Archiv: Bücherschau
05.08.2016. Für die SZ gehört Aisha Franz in die oberste Riege der deutschen Comic-Kunst. Außerdem blickt die SZ mit Uwe Sonnenberg zurück auf die Geschichte des linken Buchhandels und liest einen ganzen Stapel Kinderbücher. Sehr nahe geht der FR Wilhelm Genazinos Roman "Außer uns spricht niemand über uns", der von einem im Alltag vernutzten Menschen erzählt. Die FAZ lernt von Peter Moore über die Geschichte der Wetterkunde und des Regenmachens.
04.08.2016. Die SZ beschleicht mit Hans Christoph Buchs Familiengeschichte "Elf Arten, das Eis zu brechen" die Ahnung, dass die Realität nur ein Abklatsch der Literatur sein könnte. Als ernst-sarkastisch und stofflich-sinnlich zugleich empfiehlt die NZZ Szczepan Twardochs aus der Persepktive von Erde erzählten Roman "Drach". Überhaupt nicht verstiegen findet die taz Dietmar Daths Roman "Leider bin ich tot". Und die Zeit empfiehlt Donald Ray Pollock als eine der aufregendsten Stimmen der USA.
03.08.2016. Die FR sucht im Band "Wie wir leben wollen" eine neue Littérature engagée. Die SZ gruselt sich mit Friedrich Anis messerscharfem Roman "Nackter Mann, der brennt" über Missbrauch und Mord in der bayerischen Provinz. Lob auch für den Debütroman Isabelle Lehns, die kunstvoll zwei Vögel zusammenbindet. Die NZZ bespricht neue Kinder- und Jugendbücher.
02.08.2016. Über "Außer uns spricht niemand über uns" spricht außer der SZ auch die NZZ. Die beiden kommen bei diesem neuen Roman von Wilhelm Genazino aber zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die ganze FAZ überschlägt sich immer noch bei der Lektüre von Tilman Rammstedts heiter verzweifeltem Roman "Morgen mehr". Die FR liest mit Interesse Leon Werths Erinnerung an die Massenflucht aus Paris im Jahr 1940.
01.08.2016. Im siebten Hubert-Fichte-Himmel schwebt die taz mit den jetzt erstmals veröffentlichten Briefen an die geliebte Leonore Mau "Ich beiße Dich zum Abschied ganz zart". Die SZ ist ganz verzaubert von Panait Istratis wiederaufgelegten Roman-Klassiker um Flucht, Rache und Schicksal "Kyra Kyralina". Lesenswert findet sie auch Stanislaw Strasburgers Sachbuch-Fiktion "Besessenheit. Libanon" und Raul Hilbergs Essays "Anatomie des Holocaust".
30.07.2016. Die SZ spaziert mit Heidrun Reinhards "Mondo Veneziano" durch die Palazzi Venedigs. Die taz macht Strandurlaub mit David Prudhomme und Pascal Rabaté und stürzt sich "Rein in die Fluten!" Wärmstens empfiehlt sie auch die Erinnerungen der verstorbenen Sängerin der Lassie Singers, Almut Klotz. Die Welt begleitet mit Rudi Pallas "Valdivia" die erste deutsche Tiefsee-Expedition rund um Afrika.
29.07.2016. Die FAZ lernt bei Alain Badiou die nihilistischen Beweggründe von Attentätern kennen. Die FR liest beeindruckt Warlam Schalamows Erinnerungen an sein Zeit in Stalinistischen Zwangsarbeitslagern. Die NZZ hat mit Gina Buchers "Female Chic" eines der schönsten Bücher des Jahres entdeckt. Außerdem gerät sie mit Emma Clines "Girls" in den Bann von Psychopathen. Und die SZ versinkt in Richard Russos klassisch-realistischen Kleinstadt-Kammerspiel "Diese gottverlorenen Träume".
