
30.06.2025 Die FAZ lässt sich von dem ehemaligen McKinsey-Chairman Herbert Henzler erzählen, was Babyboomer und Generation Z voneinander lernen können. Die FR lässt sich von Julian Bagginis Globalgeschichte der Philosophie "Wie die Welt denkt" anregen. Die SZ liest zwei Bücher über Friedrich Merz. Die NZZ vertieft sich in eine Geschichte des Frauenfußballs, der bis 1970 vom DFB verboten war. Und in eine Geschichte der musizierenden Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn, die aus weiblicher Perspektive auch nicht sehr erbaulich ist.

28.06.2025 Die taz ist hingerissen davon, wie Hervé Le Tellier dem Résistance-Kämpfer André Chaix ein "filigranes Denkmal" setzt. Außerdem amüsiert sie sich mit Wencke Mühleisens Roman, in dem sich eine ältere Frau mit der "spätkapitalistischen Intimitätsindustrie" herumschlägt. Die FAZ begibt sich mit Clara Arnaud in ein französisches Bergdorf, das von einer Bärin in Angst und Schrecken versetzt wird. Dlf lernt aus Philip Krömers Roman über das nepalesische Palastmassaker im Jahr 2001, was eine "Kumari" ist. Und Dlf Kultur schwärmt von Kevin Chens Roman, in dem ein junger Taiwanese von den Gespenstern seiner Vergangenheit heimgesucht wird.

27.06.2025 Die FAZ empiehlt neue Bücher über den Bauernkrieg 1525. Die NZZ verdankt der Polonistin Anna Artwinska einen hervorragenden Überblick über polnische Literatur im 19. Jahrhundert. Die FR blickt mit Wolfgang Kampmann auf hundert Jahre deutsche Schlagergeschichte zurück. Dlf Kultur lauscht den leisen Tönen des "Orgelsees" in Gedichten von Oyvind Rimbereid und kürt die katalanische Autorin Irene Sola schon jetzt zu den ganz großen Erzählerinnen der europäischen Gegenwartsliteratur.

26.06.2025 Die FAZ lässt sich von Margaret Goldsmiths Flapper Girls durchs Berlin der Zwanziger führen. Die Zeit hievt Dietmar Daths 1,55-Kilo-Brocken "Skyrmionen" auf den Tisch und zündet ein Pointenfeuerwerk aus Sex und Wissenschaft. Die FR vertieft sich angeregt in Thomas Manns Essays aus den Jahren 1926 bis 1933. Die SZ kämpft mit Flix' menschlichem Superman für den Schutz von Indigenen. Und der Dlf setzt sich mit Isabel Feichtner für gerechtere Eigentumsverhältnisse ein.

25.06.2025 Die FAZ ist fasziniert von Arno Franks Roman über die fiktive Stadt Ginsterburg, die zwischen 1935 und 1945 langsam in den moralischen und politischen Abgrund sinkt. Joyce Carol Oates Medizingeschichte, die den Arzt Silas Weir in den Blick nimmt, lehrt sie das fürchten. Die FR streift mit Kate Atkinson und ihren starken Frauen durch das Soho der zwanziger Jahre. Die taz schwärmt von Anna Weidenholzers Erzählband "Hier treibt mein Kartoffelherz". Dlf lässt sich von Patrick Olivelle die Geschichte des Kaisers Ashoka erzählen, der sich vom machtbewussten Eroberer zum Moralphilosophen wandelte.

24.06.2025 Die FAZ streift durch Esther Kinskys "Textlandschaften", in denen reale Gegenden zu inneren werden. Sie empfiehlt außerdem wärmstens Ingo Petz' Buch über die Proteste in Belarus im Jahr 2020. Die FR klärt mit Tom Hillenbrand im Wien des Jahres 2095 einen Doppelmord auf, der gar keiner ist. Dlf freut sich, wie klug Michael Cunningham in seinem Roman über das Leben einer Familie während der Covid-Pandemie, verschiedene Facetten der Liebe ergründet.

23.06.2025 Die FAZ geht mit der kleinen Nuria und ihrer fiesen Oma auf eine abenteuerliche Flussfahrt. Mit Shaw Kuzki nimmt sie eine jugendliche Perspektive auf die Katastrophe von Hiroshima ein. Die FR lernt von Olivia Laing, was ein sizilianischer Honiglauch oder eine japanische Goldorange ist. Die NZZ trifft mit Uwe Wittstock einen bartlosen Karl Marx in Algier. Und die SZ kämpft mit Waslat Hasrat-Nazimi gegen Rassismus.

21.06.2025 "Frei im Tintenschwarz" schwebt der Deutschlandfunk im poetischen und politischen Nature Writing des Robert Macfarlane, der fragt: "Sind Flüsse Lebewesen?" Die FAZ begrüßt den allerletzten Band der seit 1949 edierten Ausgabe von Schillers Werken und entdeckt mit Erstaunen einen Comic von Schiller selbst. Die SZ empfiehlt Birgit Weyhes Graphic Novel "Schweigen" über die dunkle Gechichte Argentiniens. Und in der taz altert Stephan Wackwitz mit Ulf Erdmann Ziegler in der Gegenwart.

