ist. Und just auf diese Weise öffnet sich etwas, ein Raum der Imagination, der nicht flach ist, sondern rasch an Tiefe gewinnt. Es sind konspirative Schatten, die Schatten einer fotografierenden Bildhauerin. Schon sehr lange, im Grunde seitdem der Mensch sich selbst beobachtet, beobachtet er auch dieses seltsam dunkle Ding, das ihm beständig folgt, das er nicht abschütteln kann, das er besitzt, ohne darüber verfügen zu können. Sassen liebt die unheimlichen Schatten, in denen Menschen fast verschwinden."
In der Zeit ist Maxim Biller fuchsteufelswild angesichts von Jürgen Tellers "eleganten und völlig empathielosen Lager-und-Tod-Fotos", versammelt im Band "Auschwitz-Birkenau" (unsere Kritik): "Ich habe es inzwischen mindestens zehnmal, zwanzigmal durchgeschaut und dabei immer wieder gedacht: Was soll das? Wem hilft dieses fette, geschmackvoll gestaltete Coffee-Table-Book über das Signature-KZ der Nazis, zu verstehen, was damals die Opfer und die Täter gefühlt hatten? Warum soll ich mir auf vielen Seiten die wunderschönen, feuerrot leuchtenden Hagebutten-Büsche von Birkenau ansehen?"
Weiteres: In der Zeit stellt Berit Dießelkämper fest, dass Picassos Kriegsbild "Guernica" auch heute, wo wir täglich mit schrecklichen Bildern konfrontiert werden, noch eine stark abschreckende Wirkung entfaltet. Besprochen wird die Annegret-Soltau-Retrospektive "Unzensiert" im Städel Frankfurt (FAZ) und eine Ausstellung von Sun Yitian in der Berliner Galerie Esther Schipper (Tsp).
Musik
Lahav Shani ist Chefdirigent der Münchner Philharmoniker und des Israel Philharmonic Orchestras. Beide Orchester spielen heute, zum 80. Jahrestag des Kriegsendes in Europa, in München gemeinsam Gustav Mahlers sechste Sinfonie. Warum so ein düsteres Werk, will Reinhard J. Brembeck im SZ-Gespräch von Shani wissen: "Wenn man über den 8. Mai spricht, die Welt von heute, die Vergangenheit und von dem, was verloren ging, dann bietet die Sechste nicht nur eine große Palette von Gefühlen, so wie alle Mahler-Sinfonien. In der Sechsten findet sich auch etwas Zerstörerisches, Dramatisches und Fatalistisches, das nicht nur von der Vergangenheit erzählt, sondern auch vom heutigen Zustand der Welt. Vor achtzig Jahren wäre es eine völlig abwegige Idee gewesen, diese beiden besonderen Orchester zusammen auf einer Bühne auftreten zu lassen. Ich wollte beweisen, dass das keine verrückte Fantasie ist, sondern zeigen, was in dieser Welt möglich ist."
Ziemlich beeindruckend fand VAN-Kritikerin Eleonore Büning bei den 57. Wittener Tagen für neue Kammermusik die Stockhausen-Hommage "Plus or Minus" von Ming Tsao: "Strikt durchkonstruiert und in ihren Möglichkeiten unendlich, wirkt seine Realisierung unfassbar kraftvoll und ausdrucksstark. Von der puren Energie des vulkanischen Variationsgeschehens wird man geradezu physisch überfallen, umarmt und vereinnahmt. Der ganze Saal hebt ab. Tsao hat mit 'Plus or Minus' die offene Partitur 'Plus-Minus' von Karlheinz Stockhausen abermals mit Leben erfüllt: diesmal für zwei Klaviere und Elektronik. Statt konzeptkonform zwischendurch 'abzusterben', wurden die Leerstellen ('Negativbänder') aufgeladen mit Zitaten aus 'Mantra', Stockhausens erster Formelkomposition. Auch die beiden Steinway-Flügel schielen zuweilen surreal verstimmt, ihr Resonanzraum füllt sich mit Geisterklängen."
