
28.02.2025 Die FAZ bricht mit Thomas Fuchs aus dem Knast der Emotionspsychologie aus und bekommt Lust, Proust zu lesen. Die SZ folgt bewegt Dimitrij Kapitelman, der ihr erzählt, wie die hauchdünne Rüstung der Ironie zerbricht. Beklommen folgt der Dlf Jean-Baptiste Del Amo, der schildert, wie ein Mann seine Familie in einer Ruine in den Pyrenäen tyrannisiert. Mit der Kolumbianerin Maria Ospina Pizano kreuzt der Dlf die Wege verschiedener Tiere. Näher an der Makellosigkeit als Christine Wunnicke schreibt kaum jemand, staunt Dlf Kultur.

27.02.2025 Der Dlf verfolgt hingerissen, wie Marion Poschmann in "Die Winterschwimmerin" einen Kosmos aus verstreuten Einzelstücken erschafft, in dem sich immerfort alles verändert. Die NZZ begegnet einem ähnlichen Phänomen in Joseph Vogls Essay über das Schwebende. Die FAZ reist mit Dmitrij Kapitelmans putintreuer Mutter nach Butscha. Die SZ versinkt selig in einem Bildband über die Heldentaten des FC Bayern München.

26.02.2025 Die FAZ lässt sich in das literarische Universum der viel zu früh verstorbenen Marie T. Martin entführen. Außerdem durchlebt sie mit Hannes Köhler die Höhen und Tiefen der Liebe. Die FR streift mit Garry Dishers Constable Hirschhausen durchs australische Outback. Dlf Kultur vertieft sich in Mercedes Lauensteins Roman "Zuschauen und Winken", in dem Schreiben Heilung bringt. Und die SZ nimmt sich Takis Würgers neuen Roman "Für Polina" vor.

25.02.2025 Die FAZ sucht in Joseph Vogls Buch "Meteor" nach der Schwerkraft. In Nora Schramms Debütroman "Hohle Räume" verfällt sie dem ganzen normalen Wahnsinn einer westdeutschen Familie. Die FR führt sich Pirmin Stekelers opulente Hegel-Interpretation zu Gemüte. Dlf vernimmt dank einer von Sergej Lebedew zusammengestellten Anthologie "Stimmen aus Russland gegen den Krieg". Dlf Kultur glüht vor Hitze nach der Lektüre von Nina Bußmanns erotischem Sommerroman "Drei Wochen im August".

24.02.2025 Die FR geht in Marion Poschmanns lyrischer Erzählung "Die Winterschwimmerin" mit einem Tiger eisbaden. Die NZZ feiert Mieko Kanais Roman "Leichter Schwindel" über das Leben einer japanischen Hausfrau. Die FAZ möchte Filiz Penzkofers Roman "Leuchtfische" über eine Vergangenheitssuche in Istanbul überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die SZ empfiehlt Wolfgang Benz' Buch über deutsche Exilanten während des Zweiten Weltkriegs. Und Dlf ergründet mit Jerôme Ferraris Roman "Nord Sentinelle" die Plage des Massentourismus auf Korsika.

22.02.2025 Die FAZ stürzt sich mit Marion Poschmanns Verslegende ins Eisbad und begegnet einem Tiger. Die taz erkennt dank Volker Weiß wie ähnlich sich AfD, Putin und Trump in puncto Geschichtsklitterung sind. Mit Victor Heringer erinnert sie sich an eine erste schwule Liebe zu Zeiten der brasilianischen Militärdiktatur. Die NZZ empfiehlt die Rilke-Biografien von Sandra Richter und Manfred Koch. Und Dlf Kultur erinnert sich in Nenad Velickovics scharf sezierendem Roman „Nachtgäste“ an den Krieg in Bosnien und Herzegowina.

21.02.2025 Die FR amüsiert sich, wenn Dimitrij Kapitelman Klischees über Russland zerlegt, wenig amüsant findet Dlf Kultur indes, was die in einem von Sergej Lebedew herausgegebenen Band versammelten russischen Autorinnen und Autoren aus ihrer Heimat berichten. Die Welt erschrickt derweil angesichts der Erlebnisse der jungen ukrainischen Soldatin Julija Mykytenko. Die FAZ versucht mit Wolfgang Asholt das "Gespenst der Avantgarde" einzufangen. Wie eine wahre Teufelsaustreibung erscheint Dlf Kultur das Buch von Olivier Mannoni, der jahrelange Hitlers "Mein Kampf" ins Französische übersetzte.

20.02.2025 Dlf Kultur begeistert sich für die expressiven wie ambivalenten Gedichte Andreas Unterwegers. Die Zeit staunt, wie Joseph Vogl es schafft, Kapitalismuskritik selbst in einer Poetologie des Schwebens unterzubringen. Sehr lesenswert findet sie auch Franzobels Roman
"Hundert Wörter für Schnee", der von den Folgen einer amerikanischen Grönlandexpedition für einen kleinen Inuit erzählt. Der Dlf liest gebannt Lukas Maisels - wahre - Geschichte des sowjetischen Offiziers Stanislaw Petrow, der 1983 einen Atomkrieg verhinderte.

