
31.03.2025 Die SZ treibt sich mit dem Erzähler aus Juri Felsens Roman "Getäuscht" im Paris der zwanziger Jahre herum und verliebt sich unglücklich. Dlf Kultur buhlt derweil im flirrenden Warschau des neunzehnten Jahrhunderts mit Boleslaw Prus um die Hand einer Adeligen. Die FAZ macht sich mit Carolin Stüdemann Gedanken über "Die Zukunft unseres Wassers". Dlf fragt mit Kristine Bilkau in "Halbinsel", was Sprache noch gegen den Kollaps der Welt ausrichten kann.

29.03.2025 Die SZ schmökert dankbar in Emmanuel Carrères Frühwerk "Ich lebe und ihr seid tot" über Philip K. Dick
. Ebenfalls die SZ hätte es vorher nicht geglaubt - aber der Fotograf Juergen Teller überzeugt sie mit einem Fotobuch über Auschwitz und Birkenau. Unterseekabel sind überlebenswichtig, lernt die FR bei Colum McCann. Und was sind das nur für "hohle, ellipsoide Körper mit unbekannter Funktion", auf die die Roboter William & Meriwether in Tat’ána Rubášovás "wundersamer Mission" stoßen, fragt die taz.

28.03.2025 Die FAZ lernt in Julian Bagginis Globalgeschichte die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen westlicher und nichtwestlicher Philosophietradition kennen. Bei Friedrich von Borries erfährt sie, wie das architektonische Anthropozän ins Stottern kommt. Die FR lässt sich von Muriel Asseburg über Hintergründe und Folgen des 7. Oktobers aufklären. Die NZZ wird von Sophie Hunger zum „Walzer für Niemand“ gebeten. Der Dlf empfiehlt Sunil Amriths Globalgeschichte der Umwelt. Und Dlf Kultur lernt bei Alexandra Bleyer wichtige Revolutionärinnen und bei Lidia Jorge den Alltag in einem portugiesischen Pflegeheim kennen.

27.03.2025 Die
SZ liest mit
Suzanne Collins "Die Tribute von Panem L" das
beste Buch aus der Reihe bislang. Die
Zeit übt mit
bewegungsintensiven Kindern im Flur "Muskelsalat". Die
FAZ huldigt der
dinarischen Primel in
Asja Bakics "Leckermäulchen". Die
FR ermittelt mit Commissaire
Armand Gamache in Quebec.
Roberto Saviano erzählt Geschichten über die
Frauen in der Mafia, und das macht er laut
NZZ fast zu gut. Die
taz nimmt in ihrer heute beiliegenden Literaturbeilage mit
Petra Thorbrietz das "System Orbán" auseinander.
Alle Notizen zur taz-Beilage finden Sie hier.

26.03.2025 Die FAZ sieht Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie gerne beim "dialogischen Pas de deux" zu, den sie in "Zurück zur Wirklichkeit" hinlegen. Fasziniert ist sie außerdem von Faruk Sehić' Roman "Von der Una", der weder vor der Brutalität des Bosnienkrieges, noch vor der des Erzählers halt macht. Die FR empfiehlt dringend die Re-Lektüre von Thomas Manns BBC-Reden an die Deutschen. Die SZ bewundert, wie Martin Mosebach in seiner Künstlersatire "Die Richtige" die Finsternis der Gegenwart hervortreten lässt.

25.03.2025 Die SZ lobt euphorisch Jule Govrins Band "Universalismus von unten" als philosophischen Gegenentwurf zur libertären Doktrin. Der FAZ wird ganz anders, wenn sie sich mit Carlo Masala vorstellt, was geschieht, "Wenn Russland gewinnt". Die NZZ liest gebannt Georgi Demidows Roman "Zwei Staatsanwälte", in dem ein junger Jurist unter Stalin für Gerechtigkeit kämpft. Dlf empfindet schieres Leseglück mit Garielle Lutz Erzählungsband "Ich wirkte lebendig". Und Dlf Kultur empfiehlt "Chagallsche Landschafts- und Menschenzeichnungen" von Chaim Nachman Bialik.

24.03.2025 Die FAZ schmökert in neuen Kinderbüchern: mit Jean-Claude Mourlevats Igel "Jefferson" löst sie einen Kriminalfall und von Alois Prinz lässt sie sich das Leben Albert Schweitzers kindgerecht erzählen. Die FR freut sich über die Klugheit, mit der Yasmina Reza in "Die Rückseite des Lebens" die Finsternis ausleuchtet. Die SZ ergründet mit Martin Mulsow die Geschichte der Gefühle im 18. Jahrhundert. Die Welt blickt mit Laura Wiesböck kritisch auf die Online-Diagnosen von selbsternannten "Mental-Health"-Experten auf Instagram.

