
30.09.2024 Die SZ nimmt mit Johannes Tuchels Buch über den 20. Juli 1944 in Berlin, den "Bendlerblock" in den Blick, der eine Schlüsselrolle für die Verschwörer um Oberst Graf von Stauffenberg spielte. Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke wird ihr vor Augen geführt, wie "Putins Gift" die europäischen Demokratien bedroht. Die NZZ staunt in Jeremy Eichlers "Das Echo der Zeit" darüber, wie Musik die Gräuel des Krieges verarbeitet. Dlf unternimmt mit dem Ökonomen Branko Milanovic einen Streifzug durch die Geistesgeschichte der Ungleichheit.

28.09.2024 Die Kritiker von FAZ, SZ, Dlf und Dlf Kultur staunen bei der Lektüre von hundert Briefen Siegfried Unselds, wie mühelos der Suhrkampverleger Geist, Geld und Macht zusammendenken konnte. Die FAS durchlebt mit Amir Tibons "Die Tore von Gaza" den 7. Oktober im Kibbuz Nahal Oz. Die NZZ lässt sich von Wassili Grossman auf eine "Armenische Reise" mitnehmen. Die SZ bewundert die strikte Formanalyse der Grönemeyer-Lieder durch Michael Lentz. Die taz erfreut sich an Robin Däutels und Astrid Scheibs "0%-Methode", erfolglos zu bleiben.

27.09.2024 Die FAZ überlegt mit Wolfgang Ullrich, wo die Kunst hinführt, wenn sie nur noch auf Identifikation und Empowerment setzt. Mit Ulrich Pfisterer sinniert sie über das Menschliche der Alraune. Die NZZ ermittelt mit dem Historiker Michael Sommer in der „Mordsache Caesar“. Die SZ notiert mit Thomas Köck, was sich in Sachen Rechtspopulismus seit 2023 in Deutschland und Österreich ereignete. Dlf Kultur zündet mit Mircea Cartarescus „Theodoros“ ein barockes Romanfeuerwerk. Und der Dlf denkt mit Daniel Kehlmann über Leo Perutz nach.

26.09.2024 Die NZZ begleitet die 19-jährige Salondame und Schriftstellerin Leonie d'Aunet 1839 in die Arktis. Dlf Kultur reist mit Aldous Huxley in den 1920ern durch Italien. Die FAZ lässt sich von Hengameh Yaghoobifarahs "Schwindel" in das Begehren von "demm" und "dey" einweisen. Die taz taucht mit "Plasmatropfen" in das surreale Universum von Joshua Groß.

25.09.2024 Als bisher besten Roman von Sally Rooney preist die SZ "Intermezzo", schon weil die Irin ihre Figuren wie auf einem Schachbrett virtuos hin- und herschiebt. Außerdem amüsiert sie sich prächtig, wenn Manfred Krug in seinen Tagebüchern auf den Tatort schimpft. Die FAZ sinniert mit der amerikanischen Lyrikerin Edna St. Vincent Millay über Lebensskepsis, Tod und Apfelbäume und staunt einmal mehr über den "Koeppen-Sound" von Christoph Peters. Und die FR reist mit Reportagen von Gabriele Tergit im Schnellzug nach Haifa.

24.09.2024 SZ und Dlf Kultur widmen sich mit Timothy Snyder der Frage: Was ist Freiheit? Die NZZ erfährt von der Philosophin Svenja Flasspöhler, wie man richtig streitet - Habermas ist auch mit dabei. Die FAZ lässt sich von Robert Probst in die Rezeptionsgeschichte der afrikanischen Kunst einführen. Die SZ reist mit Navid Kermani und seinem neuen Buch "In die andere Richtung jetzt" nach Ostafrika. Dlf Kultur verliebt sich in Elke Schmitters neuem Roman in die Liebe.

23.09.2024 Die NZZ fordert den Nobelpreis für Mircea Cartarescu und seinen neuen Roman über den äthiopischen Kaiser "Theodoros". Die FAZ freut sich über neue Kinderbücher: Bei Julie Völk verwandelt sich ein kleines Mädchen aus Protest in einen Elefanten. Rachel van Kooij erzählt in "Niemand so wie ich?" die Geschichte der intersexuellen Niki. Die FR hebt mit dem Roman "Frankfurt - Paris - Frankfurt" aus dem Nachlass von Peter Kurzeck einen literarischen Schatz. Die SZ liest bei Adrian Geiges von der "unheiligen Allianz" zwischen Wladimir Putin und Xi Jinping - und deren Verbündeten im Westen.

