
29.06.2024 Die FAZ spürt in Carlos Fonsecas Erzählung "Austral", in dem ein Literaturprofessor den Roman einer Verstorbenen zu Ende führen soll, einen "dunklen Sog", der vom Süden ausgeht. Die SZ ist gebannt von den "ungezähmten" Essays James Baldwins, die in einer neuen Übersetzung von Miriam Mandelkow erschienen sind. Die taz vermisst den Satiriker Wiglaf Droste nach der Lektüre von Christof Meuelers Biografie "Die Welt in Schach halten" umso schmerzlicher. Dlf Kultur empfiehlt wärmstens die Essays der amerikanischen Queerfeministin Joan Nestlé.

28.06.2024 Die FAZ wird selbst zum Fan, wenn ihr Ilija Trojanow und Klaus Zeyringer vom unterschiedlichen Fantum in Indien, Kenia oder auf der Schweizer Alm erzählen. Die NZZ beleuchtet derweil die Schattenseiten mit Daniel Dreppers und Lena Kampfs Buch über Machtmissbrauch in der Musikindustrie. Die SZ widmet sich mit unbekannten Texten von Hannah Arendt der Palästina-Frage. Bewegt liest der Dlf Barbaras Skargas Bericht über Liebe, Sehnsucht und Abtreibungen im Gulag. Dlf Kultur überlegt mit Daniel Gerritzen sehr ernsthaft, ob uns Außerirdische bei der Lösung der Klimakrise helfen können.

27.06.2024 Die Zeit empfiehlt Strandlektüre. Die FAZ feiert Hari Kunzrus "Blue Ruin" als extraordinären Künstlerroman. Die taz durchleidet Todesverehrungsrituale bei Black-Metal-Konzerten in Karl Ove Knausgards "Das dritte Königreich". Dlf kultur durchstreift mit Emmanuelle Guattari "New York, Little Poland".

26.06.2024 Die FAZ erhält von Ernst Paul Dörfler witzige Einblicke in das Liebesleben der Vögel und lernt: Auch die halten es nicht so mit der Treue. Die NZZ lauscht in Marianna Kijanowskas Gedichten erschüttert den Stimmen der Opfer von Babyn Jar. Die SZ lobt Jane Gardams Briefroman "Gute Ratschläge" über eine Hausfrau, die ihren Nachbarn gründlich auf die Nerven geht und dabei ihren eigenen Wahnsinn entdeckt. Und die taz blättert begeistert durch Laurent Hopmans und Renaud Roches Comicbiografie über den Star Wars-Schöpfer George Lucas.

25.06.2024 Dlf Kultur feiert die Aufzeichnungen und Essays des jüdischen Soziologen Zygmunt Bauman als "literarisches Ereignis". Die SZ reist mit der überzeugten Sozialistin Larissa Reissner durch die deutsche Republik des Jahres 1924. Die FAZ bewundert, wie kunstvoll Dana von Suffrin in "Nochmal von vorne" die Geschichte Siebenbürgens mit der ihrer deutsch-jüdischen Familie verknüpft. Die NZZ beobachtet mit Rührung, wie in Paul Irmschlers "Alles immer wegen damals" eine Mutter und ihre Tochter am Ostseestrand das Kriegsbeil begraben.

24.06.2024 Die NZZ schaut gebannt dabei zu, wie Hryhir Tjutjunnyk in "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" das Trauma vom Aufwachsen in der Sowjetukraine in die "ewige Gegenwart" des alltäglichen Lebens verwandelt. Die Welt schwelgt in den Briefen Friedrichs des Großen an seinen Freund Albert von Hoditz und wird hier durchaus von einem Hauch Erotik angeweht. Peter Longerich legt mit seinem Buch "Abrechnung" eine wichtige Darstellung der Ereignisse während des von den Nazis so benannten "Röhm-Putschs" vor, nickt die SZ. Die FAZ reist mit R.J. Palacio und ihrem jungen Helden Silas in die Welt der Geister und findet dort einen Freund.