22.03.2025 Die
FAZ lauscht in
Henning Ziebritzkis Coming-of-Age-Roman „Brand“ Vokalen, die klingen, wie Murmeln, die leise gegeneinanderklacken. Von
Adam Kirsch lässt sie sich über den Begriff „Siedlerkolonialismus“ aufklären. Die
taz blickt mit
Peter Seibert auf die Anfänge deutscher Gewaltgeschichte im
Bauernkrieg 1525. Der
Dlf bewundert die lakonisch-menschlichen Szenen, die
Yasmina Reza in „Die Rückseite des Lebens“ auf das Papier tupft. Außerdem sind heute die Literaturbeilagen von
FAZ, FAS, SZ und
Welt erschienen: Die
Welt-Beilage mit saftig-sinnlichen Denkbildern von
Nicolas Mathieu und „Rosinen aus dem sittengeschichtlichen Riesenkuchen“ von
Giacomo Casanova haben wir bereits ausgewertet:
Alle Notizen finden Sie hier.

21.03.2025 Die SZ macht sich große Sorgen: Bei Clemens J. Setz ist die Lage des Mopsfisch kritisch, "Mopsfisch wird von Fisch verklagt". Die FR kriegt bei Dagmar Leupolds "Small Talk" Ohrensausen: Derart wortmächtig stellt sie sich in ihren neuen Gedichten der Sachlage entgegen. Die FAZ beleuchtet mit Stephanie Coché die eher fatale Rolle der Religion in der amerikanischen Politik. Und im "Glossar der Gegenwart 2.0" lernt sie: Das Planetare ist die neue Globalisierung.

20.03.2025 Die
Zeit ist heute mit ihrer
Literaturbeilage erschienen: Dickes Lob gibt es für
Oliver Lovrenskis rauen Debütroman "bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann", der vier Osloer Jungs mit Migrationshintergrund durch deren Alltag folgt. Und für
Ricarda Messners Vergangenheitsinventur in ihrem Roman "Wo der Name wohnt" (
alle Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier).
FAZ und
Welt empfehlen
Annett Gröschners wunderbar facettenreichen Familienroman "Schwebende Lasten", der der Blumenbinderin und späteren Kranführerin Hanna Krause in
Magdeburg durchs 20. Jahrhundert folgt. Die NZZ denkt mit Andreas Rödder über den "Verlorenen Frieden" nach.
Schlauen Kindern empfiehlt der
Dlf ein Sachbuch über die "Zukunft auf dem Mars".

19.03.2025 Die FAZ erfährt aus Roberto Savianos neuem Buch "Treue", dass die Frauen in der Mafia genauso skrupellos sind wie ihre Männer. Außerdem empfiehlt sie Arnold Zweigs Roman "De Vriendt kehrt heim" als nuancierte Darstellung der Facetten des jüdisch-arabischen Konflikts. Die FR begeistert sich für Cristina Henríquez' lebendigen Historienroman über den Bau des Panama-Kanals. Und Dlf-Kultur leistet mit Tamara Dudas "Donezk Girl" Widerstand.

18.03.2025 Die Kritiker verschlingen Christoph Heins neuen Roman "Das Narrenschiff", in dem die FAZ sein "Opus magnum" erkennt. Auch die FR empfiehlt diese DDR-Chronik und ihre fein gezeichneten Figuren wärmstens. Der taz gefällt die melancholische, norddeutsch-reservierte Mentalität von Kristine Bilkaus Roman "Halbinsel". Dlf Kultur wird nostalgisch, wenn er Andreas Maiers Roman "Der Teufel" liest, der ihn in die Zeit des "Blauen Bocks" zurückversetzt. Und Dlf staunt, wie Christian Kracht in "Air" germanische Mythologie, KI-Fantasien und Yeats-Visionen unter einen Hut bringt.

17.03.2025 Die SZ lacht sich kaputt über Robert Seethalers und Marcus Weimers Comic "Trotteln". Außerdem macht sie in Helene Hegemanns neuem Roman "Striker" die Bekanntschaft einer unliebsamen Doppelgängerin. Dlf empfiehlt Serhij Zhadans Erzählungsband "Keiner wird um etwas bitten" über ukrainische Kriegsschicksale als "unaufdringlich menschenfreundlich". Dlf Kultur lernt von Jocho Yamamoto, was Bushido mit den Samurai zu tun hat. Und die FAZ spitzt die Ohren bei einer Hörbuchfassung von Choderlos de Laclos' Briefroman "Gefährliche Liebschaften".

