
31.08.2024 Die FAZ genießt mit Maike Albath neapolitanischen Kaffee und blickt gleichzeitig auf die literarische Vergangenheit Neapels. Alexander Schimmelbusch hat mit seinem neuen Roman "Karma" Potential zum deutschen Houellebecq, findet sie außerdem. Der Dlf hingegen hat schon nach ein paar Seiten genug von der Zukunfts-Satire. Die NZZ schwärmt von Lydia Davis' poetischer Sprachkunst, die sie in "Unsere Fremden" aufs Neue beweist. Die taz sieht Martina Hefters Roman "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" völlig zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

30.08.2024 Die FAZ reist mit Ines Geipel durch den Osten und die Zeit der Wiedervereinigung und stellt fest: War alles gar nicht so schlimm. Die FR schaut derweil mit Matthias Wittekindts neuem Krimi aus der Manz-Reihe nach, was "hinterm Deich" so los ist. Dlf Kultur setzt der menschenfeindlichen Rhetorik der AfD Mohammad Sarhangis "Gefühlsgeschichte der Migration" entgegen. Außerdem versucht er, mit dem Anglisten Pierre-Heli Monot die Politik des Surrealismus zu begreifen.

29.08.2024 FAZ und Dlf Kultur äugen gespannt mit Julia Friedrichs in die Welt der Superreichen. Die taz freut sich über die Neuauflage eines spanischen Comicklassikers: "Kreidestriche" von Miguelanxo Prado. Die Zeit lobt Katja Oskamps "Vorletzte Frau", mit dem die Autorin ihre Liebes- und Schreibbeziehung zu Thomas Hürlimann aufarbeitet. Dlf Kultur fühlt sich angenehm belehrt mit Jason Roberts' Band "Die Entdeckung allen Lebens", der ihm zwei sehr unterschiedliche Naturwissenschaftler und Aufklärer des 18. Jahrhunderts näher bringt: Carl von Linné und Georges-Louis de Buffon.

28.08.2024 Die FAZ lässt sich von Giosuè Calaciura gerne erzählen, dass hinter Jesus' Wundern eigentlich seine Mutter steckte. Außerdem beugt sie sich über die neue Ausgabe des Duden und vermisst dabei die Wörter "Doggystyle" und "Negroni". Die FR ist hin und weg von Clemens Meyers neuem Roman "Die Projektoren". Die NZZ steckt mit dem dritten Teil von Solvej Balles Reihe "Über die Berechnung des Rauminhalts" immer noch in einer Zeitschleife fest, langweilig wird ihr dabei aber keineswegs. Und Dlf Kultur lässt sich von Peter Heather und John Rapley darüber aufklären, was die westliche Zivilisation heute besser machen könnte als es das Römische Reich damals tat.

27.08.2024 Die FAZ vertieft sich in die Erinnerungen des Soziologen Zygmunt Bauman. Marianne Jungmaiers neoromantische Gedichte erzählen ihr von der Begegnung zwischen Tier, Pflanze und Mensch. Die FR nimmt mit Jan Mohnhaupt die Spinnenperspektive ein. Die taz wandelt mit Hryhir Tjutjunnyk in "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" träumerisch durch ukrainische Wälder.

26.08.2024 Wie Menschen im Ernstfall ihr wahres Wesen offenbaren, kann die NZZ in Daniela Kriens Roman "Mein drittes Leben" beobachten. Die SZ lässt sich vom ukrainischen Agrarökonomen Alex Lissitsa die weniger bekannten Facetten der Ukraine zeigen. Die FAZ irrt mit Alexandra Helmigs Protagonistin durch die verwirrenden Ambivalenzen der Adoleszenz. Von Kate Crawford lernt sie, warum KI weder künstlich noch intelligent ist. Die taz blättert durch einen prächtigen Bildband des Architekturfotografen Iwan Baan.

24.08.2024 Die FAZ bewundert, wie Paul Murray in „Der Stich der Biene“ den Spieß umdreht und die Realität ins Digitale eingreifen lässt. Die taz analysiert mit dem Historiker Volker Ullrich das Scheitern der Weimarer Republik, als „Buch der Stunde“ empfiehlt die SZ indes Philip Ruchs „Es ist 5 vor 1933“, in dem der Aktivist ausmalt, wie es nach einer Machtübernahme der AfD aussehen könnte. Die Welt setzt sich in Clemens Meyers wuchtigem Roman „Die Projektoren“ mit Lex Barker und ehemaligen Partisanen ans Lagerfeuer. Und der Dlf zieht sich mit Eckhart Nickel in eine Popintellektuellen-WG zurück.

