
30.09.2025 Die FAZ reist mit Büchern von Hans Ulrich Gumbrecht, Heike Knortz und Rodrigo Valadão in die Weimarer Republik. Außerdem staunt sie über das ästhetische Potential der Berliner Hässlichkeit in Rolf Schultens Fotografien der Stadtautobahn A 100. Dlf ist begeistert von Aliyeh Ataeis Roman "Im Land der Vergessenen" über eine Kindheit im iranisch-afghanischen Grenzgebiet. Außerdem schwebt er freudig durch Michael Köhlmeiers biographischen Roman über den österreichischen Regisseur Robert Dornhelm. Dlf Kultur lässt sich von Yael Neeman die Geschichte der Kibbuzim erzählen.

29.09.2025 Die NZZ lässt sich von Ali Sadrzadeh erzählen, wie Ali Khamenei zum religiösen und politischen Oberhaupt des Iran wurde. Die SZ stöbert in der von Sven Lange und Heiner Möllers herausgegebenen "Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten". Dlf will mit Josephine Quinn den Westen dekonstruieren. Und Dlf Kultur streift mit Ersi Sotiropoulos und dem griechischen Dichter Konstantinos Kavafis durch das Fin de siècle in Paris.

27.09.2025 In der FAZ bewundert Jan Philipp Reemtsma Güner Balcis scharfen Blick auf ihr "Heimatland" in Neukölln. Die FAS empfiehlt begeistert Ozan Zakariya Keskinkilics Debütroman "Hundesohn" über einen jungen schwulen Muslim. Die taz feiert Kamel Daouds Roman "Huris" als sprachlich kunstvolle Erinnerung an algerische Verdrängungspolitik. Die Welt folgt Samanta Schweblin in existenzielle Abgründe. Der Dlf erfährt aus Usama al Shahmanis Roman "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" von der fast vergessenen jüdischen Gemeinde Bagdads.

26.09.2025 Dlf Kultur staunt über Nora Haddadas "Blaue Romanze", der geschickt eine Liebesgeschichte mit einer Analyse des Diskurses über Israel und Palästina verbindet und dabei genau den Ton akademischer, linker Millenials trifft. Der SZ bleibt das Lachen im Schlund stecken bei der Lektüre von Dirk Stermanns "Die Republik der Irren": Zu sehr erinnert sie Gabriele D'Annunzios futuristischer Zwergstaat in Fiume an die USA unter Trump. Die NZZ feiert die Essays von Franz Schuh. Die taz schwelgt mit Benjamin Myers' Roman "Strandgut" im Northern Soul. Der Dfl bewundert Elli Unruhs Debüt "Fische im Trüben", ein Generationenroman unter Russlanddeutschen.

25.09.2025 Die FAZ macht sich um die Zukunft der Literatur keine Sorgen mehr: Sie hat Jonas Hassen Khemiris "Die Schwestern" gelesen. Nach allen anderen zeigt sich nun auch die Zeit beeindruckt von Thomas Melles "Haus zur Sonne". Dlfkultur widmet sich SenLinYus "Alchemised", einem Roman, der sowohl Fanfiction, als auch Gothic,als auch Young Adult ist und mit Farbschnitt kommt.

24.09.2025 Die FAZ erfährt von Karolin Bove, welche Rolle der Reclam-Verlag wirklich während der Nazi-Zeit spielte. SZ und FR blicken mit Ian McEwan aus dem Jahr 2119 auf unsere Epoche zurück. Die Welt empfiehlt Tyler Wetheralls sensiblen Coming-of-Age Roman "Amphibium". In Annette Pehnts Kurzgeschichten mit dem Titel "Einen Vulkan besteigen" schlummert unter der einfachen Sprache ein explosiver Inhalt, erkennt Dlf Kultur. Und Dlf ist berührt von Delphine Minouis Roman "Badjens" über den Widerstand einer jungen Frau im Iran.

23.09.2025 Die FAZ ist an Bord, wenn Ulrike Draesner nicht mit Odysseus, sondern mit Penelope in See sticht. Außerdem entdeckt sie George Sands starkes Frauenporträt "Nanon" dank der Neuübersetzung von Elisabeth Edl wieder. Die NZZ vertieft sich in fünfzig kritische Charakterporträts von Elias Canetti. Die taz wird in Torrey Peters Roman "Stag Dance" Zeuge, wie ein Holzfäller den Wunsch als Frau begehrt zu werden in sich entdeckt. Und Dlf will mit Ian McEwan herausfinden, ob sich die Vergangenheit schreibend wiederbeleben lässt.

