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19.08.2022 Die FAZ geht mit Pawel Salzmans Aufzeichnungen aus der Zeit der Belagerung Leningrads in eine Zone des Daseins, wo das Menschsein sich auf Hunger, Kälte, Erschöpfung reduziert. Die SZ reist mit Daniela Dröscher zurück in die Achtziger und lauscht den Lügen, die der Vater über die übergewichtige Mutter erzählt. Der Dlf erschrickt über die Aktualität von Vladimir Sorokins Erzählung über die Perversionen der russischen Intelligenzija am Ende des 19. Jahrhunderts. Und Dlf Kultur ist sich sicher: Hätte Ruth Rehmanns Büroroman auf der Tagung der Gruppe 47 im Jahr 1959 nicht mit Grass, Böll und Johnson konkurrieren müssen, wäre ihr Buch zum Klassiker geworden.

18.08.2022 FAZ und FR lernen mit Doris Runges Gedichten den Gang einer Wasserfrau verstehen. Lob gibts in der FAZ auch für Steffen Schroeders gut recherchierten Roman über Max Planck. Die SZ lernt mit Alex Capus die Schweizer Künstlerin Caroline Welden alias Susanna Faesch kennen, die Sitting Bull porträtierte. Die Zeit tritt mit "Mutabor" ein ins Eifel-Universum Norbert Scheuers. Dlf Kultur empfiehlt Mohsin Hamids Roman "Der letzte weiße Mann".

17.08.2022 Dlf Kultur schaut in die Kristallkugel mit David Christians "Zukunft denken", und sucht mit Julie Völk ein stilles Örtchen für einen Drachen. Die FAZ vergnügt sich mit der Lektüre der Liedtexte von Carsten Friedrich. Die NZZ überblickt mit dem Historiker Ian Morris die langen Linien im Verhältnis Britanniens zum Rest der Welt von der Antike bis heute.

16.08.2022 Die FAZ lernt etwas widerstrebend vom Ornithologen Richard Prum, dass auch die Schönheit in der Evolution eine Rolle spielt. Außerdem verbringt sie mit J.M.G. Le Clézio Urlaub in der Bretagne. Der DlfKultur erlebt mit Anna Kims "Geschichte eines Kindes" das Dilemma der Identität in den USA. Der Dlf liest zwei Bücher, die an den vor dreißig Jahren begonnenen Bosnienkrieg und das spätere Massaker von Srebrenica erinnern.

15.08.2022 Die taz feiert den britischen Comic-Autor Andi Watson, der in der "Lesereise" kafkaesken Krimi und Literaturbetriebssatire vereint. Der DlfKultur blickt mit Natalie Amiri auf die unbesiegten Verlierer von Afghanistan. Mit Hans-Hermann Klares "Auerbach" verzweifelt er am guten Gewissen der Deutschen. Die FAZ sitzt mit der Sammlung "Prosastimmen" freudig 56 Stunden im Ohrensessel ab.

13.08.2022 Warum ist Wolfgang Pohrt, dessen Analysen in den Siebziger und Achtzigern so scharf waren, heute so unbekannt, fragt die FAS und empfiehlt Klaus Bittermanns große Biografie. Von Houstons East End hält man sich lieber fern, lernt die SZ aus Bryan Washingtons Erzählband "Lot". Die FR begibt sich mit Walerjan Pidmohylnyj in "Die Stadt" Kiew zwischen den Kriegen. Die taz erlebt mit Kristina Gorcheva-Newberrys Roman "Das Leben vor uns" das Ende der Sowjetunion.

12.08.2022 Keine leichte Bettlektüre, aber ein Standardwerk, lobt die FAZ Anne Chengs
"Geschichte des chinesischen Denkens". Die FR liest mit Franziska Gänslers "Ewig Sommer" originelle feministische climate fiction. Die SZ ist hin und weg von Nils Mohls Liebesgeschichte zweier Teenager "Henny & Ponger". Dlf tastet, riecht und hört sich mit Eskandar Abadis Roman "Aus dem Leben eines Blindgängers" durch die iranische Revolution.

11.08.2022 Die FAZ bedauert, dass Ralf Rothmanns Nachkriegs-Trilogie mit dem Band "Die Nacht unterm Schnee" schon zu Ende ist. Empfehlenswert findet sie auch Mikita Frankos Roman "Die Lüge", der vom Heranwachsen im homophoben Russland erzählt. Die FR amüsiert sich in Hernan Diaz' "Treue" mit einem Finanzkapitalisten in New York der 1920er. Dlf Kultur lernt aus Ece Temelkurans "Wille und Würde", wie die Menschheit sich ein würdevolles Überleben sichert.

10.08.2022 Die FAZ staunt, wie James Baldwin in seinen Essays Persönliches zu etwas Exemplarischem verdichtet. In Gerhard Wiechmanns Studie über Nazi-UFOs erfährt sie, wie langlebig Verschwörungstheorien sind. Die SZ macht sich mit Marica Bodrozic auf und folgt Walter Benjamins Spuren über die Pyrenäen. Die NZZ hält der nigerianischen Gesellschaft mit Wole Soyinka den satirischen Spiegel vor. Und Dlf Kultur hinterfragt mit Sharon Dodua Otoo und „Herrn Gröttrup“ sprachliche Konventionen.

09.08.2022 Als "lachphilosophisches Untergangsepos" liest die FAZ Thomas Hürlimanns neuen Roman „Der rote Diamant“. Außerdem empfiehlt sie den von Jan Eckel und Daniel Stahl herausgegebenen Band zur Entwicklung der Menschenrechte. Die FR fragt mit dem Historiker Julius H. Schoeps: Wem gehört Picassos Madame Soler? Die taz verirrt sich mit Jennifer Daniel in höchste Bonner Kreise. Und der Dlf erfährt von Waslat Hasrat-Nazimi, was die Frauen in Afghanistan hinter und vor sich haben.