20.06.2025 Die NZZ lässt sich von dem russischen Journalisten Andrey Gurkov erklären, weshalb Europa für Russland zum Feind wurde. Die SZ tanzt mit einem echten Patrick Modiano durchs Paris der Sechziger. Der Dlf staunt, mit welcher Wucht und Härte sich Thomas Mann in seinen frühen Essays gegen seine Feinde verteidigte. Und der Dlf Kultur begibt sich mit Erzählungen von Louise Kennedy ans Ende der Welt.

19.06.2025 Die Zeitungen feiern Fronleichnam, aber die Sender lassen uns nicht im Stich: Der Dlf lässt sich von Hein de Haas Mythen über Migration widerlegen und begegnet gegenwärtigen Polit-Bösewichten in Anne Jelena Schultes Theateradaption von Euripides' "Antiope". Dlf Kultur folgt der zarten Freundschaft von Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll in deren Briefwechsel und erfährt von Christina von Braun und Tilo Held alles, was es über das Unbewusste zu wissen gilt.

18.06.2025 Die FR liest bewegt Alex Schulmans Buch "Vergiss mich", in dem er ungeschönt die Alkoholsucht seiner Mutter aufarbeitet. Die Zeit vertieft sich begeistert in Dominik Grafs Buch über Schauspielerei und wird nostalgisch, wenn sie an die Münchner Filmszene der Achtziger denkt. Mit Nell Zink spaziert die Zeit durch eine schillernde Berliner Sommernacht. Dlf ist tief beeindruckt von Martin Pollacks Sammelband "Zeiten der Scham" über Osteuropa. Dlf Kultur empfiehlt Yanik Lahens Roman "Mondbad", der das Leben in einem haitianischen Dorf schildert.

17.06.2025 Die FAZ wird von Martina Behm aufs Land verbannt, wo sie sich mit Hirschkühen, Beziehungsproblemen und den Geheimnissen der Dorfbewohner herumschlagen muss. Die SZ ist beeindruckt von Christoph Heins Roman "Das Narrenschiff", der die Mechanismen der DDR-Willkür gekonnt seziert. Die FR klärt mit Liz Moore das Verschwinden von zwei Kindern in den Tiefen der Adirondack Mountains auf. Und Dlf verfolgt gebannt den atemlosen Monolog, den Chantal Akerman den verschwiegenen Traumata ihrer Mutter entgegen setzte.

16.06.2025 Die NZZ bejubelt Lidia Jorges neuen Roman "Erbarmen" über den turbulenten Altersheimalltag ihrer Mutter. Die FR schmökert im "kollegialen und freundlichen" Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll. Menschen, die die Verfolgung durch das NS-Regime überlebten, wurden in der Nachkriegsgesellschaft als Bittsteller verunglimpft, lernt die SZ aus Stefanie Schüler-Springorums Buch "Unerwünscht". Die FAZ fährt mit Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn Taxi für die Emanzipation.

14.06.2025 Mit Faszination liest die SZ in Juan S. Guses Reportage "Tausendmal so viel Geld wie jetzt", wie es ist, wenn man plötzlich sehr viel Geld hat und nicht die geringste Ahnung, was man damit anstellen soll. Die FAZ hätte da schon mal eine Idee: Man wählt bei Vincent Moissonnier einen "Tisch am Fenster". Die taz dagegen warnt: "Die Ordnung des Kapitals", wie Clara Mattei sie schildert, macht nur "Progressiven" Spaß. Die Ordnung des Sozialismus ist vielleicht sogar noch unangenehmer, lernt Dlf Kultur in Liao Yiwus "18 Gefangene".

13.06.2025 Die FAZ versenkt sich in einen Band über Ludwig van Beethoven und seine Wiener Mäzene. Die taz liest einen Roman, der als Autobiografie J.D. Salingers erzählt ist: Ganz gut, nur den Sex sollte man überspringen. Der Dlf empfiehlt Paul Maars leuchtenden Roman "Lorna", der von einer erkaltenden Liebe zu einer psychisch labilen Frau erzählt.

12.06.2025 Als russisches Nationalepos von Tolstoi'scher Größe würdigt die NZZ Viktor Remizovs Roman "Permafrost" über Stalins Eisenbahnprojekt in Sibirien. Von Hans Ulrich Gumbrecht lässt sie sich in die Kulturgeschichte der Stimme einführen. Die FR lernt von Giselle Clarkson bei Insekten genau hinzusehen. Zeit und SZ jagen mit Stephen King einen Serienmörder in Trumps Amerika. Und die FAZ empfiehlt mit Anne Enrights "Vogelkind" einen so eindringlichen wie lustigen Generationenroman.

