
31.07.2025 Die FAZ bekommt bei den Volten, die der palästinensische Dichter Ghayath Almadhoun schlägt, im besten Sinne Schwindelgefühle. Die SZ lernt von Jina Khayyer, dass Iran nur frei sein kann, wenn seine Frauen frei sind. Als postmodernes Meisterwerk preist sie außerdem Jonas Hassen Khemiris "Drei Schwestern". Die NZZ läutet mit Marco Overhaus das Ende der Pax´ Americana ein. Die Welt rechnet mit Mathias Brodkorb mit den Mythen des Postkolonialismus ab. Und die Zeit erliegt dem "ungebremsten Darstellungsfuror" von Marlene Streeruwitz.

30.07.2025 Die FAZ applaudiert Robert Jütte, der die Malerin Olga Meerson, Schülerin von Matisse und Teil der Münchener Avantgarde, mit einer Biografie aus dem Vergessen holt. Detlev Schöttkers Buch über Ernst Jüngers gigantisches Briefarchiv empfiehlt sie mit Einschränkungen. Die SZ ist hingerissen von Eva H.D.s Gedichten, die rau, klug und "wie gute Popsongs" klingen. Dlf Kultur unternimmt mit Yuko Kuhns Heldin Aki und ihrer an Demenz erkrankten Mutter eine Reise in die Vergangenheit. Und Dlf lobt die Sensibilität, mit der Mohana van den Kroonenberg in ihrem Jugendbuch "Dodo" Themen wie Mobbing und Schüchternheit verhandelt.

29.07.2025 Die FAZ kann gar nicht genug bekommen von Michael Stavarics Gedichten, die den Niedergang der Natur körperlich spürbar machen. Außerdem empfiehlt sie Christoph Meckels und Lilo Fromms Briefwechsel mit dem ostdeutschen Autor Johannes Bobrowski. Die FR erkundet mit Philipp Dorestal Frantz Fanons Potential für aktuelle Debatten. Die taz lernt von Andrey Gurkovs Buch über Russland und den Westen, dass man nicht aufhören sollte, Dostojewski zu lesen, aber eine Oper mit Anna Netrebko lieber meidet. Mit Lisa Krusche und Jenny Schäfer ruft sie derweil Riesinnen an.

28.07.2025 Die SZ beugt sich mit Maik Tändlers Biografie über das Leben und Wirken Armin Mohlers, Vordenker der Neuen Rechten in der Bonner Republik. Die FAZ findet in Alison McGhees Kinderbuch ein Zaubertelefon. Jule Wellerdiek erklärt ihr, dass auch kuschelige Tiere ihre Privatsphäre brauchen. Die FR verbringt einen gespenstischen Moment mit Paul Lynch und zwei auf See verlorenen Fischern. Dlf begrüßt Barbara Trapidos Roman "Fliegender Wechsel", in dem es auch vierzig Jahre nach Erstveröffentlichung wild zugeht.

26.07.2025 Die FAZ lässt sich von Peter Jelavich die Geschichte der Kunstfreiheit von ihren Anfängen bis heute als deutschen Sonderweg erzählen. Die SZ genießt Nadia Pantels kulinarisches Frankreich-Porträt "Das Camembert-Diagramm" in vollen Zügen. Die FR sieht sich mit Radomyr Mokryk im Intellektuellen-Zirkel der ukrainischen "Sechziger" um. Der taz werden von Barbie Latza Nadeau die schrecklichen Dimensionen des modernen Menschenhandels vor Augen geführt. Dlf empfiehlt euphorisch Susan Bernofskys Martin Walser-Biografie "Hellseher im Kleinen."

25.07.2025 Die SZ erfährt in Gaea Schoeters' "knackig-kleinem" Roman "Das Geschenk", wie schnell ein Elefantenüberschuss in Deutschland eine politische Krise auslösen kann. Die NZZ lernt in Keach Hageys Biografie über Sam Altman die Skrupellosigkeit des Open-AI-Gründers kennen. Die Welt denkt mit zwei neuen Büchern über die menschliche Besiedelung anderer Planeten nach. Die FAZ vertieft sich in die Geschichte des deutsche Buchhandels. Und der Dlf lässt sich fasziniert auf Katie Kitamuras "flirrendes Verwirrspiel" um einen Nicht-Sohn ein.