22.09.2025 Die SZ debattiert mit Hamed Abdel-Samad und Philipp Peyman Engel über Israel. Die FAZ hat dank dem Kinderbuch "Opas Herz" von Judith Burger und Julie Völk keine Angst mehr vor Veränderungen. Mit Clare Furniss kämpft sie in einem dystopischen England gegen Totalitarismus. Die taz tanzt mit Maximilian Probst und Ursina Tossi durch die Philosophie. Dlf Kultur lobt Jochen Schmidt mit seinem neuen Buch "Hoplopoiia" als "Meister des luziden Gesellschaftsromans."

20.09.2025 Mona Horncastle legt ein sensibles Porträt der großen Sammlerin Peggy Guggenheim vor, freut sich die FAZ. Ebendort lobt der Staatsrechtler Horst Dreier den Staatsrechtler Christoph Möllers. NZZ und taz lernen mit Eva Illouz einiges über linke Israel-Pathologien. Mit Annekathrin Kohouts "Hyperreaktiv" lässt sich laut Dlf Kultur die Netzöffentlichkeit besser verstehen. Und Dlf Kultur und taz sagen zu Pascal Everetts "Dr. No" nicht nein.

19.09.2025 Der Dlf rühmt Harry Martinsons 1956 im Original erschienenes Versepos "Aniara" als absolute Ausnahmeerscheinung unter den Weltraum-Odysseen des 20. Jahrhunderts. Die SZ lässt sich von Kreator-Frontmann Mille Petrozza erzählen, wie ihn Heavy Metal rettete. Die NZZ liest mit spannungsroten Ohren Robert Galbraiths Krimi "Der Tote mit dem Silberzeichen". Die FAZ erliegt der existenziellen Verzweiflung Katerina Poladjans am Goldstrand Bulgariens.

18.09.2025 Einfach sensationell findet die Zeit Peter Beckers Buch über Albert Einstein, in dem man den Physiker als Intellektuellen von Weltformat erleben kann. Außerdem macht sie mit Lea Ypi eine Zeitreise ins Albanien unter kommunistischer Diktatur. Die SZ vertieft sich in die Erinnerungen Heinrich August Winklers. Die Welt studiert mit Eva Illouz und Karl-Markus Gauß den Antisemitismus der Linken. Dlf wachsen bei der Lektüre von Martin Lechners Roman "Verwilderung" Werwolfskrallen.

17.09.2025 Die SZ wird vom gewaltigen Sprachstrom in Ozan Zakariya Keskinkiliçs "Hundesohn" hingweggerissen. Die FAZ geht mit Anneke Lubkowitz und ihren literarischen Rebellinnen auf Wandertour. Außerdem freut sie sich über die "weggemeißelten" Verse Silke Scheuermanns. Die FR empfiehlt Marie Vieux-Chauvets "Liebe Wut Wahnsinn" über das postkoloniale Haiti - ist aber mit der Übersetzung unzufrieden. Die Welt trifft bei Susan Bernofsky einen Robert Walser zwischen "Zartheit und Geschwätzigkeit, Begeisterung und Katzenjammer."

16.09.2025 Die FR erkennt in T.C. Boyles neuem Roman über eine toxische Dreiecksbeziehung eine sinistre Allegorie auf die USA unter Donald Trump. Die FAZ freut sich über ein wunderbares Stück Musikarchäologie von Graeme Lawson. Mit Konrad Paul Liessmann versucht sie Lösungen für die Krisen der Gegenwart zu finden. Dlf verliert sich genüsslich im erzählerischen Labyrinth von Gustavo Faverón Patriaus Südamerika-Roman "Unten leben". Dlf Kultur empfiehlt Lara Haworths Roman "Das Abschiedsmahl", in dem in Belgrad ein Mahnmal für ein Massaker errichtet werden soll - nur für welches denn nun?

15.09.2025 Die NZZ fragt mit mit Oliver Moody, wie die Nato mit der "Konfliktzone Ostsee" umgehen soll, um sich gegen Russland zu wehren. Außerdem macht sie sich mit Percival Everetts Helden Wala Kitu in James Bond-Manier auf die Jagd nach dem Nichts. Die SZ empfiehlt dringend Güner Yasemin Balcis Buch "Heimatland" über den Berliner Stadtteil Neukölln. Die FAZ empfiehlt neue Hörbucher.

