
31.05.2025 SZ und FAZ stürzen sich auf Sebastian Haffners autobiografischen Roman "Abschied" und kosten in Paris die Früchte der Existenz als Bohémiens. Die FAS feiert mit Rebecca Godfrey und Leslie Jamison das wilde Leben Peggy Guggenheims. Welt und Dlf baden in Robert Macfarlanes Buch "Sind Flüsse Lebewesen?". Die taz schmökert derweil in Mangas über die Manga-Szene von Taiyo Matsumoto und Ville Ranta.

30.05.2025 Der Dlf Kultur begibt sich mit Yasmina Liassines Debütroman auf verschlungenen Pfade zum wahren Algerien. Die SZ lauscht mit dem Archäologen Graeme Lawson Knochenflöten und 5000 Jahre alten sumerischen Leiern. Die FR löst sich lässig mit Marlene Streeruwitz in New York auf. Mit Constanze Debré zerlegt der Dlf die französische Bourgeoisie von innen. Die NZZ lernt dank Ursel Braun die Frauen hinter den Exilanten in L.A. kennen. Und die FAZ liest einen ganzen Stapel Bücher über Friedrich Merz.

28.05.2025 Die SZ möchte sich von Svealena Kutschkes Psychiatrie-Roman "Gespensterfische" am liebsten jeden Satz "ins Gehirn tätowieren". Die Zeit geht mit Julia Friese auf einen wilden Trip in die Welt der Nullerjahre samt MTV, Fanta und Kellog's Cornflakes. Die FAZ ist beeindruckt von Jente Posthumas Roman über eine Frau, die den Tod ihres Zwillingsbruders verarbeiten muss. Dlf Kultur findet bei Jaime Bayly heraus, warum Mario Vargas Llosa seinem Freund Gabriel Garcia Márquez 1976 in einem Kinosaal auf die Nase gehauen hat.

27.05.2025 Die FAZ schwelgt in den "Variationen über ein Thema von Silfverstolpe" von Lars Gustafsson. Außerdem vertieft sie sich in Kurt Bauers historisches Kaleidoskop vom Endes des Zweiten Weltkriegs in Österreich. Die SZ lungert mit dem Helden aus Olivier Schrauwens Graphic Novel begeistert auf dem Sofa herum, liest C.G. Jung und träumt sich in andere Welten. Mit Katja Riemann plappert sie sich in "Nebel und Feuer" zurück ins Leben.

26.05.2025 Die FAZ begleitet Nils Mohls Helden Kester auf einer letzten Reise durch eine verrückte Nacht. Die SZ erfährt von David A. Graham alles über das "Project 25", mit dem Trump und Co den amerikanischen Staat auseinandernehmen wollen. Dlf blickt mit J.G. Ballards Roman "Super-Cannes" in die dunklen Abgründe hinter den Luxusfassaden einer "Gated Community" in Südfrankreich. Und Dlf Kultur schafft mit Clara Mattei den Kapitalismus ab.

24.05.2025 Die Literaturkritik ist heute recht feministisch gestimmt. Die FAS etwa schlägt Lauren Elkins Roman "Fassaden" auf und findet einen nachdenklich gestimmten, leicht lacanistischen Roman auf zwei Zeitebenen über Menschen, die aneinander vorbei lieben, dabei aber intelligent zu reden wissen. Die SZ feiert Angela Carters "Die blutige Kammer", teils recht drastische Märchen-Adaptionen, in denen das Menschliche und das Tierische munter miteinander verschmelzen. Die FAZ wiederum bewundert die Kühle, mit der die dänische Autorin Cecilie Lind in "Mädchentier" einen "Lolita"-Roman aus der Perspektive der Lolita erzählt.

23.05.2025 Mit viel Vergnügen liest die SZ Taffy Brodesser-Akners satirisches jüdisches Generationenepos über den Untergang eines Familienunternehmens. Die NZZ schließt sich Obama an und empfiehlt Kaveh Akbars Erweckungsgeschichte eines drogenabhängigen US-Einwanderers aus dem Iran. Die FR verschluckt sich beim Lachen während der Lektüre von Georg Kreisler "Unbeabsichtigten Gedichten". Die FAZ vertieft sich in den Briefwechsel zwischen Klee und Kandinsky. Und Dlf Kultur lässt sich die Augen öffnen von Ingeborg Bachmanns neu editierter Dankesrede für den Büchnerpreis.