24.07.2025 Die FAZ feiert die neue Elias-Canetti-Werkausgabe, die auch bisher unveröffentlichte Texte enthält. Die SZ lässt sich mit Joseph Incardona auf ein zynisches Machtspiel ein und lotet in Katie Kitamuras neuem Roman "Die Probe" verschiedene Wahrheiten aus. Als "schillerndes Scherbenmosaik" empfiehlt die Zeit Kaveh Akbars Roman über die Geschichte der Märtyrer. Der Dlf blickt mit Atossa Abrahamian in die Steuer-Schlupflöcher von Niemandsländern. Und Dlf Kultur untersucht mit Paul Gilroy die Musikstile der afrikanischen Diaspora.

23.07.2025 Die FAZ schließt mit Karl Ove Knausgard und dem Helden seines neuen Romans einen Pakt mit dem Teufel. Die FR blickt mit Tommy Wieringa hinter die Fassade eines Familien-Imperiums mit Nazihintergrund. Die SZ sorgt sich mit Sunil Amrith um unsere "Brennende Erde". Dlf ist großer Fan von Sylvain Prudhommes Roman "Der Junge im Taxi". Und Dlf Kultur bewundert Sylvie Schenk, die in ihrem Buch "In Erwartung eines Glücks" mit Houellebeqc im Gepäck über Leben und Tod nachdenkt.

22.07.2025 Die FAZ begegnet in den Gedichten des Leningrader Bohémiens Michail Kusmin Husaren, Zobelpelzen und Oscar Wildes Dorian Gray. Der Journalist David A. Graham breitet ihr den "Masterplan der Trump-Regierung" aus. Dlf Kultur jubelt über Paul Theroux' Roman "Burma Sahib", der einem jungen George Orwell nach Burma folgt. Die NZZ empfiehlt Isabel Kreitz Graphic Novel "Die letzte Einstellung", die den Widerstreit zwischen Gewissensbissen und Kollaboration mit Unrechtsregimen ins Bild setzt.

21.07.2025 Die FAZ hört mit Kaleb Erdmanns "Die Ausweichschule" einen "klugen und bewegenden" Metaroman über den Amoklauf an einer Schule in Erfurt. Die NZZ wehrt sich mit Gabriel Yoran gegen "Die Verkrempelung der Welt". Die SZ erfährt von Wolf Gregis, warum "Das Karfreitagsgefecht" in Afghanistan so blutig endete und inwiefern die Politik daran die Schuld trägt. Mit Petra Thorbrietz rekonstruiert sie Viktor Orbáns Weg an die Macht. Die FR vertieft sich in Hans Platzgumers "Kleine Geschichte der Popmusik".

19.07.2025 Die SZ denkt mit der frisch gekürten Büchnerpreisträgerin Ursula Krechel über Migration und Exil seit der Französischen Revolution nach. Die taz sinniert mit Zombies von Anne Marcken über die Ängste unserer Gesellschaft. Von Cristina Rivera Garza erfährt sie, wie niedrig die Aufklärungsrate von Morden in Mexiko ist. Wie „Schnitte ins Fleisch der patriarchalen Ordnung“ erscheinen der FAZ Susan Taubes’ Erzählungen aus den 1960er Jahren. Dlf Kultur lässt sich von Grace Blakeley erklären, wie das Kapital die Demokratie zerstört. Und der Dlf wird zum Pinguin mit Ruth Schweikert.

18.07.2025 Große Literatur annonciert die NZZ mit Jonas Hassen Khemiris Roman "Die Schwestern", der uns von Stockholm über Tunis bis nach New York im Jahr 2035 führt. Die FAZ zählt mit Werner Bergmann die Völker, die in 40.000 Jahren Ruhrpott-Geschichte zusammenkamen. Die FR lässt sich von Yanick Lahens so filmisch wie poetisch haitianische Landesgeschichte erzählen. Ein biografisches Meisterwerk empfiehlt der Dlf mit Adam Shatz' Biografie über Frantz Fanon. Und der Dlf Kultur erlebt mit Margaret Kennedy platzende Träume bei schlechtem englischen Wetter.

17.07.2025 Zeit und Dlf begeistern sich für Anna Prizkaus neuen Roman über ganz unterschiedliche "Frauen im Sanatorium". Die FAZ lässt sich von Abubakar Adam Ibrahims Roman "Zeit der Glühwürmchen" die Geschichte Nigerias zwischen Krieg, Terror und Hoffnung näherbringen. Mit Ré Soupaults Reisetagebüchern gondelt sie durch Südfrankreich - auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor. Dlf Kultur ist amüsiert und berührt von den Gedichten Kurt Blochs, mit denen dieser aus seinem niederländischen Versteck heraus die Nazis verhöhnte.