23.08.2024 FR und Dlf Kultur tanzen in Lydia Davis' virtuos verdichteten Kurzgeschichten vom Dosenschinken bis zum Ehestreit. Die FR amüsiert sich außerdem mit den Albernheiten, erschrickt aber auch vor den Beschimpfungen, die Richard Wagner seinem "Herzens Weibel" Minna schrieb. In Colson Whiteheads Debütroman begleitet der Dlf Kultur eine Fahrstuhlinspekteurin durch New York. Die FAZ probiert mit Beate Roth gebackene Hollerstrauben nach Rezepten von Jean Paul. Die NZZ fühlt sich bestens aufgehoben, wenn Sven Regener ihr Humor in der Literatur erklärt. Und die SZ empfiehlt neue Jugendbücher.

22.08.2024 Die Zeit taucht erschlagen aber höchst angeregt aus Clemens Meyers 1000-seitigem Wälzer "Die Projektoren" auf. "Die FAZ lässt sich von David Wagners "Verkin" verzaubern. Preiswürdig findet die taz Nora Bossongs Roman "Reichskanzlerplatz" über Magda Goebbels. Die FR reist mit Sarah Brooks' Transsibirien-Express und allerhand seltsamen Figuren durch das "Ödland" zwischen Moskau und Peking. Die Welt taucht mit Tara Zahra ein in die Welt der Antiglobalisten zwischen den zwei Weltkriegen. Dlf Kultur fragt mit Levent Tezcan: "Alles Rassismus?"

21.08.2024 Die SZ schätzt, wie mitleidlos Ilko-Sascha Kowalczuk mit dem "giftigen Erbe" der DDR-Diktatur abrechnet. Die FAZ bewundert derweil die sprachliche Schönheit, mit der Carolin Krahl in "Wühlen" vom Leben dreier Frauen nach der Wende erzählt. Von Sebastian Heinrich lässt sie sich anhand von fünfzehn Wörtern Italien erklären. Die FR blickt in Daisy Hildyards Roman "Notstand" auf Moose, Mäuse und Kröten. Die NZZ empfiehlt dringend den letzten Gedichtband von Adam Zagajewski.

20.08.2024 FAZ und FR feiern den neuen Roman von Arno Geiger, der den nackten, menschlichen Kaiser Karl V. auf eine letzte Abenteuerreise schickt. Unglaubwürdig, winkt indes die NZZ ab. Die FAZ empfiehlt mit der Familiengeschichte der kirgisisischstämmigen deutschen Fotografin Irina Unruh außerdem ein bibliophiles Gesamtkunstwerk. Von Volker Kitz lernt sie, wie wir mit alten Eltern umgehen. Die SZ schippert mit Jochen Arntz und Holger Schmale rund um den Wannsee. Die taz liest Comics über den Tod. Und Dlf Kultur lässt sich von Tommy Orange über die Traumata von Indigenen aufklären.

19.08.2024 In der taz zieht der Soziologe Dirk Baecker den Hut vor dem monumentalen Werk Theodor M. Bardmanns, der eine Systemtheorie des Bildes geschaffen hat - und dass ganz ohne Foto! Die FR reist mit Gedichten von Michael Köhlmeier ins Land Uz. Und begibt sich mit Bloch, Jens und Mayer zu Tisch in der Tübinger Buchhandlung Gastl. Die SZ liest drei Bücher zur AfD. Die FAZ empfiehlt Hörbücher zu Romanen von Abdulrazak Gurnah und Doris Lessing.

17.08.2024 Gleich drei mal besprochen wird heute Reinhard Kaiser-Mühleckers Roman "Brennende Felder" der von einer - fast möchte man sagen Soziopathin - erzählt. Toll, aber nichts für schwache Nerven, warnt die FR, die taz stimmt ein, der SZ ist es etwas zu viel Räuberpistole und Horror-Thriller. Dlf und taz lernen das Staunen mit David Wagners Roman über die Lebensgeschichte der armenischen Türkin und Kosmopolitin Verkin. Ulla Lenze entführt FAZ und Welt in die Welt des Okkultismus, der in den den Heilstätten Beelitz gepflegt wurde. Der Dlf lernt aus Witold Szablowskis so unterhaltsamem wie lehrreichen Buch "Köche des Kremls", wie Russland mit Essen Politik macht.