19.02.2025 Die FR erliegt einmal mehr der "wilden, anarchischen, romantischen Sehnsucht" Thomas Braschs. Die NZZ ergründet mit Volker Reinhardts Kulturgeschichte "Esprit und Leidenschaft" der Grand Nation. Die SZ surft beglückt durch Jan Snelas Roman "Ja, Schnecke, ja". Und Dlf lobt Cristina Henríquez' Roman über den Bau des Panama-Kanals als "kenntnisreiches Epos voller Empathie"

18.02.2025 Die FAZ ist verzaubert von den Kindheitserinnerungen der französischen Schriftstellerin Colette. Die NZZ staunt, wie Christina Hesselholdts Roman "Venezianisches Idyll" nicht nur mit Venedig-Referenzen von Casanova bis Madonna spielt, sondern auch aus dem Meer der Thomas-Mann-Literatur hervorsticht. Mit dem Schweizer Musiker Hardy Hepp rockt sie durch das wilde Zürich der Sechziger. Die SZ amüsiert sich prächtig, wenn Jakob Hein ihr erzählt, "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste".

17.02.2025 SZ und Dlf lassen sich von Volker Weiss erklären, wie rechte Populisten die Geschichte verdrehen. Die SZ ist außerdem von Christine Engels politischer Witzesammlung aus Russland nur halb amüsiert. Die FAZ schwebt mit Lyrik von Mascha Kaléko zwischen Witz, Lakonie und Gefühl. Dlf lässt mit Steffen Dobber die "Currywurst-Connection" um Gerhard Schröder auffliegen.

15.02.2025 Der Dlf liest eine erhellende Biografie des Dichters Rolf Dieter Brinkmann. Der Rowohlt Verlag hat 27 neue Gedichte von Brinkmann ausgegraben und bringt sie in einer erweiterten Ausgabe von "Westwärts 1 & 2". Die FAS vertieft sich in Douglas Rushkoffs Warnung vor den Tech-Milliardären, die von Marskolonien träumen, während sie die Welt ins Unglück stürzen. Die SZ lobt Arno Franks Roman "Ginsterburg" als brillante, sehr greifbare Erinnerung an die Nazizeit. Die taz amüsiert sich mit den Wortneuschöpfungen in Jan Snelas Romandebüt "Ja, Schnecke, ja". Dlf Kultur erkundet mit Racha Kirakosian Ekstasen von der Antike bis heute.

14.02.2025 Die FAZ schwelgt in einem achtbändigen Hegel-Kommentar von Pirmin Stekeler, der ihr die Sinnhaftigkeit der Theoriesprache Hegels darlegt, und lernt entspannt Mathe mit Eugenia Cheng. Die FR gruselt sich durch Michael Köhlmeiers bösen kleinen Roman "Die Verdorbenen". Der Dlf liest mit Jakob Heins "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste" eine bekiffte Alternativerzählung deutsch-deutscher Realitäten. Und Dlf Kultur erkundet mit Thomas Schmidinger in Nordsyrien die kurdische Enklave Kobane.

13.02.2025 Die FAZ freut sich, wie fröhlich und widerspruchsreich Peter Handke in seinem Bühnenstück "Schnee von gestern, Schnee von morgen" drauflos assoziiert. Und ihr imponiert, wie modern Tove Ditlevsen schon 1975 in "Vilhelms Zimmer" über Gewalt in der Ehe schrieb. Der SZ geht Feridun Zaimoglus Roman "Sohn ohne Vater" ans Herz, der vom Tod des Vaters, Trauer und Erinnerung erzählt. Die Zeit amüsiert sich mit Jakob Heins Roman "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste", der ihr eine aparte neue Perspektive auf die DDR bietet.

12.02.2025 Die FAZ lässt sich von der überbordenden Erzählfantasie Sofia Andruchowytschs im dritten Teil ihres "Amadoka-Epos" überwältigen. Außerdem freut sie sich über "Scharfsinn, Humor und Selbstironie" in den Reiseberichten Aldous Huxleys aus der Zeit zwischen den Weltkriegen. Die SZ möchte mit Luisa Neubauer mutig sein. Die NZZ entdeckt die kluge Feministin und Lyrikerin Betty Paoli.

11.02.2025 Die FR lauscht in Ismail Kadares Roman "Der Anruf" einem Telefonat zwischen Boris Pasternak und Josef Stalin, das sie zum Schaudern bringt. Die FAZ lernt von Lothar Burchardt, dass Amerika nicht zum ersten Mal die Hand nach Grönland ausstreckt. Mit Elsa Koester findet sie sich "Im Land der Wölfe" wieder. Die NZZ schwelgt in Reinhard Kleists Comic über David Bowies Berlin-Jahre. Außerdem mag sie, wie Zach Williams in seinen Kurzgeschichten die Dinge lakonisch in der Schwebe halten kann. Dlf empfiehlt Erin Güvercins Band "DİTİB und der ferngesteuerte Islam in Deutschland".

