Julian Maclaren-Ross

Von Liebe und Hunger

Roman
Cover: Von Liebe und Hunger
Arco Verlag, Wuppertal 2015
ISBN 9783938375655
Gebunden, 260 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Joachim Kalka. Mit einem Nachwort von Paul Willetts. Richard Fanshawe träumt von einem Leben als Schriftsteller. Die Wirklichkeit ist weniger rosig: Beruflich wie auch bei den Frauen ist er ein hoffnungsloser Versager. Seine Nächte verbringt er unter den Argusaugen seiner Zimmerwirtin in einer billigen Absteige, tagsüber versucht er, Hausfrauen Staubsauger anzudrehen. Trübe Aussichten vor der Kulisse eines grauen englischen Seebads, wo in den Pubs allenfalls interessiert, ob Hitler - "der Bastard will's wissen" - demnächst in Polen einmarschiert. So laufen also die Dinge, bis Fanshawe auf Sukie trifft: geheimnisvoll, aufreizend - und frisch verheiratet mit seinem Freund …

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2016

Wie bedauerlich, dass es nur bei diesem einen Roman des britischen Schriftstellers Julian Maclaren-Ross geblieben ist, seufzt Angela Schader. Immerhin liegt "Von Liebe und Hunger" jetzt in "knackiger" deutscher Übersetzung vor, fährt die Kritikerin fort. Allein wie der Autor das an absurden Höhepunkten nicht arme Leben seines egozentrischen, aber klugen Helden, dem verschuldeten Staubsaugervertreter Richard, erzählt, gefällt der Rezensentin gut. Dass mit Sukie, der Frau eines Freundes, mit der Richard auf dessen Geheiß bald eine Affäre beginnt, eine facettenreiche, interessante weibliche Hauptfigur auftritt, die nicht nur gekonnt mit Werken von Hemingway, Auden und McNeice zu jonglieren weiß, sondern auch eine so "schillernd" wie "spröde" erzählte, eigensinnige Liebesgeschichte voller "reizender Vignetten! Einzug erhält, stimmt Schader vollends glücklich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2016

Tobias Döring freut sich über Joachim Kalkas glänzende Übersetzung von Julian Maclaren-Ross' Roman "Von Liebe und Hunger" aus dem Jahr 1947. Denn der einzige Roman des exzentrischen Dandys, der für sein literarisches Können etwa von Evelyn Waugh oder Graham Greene gefeiert wurde, verspricht größtes Lesevergnügen - und dass, obwohl der autobiografisch geprägte Roman im Grunde nicht mehr erzählt, als die Geschichte eines jungen Literaten, der als Staubsaugervertreter durch die Lande zieht und sich in eine heiße Affäre mit der Frau eines Freundes stürzt, informiert der Kritiker. Davon aber weiß der Autor mit so viel Gespür für "trockenen" britischen Humor, "schnodderige Selbstbehauptung" und absurde Begebenheiten zu schreiben, dass Döring dieses "sardonische" Sittengemälde der Vorkriegsjahre nur nachdrücklich empfehlen kann.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2016

Lesenswert findet Rezensent Lothar Müller diesen erstmals 1947 erschienenen Roman von Julian Maclaren-Ross. Vorkriegsroman ist das Buch nur nebenher, meint Müller, hauptberuflich folgt es den Wegen eines Schwerenöters, der als Staubsaugervertreter Halt sucht, mit stoischer Lässigkeit und Sinn für das Zeittypische der Figur. Zu entdecken sind laut Müller im Buch auch eine scheiternde Liebesgeschichte und ein Stilist, der Autor nämlich, der rau und elliptisch a la Chandler erzählt, Milieus schildert und seinen Protagonisten unter die Teppiche schauen lässt. Damit nicht genug, meint Müller. Dialoge mit der düsteren Vorgeschichte der Figur, mit Film und Musik und mit dem Sinnlosen machen das Buch für ihn interessant.
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