21.09.2024 Also, das Setting klingt vielleicht ein bisschen konventionell - es um zwei Brüder und ihre Beziehungen zu Frauen -, aber die FAS versichert: Sally Rooneys neuer Roman "Intermezzo" ist große Literatur. Die FR lässt sich von Yaroslav Hrytsak eine "Biografie der Ukraine" erzählen. Obwohl die einst bis zu acht Meter lange Stellersche Seekuh ausgestorben ist, gibt sie in Iida Turpeinens Roman "Das Wesen des Lebens" eine überzeugende Protagonistin ab, findet die FAZ. Die taz erinnert sich mit Wehmut und einem Band der Zeitschrift für Ideengeschichte an die "Suhrkamp-Kultur".

20.09.2024 Die FAZ erfährt von Sally Coulthard alles übers Huhn - von kultischer Verehrung bis zu KFC. Von Yuval Noah Harari lässt sie sich eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke erzählen. Beeindruckt folgt die NZZ dem Osteuropahistoriker Jörg Baberowski, der auf mehr als 1300 Seiten die Geschichte des russischen Zarenreichs entfaltet, um das gegenwärtige Russland zu verstehen. Der Dlf folgt Olga Grjansnowas ganz normaler jüdischer Familie von Berlin nach Gran Canaria. Die FR blickt mit Ulrich Johannes Schneider in Carnegies Bibliotheken. Und die SZ empfiehlt Kinder- und Jugendbücher.

19.09.2024 Wer noch an die Liebe glaubt, lese Elke Schmitters "Alles, was ich über Liebe weiß, steht in diesem Buch", ruft Dlf Kultur. Die FR taucht mit Ernst Cassirer in die "Metaphysik der symbolischen Formen" ein. Die FAZ fühlt sich sehr wohl mit Punk a la Eckhart Nickel. Der Dlf empfiehlt zur Lektüre von Mario Vargas Llosas "Die große Versuchung" kreolische Walzer von Lucha Reyes.

18.09.2024 Die NZZ wird in Isabelle Lehns Roman "Die Spielerin" in ein "rasantes Verwirrstück" um eine ganz unscheinbare Betrügerin hineingezogen, die sogar der Mafia zuarbeitete. Die SZ ist begeistert von David Coppos Roman, der die Radikalisierung eines italienischen Jugendlichen zum rechten Schläger nachzeichnet. Beklemmung löst in ihr Jessica Linds "Kleine Monster" aus, die die Grausamkeit von Kindern in den Fokus nimmt. Bei Moon Unit Zappa wird die Welt Zeuge, wie ein Familienmärchen zur Grimm'schen Gruselgeschichte wird.

17.09.2024 Die FAZ zieht den Hut vor Ilko-Sascha Kowalczuk, der in "Freiheitsschock" gegen Geschichtsklitterung und Autoritarismus anschreibt. Mit Elke Schmitters neuem Roman taucht sie hingegen ab in das Drama der Liebe. Frank Zappa war gar nicht so ein nonkonformistischer Freigeist, erfährt die NZZ von seiner Tochter Moon Unit, vor allem nicht als Vater. Dlf Kultur zieht mit Oxana Wassjakinas Protagonistin und ihrem drogensüchtigen Vater durch die karge Steppe Sibiriens.

16.09.2024 SZ und Dlf Kultur bekommen von Eckart Lohse in "Die Täuschung" die Versäumnisse der Merkel-Ära vor Augen geführt. Monika Zeiners Roman "Villa Sternbald oder Die Unschärfe der Jahre" über eine Unternehmerdynastie, die von den Verbrechen der Nazis profitierte, kann sowohl NZZ als auch Dlf überzeugen. Die FAZ hört entzückt Gedichte von Georg Trakl, unter anderen gelesen von Tobias Moretti, Paula Beer und Albert Schuch. Die taz lässt sich von Melania G. Mazzucco gerne die Geschichte der ersten römischen Architektin Plautilla Bricci erzählen.

