
29.11.2025 Die FAZ wandelt fasziniert durch die "labyrinthische Identitätsprosa" Ishbel Szatrawskas und erlebt die letzten Tages Königsbergs. Die taz fährt mit Hu Anyan in China Pakete aus - unter unwürdigen Bedingungen, aber mit Raymond Carver, Kafka und Joyce im Gepäck. Außerdem schmökert sie in Barbara Yelins Comic über das Leben der jüdischen Theaterschauspielerin Therese Giehse. Dlf erlebt Arno Schmidt in seinen Tagebüchern als unsäglichen Unsympathen. Und Dlf Kultur empfiehlt den Roman "Wir sind das Leben" der britischen Jungautorin Saba Sams.

28.11.2025 Die taz feiert Verena Luekens Porträts "Alter Frauen" als echte Welterweiterung. Die FAZ verdankt Dava Sobel eine gut lesbare Biografie über Marie Curie. Die NZZ liest indes zwei Hannah Arendt- und eine Max Imboden-Biografie. Die FR dringt mit märchenhaften Geschichten von Sabrina Orah Mark zum Wesen der Dinge vor. Und Dlf Kultur empfiehlt Christiane Hawraneks und Katja Paysen-Petersens Beitrag über Machtmissbrauch im Yoga.

27.11.2025 FR und taz lernen von Booker-Preisträger David Szalay, was auf der Strecke bleibt, wenn man ein "Mann von Format" werden möchte. Bewegt liest die FAZ die Texte, die der Musiker Yuriy Gurzhy den stillen Charkiw-Fotos seines Vaters gegenüberstellt. Die Zeit kommt dank Monika Kim auf den Geschmack von Fischaugen. Der Dlf staunt, dass Stephen King das Märchen von "Hänsel und Gretel" kindgerechter erzählt als die Gebrüder Grimm. Und der Dlf Kultur bricht mit Eva Baltasars eigenwilliger Heldin mit allen Konventionen.

26.11.2025 Die SZ erfährt aus einer neuen Essay-Sammlung von Karl Ove Knausgard, was ein ABBA-Hologramm mit Odysseus zu tun hat. Die NZZ verfolgt gespannt Peter Waterhouse' Recherche über das Leben seines Großvaters, der sich vom passionierten Karl-Krauss-Leser zum Nazi wandelte. Die FR wandert duch Louise Erdrichs Panorama des ländlichen Amerikas und findet dort mysteriöse Frauen, "Monstermaschinen" und viel Glyphosat. Dlf Kultur stöbert mit dem isländischen Schriftsteller Ragnar Helgi Ólafsson durch die sagenhafte Bibliothek seines Vaters.

25.11.2025 Die FAZ lässt sich mit der niederländischen Schriftstellerin Connie Palmen auf sieben intellektuelle Liebschaften ein. Mit Peter Licht versucht sie, die vom Kapitalismus befeuerte Depression in poetische Energie umzuwandeln. Die SZ staunt darüber, dass Aldous Huxley in seinem Essay "Zeit der Oligarchen" schon 1945 die Energiewende forderte. Und Dlf Kultur findet es großartig, wie der finnische Autor Volter Kilpi in seinem Roman "Zur Kirche" die Einwohner der nördlichen Schären porträtiert.

24.11.2025 Die SZ macht sich mit Büchern von Daniel Marwecki, Martin Kobler und Peter Köpf Gedanken darüber, wie die neue Weltordnung aussehen wird. Die FAZ geht mit Emily Baker-White dem Phänomen "TikTok" auf den Grund. Mit Cornelia Funkes Geisterjägern vertreibt sie einen WBS, einen Weihnachtsbaumspuk. Die FR empfiehlt Andras Viskys "Die Aussiedlung" über eine Familie, die sich gegen die Grausamkeit der rumänischen Arbeitslager mit Poesie zu helfen weiß.