11.06.2025 Die FAZ lässt sich von Karl-Wilhelm Weeber "charmant, unterhaltsam und selbstironisch-kokett" durch das Alte Rom führen, das gar nicht so politisch inkorrekt war, wie man denken könnte. Die Welt ist begeistert davon, wie Jochen Buchsteiner die Geschichte Ostpreußens aufleben lässt. Die NZZ lässt sich von Fabio Andina das Schicksal seines Großvaters Guiseppe erzählen, der von den Nazis nach Mauthausen verschleppt wurde. Und die SZ blättert gebannt durch Isabel Kreitz' Graphic Novel über einen Schriftsteller in der Grauzone zwischen Opportunismus und Widerstand.

10.06.2025 Die FR lässt sich von Melara Mvogdobo die so ganz unterschiedlichen Leben einer Schweizer und einer Kameruner Großmutter erzählen. Die FAZ lernt von Ulrich Speck, wie Russland und China die Vormachtstellung der USA untergraben. Dlf denkt mit Hans Ulrich Gumbrecht über die menschliche Stimme nach und summt dabei Janis Joplin. Dlf Kultur durchkämmt mit Atossa Araxia Abrahamian die "Niemandsländer" der Weltmeere und des Weltalls, in denen sich die Reichen und Mächtigen tummeln.

07.06.2025 Die Welt lässt Tilmann Lahmes Thomas-Mann-Biografie gleich zweimal besprechen, die FAZ vergleicht Thomas indes in Hans Wißkirchens Doppelbiografie mit dessen Bruder Heinrich. Die Welt fragt sich mit Leor Zmirgrod außerdem, ob sich der Hang zu Ideologien bereits in Gehirnen widerspiegelt. Die taz liest gespannt Philippe Sands Gerichtskrimi über Verbindngen zwischen Pinochet und dem NS-Verbrecher Walther Rauff. Die NZZ erlebt eine Amour fou mit Colettes "Chéri". Und der Dlf fischt mit Kate Atkinson tote Mädchen aus der Themse.

06.06.2025 Die SZ sucht mit Michael Maar in Neapel nach dem blutigen Geheimnis von Thomas Mann. Die taz erlebt Mann im Kampfmodus in dessen Radioansprachen an die deutschen Hörer. Die FAZ fragt mit Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier, wie wir Kinder in einer alternden Gesellschaft schützen können. Der Dlf sucht mit Yasmina Liassine nach einem Algerien, in dem weder französische Kolonisten noch muslimische Nationalisten festlegen, was es heißt, algerisch zu sein.

05.06.2025 Als Musterbeispiel einer Biografie würdigt Daniel Kehlmann in der Zeit Tilmann Lahmes Thomas-Mann-Biografie, die ganz auf Manns Homosexualität fokussiert. Die FAZ hat ihre Gefühle kaum noch unter Kontrolle, wenn Jean-Baptiste Andrea in seinem Roman "Was ich von ihr weiß" Skulpturen von Michelangelo beschreibt. Die SZ rät nicht zuletzt der Bundesregierung zur Lektüre von Milan Babics "Anatomie einer neuen Weltordnung". Und Dlf Kultur freut sich über das literarische Denkmal, das die kamerunisch-schweizerische Autorin Melara Mvogdobo Großmüttern setzt.

04.06.2025 Die Welt zieht den Hut vor Lars Henrik Gass, der in seinem Essay die "sinnliche und geistige Leere des Gegenwartskinos" glasklar analysiert. Die FAZ folgt in Elisa Hovens Roman "Dunkle Momente" einer Strafverteidigerin, die selbst nicht immer im Einklang mit dem Gesetz steht. Die SZ findet Wolfgang Kemps Roman über vages Podcast-Deutsch "Irgendwie so total spannend". Dlf bewundert die Radikalität mit der Rie Qudan in "Tokyo Sympathy Tower" über KI, Macht und Sprache nachdenkt.

03.06.2025 Die FAZ erfährt von Nils Schliehe vom Schicksal afrikanischer Soldaten, die auf Seiten der portugiesischen Kolonialmacht gegen andere Afrikaner kämpfen mussten. Die FAZ beugt sich mit Wolfgang Kemp kritisch über die Sprachverirrungen der Gegenwart. Dlf lernt dank Gerhard J. Rekel die mutige und engagierte Sozialreformerin Lina Morgenstern kennen, die in Berlin gegen Armut, Patriarchat und Antisemitismus kämpfte. Und die FR verfolgt mit Jake Tapper und Alex Thompson den Fall des Joe Biden.

02.06.2025 Die FAZ rast mit Jerome Leroys Krimi "Die letzte Französin" durch eine französische Hafenstadt, in der ein rassistischer Mord passiert. Die FR ist völlig überwältigt von der Wissensfülle mit der Raoul Schrott in seinem "Atlas der Sternenhimmel" die Interpretationen des Himmels vom alten Ägypten bis zu den Inuit präsentiert. Die SZ empfiehlt Bücher zum Nahostkonflikt von Muriel Asseburg und Jose Brunner, die beide Seiten beleuchten. Und Dlf Kultur lernt von Uwe Schütte, was passierte als David Bowie eine Nervenheilanstalt in Gugging bei Wien besuchte.