
31.10.2025 Der Dlf scheut nach der Lektüre von András Viskys Roman über das Schicksal einer Familie im sozialistischen Rumänien den Vergleich mit Krasznahorkai nicht. Die FAZ lässt sich von Axel Hutter in die moderne Philosophie einführen. Die taz staunt über die Aktualität von Romain Garys 1944 erschienenem Roman "Europäische Erziehung". Der Dlf Kultur liest schockiert Renate Werwigk-Schneiders Erinnerungen an ihre Haft in der DDR. Mit Kate Zambreno denkt er über Kunst, Körper und Kinderbetreuung nach.

30.10.2025 Ein Glanzstück des Recherchejournalismus erkennt die Zeit in Katja Glogers und Georg Mascolos Geschichte der deutschen Russlandpolitik, die auch einen Blick auf die Hintermänner wirft. Hochaktuell erscheint der FR Lavie Tidhars Roman „Adama“, der die Geschichte Israels als Familienthriller erzählt. Die FAZ hat selten eine so präzise und zarte Liebesgeschichte gelesen, wie jene, die ihr Francois Begaudeau in seinem Roman einer Ehe erzählt. Sehr begeistert liest sie auch den Briefwechsel zwischen Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder. Und der Dlf empfiehlt Robert Prossers Roman „Das geplünderte Nest“, der ihn in die Sprayerszene von Beirut entführt.

29.10.2025 Die FAZ ergründet mit Christoph Engemann "Die Zukunft des Lesens". Die FR ist beeindruckt, wie Roland Schimmelpfennig den "Alltag von ganz unten" in seine Gedichte holt. Wurde Rainer Maria Rilke am Endes seines Lebens zum "Salonfaschisten", fragt die NZZ mit Hans-Peter Kunischs biografischem Essay. Die SZ ist glücklich, dass Dan Brown in seinem Thriller die gewohnten Zutaten mischt: schöne Frauen, alte Mythen, rasante Verfolgungen. Dlf empfiehlt Lisa Kränzlers Roman "Individualverkehr" als faszinierende Autofiktion über Einsamkeit, Kreativität und Abhängigkeit.

28.10.2025 Die FAZ stolpert mit Anne de Marcken und ihrer einsam grübelnden Zombie-Frau durch die USA. Mit Helle Helle macht sie eine Reise durch Dänemark und lernt, wie man Avocado mit einem Schlüssel isst. Dlf empfiehlt Baram Moradis autobiografisch inspirierten Roman "Das Gewicht der anderen" über einen iranischen Dissidenten. Die SZ ist nicht so ganz glücklich mit Bora Chungs neuem Erzählband "Dein Utopia". Und Dlf Kultur spukt mit der philippinischen Autorin Caroline Hau durch ein Haus, in dem sich zwei ungleiche Kindheitsfreundinnen wiedertreffen.

27.10.2025 Die FAZ spürt mit Monika Helfer den süßen und traurigen Geheimnissen der Kindheit nach. Außerdem freut sie sich über den Kinderbuch-Klassiker "Madlen" von Ludwig Bemelmans, der von Nadia Budde neu übersetzt wurde. Die FR geht mit Didier Conrad und Fabcaro im neuen "Asterix in Lusitanien" Römer vermöbeln. Die NZZ sieht im dritten Band der Tagebücher des Schriftstellers Michail Prischwin aus dem Jahr 1936 ein Dokument der Zerrissenheit. Die SZ vollzieht dank Konstantin Richter den Aufstieg und Fall der "Deutschland AG" nach.

25.10.2025 Der Dlf empfielt Vera Weidenbachs Biografie der Ada Lovelace als - endlich mal - Geschichte eines weiblichen Genies. Die FAZ lässt sich von Roland Kaehlbrandt erklären, wie schön die deutsche Sprache sein kann. Die taz amüsiert sich mit Nina Georges Roman "Die Passantin", der von einer Befreiung erzählt. Lob gibts auch für Jens Kastners Geschichte des "Internationalismus". FAS und NZZ feiern als letzte Zeitungen Thomas Pynchons Roman "Schattennummer" als komplexes und sprachlich reiches Vexierspiel.