22.06.2024 Olga Martynovas Gedichtband "Such nach dem Namen des Windes" ist ihrem 2018 verstorbenen Lebenspartner Oleg Jurjew gewidmet - die FR feiert ihn als ein vielschichtiges Monument der Trauer. Die taz folgt Szczepan Twardoch zu den "Cholodzern", die im Mittelpunkt seines großen Romans "Kälte" stehen. Die FAZ liest Barbara Kingsolvers Roman "Demon Copperhead" über das Unglück in Appalachen gern, findet den Pulitzer-Preis für das Buch allerdings übertrieben.

21.06.2024 Die FAZ versteht dank David Bellos Jacques Tatis Gags kinetisch, akustisch und autobiografisch besser. Die FR lernt in Lilly Gollackners Science Fiction-Roman "Die Schattenmacherin": Auch Feminismus löst nicht alle Probleme. Die SZ feiert Roger Van de Veldes hochkonzentrierte Miniaturen aus der Psychiatrie. Die taz lobt den Realismus, mit dem Jens Beckert sich der Klimakrise und den Chancen auf ein Leben unter ihren Bedingungen widmet. Und Dlf Kultur macht 500 Streifzüge mit Malern, Musikern und Schriftstellern und empfiehlt einen Band über Friedensethik.

20.06.2024 Die Zeit lernt von Philip Manow, dass nicht nur Populismus, sondern auch eine zu starke Legislative die Demokratie gefährden kann. Und mit Hark Bohm erlebt sie die Nachkriegszeit auf Amrum. Der Dlf empfiehlt wärmstens die Lektüre des Antitotalitaristen Manes Sperber. Die FAZ entdeckt mit Alain Damasios "Die Horde im Gegenwind" ein Meisterwerk der Fantastik, dass auch poststrukturalistische Theoretiker erfreuen wird. Dlf Kultur versenkt sich in Jörg Späters Geschichte von "Adornos Erben". Und hofft mit einem kleinen Jungen namens Gurke auf ein Wunder.

19.06.2024 Die FAZ spielt mit Walter Tevis in verrauchten Hallen Billard. Außerdem schmökert sie in Sebastian Guggolz' Kafka-Anthologie. Die NZZ liest schaudernd Tahir Hamut Izgils Gedichte vom düsteren Alltag der Uiguren in China. Dlf Kultur erfährt von Rahul Jandial, wie man Träume steuern kann. Dlf reist mit Gary Phillips Krimi "One-Shot Harry" in die jazzgetränkten Sechziger Jahre. Nach der Lektüre von Konstantin Ferstls "Die blaue Grenze" über eine Zugreise in den Osten ist er erschöpft, aber glücklich.

18.06.2024 Die SZ feiert Anthony Passerons Roman "Die Schlafenden" über den Beginn der Aids-Epidemie als große Kunst. Die FAZ reist mit Andreas Renner durch die Nordostpassage. Bei Olga Ravn lernt sie vieles über die Ängste und Hoffnungen einer schwedischen Mutter. Dlf Kultur empfiehlt Stella Gaitanos Kurzgeschichtenband "Endlose Tage am Point Zero" über Gewalt- und Fluchterfahrungen im Sudan. Die taz staunt, wie Franz Suess in seinem Comicband "Drei oder vier Bagatellen" im Kleinen das Große sichtbar werden lässt.

17.06.2024 Die FAZ möchte sich von Alberto Grandis Buch "Mythos Nationalgericht" nicht ihre Spaghetti Carbonara verderben lassen. Außerdem verfällt sie Axel Cortis' zärtlichem Raunen, wenn dieser die traurige Geschichte von Joseph Roths Eichmeister Eibenschütz vorliest. Die SZ lernt von Christoph Butterwegge, warum die Reichen immer reicher werden. Bei Andrea Löw liest sie erschüttert von den Schicksalen deportierter Juden und Jüdinnen. Die NZZ verfolgt fasziniert, wie George Saunders im Erzählungsband "Tag der Befreiung" kunstvoll das Grauen spinnt.