28.07.2016. Hilary Mantel beschert der NZZ einen äußerst giftigen Muttertag. Die Zeit verschlingt sozialwissenschaftlich unterfütterte Ehe-Tipps von
Katja Kessler. Skrupellos gut findet
die FR Oliver Hilmes' Buch "Berlin 1936". Die FAZ feiert Loic Merles sprachgewaltigen Roman
"Allein, unbesiegt" über eine Männerfreundschaft. Die SZ geht mit Sarah Bakewell ins "Cafe der Existentialisten".
27.07.2016. Fast nur gute Besprechungen heute! Die FAZ wirft einen Blick mit Kurt Oesterles Familiengeschichte "Martha und ihre Söhne" einen Blick in die deutsche Nachkriegspsyche. Die NZZ liest eine muntere Geschichte der Wilhelm-Tell-Figur, Essays von Mohsin Hamid über die muslimische Welt und Yvonne Adhiambo Owuors Roman "Der Ort, an dem die Reise endet". Die SZ reist mit Corto Maltese Richtung Mitternachtssonne.
26.07.2016. Die FAZ sieht der Invasion der "neuen Wilden" wie Bärenklau, Waschbär und Co. nach der Lektüre von Fred Pearce gelassen entgegen. Die FR sucht mit Dieter Henrichs "Sein oder Nichts" das Unvordenkliche. Die Finnen können auch warmherzig witzig, lernt die SZ mit Olli Jalonens Roman "Von Männern und Menschen". Die taz verliebt sich in die junge Prostituierte aus "Fräulein Rühr-mich-nicht-an".
25.07.2016. Die besten Werke Boris Pasternaks lagen vor "Doktor Schiwago", versichert Oleg Jurjew in der FR und empfiehlt wärmstens eine dreibändige Werkausgabe mit frühen Gedichten, Briefen und Erzählungen. Einfach brillant findet die NZZ Birgit Weyhes Comic über die "Madgermanes" genannten mosambikanischen Vertragsarbeiter in der DDR. Die taz liest ein Interviewbuch mit Mädchen, die von Boko Haram entführt worden waren. Die Welt feiert Ulrich Drüners neue Wagner-Biografie. Die FAZ kann sich kaum satthören an Katharinas Thalbachs und Thomas Braschs Shakespeare.
23.07.2016. Wie gerät ein junger Mensch in die Fänge einer wahnsinnigen Ideologie? Emma Cline stellt diese Frage in "The Girls" im Kontext der Manson-Sekte und erhält beeindruckte Besprechungen von FAZ und Welt. Die FR verliebt sich unterdessen in die "herrlich folgenlosen" Erzählungen Martin Lechners. Die taz entdeckt mit der Australierin Candice Fox eine brillante junge Krimiautorin.
22.07.2016. Die FAZ stöbert mit Guy Andrews begeistert in alten Radsport-Magnum-Fotografien. Die SZ lernt Johann Sebastian Bachs Familie kennen und versteht die düsteren Klänge in seinen Werken. Mit einer überschäumenden Julia Kissina streift sie durch die zerfallende Sowjetunion. Bei Michael Matveev lernt sie die Schattenseiten der Boheme kennen. Und die FR gruselt sich vor einem "Dritten Leben" im zerrütteten Mexiko.
21.07.2016. Die FAZ taucht mit Ana Kordsaia-Samadaschwili ins heutige Georgien. Endlich mal ein Buch zur Musik der Gegenwart, freut sich die SZ über Jens Balzers "Pop". Die NZZ reist mit Gustave Flaubert und Maxime Du Camp durch die Bretagne. Die Zeit lernt von Friederike Gösweiners Debütroman "Traurige Freiheit", wie man heutzutage in den Startlöchern stecken bleibt.
20.07.2016. Gute Recherche, Liebe zur Musik und spannende Lektüre: Die FAZ findet Ulrich Drüners neue Wagner-Biografie absolut empfehlenswert. Die NZZ begibt sich mit Büchern von Queer-Theoretiker Paul B. Preciado und dem Epidemiologen Robert Haring auf testosteronverseuchtes Gelände. Die SZ lernt, was deutsche Stilkunst war anno 1911.