24.10.2025 Die FAZ begibt sich mit Kim Sisups "Neuen Erzählungen von der goldenen Schildkröte" an den Anfang der Koreanischen Literaturgeschichte, zumindest in Prosa, aber Vorsicht, da gibt's Geister. Außerdem lernt sie von Stefan Busch viel "Über den Sex, den Romane verschweigen". Die FR bewunder die Erzählkunst der Comicautorin Marion Fayolle in "Aus gleichem Holz". Dlfkultur taucht in Sophia Klinks "Kurilensee".

23.10.2025 Der Dlf liest bestürzt und amüsiert Hanif Kureishis Auseinandersetzung mit einem Sturz, der ihn gelähmt zurück ließ: "Als meine Welt zerbrach". Die NZZ empfiehlt Ilma Rakusas Tagebuchprosa "Wo bleibt das Licht" besonders für den Herbst. Die SZ fremdelt mit Florian Illies' feuilletonistischer Geschichtsschreibung über die Familie Mann in Sanary. Die FAZ walzt mit Philipp Thers "Klang der Monarchie" durch eine musikalische Geschichte des Habsburgerreichs.

22.10.2025 Die Welt empfiehlt Peter Hoeres' Studie zur Geschichte der Unterscheidung von "Rechts und links". Ein "bewegendes Zeugnis wechselseitiger Intimität und Intellektualität" sieht die FAZ im Briefwechsel von Gottfried Benn und seiner Tochter Nele. Nora Osagiobare überzeugt sie mit ihrer furiosen Satire "Daily Soap" über Rassismus und Schweizer "Cervelaprominenz". Die FR vertieft sich in Agnieszka Lessmanns feinfühligen Roman "Aga", der vom Schweigen über den Holocaust erzählt. Die NZZ entdeckt mit Michi Strausfeld die skurrilen Seiten der Geschichte Lateinamerikas.

21.10.2025 Die taz feiert die emphatische Zivilcourage und überzeugende moralische Haltung in Ursula Krechels Essay "Vom Herzasthma des Exils" über aktuelle Migrationsdebatten. Die FAZ trifft bei Sophia Kimmig einen denkenden Aal und einen Polarfuchs, der von Spitzbergen nach Kanada wanderte. Von György Dalos lässt sie sich im Plauderton die Geschichte Österreichs zwischen "Neutralität und Kaiserschmarrn" erzählen. Die FR empfiehlt Max Czolleks und Hadija Haruna-Oelkers Essay "Alles auf Anfang" über die deutsche Erinnerungskultur.

20.10.2025 Die SZ fragt sich unter anderem mit Rüdiger Barth und Hauke Friederichs was passiert, "Wenn morgen Krieg bei uns wäre". Außerdem stöbert sie in Konrad-Adenauer-Biografien von Norbert Frei, Friedrich Kießling und Holger Löttel. Die FAZ wird nostalgisch, wenn sie alte Vertonungen von E.T.A. Hoffmanns Erzählungen anhört. Die NZZ versucht mit Michael Hampe, der Krise der Aufklärung entgegenzuwirken.

18.10.2025 Die FAZ ist schwer beeindruckt von der poetischen Halsstarrigkeit in den Gedichten der ugandischen Autorin Stella Nyanzi, die in ihrer Heimat in Haft saß. Außerdem verliert sich sich genussvoll in Ulf Stolterfohts Abenteuer-Langgedicht "rückkehr von krähe". Die FR nähert sich mit Andriy Lyubkas Kriegsreportagen vorsichtig der ukrainischen Front. Die NZZ denkt mit Martin Oeschs Comic "Fleischeslust" mit dem alten Metzger Erwin über Tierwohl und Fleischkonsum nach. Die taz begibt sich mit Anne Serre auf eine literarische Zugreise.

17.10.2025 Dlf Kultur versinkt in Dan Jones' historischem Pageturner über die Kreuzfahrer. Die NZZ empfiehlt Jegana Dschabbarowas aserbeidschanischen Emanzipationsroman "Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt". Die Welt liest ergriffen Ozzy Osbournes "Last Rites". Die FR liest zwei philippinische Romane, von Jose Dalisay und Katrina Tuvera, die während der Marcos-Diktatur spielen.