15.06.2024 Die FAZ freut sich, mit Albert Ehrensteins Roman "Räuber und Soldaten" zugleich eine chinesische Saga aus dem 13. Jahrhundert und einen expressionistischen Schriftsteller erster Güte zu entdecken. Die NZZ empfiehlt Alhierd Bacharevičs bis ins Jahr 2050 reichenden belarusischen Roman "Europas Hunde". Der Dlf lernt in Brandon Taylors Stories "Die letzten Amerikaner" kennen. Die amüsierte SZ lässt sich von Mona Karstens Soap "Save me" an ein Elite-College führen, wo Männer reich und arrogant und Frauen schön und anlehnungsbedürftig sind. Das reicht zwar nicht für einen intelligenten Satz, aber möglicherweise für die Weltherrschaft.

14.06.2024 Die taz gruselt sich mit Charles Burns' Comic "Daidalos". Der Dlf verliert den Glauben an Literatur und Freundschaft nicht nach der Lektüre des Briefwechsels zwischen Rene Char und Peter Handke. Außerdem bewundert er die Harmonie von rosa Sonnenaufgängen und der Haut gerupfter Hähnchen in Janko Polic Kamovs Opus magnum "Austrocknen". Die FAZ begibt sich mit dem Historiker Erik Schumacher auf die Spuren von Sobibor. Die SZ empfiehlt Kindersachbücher über KI und Fußball.

13.06.2024 Die FR ist mit Ingo Schulze "Zu Gast im Westen". Die Zeit amüsiert sich mit Jakob Noltes Hannoverkrimi "Die Frau mit den vier Armen". Die FAZ lässt sich zum Reflektieren anregen durch die Graphic Novel "Die sieben Leben des Stefan Heym". Der Dlf empfiehlt ein tolles Kinderbuch: Selma Noorts "Das kleine Haus am Fluss".

12.06.2024 Die taz steigt mit einem unerschrockenen Siddharth Karas hinab in die Kobalt-Minen des Kongos. Dlf Kultur sieht in diesem Report ein helles Licht in den dunklen Korridoren des modernen Lebens. Die FAZ wärmt sich an Hiromi Itos Roman "Hundeherz". Die SZ wird vom eigentümlichen Sog von Karl Ove Knausgard "Das Dritte Königreich" erfasst. Dlf Kultur freut sich außerdem über ein Wiedersehen mit den schrulligen Figuren Richard Russos.

11.06.2024 Die SZ bekommt von Wolfgang Kraushaar das perfekte Rüstzeug für eine Diskussion über den Nahostkonflikt. Die FAZ schöpft Hoffnung mit Moussa Abadis Roman "Die Königin und der Kalligraph" über Damaskus im frühen 20. Jahrhundert. Dlf erlernt von Lorenz Jäger "Die Kunst des Lebens, die Kunst des Sterbens". Dlf Kultur wird in Albert Cohens Roman "Oh, ihr Menschenbrüder" Zeuge davon, wie ein antisemitischer Zwischenfall eine Jugend beendet. Mit Amy Liptrot beginnt er ein neues Leben in Berlin.

10.06.2024 Der Dlf hebt mit Hilary Leichters Roman "Luftschlösser" die Gesetze von Zeit und Raum auf. Die FR freut sich über die geschliffenen Sätze in Valerie Fritschs Roman "Zitronen". Die NZZ erkennt in dieser Erzählung über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom eine faszinierende Idee, aber mangelnde Umsetzung. Dlf Kultur lässt sich von Ursula Muscheler in Bertolt Brechts Lebenswelt herumführen und findet heraus, dass dieser durchaus eine Schwäche für Luxus hatte.