Weitere Artikel: Hartmut Welscher spricht für VAN mit Gerald Mertens, der sich nach 25 Jahren als Geschäftsführer der Orchestergewerkschaft unisono in die Rente verabschiedet. Jens Balzer spricht für die Zeit mit dem Künstler und Filmemacher Steve McQueen über dessen musikalische Einflüsse und wie sie dessen aktuell in Basel zu sehende Installtation "Bass" gesprägt haben. Christine Lemke-Matwey berichtet in der Zeit von der Schubertiade in Hohenems. Ueli Bernays (NZZ), Wolfgang Sandner (FAZ) und Andrian Kreye (SZ) gratulieren Keith Jarrett zum 80. Geburtstag. Christoph Irrgeher porträtiert für den Standard den Komponisten Sven Helbig, dessen "Requiem A" heute in Wien gespielt wird. Christoph Irrgeher (Standard) und Werner M. Grimmel (FAZ) erinnern an den vor 200 Jahren verstorbenen Komponisten Antonio Salieri. Arno Lücker spricht für VAN aus diesem Anlass mit dem Salieri-Experten Timo Jouko Herrmann. Mit Bands wie Tristwch Y Fenywod und Witch Club Satan erobern die Hexen aktuell die Bühnen, beobachtet Jens Balzer in der Zeit.
Besprochen werden das neue Album von Arcade Fire (Standard) und ein neues Album der Brooklyner Post-Punkband Model/Actriz (Freitag).
Ziemlich beeindruckend fand VAN-Kritikerin Eleonore Büning bei den 57. Wittener Tagen für neue Kammermusik die Stockhausen-Hommage "Plus or Minus" von Ming Tsao: "Strikt durchkonstruiert und in ihren Möglichkeiten unendlich, wirkt seine Realisierung unfassbar kraftvoll und ausdrucksstark. Von der puren Energie des vulkanischen Variationsgeschehens wird man geradezu physisch überfallen, umarmt und vereinnahmt. Der ganze Saal hebt ab. Tsao hat mit 'Plus or Minus' die offene Partitur 'Plus-Minus' von Karlheinz Stockhausen abermals mit Leben erfüllt: diesmal für zwei Klaviere und Elektronik. Statt konzeptkonform zwischendurch 'abzusterben', wurden die Leerstellen ('Negativbänder') aufgeladen mit Zitaten aus 'Mantra', Stockhausens erster Formelkomposition. Auch die beiden Steinway-Flügel schielen zuweilen surreal verstimmt, ihr Resonanzraum füllt sich mit Geisterklängen."
Weitere Artikel: Hartmut Welscher spricht für VAN mit Gerald Mertens, der sich nach 25 Jahren als Geschäftsführer der Orchestergewerkschaft unisono in die Rente verabschiedet. Jens Balzer spricht für die Zeit mit dem Künstler und Filmemacher Steve McQueen über dessen musikalische Einflüsse und wie sie dessen aktuell in Basel zu sehende Installtation "Bass" gesprägt haben. Christine Lemke-Matwey berichtet in der Zeit von der Schubertiade in Hohenems. Ueli Bernays (NZZ), Wolfgang Sandner (FAZ) und Andrian Kreye (SZ) gratulieren Keith Jarrett zum 80. Geburtstag. Christoph Irrgeher porträtiert für den Standard den Komponisten Sven Helbig, dessen "Requiem A" heute in Wien gespielt wird. Christoph Irrgeher (Standard) und Werner M. Grimmel (FAZ) erinnern an den vor 200 Jahren verstorbenen Komponisten Antonio Salieri. Arno Lücker spricht für VAN aus diesem Anlass mit dem Salieri-Experten Timo Jouko Herrmann. Mit Bands wie Tristwch Y Fenywod und Witch Club Satan erobern die Hexen aktuell die Bühnen, beobachtet Jens Balzer in der Zeit.
Besprochen werden das neue Album von Arcade Fire (Standard) und ein neues Album der Brooklyner Post-Punkband Model/Actriz (Freitag).
Literatur
Iran will den unter dem Pseudonym Sheyda schreibenden Dichter Peyman Farahavar hinrichten, meldet Andreas Platthaus in der FAZ: "Über dieses Urteil hat PEN Berlin in einer Erklärung informiert, für die sich die Autorenorganisation auf die iranische Menschenrechtsorganisation Hengaw beruft. Ihr zufolge wurde das Urteil von einem 'Revolutionsgericht' gesprochen, das dem Angeklagten 'bewaffneten Aufstand' und 'Krieg gegen Gott' vorgeworfen habe. ... Den literarischen Kampfgeist von Farahavar kann man in der Wahl seines Dichternamens gespiegelt sehen. Er erinnert an einen gleichnamigen persischen Lyriker aus dem Süden Irans, der 1920 im Alter von vierzig Jahren erschossen wurde; dessen eigentlicher Name war Mohammadjar Khan Gerashi. Sein jetziger Namensnachfolger wurde im vergangenen September verhaftet und in den acht Monaten der Haftzeit nach Angaben seiner Familie schwer gefoltert."