16.10.2025 Die Zeit tappt bei Stephen Kings und Maurice Sendaks Bilderbuch "Hänsel und Gretel" in die tückisch-schöne Falle aus Lebkuchen. Die FAZ empfiehlt Sarah Bernsteins "Übung in Gehorsam", als überzeugenden und verstörenden Roman über Antisemitismus. Der SZ gefällt die Melancholie im Roman von Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland, in dem Marlene Dietrich Bundespräsidentin werden soll. Dlf vertieft sich mit Spannung in Can Dündars Reportage über den Mann, der ihn töten sollte. Dlf Kultur empfiehlt die differenzierte Konrad-Adenauer-Biografie des Historikers Norbert Frei.

15.10.2025 Die FAZ reist mit Karl Schlögel durch Osteuropa. Außerdem ist sie beeindruckt von Susanne Strätlings und Georg Wittes Sammelband, der die energetischen Utopien der frühen Sowjetzeit beleuchtet. Die FR sieht in John Boynes Roman "Wasser" ein leises, aber starkes Psychogramm über Schuld und Verdrängung. Dlf Kultur staunt, wie in den Erzählungen des ungarischen Schriftstellers Adam Bodor das Unheil auf leisen Sohlen daherkommt. Und Dlf applaudiert Marius Goldhorns dystopischem Roman "Die Prozesse", in der sich ein schwules Paar auf eine "Heldenreise" durch eine postapokalyptische Welt begibt.

14.10.2025 Die FAZ verarbeitet mit Yannic Han Biao Federers Roman "Für immer seh' ich dich wieder" einen schlimmen Verlust. Mit Anna Prizkaus "Frauen im Sanatorium" fragt sie nach dem Ursprung psychischer Probleme. Die Welt beugt sich mit Armin Wagner über die Literaturgeschichte der atomaren Bedrohung seit 1945. Und Dlf Kultur sucht mit der starken Heldin Irida aus Markus Heitz Fantasy-Reihe nach dem sagenumwobenen Goldschlüssel.

13.10.2025 Die NZZ lernt mit den Erzählungen der österreichisch-japanischen Autorin Milena Michiko Flasar, wie brüchig unser Verhältnis zu uns selbst ist. Die FR empfiehlt Kaleb Erdmanns Roman "Die Ausweichschule" über den Amoklauf an einem Erfurter Gymnasium 2002. Die SZ ruft mit Nicole Mayer-Ahuja zum modernen Klassenkampf auf. Im von Philipp Ruch und Thomas Weber herausgegebenen Band "Wenn das Gestern anklopft" lernt sie, dass Deutschland nicht die richtigen Konsequenzen aus dem Scheitern der Weimarer Republik gezogen hat. Dlf legt sich mit Katerina Poladjan an den literarischen "Goldstrand".

11.10.2025 Ist Alan Hollinghurst der tollste britische Autor der Gegenwart? Eindeutig ja, findet die SZ, die sich in seinen melancholischen Lebensroman "Unsere Abende" verliebt hat. SZ und Deutschlandfunk sind sich einig: Thomas Pynchons neuer Roman ist alles andere als eine "Schattennummer", nämlich ein Meisterwerk. Die FAZ ist froh, dass Hannah Arendt in Grit Straßenbergers "Die Denkerin" keine Heilige ist. Die taz empfiehlt Abdulrazak Gurnahs Roman "Diebstahl". Anm.: der Redaktion: Heute sind Buchmessenbeilagen der FAZ, der FAS, der SZ und der Welt erschienen - sie werten wir in den nächsten Tagen aus.

10.10.2025 Welt und FAZ empfehlen Philipp Theisohns gut recherchierte Biografie über Conrad Ferdinand Meyer: Freud hätte seine Freude daran, glaubt die Welt. Als "Meisterstück literarischer Alchemie" preist die FAZ außerdem Matteo Melchiorres Debütroman "Der letzte Cimamonte". Die NZZ lernt dank Giulia Enders ihre Mikroben kennen. Und die SZ wird von Tim Berners-Lees Idee einer neuen Revolution angesteckt, die in der Lage wäre, das Netz den Usern zurückzugeben.