10.02.2025 Die NZZ zieht den Hut vor Niviaq Korneliussens Roman "Das Tal der Blumen", der die grönländische Regierung dazu bewegt hat, endlich etwas gegen die vielen Suizide im Land zu unternehmen. Die FR taucht in Suzuki Suzumis Roman "Die Gabe" ab ins Rotlichtmilieu von Tokio. Die SZ ergründet mit Andrea Maurer das Phänomen Sahra Wagenknecht. Dlf Kultur verschlägt es mit Alan Murrin an die irische Küste der neunziger Jahre, wo Frauen gegen ihre Ehemänner aufbegehren.

08.02.2025 Die FAZ beschäftigt sich dank Karin Wozonig mit Lyrik und Leben der
österreichischen Dichterin Betty Paoli. Die FR entlarvt mit Kyrylo
Tkatschenko die Selbstverblendung der Linken in Bezug auf die Ukraine.
Die NZZ kann in Wang Xiaobos Roman nachlesen, was für eine schreckliche
Barbarei das sogenannte "Goldene Zeitalter" in China tatsächlich war.
Die taz gleitet in Zach Williams
Erzählungen fast unmerklich von der Realität in den Wahnsinn. Und Dlf vertieft sich in Franz Josef Czernins Essayband "Ein anderes Licht?".

07.02.2025 Die SZ wird von den in dem Band "Füller-Kinder" versammelten Erzählungen von Anne Frank mit voller Wucht getroffen. Die taz atmet mit Maxime Le Calvé die Atmosphäre des Golden Pudel Clubs ein. Die FAZ hält sich mit László F. Földényi im Schatten der Guillotine auf. Der Dlf Kultur versucht im neuen Roman von Michael Köhlmeier das Böse zu fassen und kürt Ivy Pochodas "Sing mir vom Tod" über Gewalt unter Frauen zum absoluten Spitzen-Krimi.

06.02.2025 Die
FAZ landet mit
Sebastian Barrys Roman "Jenseits aller Zeit" im Kopf eines pensionierten Polizisten, der einen abgründigen Fall im
Irland der Sechziger untersucht. Die
FR lässt sich mit
Andrew O'Hagans angenehm bösem Roman "Caledonian Road" in ein
London-
Wimmelbild versetzen. Die
NZZ informiert sich bei
Christian Uhle über Chance und Risiken
künstlicher Intelligenz.
SZ und
Zeit sind hingerissen von
Zach Williams' Erzählband "Es werden schöne Tage kommen" (hier auch Angela Schaders "
Vorwort"). Die
Welt liest schockiert einen Band über "
Judenhass im Kunstbetrieb".

05.02.2025 Die FAZ ist überglücklich, dass der Roman "Der Held der See" des japanischen Autors Yukio Mishima wiederentdeckt und neuübersetzt wurde. Außerdem erfährt sie von Kai Lehmann Interessantes aus dem Alltag des herzoglichen Scharfrichters Johann Jeremias Glaser. Die NZZ erfährt derweil von Mary Beard, was eigentlich die römischen Kaiser den ganzen Tag so trieben. Und Dlf lässt sich von Markus Frenzel den Einfluss der chinesischen Staats- und Parteiführung in Deutschland erklären.

04.02.2025 Die SZ spürt mit Victor Heringer der jungen Liebe zweier Männer nach, die im Brasilien zu Zeit der Militärdiktatur keine Zukunft hat. Außerdem vertieft sie sich in den ersten Band der Biografie von Bill Gates. Die FAZ lässt sich von Matthias Kopp die wechselvolle Geschichte des Christentums im Irak erzählen. "Betörend schön" findet sie Alexander Schnickmanns lyrisches Katastrophenszenario "requiem". Die NZZ empfiehlt Richard Sennetts Essay "Der darstellende Mensch", der ihr die enge Verwandtschaft zwischen Theater und politischer Selbstdarstellung erklärt.

03.02.2025 Die SZ spielt mit dem Außenseiter-Paar aus Kurt Prödels Coming-of-Age Geschichte "Klapper" Computerspiele. Von Leon Erlenhorst und Arndt Freytag von Loringhoven lässt sie sich die Strategien der russischen Internet-Propagandisten erklären. Die FAZ geht in Catherine Ryan Howards rasantem Thriller "The Trap" auf die Jagd nach einem Frauenmörder. Dlf Kultur erklärt mit Andreas Beyers Künstlerbiografie "Cellini" das Leben des Bildhauers zu seinem wahren Kunstwerk.

01.02.2025 FAS und Welt legen sich mit Vergnügen in Laszlo Földenyis "Langen Schatten der Guillotine". Die FAZ lässt sich mit Juhani Ahos Roman "Der Eremit des Friedens" ins Österreich-Ungarn vor Ausbruch des Ersten Weltkrieg zurücktransportieren. Die taz liest mit "Feuerdörfer" einen Klassiker über die "Bloodlands" in Belarus. Der Deutschlandfunk lässt sich von Björn Vedder in eine buntschillernde Farbe einführen. Und er fragt, wie schon so viele andere, ob wir es bei Jonas Lüschers "Verzauberte Vorbestimmung" mit einem Jahrhundertroman zu tun haben.