15.03.2025 Die FAZ vertieft sich in eine Technikgeschichte von Martina Heßler. Und: Martin Mosebach kann auch mit Frauen, lernt sie, es muss halt "Die Richtige" sein. Die FR sucht mit Ines Berwings Gedichtband "zertanzte schuhe" nach der Sinnhaftigkeit von Sprache. Feinstes britisches nature writing liest die SZ in Chloe Daltons Geschichte einer ungewöhnlichen Begegnung: "Hase und ich".

14.03.2025 Die NZZ staunt, wie menschenfreundlich der ukrainische Autor Serhij Zhadan vom Krieg erzählt. Dlf und Dlf Kultur dringen mit Helene Hegemanns rotzig-treffsicherem Berlin-Roman vor zu den Marginalisierten unserer Gesellschaft. Die FR bewundert, wie Jessica Anthony den Alltag einer Ehe im Jahr 1957 hintupft. Die FAZ dekonstruiert mit dem Historiker Jan Markert Bismarck zugunsten Wilhelm I. Verstörende Daten und Fakten zur Ausbeutung von Arbeitern des globalen Südens durch die Tech-Konzerne entnimmt Dlf Kultur dem Band „Digitaler Kolonialismus“.

13.03.2025 Klug und feinsinnig findet die FAZ Antje Ravik Strubels neuen Roman "Der Einfluss der Fasane" über eine Berliner Feuilletonchefin, der ein Selbstmord zur Last gelegt wird. Die Zeit sieht in Chaim Nachman Bialiks Erzählungsband "Wildwuchs" über jüdisches Leben in Wolhynien das "literarische Äquivalent" zu einem Chagall-Gemälde. Dlf Kultur hat seinen Spaß an den erotischen Horrorgeschichten von Asja Bakic in "Leckermäulchen". Und Dlf applaudiert Khashayar J. Khabushani für seine iranisch-amerikanische Coming-of-Age-Geschichte "Kein Licht wie die Sonne".

12.03.2025 Die Kritiker stürzen sich auf Martin Mosebachs neuen Roman "Die Richtige", der das Verhältnis zwischen Künstler und Modell in den Blick nimmt: "Böse aber realistisch", urteilt die FR, ein geradezu meisterhaftes Porträt des Kunstbetriebs bejubelt die NZZ. Die FAZ empfiehlt Johan Harstads Roman "Unter dem Pflaster liegt der Strand". Die SZ vertieft sich in die Neuedition von Stefan Zweigs unvollendetem Roman "Clarissa", der sie unangenehm an die Gegenwart erinnert. Dlf Kultur lernt von Everett Caleb unter anderem, dass die russische Sprache zwischen "hellblau" und "dunkelblau", aber nicht "blau" unterscheidet.

11.03.2025 Die SZ wird vom "planetaren Magnetsturm" in Christian Krachts neuem Roman "Air" mitgerissen. Im besten Sinne beunruhigend findet die FAZ Vigdis Hjorths neuen Roman "Wiederholung". Außerdem macht sie sich mit den Essays des französisch-jüdischen Intellektuellen Vladimir Jankélévitch Gedanken über den "Geist des Widerstandes". Die FR kämpft mit Heike Geißler gegen die "Verzweiflungen" der Gegenwart. Und Dlf flaniert mit Hugo Lindenbergs Protagonist durch Paris, bis dieser jäh von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

10.03.2025 Die SZ sucht mit Janosch Schobin einen Weg aus der postmodernen Einsamkeit. Die Welt lernt bei Douglas Rushkoff, wie sich die reichsten der Reichen auf den Weltuntergang vorbereiten. Die FR lässt sich von Christopher Kopper das Leben der kommunistischen Widerstandskämpferin Olga Benario erzählen. Die taz springt mit Bea Davis in "Super-GAU" zwischen Fukushima und dem Kotti in Berlin hin und her. Dlf untersucht mit Anna Lowenhaupt Tsing die "Friktionen" zwischen Einheimischen und Profitjägern im Regenwald von Borneo.