13.09.2025 Die FAZ ist schwer beeindruckt davon, wie José Rizal in seinem Roman "Noli me tangere" vom phillipinischen Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier erzählt. Die taz lässt sich von der poetischen Raffinesse und politischen Brisanz in Anja Kampmanns Roman "Die Wut ist ein heller Stern" bezaubern. Außerdem liest sie starke Frauenromane von Antonia Baum und Claire Kilroy. Die NZZ blickt mit Ulrich Schmid und Oswald Burghardt auf die Geschichte der ukrainischen Literatur. Und Dlf Kultur staunt, wie die Philosophin Manon Garcia in ihrem Buch über die Pélicot-Prozesse die "banalité du male" seziert.

12.09.2025 Die FAZ lernt mit der Salonnière Louise Dupin eine frühe Verfechterin der Gleichberechtigung kennen. Mit Laura Spinney kämpft sie sich durch den Dschungel der Sprachverzweigungen des Indogermanischen. Der Dlf verdankt Yves Pagès' Kulturgeschichte des Laufbandes beste Gesellschaftskritik. Außerdem freut er sich über eine Wiederbegegnung mit Jochen Schmidts Romanheld Richard Sparka in Hoplopoiia. Und Dlf Kultur rät gleich zu mehrfacher Lektüre von Gustavo Faverón Patriaus Roman "Unten leben", der ihm die "horrorartige Gewaltgeschichte Lateinamerikas" erzählt.

11.09.2025 Die FR liest in Usama Al Shamanis neuem Roman „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ vom Schicksal irakischer Juden. Die FAZ verdankt Christina Fonthes’ Roman über zwei Frauenleben zwischen London und Zaire ein spannendes Panorama der afrikanisch-europäischen Verflechtung. Bewegt folgt die SZ Peter Wawerzineks wortwitzgewandter Brieftherapie, die seine Krebserkrankung mit Streifzügen durch Rom verbindet. Und Dlf Kultur empfiehlt Monika Dittombées Buch „Schattenschicksale“, das von Kindern erzählt, die aus Beziehungen während der Besatzung in Nachkriegsdeutschland erzählt.

10.09.2025 Die FAZ lernt von Mark Walker, warum unter den Nazis keine Atombombe gebaut wurde. Von Karl Banghard lässt sie sich "Die wahre Geschichte der Germanen" erzählen. Die FR begrüßt Abdulrazak Gurnahs neuen Roman "Diebstahl" als "stilles wie nüchternes" Zeugnis gesellschaftlicher Emanzipation in Tansania. Der SZ sträuben sich die Haare, wenn Livia de Stefano in ihrem Roman von 1953 die gnadenlose Härte im Inneren einer sizilianischen Mafia-Familie zeigt. Dlf Kultur ist erschüttert und beeindruckt, wenn die philippinische Journalistin Patricia Evangelista das Morden unter Rodrigo Duterte dokumentiert.

09.09.2025 Die FAZ hebt mit den Erzählungen der kaum bekannten englischen Schriftstellerin Charlotte Mew einen literarischen Schatz. Die FR empfiehlt Gerti Tetzners zeitlosen DDR-Roman über den Versuch ihrer Helden "Karen W.", ein neues und selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Die SZ untersucht mit einem von Günter Frankenberg und Wilhelm Heitmeyer herausgegebenen Band, wie die AfD schon jetzt Druck auf demokratische Institutionen ausübt. Die taz blickt durch die Linse des Fotografen Wolfgang Krolow und sieht "Kreuzberg und die Welt", bevor sie gentrifiziert wurden.

08.09.2025 SZ und Dlf vertiefen sich in das Jugendbuch von Gamze Kubaşıks und Semiya Simseks, die ihre Väter durch den NSU-Terror verloren. Die FAZ lernt von Hanno Sauer in "Klasse", warum die europäischen Reichen langweiliges Essen bevorzugen. Die FR schmökert in einer neuen Auswahl-Ausgabe der Romane von Vicki Baum, die man völlig zu Unrecht als Unterhaltungsliteratin verunglimpfte. Die taz empfiehlt Oksana Maksymchuks Gedichte über den Kriegsalltag in der Ukraine. Und Dlf Kultur reist mit Gael Faye nach Ruanda und versucht das Trauma des Genozids zu bewältigen.