22.11.2025 Dlf Kultur und die Welt sind tief beeindruckt vom Augenzeugenbericht Eli Sharabis über seine "491 Tage" Geiselhaft in den Tunneln der Hamas, der ganz ohne politische Botschaft auskommt. Nicht weniger berührt liest der Dlf die Erinnerungen Irina Scherbakowas an eine Zeit, als sie zusammen mit Memorial auf den endgültigen Niedergang des Stalinismus hoffen konnte. Außerdem empfiehlt der Dlf empfiehlt Roberto Grossis Graphic Essay über den Klimawandel "Die große Verdrängung" für Jugendliche. Die taz vertieft sich mit roten Ohren in Steffen Martus' Literaturgeschichte seit 1989. Die SZ sieht mit Nava Ebrahimi "Federn überall", auch in Gestalt weißer Geisterhühner.

21.11.2025 Die FAZ lässt sich von der portugiesischen Autorin Lidia Jorge in den Mikrokosmos eines Altenheims entführen. So schreibt man klug über Popmusik, lobt die taz nach der Lektüre von Hendrik Otrembas Essays über die Kölner Band Can. Die Welt erfährt von dem Politikwissenschaftler Jan Gerber, wie der Erinnerung an den Holocaust immer wieder ausgewichen wurde. Der Dlf staunt, wie Sasa Stanisic selbst das öde Genre der Dankesreden sprengt. Dlf Kultur empfiehlt mit Tezer Özlüs Erinnerungen an "Die kalten Nächte der Kindheit" ein "dunkel schimmerndes" Buch und schaut amüsiert Tine Steens kochenden Affen über die Schulter.

20.11.2025 Fasziniert blickt die FR in einem Bildband über Insekten der Hirschlausfliege in die Augen. Begeistert begibt sich der Dlf mit Oswald Egger in den Kopf von Oskar Fiala. Außerdem staunt er über die Aktualität von Aldous Huxleys "Aufruf zu Wachsamkeit und Engagement". Dlf Kultur tröstet sich mit der sizilianischen Schriftstellerin Maria Messina und gerösteten Kichererbsen über die Härte des Lebens hinweg. Die Zeit erscheint heute mit einer kleinen Weihnachtsbeilage - und legt uns besonders Manfred Pfisters Prachtband über die englische Renaissance ans Herz, auf den selbst England neidisch sein dürfte.

19.11.2025 Die FAZ sieht die nach vierzig Jahren wiederentdeckte türkische Autorin Tezer Özlü in einer Reihe mit Ingeborg Bachmann und Sylvia Plath. Mit Colette Andris' Roman "Eine Frau, die trinkt" verliert sie sich im Rausch. Die FR plädiert mit Thomas Piketty "Für einen ökologischen Sozialismus". Die NZZ folgt Lili Körber ins New Yorker Exil der Dreißiger Jahre, "durchweht von den Stimmen der Emigration". Dlf Kultur wird von Basma Hallaks Jugendroman darüber aufgeklärt, was Kinderfotos im Internet anrichten können.

18.11.2025 Die FAZ watschelt begeistert mit Thomas Steinfeld und der nordeuropäischen Wildgans durch das zwanzigste Jahrhundert. Die FR widmet sich mit Till Kösslers Biografie dem ewigen Faschisten Franco. Die taz begeistert sich für einen Bildband der DDR-Fotografin Sibylle Bergemann, die den Bau des Marx-Engels-Forum Westberlins festhielt. Dlf empfiehlt Sophia Klinks Roman "Kurilensee". Und Dlf Kultur wohnt mit Alaa al-Aswani den nächtlichen Sitzungen einer Gruppe von Freigeistern im diktatorischen Ägypten Gamal Abdel Nassers bei.

17.11.2025 Die FAZ ist hingerissen vom Humor, dem Freiheitsdrang und der unbedingten Theaterliebe Angela Winklers, die charmant ihre Autobiografie vorliest. Die NZZ lässt sich von Josefine Rieks' Influencer-Roman "Wie es euch gefällt" in einen fatalen Strudel aus Diät, Workout, Tierporn und Gewalt ziehen. Die SZ wird von Susanne Götze und Annika Joeres vor der europäischen Abhängigkeit von russischem Öl und Gas gewarnt. Dlf stellt sich mit Franziska Meiers Biografie den unzähligen Rätseln im Leben des Boccaccio.