16.07.2025 Die FAZ ist begeistert von von der Selbstbefragung des Philosophen Peter Trawny: narzisstisch, melancholisch, brillant! In Rin Usamis Roman "Kankos Reise" über eine junge Japanerin sieht sie einen berührenden Text über moderne Verletzlichkeit. Die taz liest erschüttert Dacia Marainis Schilderungen ihrer Kindheit in einem japanischen Internierungslager. Dlf empfiehlt wärmstens die chaotischen Erinnerungen des Nazijägers und Schauspielers Dietrich Kuhlbrodt. Dlf Kultur jagt mit dem Helden aus Dieter Kühns letztem Roman durch die Achtziger und unterhält sich dank Fabian Ritter mit Walen.

15.07.2025 Die FAZ spürt bei Eli Beneš die Einsamkeit eines Shoah-Überlebenden im Prag der Nachkriegszeit. Der durch New York irrlichternden Heldin aus Marlene Streeruwitz' neuem Buch empfiehlt sie, mal aus der eigenen Bubble rauszukommen. Die taz beschwört mit Sascha Ehlert ihren inneren Billy Wilder. Die SZ widmet sich mit Lauren Elkin dem weiblichen Begehren, mit Chiara Valerio klärt sie den Fall einer an der italienischen Küste ertrunkenen Außenseiterin auf. Und Dlf Kultur macht mit Gunda Windmüller den Sonnengruß.

14.07.2025 Die SZ lernt unter anderen von Marcel Dirsus und Mark Schieritz, wie man die Demokratie vor zersetzenden Kräften retten kann. Von Nora Osagiobares Roman "Daily Soap" über chaotische Familienverhältnisse kann sie gar nicht genug bekommen. Die taz erfreut sich an der "unverkrampften Frankophilie" in Mirko Bonnés Gedichtband "Wege durch die Spiegel". Dlf erfährt von Dino Heicker, dass es Queerness schon seit Anbeginn der Menschheit gab, und von Josh L. Davis, dass Homosexualität unter Giraffen weitverbreitet ist.

12.07.2025 Bestürzt und begeistert liest die SZ Cristina Rivera Garzas "Lilianas unvergänglicher Sommer", späte Erinnerungen an den Femizid, dem ihre Schwester einst zum Opfer fiel: ein wichtiges Buch, nicht nur für Mexiko. Die FAZ empfiehlt dem "Team Todenhöfer" die Lektüre der Memoiren ihres Namensgebers (dem Rest der Welt aber nicht so). Die taz begrüßt mit Charlotte Runcies "Standing Ovations" einen intelligenten Roman über #MeToo. Ebenfalls der taz graust es mit Carlo Masala vor einem Europa unter Putin ff. Der Dlf empfiehlt Paul Lynchs Seefahrer-Roman "Jenseits der See".

11.07.2025 Die FAZ verdankt dem Historiker Fritz Bartel einen Perspektivwechsel auf den Kalten Krieg und betrachtet in Philipp Springers Bildband Fotos der Stasi. Die SZ lauscht gebannt den indigenen Stimmen, die Dahr Jamail und Stan Rushworth in ihrem Band zur Klimakrise zu Wort kommen lassen. Der Dlf erschrickt angesichts der Aktualität von Marie Vieux-Chauvets vor fünfzig Jahren erschienener Trilogie über die Gewaltgeschichte Haitis. Und Dlf Kultur lässt sich von Philippe Jaccottet die "Tür zum Sprechen über Kunst" öffnen und blättert ihn einem Prachtband über Valentino.

10.07.2025 Die FAZ bezieht mit Isabella Staub Sozialwohnungen in Wien und sinniert über KI und Gentrifizierung. Die taz bewundert, wie dicht Tania Arcimovich in ihrem "Manifest einer Gartenlosen" über das Leben in Belarus nachdenkt. Die Zeit sucht in Steffen Kopetzkys schmissigem Agentenroman nach einer Superwaffe der Nazis. Dlf Kultur lässt sich in Erzählungen von Jamil Jan Kochai den westlichen Blick auf Afghanistan zurechtrücken. Und der Dlf dringt mit dem niederländischen Journalisten Rob Wijnberg vor zu den "Ruinen der Wahrheit" und betrinkt sich dann hemmungslos mit Colette Andris.

09.07.2025 Als neues "Standardwerk" preist die NZZ die Kulturgeschichte der Ukraine des Berliner Historikers Andrij Portnov. Mit Nenad Velikovics "Nachtgästen" versteckt sie sich in einem Keller während der Belagerung Sarajevos. Die FAZ dankt Bendt Viinholt Nielsen für die Wiederentdeckung des dänischen avantgardistischen Komponisten Rued Langgaard. Die FR gewinnt tiefere Einsichten in Kryptogeschäfte und Männlichkeit dank Juan S. Guse. Und der Dlf lernt von Marco Overhaus, was das Ende der Pax Americana für Europa bedeutet.