14.09.2024 Die FAZ sehnt sich mit Stephan Rehm Rozanes und Fabian Soethof nach der Musik der Neunziger zurück. Der Dlf vergräbt sich mit Roman Ehrlichs dickem Jungen derweil in den Videotheken der Neunziger. Die FAS erfährt von der Historikerin Annette Kehnel, was wir heute noch aus den sieben Todsünden lernen können. FR und Dlf Kultur lassen sich mit Eva Maria Leuenbergers „Spinne“ von der Decke baumeln, um auf die Menschen zu blicken. Die taz annonciert mit Dagmar Herzogs „Eugenischen Phantasmen“ ein wichtiges Buch, das unter anderem auf die Rolle der Kirchen hinweist. Und die NZZ erinnert sich dank Melania G. Mazzucco an Roms erste Architektin: Plautilla Bricci.

13.09.2024 Nach der Lektüre des neuen Habermas-Gesprächsbandes kann die NZZ die Haltung des Philosophen zum Krieg in der Ukraine zumindest nachvollziehen. Mit Jón Kalman Stefánsson setzt sich in ein "gelbes U-Boot" und trifft Lebende und Tote. Die FAZ wirft mit Martin Mulsow einen Blick auf Porzellanindianer, Satyrfigur und Goldtaler, um die Aufklärung besser zu verstehen. Der Dlf bewundert die absurden Einfälle, mit denen Christoph Dolgan in "Blitzeisidentität" vom Leben in Ruinen erzählt. Und Dlf Kultur begleitet die Biochemikerin Katalin Karko auf dem Weg zum Nobelpreis.

12.09.2024 Die FAZ ist erschüttert von Neige Sinnos Roman "Trauriger Tiger", in dem die Autorin von den Vergewaltigungen durch ihren Stiefvater erzählt. Die taz harrt mit Abdelaziz Baraka Sakins im berüchtigten "Dschungel" von Callais aus. Die Zeit erfährt von Gillian Anderson, was Frauen wollen. Dlf ist begeistert von Gerald Kershs Roman "Hirn und zehn Finger" über vier jugoslawische Widerstandskämpfer. Mit Erica Benner untersucht er angeregt das Wesen der Demokratie.

11.09.2024 Die Kritiker verschlägt es heute nach Italien: Die FAZ erteilt eine uneingeschränkte Empfehlung für Marino Morettis Roman über eine gewitzte Fischhändlerin, die sich im Venedig der Zwanziger Jahre gegen machistische Fischer durchsetzte. Die NZZ zieht sich mit Carlo Cassola und einer Gruppe schweigsamer Holzfäller in die Wälder der Toskana zurück. Die FR freut sich über Alka Saraogis Roman "Entwurzelt", der den jungen Bhushan auf seiner Flucht vom damaligen Ostbengalen nach Indien begleitet. Die SZ schwelgt in der "amour fou" zwischen Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque, die Thomas Hüetlin in einer Doppelbiografie auffächert.

10.09.2024 Die SZ hofft nach der Lektüre des neuen Gesprächsbandes, dass Jürgen Habermas von seinem früheren Ich dazulernt. Die FAZ rät dringend zur Lektüre von Yaroslav Hrytsaks Geschichte der Ukraine, mit der man nicht nur das Gestern, sondern auch das Heute besser versteht. Mit Ute Cohens Kulinargeschichte "Der Geschmack der Freiheit" schlemmt sie sich durch die Jahrhunderte. Die NZZ reist mit Ulrike Edschmids "Die letzte Patientin" in die linksbewegten Siebziger. Samar Yazbek nimmt den Dlf mit dorthin, "Wo der Wind wohnt" - in ein Syrien vor dem Krieg.

09.09.2024 Die NZZ trägt den Band "88 Tasten" der bosniakischen Schriftstellerin Nadija Rebronja in Zukunft immer in der Hosentasche. Die SZ empfiehlt Klaus Neumanns "Blumen und Brandsätze" über Deutschlands Umgang mit Migration. Dlf trifft in Dietmar Piepers Churchill-Biografie auf einen ziemlichen Unsympathen. Und die FR freut sich, dass Michael Connelly seine Kommissarin Renée Ballard für den neuen Krimi "Wüstenstern" aus der Rente zurückgeholt hat.