15.11.2025 Die FAZ erfährt von Jaime Bayly, weshalb Mario Vargas Llosa seinem Freund Gabriel García Márquez einst die Nase brach. Bei Gayl Jones lernt sie eine moderne Medusa kennen. Die FR reist mit Claudia Sievers durch ukrainische Mikrogeschichte in Peremoha. Die taz begibt sich derweil mit Alpa Shah und einer Gruppe maoistischer Guerillas, den Naxaliten, auf eine Reise durch Ostindien. Die Welt verliebt dich dank Roland Kaehlbrandt einmal mehr in die deutsche Sprache. Und der Dlf Kultur versucht zu ergründen, weshalb sich die Priester in Michal Ajvaz’ tschechischem Meisterwerk nur auf Skiern fortbewegen.

14.11.2025 Die FAZ lässt sich von Jörg Blech und Matthias Rillig in das brennende Problem der Bodenausbeutung- und erhaltung einführen. Wie bedroht die Natur und vor allem die Tiere sind, wusste die amerikanische Schriftstellerin Josephine W. Johnson schon 1969, bemerkt die FR. Um den Verlust der Arten geht es auch in dem von Matthias Jügler herausgegebenen Band, in dem Schriftsteller wie T.C. Boyle oder Clemens J. Setz Porträts der Stellerschen Seekuh oder des Schuppenkehlmohos zeichnen und den der Dlf empfiehlt. Dlf Kultur lernt die belarusische Lyrikerin Julia Cimefieva als fantastische Künstlerin kennen.

13.11.2025 Welt und Dlf freuen sich, dass Salman Rushdie mit seinen neuen Erzählungen wieder ganz der Alte ist. Die FAZ irrt mit Tomasz Rozycki in 130 Kurztexten durch Europa und findet die Wahrheit. Die SZ unterhält sich in Patti Smith’ zweiter Autobiografie Kröten und Beckett. Von Anthony Hopkins erfährt sie, wie er dem Alkoholismus entkam. Die taz blickt mit Sonja Eismann gnadenlos auf den Sexismus der Musikbranche. Und Dlf Kultur erfährt von Steven Pinker, wie wichtig gemeinsames Wissen ist.

12.11.2025 Die NZZ sieht in Salman Rushdies neuem Buch "Die elfte Stunde" eine reichhaltige, zärtlich-melancholische Reflexion aufs eigene Überleben im Angesicht des Todes. Die FAZ liest im fünften Band der "Brautbriefe" von Sigmund Freud und Martha Bernays von der Sehnsucht des jungen Psychoanalytikers nach Frankreich und seinen Geldproblemen. Die FR freut sich über psychologische Feinheiten in den Erzählungen der argentinischen Schriftstellerin Samantha Schweblin, in denen das "Übel überall lauert". Die Welt stürzt sich mit Clemens Marschall ins Leben der Wanda Kuchwalek, die als "erster Zuhälter" die Straßen von Wien unsicher machte.

11.11.2025 Die FR bejubelt die vor Ideen überquellende Prosa im neuen Erzählungsband Salman Rushdies: Es geht um Geister, den Tod und die Sprache selbst. Dlf vermisst hingegen bei all der Fabulierlust einen höheren Sinn. Die FAZ freut sich über feministische Literatur aus Südkorea von Kim Eui-kyung, die die Patientinnen einer Kinderwunsch-Klinik begleitet. Ulrich Haltern erklärt ihr derweil die komplexen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten. Die NZZ erfährt von Karl Banghard, dass die Germanen weniger Krieger und mehr Jäger und Sammler waren.

10.11.2025 Dlf Kultur versinkt in der dunklen "Poesie der Vergänglichkeit" der bulgarischen Dichterin Maria Virchov. Die SZ muss in der Biografie der ehemaligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin einige Plattitüden umschiffen, landet dann aber bei einer beeindruckenden Frau. Die FR streift mit Jan Röhnert dichtend durch Steinbrüche und Streuobstwiesen. Und Dlf lässt sich von Sheila Fitzpatrick die viel zu unbekannten Geschichten sowjetischer Displaced Persons erzählen.

08.11.2025 Alles hängt von den Genen ab, schreibt Richard Dawkins im "Großen Buch der Evolution", wirklich alles ? Die FAZ zweifelt zwar, empfiehlt das prächtige Buch aber trotzdem. Die taz erhält durch den Band "Geteilter Himmel" wertvolle und erschütternde Einblicke in das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Für die FR erweist sich Raphaela Edelbauer in "Die echtere Wirklichkeit" wieder einmal als eine großen Erzählerinnen der Gegenwart. Kein historisches Ereignis wird mit größerer Passion zum Verschwinden gebracht als der Holocaust, lernt die Welt bei Jan Gerber. Der Deutschlandfunk staunt über Helmuth Kiesels monumentale Geschichte der Literatur in der Nazizeit.

