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17.05.2022 Als wundersamen Erzählkosmos feiert die FR Louis Ginzbergs "Die Legenden der Juden", die mit fast hundert Jahren Verspätung endlich auch auf Deutsch erscheinen. Der Dlf stutzt über Isaac Babels Reportagen "Wandernde Sterne": War der gerühmte Autor der "Reiterarmee" etwa ein lupenreiner Propagandist? Der DlfKultur begibt sich mit Bryan Washingtons Roman "Lot" in eine Nachbarschaft der Abgehängten. Die FAZ liest mit Vergnügen Verena Roßbachers Roman "Mon Chéri".

16.05.2022 Die FAZ folgt Wolfgang Heckl in die Welt der Technik, von Röntgens erstem Schattenbild bis zum Covid-Impfstoff von Biontech. Empfehlen kann sie auch die Hörbuchversion von Karl Schlögels "Entscheidung in Kiew". Die SZ bringt sich mit dem "Atlas der Unordnung" auf den aktuellen Stand der Geopolitik. Der Debütroman des iranischen Filmemachers Asjadi lässt den DlfKultur berührt, aber ratlos zurück. FR und Dlf raufen sich die Haare über Uwe Tellkamps Verschwörungsepos "Der Schlaf in den Uhren".

14.05.2022 Die taz lässt sich von Olaf Bernau über die Dauerkrise in der Sahelzone aufklären. Die FAZ hofft mit Katja Diehl auf mehr autofreien Lebensraum in der Stadt. Die FR lässt sich von Szepan Twardoch gebannt durch europäische Geschichte treiben. Der Dlf lauscht Steinunn Sigurdardottirs lyrischem Abgesang auf isländische Gletscher. Und FAS, FAZ und taz ringen mit dem neuen Tellkamp: Ein Ungeheuer, meint die FAS, „grandios gehässige“ Passagen wecken die taz, immerhin anders als der übliche „Eineitsbrei“, beschwichtigt die FAZ.

13.05.2022 Die SZ staunt, wie heiter und dicht Yade Yasemin Önder von einer jungen Bulimikerin und ihrem 400 Kilo schweren Vater erzählt. Die FR bekommt Gänsehaut angesichts der Aktualität von Ingo Schulzes Bericht von einer Podiumsdiskussion 2016 im ukrainischen Charkiw. Die FAZ bewundert, wie der amerikanische Fotograf Mitch Epstein den Umgang mit Eigentumsrechten in North Dakota oder an der Grenze zu Mexiko einfängt. Der Dlf experimentiert mit Endre Kukorelly im Ungarn zwischen 1944 und 1995. Und Dlf Kultur probiert mit Slata Roschal "153 Formen des Nichtseins".

12.05.2022 Die FR begeistert sich für Yade Yasemin Önders Sprachkunstwerk "Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron". Die FAZ lacht sich scheckig mit Juhani Karilas Roman "Der Fluch des Hechts" aus der nordfinnischen Pampa, der Krimi, Fantasy und Lovestory vereinigt. Lob gibt es auch für Michael Kempes Leibniz-Biografie. Nur: Wo bleibt der Sex, fragt die FR. SZ und Zeit verheddern sich hoffnungslos in Uwe Tellkamps neuem Roman "Der Schlaf in den Uhren".

11.05.2022 Die FAZ begrüßt die Wiederauflage von C.L.R. James' Klassiker über die Revolution von Haiti und liest im Anschluss interessiert Sudhir Hazareesinghs Biografie des Revolutionärs Toussaint Louverture. Gerbrand Bakker folgt sie gebannt bei der "fortschreitenden Selbstentblößung". Die FR erinnert sich mit Gedichten von Ulrike Almut Sandig an das Kinderlied-Wesen Zippelonika. Zornig und brillant wie Jelinek wird die NZZ von Heike Geissler daran erinnert, dass die Klage eine literarische Form sein kann. Und die SZ kann Delphine de Vigans Social-Media-Krimi nicht aus der Hand legen.

10.05.2022 Ein wenig überraschend lobt Micha Brumlik in der taz James Lindsays und Helen Pluckroses Streitschrift "Zynische Theorien" gegen identitätspolitischen Dogmatismus für argumentativen Reichtum und Scharfsinn. Der Dlf liest bei Nathaniel Rich über die Versumpfung Louisianas und giftige Stoffe in Funktionsjacken. Die SZ wünschte sich, Eltern würden ihren Kindern Christian Schultz-Gersteins Essays und Kritiken vermachen. Die FAZ kommt mit Katharina Adlers Roman "Iglhaut" voll auf ihre Kosten. Und der DlfKultur beobachtet fasziniert, wie Jürgen Nendza mit der Sprachschaufel das lyrische Wortfeld bestellt.

09.05.2022 Die SZ reist mit Franziska Davies und Katja Makhotina zu den "Offene Wunden Osteuropas" und fragt sich, warum Orte wie Blagowschtschina und Korjukiwka nicht zu unserer Erinnerungskultur gehören. Der Dlf feiert eine Edition mit den Essays des bestürzend gebildeten Schriftstellers Max Hermann-Neiße. Der DlfKultur folgt dem finnischen Fotografen Perttu Saksa zu den Ölfeldern Nigerias. Die FR lernt von Silke Kipper, woher die Romantik der Nachtigall rührt.

07.05.2022 Die Welt lernt von Keiichiro Hiranos "Das Leben eines Anderen", wie sehr Romane einem Identitätsschwindel gleichen. Etwas traurig winkt sie ab bei Uwe Tellkamps neuem Roman "Der Schlaf in den Uhren": hochpoetisch, aber so fremdenfeindlich. SZ, Welt und Dlf Kultur versinken in Sibylle Bergs Dystopie "RCE". Die FAZ liest zwei Bücher, die sich kritisch mit dem Konzept der Genderidentät und ihren Tabus auseinandersetzen. Die taz amüsiert sich mit Asa Larssons Thriller "Wer ohne Sünde ist". Der Dlf bleibt "nachts wach" mit der Pflegerin Berthe Arlo.

06.05.2022 Die FAZ träumt mit Nicklas Brendborg davon, sich wie die kleine Qualle Turritopsis immer neu zu regenerieren. Die FR verdankt dem Historiker Michael Wildt einen Reichtum an Erkenntnissen über die deutsche Geschichte zwischen 1918 und 1945. Die SZ kämpft mit Zoran Drvenkas süßen Schlampen gegen kriminelle Banden. Wahrhaftige Kunst ist für sie Eckhart Nickels "Spitzweg". Der Dlf begibt sich mit Re Soupault auf eine Radreise durch die Fünfziger. Und Dlf Kultur hebt Hamid Ismailov in den "literarischen Olymp".