Herausgegeben und aus dem Portugiesischen von Steffen Dix. Lissabon 1915: Im Hinterzimmer Europas plant man die Erneuerung der Dichtung aus dem Geist der Langeweile, während Fernando Pessoa Postkarten und Telegramme aus den Metropolen bekommt, wo man eine Kunstrevolution nach der nächsten feiert. Das ist seine Welt! Mit Freunden veröffentlicht er "Orpheu". Die Zeitschrift ist in drei Monaten ausverkauft, es gibt Karikaturen und Satiren: ein Skandal. Mit den von ihm erfundenen Kunstrichtungen Intersektionismus, Sensationismus, Atlantismus ist Pessoa in der Theorie reicher als Picasso. Steffen Dix hat uns einen Pfad durch die Welt der "-ismen" Pessoas gebahnt, wichtige Texte zum ersten Mal ediert und ins Deutsche übersetzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2016
Katharina Teutsch trifft in den nachgelassenen Manifesten aus der von Fernando Pessoa gegründeten Avantgardezeitschrift "Orpheu" auf einen glühenden Europäer und auf eine Zeit, in der der Zusammenhang von Ästhetik und Politik in aller Ambivalenz zutage tritt. Wenn der Autor mit den unzähligen Identitäten Kunstfragen ausdrücklich nicht verstehen möchte, eindeutige Perpektiven und Standpunkte vehement bestreitet und damit ein poetologisches Begleitprogramm zu seinem Werk liefert, bereitet das Teutsch ein irres Vergnügen.
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