08.07.2025 So berührt wie gespannt liest die FAZ die Geschichte um den 1944 ermordeten Cousin Albert Einsteins. Von Marion Fayolle lässt sie sich auf einen französischen Bauernhof entführen. Außerdem spürt sie mit Ruth Zylberman den Kindern aus der Rue Saint-Maur nach und erfährt von Alina Potempa, wie die "Pillen-Enzyklika" von 1968 das Katholischsein veränderte. Der Dlf lernt von Ingo Petz alles über Belarus.

07.07.2025 So befremdlich wie Kim Hyesoon in "Autobiografie des Todes" hat wohl bislang niemand über den Tod geschrieben, staunt die NZZ. Hitler ist eine so gewaltige Figur, dass sogar die Darstellung des Forschungsstands über ihn ein Buch benötigt, berichtet die SZ, die auch Sebastian Peters' Biografie über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann bespricht. Die NZZ wundert sich: Laut Georg Diez' "Kipppunkten" wäre alles besser geworden, hätten wir damals Oskar Lafontaine gewählt. Die SZ lernt mit Isabel Pin, dass der globale Süden auch in der Arktis liegen kann. Die FAZ bespricht Krimis.

05.07.2025 Katastrophensamstag, seufz. Aber jetzt kommt sie doch noch, die Bücherschau: Die FAZ betrachtet mit María Ospina Pizano die Welt aus Tierperspektive. Die taz amüsiert sich mit einem Briefroman von Laurent Binet, über den Mord an dem Maler Jacopo da Pontormo 1557. Die FAS liest Giorgia Melonis Autobiografie und lernt daraus einiges über die Strategien der Rechten. Ebenso die Welt aus Maik Tändlers Dissertation über "Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik", eine zeithistorische Studie ersten Ranges, die Mohler als intellektuellen Vorläufer des Höcke-Flügels der AfD beschreibe.

04.07.2025 Die FAZ räumt mit dem Althistoriker Mischa Meier mit Mythen über die Hunnen auf. Mit dem israelischen Historiker und Psychologen Jose Brunner blickt sie auf die "Psycho-Logiken" des Nahostkonflikts. Der Dlf liest bei Paul Theroux von den frühen kolonialen Erfahrungen George Orwells in Burma und versucht mit Sarah Bernstein Fuß an einem fremden Ort zu fassen. Dlf Kultur flieht mit Ayelet Gundar-Goshens schuldgeplagter Heldin aus Tel Aviv in eine jüdische Community in Nigeria.

03.07.2025 Die
FAZ meint den Regen zu hören in
Sian Hughes' Debütroman über das plötzliche Verschwinden einer Mutter. Die
NZZ verdankt
Susanne Beyer wichtige Einblicke in die inneren Konflikte der Nachfahren von Nazitätern. Nicht nur Kennern seines Werks empfiehlt die
SZ Susan Bernofskys formidable
Robert-
Walser-Biografie. Die
Zeit erscheint heute mit einer
kleinen Sommerbeilage - und ist hin und weg, wenn ihr der Meeresforscher
David Attenborough die Schönheit der Ozeane zeigt.

02.07.2025 Die FAZ befreit mit Anke te Heesen die im Textilen weggeschlossene Frau aus dem Muster. Außerdem betritt sie ein funkelndes "Mausoleum der Liebe", wenn ihr Nicolas Mathieu von seiner Affäre mit Fürstentochter Charlotte Casiraghi erzählt. Längst überfällig erscheint der NZZ Sebastian Peters' Buch über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann. Die SZ wünscht Israels Nationaldichter Chaim Nachman Bialik dringend größere Bekanntheit hierzulande. Der Dlf vermisst mit Oliver Moody die "Konfiktzone Ostsee".

01.07.2025 Die FAZ annonciert große afrikanische Literatur mit Fann Attikis Roman "Cave 72" über die Militärdiktatur in der Republik Kongo. Außerdem freut sie sich über polnische Lyrik von Jakub Ekier. Die NZZ empfiehlt Bücher über die Hamas und die Hisbollah von Joseph Croitoru. Die FR besinnt sich dank Gerhart Baum. Und der Dlf entdeckt mit Gene Wolfes "Frieden" einen an David Lynch erinnernden Klassiker der fantastischen Literatur.