07.11.2025 Die FAZ bricht mit dem finnischen Joyce Volter Kilpi auf zum maritimen Kirchgang. Dank Michael Maar entdeckt sie Nebensächliches bei Musil, Mann und Kafka. Die FR lässt sich anstecken von Trotz und Heiterkeit der Margaret Atwood. Die NZZ bewundert Malala Yousafzais Sinn für Ambivalenzen. Und der Dlf bangt mit Serhij Zhadans Theaterstück über die Schrecken des Krieges.

06.11.2025 Als literarische Sensation wertet die Zeit den erstmals veröffentlichten Briefwechsel zwischen Anna Seghers und ihrem Ehemann. Die FAZ lässt sich von Lukas Potsch in die Ideengeschichte des Bürgerkriegs einführen. Die FR lernt mit Jörg Mühle, Bär und Wiesel zu verzeihen. Der Dlf staunt über das große Feingefühl, mit dem Gael Faye in "Jacaranda" vom Genozid in Ruanda erzählt. Und der Dlf Kultur entdeckt Bäckereien in Pompeji mit Gabriel Zuchtriegel.

05.11.2025 Die FAZ jubelt, wenn Walter Moers in seinem neuen Zamonia-Buch den Gallertprinzen "Qwert" zurückkehren lässt. Sie lobt außerdem Eva Schmidts leisen Roman über eine pensionierte Krankenschwester, die mit einem Campingbus aus ihrer Einsamkeit ausbricht. Die FR freut sich über den von Renate Heß herausgegeben Band "Der Pitangabaum der Nachbarin" mit Erzählungen aus Guinea-Bissau. Die SZ staunt, wie Oksana Maksymchuk in ihrem "Tagebuch einer Invasion" Kriegsbilder und Hoffnungsschimmer vereint.

04.11.2025 Die FAZ vertieft sich in Irina Scherbakowas Erinnerungen aus Moskau, die das Abdriften Russlands in die Autokratie nachzeichnen. Von Martin Posselt bekommt sie Richard Coudenhove-Kalergi vorgestellt, der bereits in den 1910er Jahren zu den wichtigen Denkern eines geeinten Europas gehörte. Die SZ empfiehlt Andrea Bajanis Roman "Der Jahrestag" über eine Familie, die vom tyrannischen Vater unterdrückt wird. Dlf lässt sich ohne Zögern von der existenzialistischen Flut von Frank Witzels neuem Buch mitreißen, das Philosophie, Literatur und "gnomischen Humor" bietet.

03.11.2025 Die FAZ sieht in Gary Victors "An der Kreuzung der Parallelstraßen" eine scharfe Abrechnung mit seiner Heimat Haiti. Außerdem empfiehlt sie den Thriller "Dunkle Gewässer" der taiwanischen Schriftstellerin Ping Lu. Die NZZ rät nachdrücklich zur Lektüre von Kevin Chens Roman "Geisterdämmerung", in dem ein junger schwuler Taiwanese vor den Drangsalierungen in seiner Heimat nach Deutschland flieht und in einen Mordfall verwickelt wird. Die SZ macht mit Alexander Clapp eine erschreckende Reise dem Müll der Industrienationen hinterher.

01.11.2025 Die FAZ bewundert, wie Fabio Andina über die KZ-Erfahrungen seines Großvaters schreibt, die dieser ein Leben lang verschwieg. Die FR wiederum lobt, wie Kaska Bryla gemeinsam mit einer Krähe über ihren Vater nachdenkt, der im Gulag interniert war. Die NZZ erfährt bei Ulrich Raulff von Vivienne Westwood bis zu den Weinkriegen der Franzosen alles, was es über Geschmack zu sagen gibt. Erschüttert folgt die taz Christiane Florin, die zu den Missbrauchsfällen in Heimen der Caritas recherchiert hat. Die Welt empfiehlt nachdrücklich Erika Thomallas Oral History des Popjournalismus.