07.09.2024 Der DLF lauscht gebannt, wenn ihm fünfzig überlebende Frauen aus dem türkischen Foltergefängnis Mamak von ihren Erfahrungen erzählen. Mit Lydia Davis fragt er sich, ob es immer ein Regenmantel von Burberry sein muss. Die FAZ blickt mit Lene Albrecht auf die "weißen Flecken" der deutschen Kolonialgeschichte. Die taz ist fasziniert von den Abgründen der Schwaben, die ihr der lettische Schriftsteller Anšlavs Eglīti offenbart. Als wichtiges Debattenbuch empfiehlt sie Natan Sznaiders "Die jüdische Wunde". Die Literarische Welt blickt mit Katja Lange-Müller auf verdrängte Traumata in einer Alters-WG.

06.09.2024 Dlf Kultur begibt sich in den feministischen Kampf mit dem wieder geborgenen Roman "Das Haus in der Gasse" der sizilianischen Schriftstellerin Maria Messina. Zu starken Nerven rät er vor der Lektüre von Vitomil Zupans Aufzeichnungen aus dem jugoslawischen Zuchthaus. Die FAZ taucht mit Sascha Michels Kulturgeschichte der Leere ein ins kosmologische Vakuum. Die NZZ bewundert, wie subtil Doris Wirth von der Flucht eines Familienvaters erzählt. Und die SZ empfiehlt Kinderbücher, die, wie Armin Kasters und Sabine Rufeners "Nachtkind", keine Worte brauchen.

05.09.2024 Die Zeit trifft im neuen Buch von Wolfram Eilenberger vier geniale "Geister der Gegenwart": Theodor W. Adorno, Susan Sontag, Michel Foucault und Paul Feyerabend. Einen "originellen Engtanz der literarischen Motive" vollführt Katja Oskamp in ihrem Buch über ihre Beziehung zum Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann, freut sich Dlf Kultur. Die FR reiht sich in das Lob auf Katja Lange-Müllers Roman "Unser Ole" ein. Und die NZZ findet in Jonas Grethleins Philosophiegeschichte der Hoffnung zwar keine einfachen Antworten, aber interessante Fragen.

04.09.2024 Die FAZ tut sich schwer mit Susanne Schröters Band "Der neue Kulturkampf". Die SZ verfolgt gespannt, wie "Die Spielerin" in Isabelle Lehns neuem Roman lukrative Betrügereien in der Züricher Finanzwelt begeht. Margret Atwoods neuer Kurzgeschichtenband "Hier kommen wir nicht lebend raus" erzählt von alter Liebe, Hexen und Tiefkühltruhen - und findet die uneingeschränkte Zustimmung von Dlf Kultur. Dlf wird von den Gedichten des syrisch-palästinensischen Dichters Abdalrahman Alqalaq über die Erfahrung des Exils in den Bann geschlagen.

03.09.2024 Die FAZ lauscht in den Gedichten des koreanischen Lyrikers Kim Jun Tae dem "Gesang der Wasserspinnen". Die SZ findet Katja Lange-Müllers Wende-Roman "Unser Ole" einfach nur großartig. Die FR sieht in Arnold Zweigs Roman "De Vriendt kehrt heim" über den Mord an einem israelischen Politiker eine Prophezeiung der jüngeren Geschichte Israels. Und den Dlf verschlägt es zusammen mit Anslavs Eglitis' Helden aus "Schwäbisches Capriccio" von Lettland
ins Dorf "Pfifferlingen" auf der
Schwäbischen Alb.

02.09.2024 Die Welt schlägt sich in Elsa Koesters Buch "Im Land der Wölfe" mit rechten Politikern herum. Die FAZ entdeckt in Leye Adenles Thriller "Die Zügel der Macht" die dunklen Seiten der nigerianischen Stadt Lagos . Die FR erfährt von Verena Dolovais Roman "Dorf ohne Franz", was es hieß, in den sechziger Jahren auf dem Land aufzuwachsen - vor allem als Mädchen. Und Dlf zieht den Hut vor Katja Lange-Müller, die in "Unser Ole" von zerrütteten Verhältnissen und fehlender Mutterliebe erzählt.