22.05.2025 Als perfekten Mix aus Horror, Porno und Märchen empfiehlt die taz Maren Kames' Neuübersetzung von Angela Carters Horror-Märchenadaptionen. Die Zeit folgt mit Jake Tapper und Alex Thompson bedrückt dem Niedergang Joe Bidens. Der Dlf Kultur begibt sich mit Michi Strausfeld auf deutsche Spuren in Lateinamerika. Mit Gedichten von Isabella Feimer versucht er vor der Gegenwart zu fliehen. Und die Welt sucht mit Rainer Metzner nach dem Ursprung von Sprichworten.

21.05.2025 Die FAZ ist verblüfft und begeistert von Tilmann Lahmes Biografie über Thomas Mann, die die Homosexualität des Schriftstellers aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet. Mit Paolo Rumiz begibt sie sich auf eine besondere Italienreise durch die Untiefen der Erde. Die SZ wird mit Paul Ruban Zeuge, wie ein Wal am Strand vor einem Luxushotel explodiert - und ist hellauf begeistert. Und die NZZ empfiehlt mit Nachdruck die Graphic Novel des französischen Zeichners Luz, die die Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts aus der Sicht eines Otto-Mueller-Gemäldes erzählt.

20.05.2025 Die Kritiker schwärmen vom zweiten Band der Max Frisch-Biografie von Julian Schütt: Die NZZ schätzt, dass hier nicht nur Frischs, sondern auch Ingeborg Bachmanns "Abgründe" zur Sprache kommen, Dlf ist ebenfalls rundum überzeugt. Die FAZ schmökert in den Erinnerungen des Schauspielers Will Quadflieg, der unter den Nazis zum Star wurde, und findet einen hoffnungslosen Narzissten vor. Und die SZ lobt in den höchsten Tönen, wie Wolfgang Engler in seiner Autobiografie die "Brüche" seiner ostdeutschen Identität seziert.

19.05.2025 Die FR rauscht mit Volker Reinhardts Kulturgeschichte Frankreichs vorbei an gotischen Bauten, Flaubert, dem Eiffelturm und Mitterrand. Von Nora Weinelt lernt sie, wie der Kapitalismus eine Kaste der Versager erschaffen hat. Die FAZ trifft in Robert N. Blochs Roman "Psycho", der Vorlage zum Hitchcock-Film, auf die multiplen Persönlichkeiten des Mörders Norman Bates, gelesen von Jens Wawrczecks. Die NZZ kämpft mit Tilo Held und Christina von Braun ums Unbewusste. Und Dlf Kultur freut sich, wie die Essays der Philosphin Rebecca Solnit heute noch Hoffnung geben.

17.05.2025 Die FAZ bewundert mit För Künkel und Mirjam Hildbrand die vergessene Zirkuskunst in Berlin um 1900. Im Garten von Georgi Gospodinovs Vater denkt sie über existentielle Grenzerfahrungen und das Schweigen in Bulgarien nach. Die SZ braust mit Jasna Fritzi Bauers und Katharina Zorns Oma Else im Taxi durch die Sechziger. Die taz lernt von der Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen, warum Frauen in der Kunst gern vor Mustern platziert werden. Mit Nell Zink liest sie eine "nachtschöne Parodie" auf den Literaturbetrieb.

16.05.2025 Die NZZ erschließt sich neue Welten in virtuos übersetzten Gedichten und Essays von Oleg Jurjew. Die FAZ blättert mit Georg Wiesing-Brandes in Walter Benjamins illustrem Adressbuch und denkt mit Omer Bartov über Genozide nach. Die SZ amüsiert sich prächtig mit den fetzigen Frisuren, die Noemi Vola ihren unglücklichen Regenwürmern verpasst. Der Dlf Kultur erliegt der Augenblicklust in Nadja Küchenmeisters Langgedicht "Der Große Wagen" und fürchtet sich in Jerome Leroys Krimi über die französische Rechte und Islamophobie.