16.08.2024 Die FAZ surft voller Begeisterung durch die Rotwelschdialekte in Klaus Siewerts "Wörterbuch deutscher Geheimsprachen". Und wirft dann mit Conrad Seidl einen tiefen Blick ins Bierglas. Die FR geht auf "Feuerjagd" mit Tana French. Der Dlf erlebt mit Alain Claude Sulzers "Fast wie ein Bruder" ein Coming out in den Siebzigern. Dlf Kultur träumt mit der 13-jährige Giada vom "Großen A", das sie bald in Form Eritreas kennenlernt. Empfohlen wird außerdem ein grafisch gut aufbereiteter Klima-Atlas.

15.08.2024 Die Zeit flaniert mit dem Literaturhistoriker Dieter Richter die Amalfiküste entlang und amüsiert sich prächtig, wenn Finn Job beim "Damenschach" die Kampfplätze der Gegenwart auslotet. Die FR nimmt derweil mit Nana Kwame Adjei-Brenyah und amerikanischen Häftlingen an Gladiatorenkämpfen teil. Die FAZ liest Reinhard Kaiser-Mühleckers neuen Roman über die österreichische Provinz. Die NZZ freut sich, das Alain Claude Sulzers Roman "Fast wie ein Bruder" nach einigen Querelen doch noch erscheinen konnte. Und der Dlf annonciert einen "überwunderschönen" Prosaband von Petr Borkovec, der sie geschmeidig durch Böhmen führt.

14.08.2024 FAZ und Dlf bewundern, wie eindringlich Jessica Lind in „Kleine Monster“ von einer unheimlichen Mutter-Kind-Beziehung erzählt. Die FAZ staunt außerdem, wie nüchtern Joseph Croitoru über die Ziele der Hamas aufklärt und wie amüsant Michael Kumpfmüller Tote zum Leben erweckt. Einen überraschend bodenständigen Niklas Luhmann lernt die SZ in dessen Vorlesungen aus den Jahren 1966-1970 kennen. Sinnliche Gedanken zur Geschlechterdebatte verdankt die FR Yoko Tawada. Und Dlf Kultur verschwendet dank Michaela Krützen liebend gern Zeit mit Marie Antoinette und Oblomow.

13.08.2024 Die FAZ hört in Jeremy Eichlers "Das Echo der Zeit" Musik aus dem Zeitalter der Extreme. Die SZ begibt sich mit Anthony Bale auf "Reisen im Mittelalter". Der Deutschlandfunk bespricht anlassgemäß Bücher über die Mauer und die Mauertoten. In der SZ antwortet Maximilian Steinbeis auf seinen Kontrahenten Philip Manow. Die taz feiert Mikael Ross als "Wunderkind der deutschen Comicszene".

12.08.2024 Die NZZ liest gespannt die Erinnerungen des mordenden KGB-Agenten Bogdan Nikolajewitsch Staschinski. Der SZ stehen die Haare zu berge bei Lektüre von Philipp Glahés "Amnestielobbyismus für NS-Verbrecher". Die taz verbringt mit Anna Katharina Fröhlich einen Sommer auf "Der Yacht". Die FAZ lässt sich von Rainer Karlsch erzählen, wie es "Familienunternehmen in Ostdeutschland" nach Kriegsende erging. Die FR empfiehlt Gabriele Gavas und Achim Vespers "Kants Philosophie" als guten Einstieg. Dlf Kultur amüsiert sich mit David Longos Krimi "Am Samstag wird abgerechnet".

10.08.2024 Die FAZ begibt sich mit Nora Bossong auf den "Reichskanzlerplatz" und fühlt sich von der Autorin raffiniert getäuscht - um Martha Goebbels geht es nämlich eigentlich nicht. FAS und taz empfehlen Calla Henkels Roman "Ein letztes Geschenk" als unterhalsamen Thriller über die Kunstwelt. Der Deutschlandfunk erzählt mit Zeinab Badawi "Eine afrikanische Geschichte Afrikas". FR und Dlf Kultur lesen Mario Vargas Llosas letzten Roman "Die große Versuchung" als würdiges Alterswerk.

09.08.2024 Die FAZ freut sich über Jörg Späters Buch "Adornos Erben", das ihr sowohl Geschichte als auch Geschichten bietet. Die FR erlebt mit Szczepan Twardoch unfassbare Abenteuer am russischen Eismeer. Die SZ empfiehlt Kinderbücher: Josephine Marks hinreißenden Comic "Der Bärbeiß" und Dave Eggers neues Jugendbuch "Die Augen und das Unmögliche" über einen Hund mit Hang zu Freiheit und Philosophie. Die taz lernt in einem neuen Gesprächs-Band den Theaterregisseur Christopher Rüping kennen. Und Dlf Kultur bekommt von Irina Mashinski raffinierte Lyrik zu lesen.