08.06.2024 Die FAS schöpft mit Steffen Mau Hoffnung auf ein Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland. Die FAZ unternimmt mit Philip Manow eine Bestandsaufnahme der liberalen Demokratie. Von Andreas Bernard lässt sie sich beim Flippern trösten. Die SZ liest eindringliche Gedichte von Marianna Kijanowska über Babyn Jar. Dlf und taz überlegen mit Levin Westermann, wie das Zusammenleben von Mensch und Natur gelingen kann. Die taz lernt außerdem von Lea De Gregorico: „Unter Verrückten sagt man du“.

07.06.2024 Die FAZ flaniert mit Renate Müller-Buck und Nietzsche durch Venedig und lässt sich von Aaron Gebler die Bedeutung von Losverfahren im antiken Athen erklären. Die taz feiert eine Party mit den Protagonistinnen und Protagonisten der Hamburger Schule. Der Dlf blickt mit Ingo Elbe auf "Antisemitismus und postkoloniale Theorie" und mit Hans Christoph Buch hinter die surreale Fassade der Wirklichkeit. Und Dlf Kultur dokumentiert mit Ron Leshem die Geschehnisse seit dem 7. Oktober.

06.06.2024 Die FAZ zieht den Hut vor Alhierd Bacharevičs großem politischen Roman "Europas Hunde". Dass Sprache weit über Worte hinausgeht, lernt der Dlf mit Caro Van Thuynes Roman "Birkenschwester". Der liest auch in Alexander Kambers "Nachtblaue Blumen" vom Leid einer Tänzerin in der französischen Psychiatrie des 19. Jahrhunderts. Die Zeit widmet sich mit Murmel Clausens Roman "Leming" dem schwierigen Thema Suizidgefahr bei Jugendlichen.

05.06.2024 Dlf Kultur feiert den Erzählband "Europas Hunde" des belarussischen Autors Alhierd Bacharevic als Sieg der Fantasie über die düstere europäische Realität. Außerdem freut er sich über zwei prächtige Bände des "Kafkalogen" Hartmut Binder. Die FAZ wohnt mit Maria Jose Ferradas Helden auf einem riesigen Coca-Cola-Plakat und betrachtet die Siedlungen der Armen von oben. Die SZ spielt mit Jean-Philippe Toussaint Schach und folgt gerne dessen komfortabler Lebensgeschichte.

04.06.2024 Die FAZ trifft in Anka Muhlsteins Biografie einen geselligen Camille Pissarro, der als Mittler innerhalb der Impressionisten-Gruppe wirkte. Außerdem schwelgt sie in Lawrence Ferlinghettis Reisejournalen. Die NZZ springt im neuen Roman von Sasa Stanisic fröhlich zwischen den Realitätsebenen. Der Dlf spitzt die Ohren, wenn Hannah Ritchie in
Sachen Klima- und Umweltschutz mehr
Großzügigkei statt Dogmatismus fordert. Dlf Kultur feiert mit Marie Dorleans "Wilde Blätter" das überbordende Chaos eines verwildernden Gartens.

03.06.2024 Die Kritiker sind noch erschöpft vom Kafka-Marathon der letzten Tage - was sie gelesen haben, hat ihnen allerdings sehr gut gefallen. Die FAZ stellt neue Krimis vor: In John Brownlows rasantem Actionthriller "Seventeen" geht es um einen Auftragsmörder, der seinen Job von der Digitalisierung bedroht sieht. Ahmet Ümit verwebt in "Das Land der verlorenen Götter" geschickt deutsch-türkische Geschichte mit griechischer Mythologie. Die SZ widmet sich mit Raffael Scheck den Erinnerungen von deutschen und französischen Soldaten an den "Frühling 1940".

01.06.2024 Die FAZ begibt sich mit Kurzgeschichten von Stephen King in ein Horrorkabinett und schippert mit Andreas Stichmann den Rhein entlang. Die FAS staunt, wie aktuell Rivka Galchen von der Hexenverfolgung zu erzählen vermag. Die FR liest gleichermaßen glühende und robuste Lyrik aus dem Carbonkosmos der ukrainischen Dichterin Svetlana Lavochkina. Dlf Kultur lernt von Cat Bohannon alles über die evolutionären Entwicklung des Weiblichen.