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30.05.2022 Der Dlf bemerkt anerkennend, dass sich auch Gerhard Roths neuer Roman nahtlos in das pessimistische Menschheitsbild des Autors einfügt. Gefesselt liest er zudem Liz Kesslers Jugendroman über drei Freunde in Wien Mitte der dreißiger Jahre. Die FR lässt sich gern von Katharina Hacker mit sanfter Melancholie und Herz aus der Pandemie führen. Die SZ lernt mit Mark Jones "1923" als das Erfolgsjahr der deutschen Demokratie kennen.

28.05.2022 Dem Leid ins Gesicht zu sehen, lernt die taz von Deborah Nelson, die in ihrem Buch "Denken ohne Trost" unsentimentale Denkerinnen porträtiert. Aufgewühlt liest sie in Bettina Wilperts Roman "Herumtreiberinnen" von reaktionärer Sexualmoral, Misogynie und Rassismus in der DDR. Die FAS kann den grimmigen Humor in Anna Burns Nordirland-Roman "Amelia" gut verkraften. Der Dlf bewundert, wie Ursula Krechel in ihren Essays Abstraktes und Körperlich-Sinnliches verbindet. Der DlfKultur lässt sich von Julio Cortazar neue poetische Welten eröffnen.

27.05.2022 Die FAZ lernt von dem Kunsthistoriker Johannes Grave, was die Rezeption von Bildern zum kreativen Akt macht. Die NZZ staunt, wie der Ex-Marine Phil Clay seine Erfahrungen von Krieg und Drohnenkampf zu einem raffinierten Roman verarbeitet. Von Julia Weber lässt sie sich über Mutterpflichten aufklären. Dlf Kultur entdeckt in Jochen Schimmangs „Laborschläfer“ einen Proust der Gegenwart. Walter Isaacson verdankt er Einblicke in die CRISPR-Forschung.

25.05.2022 Die FAZ rät dringend, zunächst Stephen Cranes "Geschichten eines New Yorker Künstlers" und erst dann Paul Austers monumentale Crane-Biografie zu lesen. Die NZZ blickt mit Lacy Kornitzer einer finsteren Zukunft in Ungarn entgegen. Die Zeit lernt von N. K. Jemisin: Die allerschlimmsten Schurken sind weiße Männer mit Dutt. Die SZ lauscht J. M. G. Le Clezios sinnlichem Bretonischen Lied. Maria Stepanovas feministische Gedichte sind für den Dlf Kultur nicht weniger als Höhepunkte im "Stimmenkonzert der Weltpoesie". Für ein Meisterwerk hält er auch den neuen Prachtband über Otl Aicher.

24.05.2022 Als die politische Lyrik der Stunde preist der DlfKultur Ilya Kaminskys narrativen Gedichtband "Republik der Taubheit". Darin stellt sich eine ukrainische Stadt taub aus Protest gegen ihre Belagerer. Die FAZ lässt sich von Fang Fangs Roman "Wütendes Feuer" die Augen öffnen für die Umbrüche, denen China in den Neunzigern ausgesetzt war. Mit Sarah M. Brooms "Das gelbe Haus" erlebt sie noch einmal die Verheerungen, die Hurrikan Katrina über New Orleans brachte. Die FR spürte Wahrhaftigkeit in Mary Paulson-Ellis' Roman "Die andere Mrs. Walker".

23.05.2022 Leider notwendig findet die SZ Rüdiger von Fritschs Buch "Zeitenwende", das ihr Ignoranz und Opportunismus des Westens in Bezug auf Russland in aller Peinlichkeit vor Augen führt. Instruktiv findet sie auch Serhii Plokhys Essays zur ukrainische Geschichte "Die Frontlinie". Die taz folgt Fiston Mwanza Mujilas Roman "Tanz der Teufel" in die Diamantenminen von Lubumbashi. Die FAZ empfiehlt Kinderbücher, darunter Juri Johanssons und Stefanie Jeschkes einfallsreiches Bestiarium "Von Schildflöten, Herdmännchen und Großmaulnashörner."

21.05.2022 Die SZ begibt sich mit Gary Shteyngart auf "Landpartie" und unterhält sich so blendend, dass sie sich den Roman auch als TV-Serie erträumt. Mit Eva Biringer lernt die SZ außerdem, dass auch die Zukunft des Trinkens weiblich ist. Es geht überhaupt viel ums Weibliche, etwa in Clarice Lispectors neuen Erzählungen, wahre "Rohdiamanten", findet die taz. Und bei Julia May Jonas, deren Protagonistin zur Verwirrung ihrer Gefühle etwas mit "Vladimir" anfängt.

20.05.2022 Der Dlf blickt mit den beiden Historikerinnen Franziska Davies und Katja Makhotina in die "Offenen Wunden Osteuropas". Die NZZ erkennt mit Oliver Lubrichs intellektueller Humboldt- Biografie: Reisen in die Fremde befördert die Selbstwahrnehmung! Die FAZ staunt mit Juliane Rebentisch über die Ambivalenzen im Denken Hannah Arendts. Die SZ empfiehlt heute Kinderbücher, darunter besonders Nikolaus Heidelbachs fantastische Reise über den Meeresboden.

19.05.2022 Die FAZ bewundert die Erdnähe des Dichters Ted Hughes, der übrigens auch schon von Robert Habeck übersetzt wurde. Die FR lässt sich von Christian Bommarius in den "Rausch des Aufruhrs" versetzen, den Deutschland 1923 durchlebte. Die NZZ lernt von Peter Sloterdijk die Grundzüge des grauen Denkens. Die SZ vertieft sich in Wolfgang Knöbls Kritik soziologischer Vernunft. Die Zeit lässt sich von Robert Pfaller den Unterschied zwischen Scham und Pseudoscham erklären.

18.05.2022 Die FAZ mischt sich mit Adam Bodors Roman "Die Vögel von Verhovina" unter eine Schar renitenter Internatszöglinge in Transsylvanien. Und sie lernt von Thomas O. Höllmann, dass die neue Seidenstraße längst nicht so kosmopolitisch ist wie die alte. Die NZZ bewundert den Dreiklang von Poesie, Ironie und Finesse in Andrej Bitows "Leben bei windigem Wetter". Die taz lauscht dem "RussenRap" Andrej Gelassimows. Die SZ wagt sich mit einem brandneuen Corto Maltese auf den schwarzen Ozean.