08.08.2024 Die FAZ liest mit Janko Polić Kamovs Roman "Austrocknen" einen kroatischen Klassiker, der Joyce und Svevo vorwegnahm. Die SZ schwelgt in einem Bildband über Badestellen und -orte. Die taz lernt mit dem Band "Vierkantige Lettern" den jiddischen Dichter Abraham Sutzkever kennen. Dlf Kultur pilgert mit Bernd Brunner ins Morgenland. Und durchlebt mit Ursula Parrotts "Ex-Wife" das gin-tonic-reiche Leben einer Geschiedenen im New York der Roaring Twenties. Prost!

07.08.2024 Die FAZ reist mit André Boße fröhlich durch die französische Popgeschichte. Von Sam Knight erfährt sie vom "Büro für Vorahnungen" des Psychiaters John Barker, der dort in den sechziger Jahren Übersinnliches erforschte. Die NZZ sucht in Rosemary Tonks neuem Roman nach Hinweisen auf den mysteriösen Verbleib der Autorin. Die Welt lernt mit Davide Coppos Roman "Die Welt gehört uns" vieles über den italienischen Postfaschismus. Und Dlf Kultur vertieft sich in Manu Larcenets düstere Comic-Adaption von Cormac McCarthys Roman "Die Straße".

06.08.2024 Dlf, FAZ und Dlf Kultur ziehen den Hut vor Jürgen Becker und seinem neuen Gedichtband "Nachspielzeit". Das von Charles Linsmayer herausgegebene Lesebuch der Weltliteratur befördert die FAZ geradewegs in den Leseolymp. Die FR vagabundiert dank Volker Reinhardts Biografie mit dem Philosophen Giordano Bruno durch Europa. Die SZ berauscht sich mit dem Helden aus Janko Polić Kamovs Roman "Austrocknen" am Leben.

05.08.2024 Die FAZ freut sich über neue Krimis: Einen echten Pageturner über die Entführung eines kleinen Jungen hat Chris Whitaker mit "In den Farben des Dunkels" geschrieben. Gespannt folgt sie außerdem Lisa Sandlins Privatdetektivin Delpha Wade in "Der Auftrag der Zwillinge". Die SZ erfährt aus den Erinnerungen Marek Edelmans vom sozialistischen Widerstand gegen die Nazis in Warschau. Außerdem empfiehlt sie dringend die Lektüre von Ron Leshems Buch "Feuer" über den 7. Oktober.

03.08.2024 Die taz vertieft sich in Jens Balzers Essay "After woke", der sich mit der Spaltung der Linken nach dem 7. Oktober auseinandersetzt. Mit Patrick Holzapfels Debütroman lässt sie sich auf Wiener Sitzbänken nieder und verfolgt einen Obdachlosen im Hermelinmantel. Dlf sieht in Henry Hokes Roman "Ganz wie ein Mensch" die Welt aus der Perspektive eines Pumas mit Hang zum Philosophieren. Die Welt ist verblüfft über die Aktualität von Joseph Conrads neu übersetztem Roman "Nostromo", der sich auch gut als Actionthriller verfilmen ließe. Die FAZ empfiehlt Peter Schäfers hervorragende Geschichte des aschkenasischen Judentums .

02.08.2024 Die FAZ begibt sich mit Peter Godfrey-Smith unter Wasser und denkt über die Entstehung des Geistes nach. Die SZ lernt von René Aguigah, wie James Baldwin zum Influencer wurde. Die FR reist mit dem amerikanischen Musikkritiker Joseph Horowitz und den Mahlers durch New York. Die taz staunt, wie Kerstin Wichmann in ihrem Comic aufzeigt, wie sich die Alltagsgewalt der Nazis in die Körper der Menschen einschrieb. Und der Dlf empfiehlt einen überraschend packenden SciFi-Krimi von Keanu Reeves und China Miéville.

01.08.2024 Die bedrückte FAZ liest Anna Swirszyzynskas Gedichte über den Warschauer Aufstand vor achtzig Jahren. Dlf Kultur fiebert mit der 14-jährigen Marta Kajdanowskaja mit, die in "Elektrizität und Himmelsfische" ihre Flucht vor der russischen Armee beschreibt. Die Zeit freut sich, dass endlich ein Buch über die Elbe vorliegt. Die FR besucht mit Dominika Meindl in China eine Kopie des österreichischen Touristenstädtchens Hallstadt - "Selbe Stadt, anderer Planet".