Graham Swift

England und andere Stories

Cover: England und andere Stories
dtv, München 2016
ISBN 9783423280723
Gebunden, 304 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Höbel. Warum bricht es einem Vater fast das Herz,als er auf seiner wöchentlichen Einkaufstour eine Packung Fusilli in den Wagen legt? Was geht einem Zwölfjährigen durch den Kopf, bevor er seiner Mutter das Küchenmesser klaut? Was hält eine junge Ehefrau davon ab, das beste Hemd ihres Mannes zu waschen? Es sind Alltagsszenen, fragile Augenblicke und Gefühle, die Graham Swift in den 25 Erzählungen dieses Bandes ertastet wie Gebilde aus sehr dünnem Glas. Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Ereignisse und Veränderungen - Krieg, Wirtschaftsaufschwung, Krise - sind es die scheinbar unbedeutenden, fast beiläufigen Begebenheiten, die Duldsamkeit ein Ende setzen, Aufbruch verheißen, Lebenswegen eine neue Richtung geben. Swift erfasst mit seiner Prosa Veränderungen und spürt der Frage nach, was ein Menschenleben vor dem Zerbrechen bewahrt, was ein Land zusammenhält.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2016

Thomas David macht sich auf einen Spaziergang mit dem Autor Graham Swift durch das heutige London. Was dabei über den jetzt auf Deutsch vorliegenden Band mit Erzählungen herausspringt, ist allerdings mager. Die 25 Kurzgeschichten eines der bedeutendsten Erzähler der britischen Gegenwartsliteratur, wie Thomas David Swift nennt, beeindrucken den Rezensenten mit intimen Momenten aus dem Leben der "gewöhnlichen Leute", mit ihren Gefühlen und Gedanken und mit Alltagseindrücken, die in ihrer Gesamtheit laut David ein faszinierendes Kaleidoskop der Conditio humana ergeben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.06.2016

Das muss Graham Swift erstmal jemand nachmachen, staunt Rezensent Lothar Müller: 25 Erzählungen, in denen an zahlreichen Orten Figuren aus unterschiedlichsten Epochen, verschiedensten Milieus und mit ganz eigenen, mal mehr, mal weniger schlimmen Schicksalen, auftreten und zusammen ein ebenso beeindruckendes wie nachhallendes Gruppenbild Englands ergeben. Und das, ganz ohne je "Englishness" zu beschwören, vom Ende des Empires zu erzählen oder ins Panoramatische abzugleiten, fährt der Kritiker fort. Allein das Licht hält die mit brillanter erzählerischer Beiläufigkeit Porträtierten zusammen, erklärt der Rezensent, der bewundert, wie der Autor mit wenigen Requisiten, Geräuschen oder Erinnerungen die Innenwelten seiner Figuren skizziert. Hier ist Graham Swift ganz auf der Höhe seiner Kunst angekommen, lobt der Kritiker.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2016

Rezensentin Maria Frisé nimmt teil am Schicksal der Figuren in Graham Swifts Kurzgeschichten. Das ist dem nie zynischen oder spöttischen Blick des Autors zu verdanken, meint sie. Das Lebensgefühl von Friseuren, Soldaten, Hausfrauen, ihren Alltag vor dem Hintergrund des Weltgeschehens, Wendepunkte ihrer Schicksale vermag ihr der Autor in hoher Verdichtung zu vermitteln. Dass die Texte nicht unbedingt heiter sind, sie sich um Einsamkeit und Verzweiflung drehen, kann Frise verkraften. Allzu spannend und meisterlich seismografisch erscheinen sie ihr.
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