08.03.2025 Die FR wird hellwach, wenn ihr Oleksandr Irwanez in seinem fulminanten Roman "Pralinen vom roten Stern" von einer geteilten Urkaine erzählt. Außerdem schlägt Willi Achten sie mit seinem Roman "Die Einmaligkeit des Lebens" über zwei Brüder, die auch im Angesicht des Todes zusammenhalten, in den Bann. Die FAZ lernt mit der Anthologie "Irrschweifen und Lachen" die bunten Facetten der karibischen Literatur kennen. Und die SZ staunt, wie Herfried Münkler in seinem neuen Buch "Macht im Umbruch" das Weltgeschehen voraussagt.

07.03.2025 Als große Wiederentdeckung feiern Dlf und Dlf Kultur die Erzählungen der Isländerin Ásta Sigurdardóttir, die zwischen Nahaufnahme und Totale changierend über Gewalt, Armut und Mühsal schreibt. Mit Margaret Atwoods kauzigen Heldinnen schmiedet Dlf Kultur außerdem Rachepläne gegen patriarchalen Strukturen des Wissenschaftsbetriebs. Der Dlf unterzieht mit Jochen Helbeck Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion einer Revision. Die FAZ lernt von Hans Hugo Klein, dass Goethe kein großer Freund der Pressefreiheit war. Und die Welt blickt mit Florentine Anders ganz nüchtern auf die DDR.

06.03.2025 Die FAZ erkundet mit Gabriela Wieners Roman "Unentdeckt" eine sehr persönliche, vom Kolonialismus zwischen Wien und Peru geprägte Familiengeschichte und einen Dreier. Die FR begeistert sich für Florentine Anders' "Die Allee", ebenfalls eine als Roman erzählte Familiengeschichte des DDR-Architekten Hermann Henselmann. Der Dlf trifft in Fann Attikis "Cave 72" junge Rebellen in einer Bar in Brazzaville. Die Zeit muss erst nach Kalkutta, bevor sie was - sehr Positives - zu Christian Krachts neuem Roman "Air" sagen kann.

05.03.2025 Die FAZ lässt sich von António Lobo Antunes' bildgewaltigem Bewusstseinsstrom mitreißen, der von der portugiesischen Gegenwart bis zum Aufstand der Baixa do Cassanje in Angola 1961 reicht. Die FR träumt, lebt und plaudert mit Chimamanda Ngozi Adichies Heldinnen in New York. Die NZZ verbringt eine schauerliche "Frühlingsnacht" mit Tarjei Vesaas. Und die SZ verfolgt in Annegret Liepolds Roman "Unter Grund" das Abdriften einer Teenagerin ins rechtsextreme Milieu.

04.03.2025 Die FAZ blickt mit dem Regisseur Volker Heise auf die Chronik der Not und der Heimatlosigkeit im Jahr 1945. Dank Dirk Stolper lernt sie nicht nur Eichmann-Anwalt Robert Servatius kennen, sondern erfährt auch, wie Eichmanns Äußerungen in der Öffentlichkeit vermarktet wurden. Die NZZ begibt sich mit Ricarda Messner auf familiäre Spurensuche in Riga. Die SZ liest gebannt, wie Christina Hernandez ihr vom Bau des Panama-Kanals erzählt. Die Welt lässt sich von Nils Emmerichs Heiner Müllers Werk anhand von dessen „Bildmaschine“ erschließen. Und der Dlf empfiehlt Karl-Markus Gauss’ „Essays wider den Judenhass“.

03.03.2025 Natasha Browns Roman "Von allgemeiner Gültigkeit" zeichnet ein ziemlich hässliches Bild des aktuellen Journalismus - die SZ findet ihn aber prima. Weniger anfangen kann sie mit Pankaj Mishras obsessiven Holocaust-Vergleichen à la façon des Postkolonialismus in "Die Welt nach Gaza". Da begleitet sie lieber mit Marco Ploliti Franziskus ans Ende seines Pontifikats. Die FAZ seziert auf der Krimiseite Frauenleichen an der Grenze zu Dänemark. Die FR bespricht neue Rilke-Biografien.

01.03.2025 Die FR begibt sich mit Nadja Küchenmeister auf den "Großen Wagen" und reist in eine Welt, in der die Liebe vergeht, aber in dreizeiligen Versen besungen wird. Welt, FAS und SZ lesen nach langem Erwarten Chimamanda Ngozi Adichies neuen Roman "Dream Count" - die Welt ist begeistert, aber die SZ nur mittel. Die taz sagt mit Sergej Lebedew und vielen Autoren der russischen Opposition deutlich "Nein!"