06.09.2025 Die Welt empfiehlt Lea Ypis "Aufrecht", ein von Albanien ausgehender Ritt durch das Zeitalter der Extreme. Die FAS feiert Pier Vittorio Tondellis Roman "Getrennte Räume", der von einer schwulen Liebe in den 80er Jahren erzählt. Die SZ staunt, wie Lina Schwenk in "Blinde Geister" auf 180 Seiten einen Generationenroman über die Traumata des Zweiten Weltkriegs erzählt. Die taz ermittelt mit Marie Hermansons Polizist Nils Gunnarson 1926 im Naturgeschichtlichen Museum Göteborgs. Die FAZ begrüßt Andreas Molitors neue Göring-Biografie - die letzte erschien vor 40 Jahren.

05.09.2025 Die FAZ amüsiert sich prächtig, wenn Jessica Zafra sie in "Ein ziemlich böses Mädchen" in die Gesellschaft der Philippinen in den Achtzigern und Neunzigern einführt. Die FR bewundert die Atemlosigkeit, den Humor und die Poesie, mit der Peter Wawerzinek von seiner Krebserkrankung erzählt. Die SZ wagt mit dem US-Journalisten Ezra Klein einen Schritt in die "Post-Hypermoderne". Und Dlf Kultur lässt sich gern auf das wahnwitzige Spinnennetz ein, das der peruanische Schriftsteller Gustavo Faverón Patriau in "Unten leben" webt.

04.09.2025 SZ und FR lesen den neuen Leif Randt: Die FR fühlt sich gut aufgehoben in diesem popliterarischen Paralleluniversum, die SZ befindet: Die Listen der Mode durchdringt Randt nicht. Die NZZ lernt die ganze Gewaltgeschichte Russlands kennen, wenn Sergej Lebedew bildgewaltig vom Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17 erzählt. Auf wundersame Weise befreit fühlt sich die taz derweil, wenn Katerina Poladjan sie in einer Familiengeschichte quer durch Europa führt. Der Dlf staunt über Miguel Bonnefoys gewaltiges Panorama Venezuelas. Geradezu brillant findet die Zeit, wie Hanno Sauer in die Geschichte von Klassengegensätzen blickt.

03.09.2025 Die FAZ schwebt mit Clarice Lispector beim Kakerlake-Zerquetschen zwischen existenzialistischer Abstraktion und mystischer Ekstase. Die SZ hat bei der Lektüre von Ferdinand von Schirachs neuem Buch gemischte Gefühle. Die FR zieht sich mit Michael Cunningham in "still-intensive" Reflexionen über die Corona-Zeit zurück. Dlf empfiehlt Amat Levins differenzierte Geschichte Afrikas und die Memoiren des Holocaust-Überlebenden Paul Lendvai.

02.09.2025 Die SZ blickt in Alexander Kluges "Sand und Zeit" durch die "virtuelle Kamera" künstlicher Intelligenz. Die FAZ lernt von Sophie Gilbert, wie die sexualisierte Popkultur der Nullerjahre Solidarität unter Frauen verhinderte. Außerdem empfiehlt sie die Memoiren der Shoah-Überlebenden Jeanette Wolff. Dlf schwirrt nach all den Absonderlichkeiten im neuen Buch von Heinrich Steinfest ein wenig der Kopf. Dlf Kultur schätzt den Gestus eines "stillen und doch beharrlichen Widerstands" der Marginalisierten in den Erzählungen J. M. G. Le Clezios.

01.09.2025 Die SZ liegt mit Richard Sparka, dem Helden aus Jochen Schmidts neuem Roman "Hoplopoiia", auf der Therapiecouch. Die FAZ sieht in Jonathan Coes neuem Roman den "idealen Krimi für das postfaktische Zeitalter". Bei der Lektüre von Fernanda Melchors Kurzgeschichten über mexikanische Geister und Flüchtlings-Schicksale bekommt sie Gänsehaut. Dlf geht mit dem unsympathischen Helden aus Steven Uhlys neuem Roman auf einen Roadtrip durch das "Death Valley". Die NZZ vertieft sich in Hanno Sauers Gedanken über "Klasse".