15.05.2025 Die Zeit bewundert die Zartheit von Georgi Gospodinovs Roman über seinen bis zum Tod gärtnernden Vater. Als skurril-kluge Heimathommage empfiehlt der Dlf Andreas Maiers zehnten Teil seiner Wetterau-Chronik, die FAZ ist nicht ganz so glücklich. In der NZZ bestaunt der Historiker Ulrich Schlie das detektivische Gespür seines Kollegen Gerhard Paul, der die letzten Kriegstage im Mai 1945 untersucht. Die SZ lässt sich von der Domina Herta Lueger durch die Münchner Schickeria der Achtziger führen. Und der Dlf Kultur erlebt einen Sommernachtstraum mit Nell Zink.

14.05.2025 Die FR fühlt sich von Barbi Marcovics Salzburger Poetikvorlesung bestens unterhalten. Ocean Vuong offenbart dem Dlf mit seinem Roman über den vietnamesischen Studienabbrecher Hai die "dunkel schimmernden" Schattenseiten des modernen Amerikas. Die FAZ erfährt aus Noemi Harnickells vergnüglich-gruseligem Pflanzenbuch, wie man Gin Tonic mit Tollkirsche versetzt. Außerdem empfiehlt sie nachdrücklich Friedhelm Marxs und Julian Volojs Graphic Novel über Thomas Manns Rückkehr nach Deutschland.

13.05.2025 Die NZZ birgt einen Schatz mit den Aufzeichungen von Friedl Benedikt, die Elias Canettis Geliebte, aber vor allem eine begnadete Schriftstellerin war. Die taz empfiehlt Paul Wassermanns sinnliche Prosaminiaturen über das Lieben und Trauern der "Moskovian Kinder". Die FAZ liest sich mit Amitav Goshs Band "Rauch und Asche" über die Geschichte des Opiums in einen Rausch. Und Dlf schaut mit Anna Hope dabei zu, wie eine englische Familie durch den Tod ihres steinreichen Hippie-Patriarchen aus der Bahn geworfen wird.

12.05.2025 Die SZ lässt sich von von Norbert F. Pötzl die Geschichte des kommunistischen Kapitalisten Alexander Schalck-Golodkowski erzählen, der als Leiter der "KoKo" versuchte, die DDR mit Geld aus verbrecherischen Geschäften am Leben zu erhalten. Die NZZ fragt mit Martin Puchner, wie originär "Kultur" überhaupt sein kann. Die FR schaudert, wenn Joyce Carol Oates in ihrem feministischen (Horror)-Roman "Der Schlächter" die grausamen Anfänge der Gynäkologie zu Beginn des 19. Jahrhunderts schildert.

10.05.2025 Die taz entwirft mit Tomasz Rozyckis literarischem Essayband "Feuerprobe" eine "trügerische Kartographie Europas". Außerdem amüsiert sie sich prächtig mit Katja Kullmanns Roman "Stars", in dem eine Astrophilosophin Reichen ihr Geld abknöpft. Die FAZ vertieft sich in jüdische Lieder aus dem Wilnaer Ghetto, neu übersetzt von Dieter Koller und Sebastian Wogenstein. Die SZ feiert mit Sol Undurragas Fuchs "Schnitzel" den Vegetarismus. Und Dlf Kultur bekommt von Sebastian Peters die erste Biografie über Hitlers persönlichen Fotografen Heinrich Hoffmann vorgelegt.

09.05.2025 Eines der interessantesten populärwissenschaftlichen Sachbücher der letzten Zeit bespricht die FR: Staunend lässt sie sich in Ferris Jabrs "Das Erwachen der Erde" erzählen, wie belebte und unbelebte Natur einander bedingen. In mehreren heute besprochenen Büchern spielt Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle, so etwa in dem Roman "Tokyo Sympathy Tower" von Rie Qudan und in Tom Hillenbrands "Thanatopia", besprochen in FR und Dlf Kultur. Die FAZ empfiehlt den ersten für den Sachbuchpreis empfohlenen Comic: Ulli Lusts "Die Frau als Mensch".