Weiteres: In seiner Comickolumne auf FAZ.net schwärmt Andreas Platthaus vom Comiczeichner Christoph Mueller, den er über Chris Ware kennengelernt hat. Hannes Hintermeier berichtet in der FAZ von einem Wiener Freud-Abend mit dem Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee. Marlene Knobloch plaudert für die Zeit mit Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn, die mit "Else" einen Roman über eine Taxifahrerin in der frühen Bundesrepublik geschrieben haben. Christian Staas blickt in der Zeit zurück auf 80 Jahre "Mumins" von Tove Jansson: Die "Drolligkeit" der Knubbelwesen "lässt leicht vergessen, dass selten ein Idyll so nah an der Apokalypse gebaut wurde wie das Mumintal".
Besprochen werden unter anderem Szczepan Twardochs "Die Nulllinie" (NZZ), Viktor Remizovs Gulag-Roman "Permafrost" (FAZ) und die Neuübersetzung von F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" (Zeit). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Weiteres: In seiner Comickolumne auf FAZ.net schwärmt Andreas Platthaus vom Comiczeichner Christoph Mueller, den er über Chris Ware kennengelernt hat. Hannes Hintermeier berichtet in der FAZ von einem Wiener Freud-Abend mit dem Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee. Marlene Knobloch plaudert für die Zeit mit Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn, die mit "Else" einen Roman über eine Taxifahrerin in der frühen Bundesrepublik geschrieben haben. Christian Staas blickt in der Zeit zurück auf 80 Jahre "Mumins" von Tove Jansson: Die "Drolligkeit" der Knubbelwesen "lässt leicht vergessen, dass selten ein Idyll so nah an der Apokalypse gebaut wurde wie das Mumintal".
Besprochen werden unter anderem Szczepan Twardochs "Die Nulllinie" (NZZ), Viktor Remizovs Gulag-Roman "Permafrost" (FAZ) und die Neuübersetzung von F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" (Zeit). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Bühne

Im "Flow" ist SZ-Kritikerin Christiane Lutz bei Marie Schleefs Adaption der Kurzgeschichte "Die Möglichkeit des Bösen" von Shirley Jackson an den Münchner Kammerspielen. Völlige Entschleunigung scheint Schleefs Motto zu sein, stellt Lutz fest. Und tatsächlich gelte hier das gleiche, wie bei der Meditation - man muss sich darauf einlassen, sonst funktioniert es nicht: "Aus dem Text von Valeria Gordeev macht Marie Schleef eine ASMR-Performance, was bedeutet, dass über Lautsprecher zum Geschehen passende Geräusche abgespielt werden und sich zu einem angenehm kribbelnden Soundteppich verdichten. Das Blubbern eines Strohhalms in Limonade. Das Wischen eines Handbesens. Das Vorbeifliegen eines überdimensionalen Staubkorns. Und immer: sehr, sehr langsame Bewegungen. Das macht entweder wahnsinnig - oder völlig high. Wie Yoga eben auch."
Weitere Artikel: Bei VAN denkt Holger Noltze während Katie Mitchells Neuinszenierung der Strauss-Oper "Die Frau ohne Schatten" in Amsterdam über das Umschreiben von Stücken zum Zweck der politischen Korrektheit nach: Hier wurde der "problematische" Inhalt so sehr umgeschrieben, so Noltze, dass von der Grundidee nicht mehr viel übrig bleibt: "Damit es spannend wird, braucht es doch beide Pole. Es braucht einen 'Änderungen nachverfolgen'-Modus, keine Korrektur im Sinne von Überpinselung mit Deckfarbe." Wiebke Hüster in der FAZ und Hannah Kunt in der Zeit berichten über die Krise am Hamburger Staatsballett:die Belegschaft ist unzufrieden mit der Intendanz von Demis Volpi, der nicht genug Engagement zeige.
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