09.10.2025 Pralle Bücherschau heute: Als Sensation wertet die
FR einen Prachtband, der erstmals
Rilkes zeichnerisches Werk präsentiert. Die
SZ wird
Arundhati Roys Mutter, ein "schlaues Scheusal", so schnell nicht vergessen. Die
NZZ liest
Ayelet Gundar-
Goshens schonungslosen Roman über den Konflikt zwischen einer israelischen Familie und einem arabischen Arbeiter. Und
Dlf Kultur amüsiert sich prächtig, wenn
Irene Dische Prinzessin Alice aus ihrem Leben berichten lässt. Außerdem haben wir die
Zeit-
Beilage mit Empfehlungen zu
Edouard Louis,
George Sand und
Dimitré Dinev schon
komplett ausgewertet.

08.10.2025 FAZ und NZZ lassen sich vom färöischen Dichter William Heinesen den Alltag eines vormodern lebenden Kollektivs von Außenseitern erzählen. FR und SZ wandeln in "Bruckstücke" auf den Spuren von Hans Joachim Schädlichs DDR-Vergangenheit. Die FR empfiehlt außerdem Arundhati Roys Roman "Meine Zuflucht und mein Sturm". Dlf reist mit der südkoreanischen Autorin Kim Bo-Young in Lichtgeschwindigkeit durch Zeit und Liebe.

07.10.2025 Die NZZ erfährt in Marina Chernivskys Buch "Bruchzeiten", wie sehr sich das Leben für Juden nach dem 7. Oktober weltweit verändert hat. Der Dlf liest bei der Journalistin Sarah Levy nach, wie sehr die israelische gespalten ist. Die FAZ begibt sich mit Agnes Arnold-Forster auf die Spuren des Nostalgie-Begriffs. Die NZZ erliegt den weichen Schwingungen von Peter Stamms neuen Erzählungen. Und der Dlf geht mit Hans-Peter Kunisch Rilkes Sympathie für den italienischen Faschismus nach.

06.10.2025 Jussi Adler-Olsens Krimifabrik funktioniert immer noch ganz prima, findet die FAZ und kann nur bestätigen: "Tote Seelen singen nicht". Auch sonst hat sie ein paar gute Krimis gelesen. Die SZ gruselt sich mit Frederik Schindlers Höcke-Biografie, zieht mit Reinhard Bingener und Markus Wehner in den "Stillen Krieg" und rauscht dann in Jakob Martin Strids "fantastischem Bus" davon.

04.10.2025 Die SZ lernt von Nora Gomringer, wie „Humor aus Notwehr“ dabei hilft, mit einem „raumfüllend absenten“ Vater umzugehen. Die taz lässt sich von Arlie Russell Hochschild erklären, weshalb Kentuckys Arbeiter Trump wählen. Mit Ben Shattuck lauscht sie berührt der „Geschichte des Klangs“. Höchst vergnügt streift die FAZ mit Zyta Rudzkas eigenbrötlerischer Herrenfriseurin Wera durch die Stadt und lernt: „Lachen kann, wer Zähne hat“. Und die FR jagt mit Fiona Sironic im Wald Sachen in die Luft.

02.10.2025 Die Zeit lässt sich von Arundhati Roy erzählen, wie das Leben der Mutter das eigene prägte. Die SZ bewundert die Ehrlichkeit, mit der Naomi Watts über ihre Wechseljahre schreibt. Die taz blickt mit Fred Duval und Ingo Römling gebannt ins Jahr 2099. Gefesselt folgt die FAZ den Erinnerungen des britischen Regisseurs Brian Large. Der Dlf stimmt mit Erzählungen von Bora Chung einen Abgesang auf unsere Spezies an. Und Dlf Kultur sucht mit Cesar Aira nach einem mysteriösen Hasen.

01.10.2025 Die FAZ bricht mit Martina Clavadetschers Krimi "Die Schrecken der anderen" in einem Schweizer Dorf im ewigen Eis des Nationalsozialismus ein. Außerdem staunt sie, wie Michail Prischwins Tagebücher aus den 1930er-Jahren ein eindringliches Bild des Lebens unter Stalin zeichnen. Die FR freut sich über Katie Kitamuras Schauspiel-Roman "Die Probe", der wie ein Vexierspiel immer neue Facetten aufblitzen lässt. Und Dlf Kultur schmökert begeistert im Briefwechsel zwischen Gottfried Benn und seiner Tochter Nele.