08.05.2025 Die FAZ versinkt mit Viktor Remizovs "Permafrost" in einem Monumentalwerk über die sibirische Eisenbahnlinie, die Stalin von Gulaginsassen bauen ließ. Der Dlf liest Bela Winkens Brief an ihre in Auschwitz ermordete Mutter. Die Zeit freut sich über eine Neuausgabe des "Großen Gatsby", den sie als die poetische Prophezeiung eines Donald Trump liest. Die NZZ duckt sich mit Szczepan Twardoch im Schützengraben an der "Nulllinie" der ukrainischen Front. Dlf Kultur empfiehlt Justin Torres Roman "Blackouts", der die reale queere Forscherin Jan Gay vorstellt.

07.05.2025 Die FAZ lässt sich von Charles Nodiers romantischem Räuber Jean Sbogar den Kopf verdrehen. Außerdem besucht sie mit Chantal Ackermann "Eine Familie in Brüssel", in deren emotionaler Kälte nur die Wärme kleiner Dinge bleibt. Dlf ist beeindruckt von Lizzie Dorons Buch "Wir spielen Alltag", das auf kluge und persönliche Weise die Traumata festhält, die der 7. Oktober in Israel ausgelöst hat. Dlf Kultur erlebt den isländischen Fährmann Jón Magnússon in Joachim B. Schmidts Biografie als "poetisch veranlagte Naturgewalt".

06.05.2025 Die SZ feiert mit Amira Ben Saoud, Karla Caspari und Louise Meier den Eskapismus im Angesicht des Weltuntergangs. Die FAZ lässt sich von Virginia Mendoza erklären, dass die Geschichte der menschlichen Zivilisation mit der Suche nach Wasser begann. Aus Katja Petrowskajas beeindruckenden Fotografien aus der Ukraine blickt ihr außerdem der Krieg entgegen. Die NZZ schmiedet mit Martin Suters Roman "Wut und Liebe" potentiell lukrative Mordpläne.

05.05.2025 Die SZ vergegenwärtigt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges mit Büchern von Wolfgang Benz, Volker Heise und Louis Lewitan. Die NZZ trifft bei Ralf Konersmann berühmte "Außenseiter" von Diogenes bis David Bowie. Die FAZ ist begeistert vom Roman der Maori-Schriftstellerin Becky Manawatu, die vom Schicksal zweier Brüder in Neuseeland erzählt. Und Dlf freut sich über Olivia Laings in "liebender, rauschhafter Sprache" verfasste Kulturgeschichte des Gartens.

03.05.2025 Die FR führt ihre sehr verdienstvolle ukrainische Bibliothek fort: Mit Oswald Burghardts "Dichtung der Verdammten" lernt sie die "Neoklassiker" kennen. Der Deutschlandfunk staunt über die messerscharfe Präsizion, mit der der norwegische Dichter Tor Ulven den "Abfall der Alltagsgeschichte" erkundete. Dlf Kultur wandelt durch die von Olivia Laing beschriebenen paradiesischen Gärten, in denen die britische Upper Class über den Klassengegensatz meditiert. Und die SZ lernt in Elin Anna Labbas Roman " Das Echo der Sommer", wie auch nachhaltige Energien das Leben indigener Bevölkerungen schädigen können.

02.05.2025 Die FR liest bewegt, wie Annie Ernaux in einem frühen Roman von der Demenz ihrer Mutter erzählt. Mit Charlotte Brandi taucht sie ab ins Dortmunder Drogenmilieu. Die NZZ erliegt indes der Sogkraft, mit der die norwegische Schriftstellerin Torborg Nedreaas vor fast achtzig Jahren von Abtreibungen berichtete. In der FAZ lobt Herfried Münkler die Frische, mit der Heinrich Detering Karl Marx begegnet. Und der Dlf lernt nach der Lektüre von Dietmar Daths monumentalen Science-Fiction-Roman zumindest: Der Autor versteht Spaß.