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08.08.2022 Die FR rast mit Hanna Bervoets durch eine toxische Arbeitswelt. Die SZ erfährt von den polnischen Historikern Andrzej Friszke und Antoni Dudek, wie die polnische Gesellschaft das wurde, was sie ist. Der Dlf Kultur lernt mit dem Erfahrungsbericht des Journalisten Matthieu Aikins, was es heißt, auf der Flucht zu sein. Die taz feiert den Band „Eine Stadt wird bunt“ über die Entwicklung von Graffiti in Hamburg zwischen 1980 und 1999. Und der Dlf liest Ralf Rothmanns beklemmend-zarten Roman „Die Nacht unterm Schnee“.

06.08.2022 Für ein technisches Meisterwerk hält die SZ Hernan Diaz’ Geschichte eines Wall-Steet-Milliardärs, aber ein wenig Herzenswärme hätte sie sich gewünscht. Auch die Welt lobt vor allem Diaz’ perfekte Sprache. Die FAZ schöpft dank Mojib Latif Hoffnung, dass wir den Klimawandel doch noch in den Griff bekommen. Die taz begräbt mit Christian Barons ungleichen Helden Aufstiegsträume im Kaiserslautern der Siebziger. Der Dlf Kultur empfängt mit Dirk von Petersdorff „Gewittergäste“ in Brandenburg. Außerdem empfiehlt er zwei Bücher über die Zukunft der Arbeit.

05.08.2022 Andrej Kurkows Roman "Samson und Nadjeschda" handelt von der Einnahme Kiews durch die Bolschewiki im Frühjahr 1919. Durch die Ereignisse ist er für Dlf Kultur unversehens zum aktuellen Text geworden. Für die FAZ bespricht der Historiker Stephan Malinowski Gottfried Paasches Monografie über "Hammersteins Töchter", die Geschichte einer Adelsfamilie in der Nazizeit. Die SZ bewundert allerspäteste Vignetten von Claudio Magris: "Gekrümmte Zeit in Krems".

04.08.2022 Die FAZ träumt mit Ralf Schlatters "43'586" von Friedhofskatzen, der Liebe, dem Tod oder einem Orchester im Zugabteil. Die NZZ ist mit Patrick Modianos Erinnungen "Unterwegs nach Chevreuse". Die SZ sympathisiert aufs schärfste mit den Selbstfindungseskapaden einer Mittvierzigerin in Verena Roßbachers "Mon Chéri und unsere demolierten Seelen". Die taz feiert mit Leonhard Hieronymis "Trance" Amok, Drogen und den Sound of Frankfurt Ende der Neunziger. Dlf Kultur begibt sich mit Negar Djavadi in die Arena Paris.

03.08.2022 Wer sich fragt, was Antisemitismus denn nun sei, dem empfiehlt die FAZ die Essays von Sander L. Gilman über die historischen Muster des Judenhasses. Die SZ lernt mit Vincent Augusts Dissertation "Technologisches Regieren", wie komplex unsere Gesellschaft heute ist. Der Dlf liest zwei sich ergänzende Bücher zum palästinensischen Terroranschlag auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972. Dlf Kultur probt mit Charly Delwart ein "Leben in Zahlen" und lernt aus Helena Janeczeks dokumentarischem Roman "Die Schwalben von Montecassino", dass dort - neben Amerikanern, Briten und Franzosen - auch Polen, Maori und Inder gegen die Deutschen kämpften.

02.08.2022 FAZ und SZ lauschen mit gemischten Gefühlen, wenn Isabel Allende eine Hundertjährige aus ihrem Leben erzählen lässt: Immerhin ist seit dem „Geisterhaus“ eine Entwicklung spürbar, bemerkt die SZ. Die FAZ erkennt außerdem die Parallelen zur Gegenwart in Reiner Pommerins Band über die Kubakrise von 1962. Als „literarisches Kleinod“ würdigt die SZ Sigrid Nunez’ Roman „Eine Feder auf dem Atem Gottes“. Als „zeitloses Meisterwerk“ feiert der Dlf indes Jordan Raditschkows wiederentdeckten Roman „Die Schleuder“. Die taz lässt sich von Timo Hoyers Leidenschaft für den Musiker Anthony Braxton anstecken. Und der Dlf Kultur lernt von Simone Goldschmidt-Lechner, dass die Zunge ein Messer sein kann.

01.08.2022 Was kann man heute noch mit den "Freak Brothers" anfangen, Gilbert Sheltons Klassiker des Underground-Comics aus der 68er Zeit, fragt die Welt. Ach, dies und das durchaus, findet sie. Die SZ staunt über Henry Kissingers Porträt-Samlung "Staatskunst", in der dieser über seine Staatskunst staunt. Der Dlf begibt sich ganz nah heran an Durs Grünbeins "Äquidistanz". Und die FAZ bespricht neue Krimis.

30.07.2022 Die FAZ blickt mit dem Lyriker Rüdiger Görner in einer Mischung aus Bewunderung und Pessimismus auf das Dichterlos. Die FAS ermisst mit Louise Nealons Roman "Snowflake" den Abstand zwischen akademischem Leben in Dublin und Dorfpub. Die FR wärmt ihr Herz mit Marc Hamers Gartengeschichten "Vom Blühen und Vergehen". Außerdem empfiehlt sie Serhii Plokhys "Die Frontlinie" zum Ukrainekrieg. Die taz vertieft sich in die Bände "Treiber des Autoritären" und "Intellektuelle Rechtsextremisten". Dlf Kultur schaudert gepflegt mit Chris Whitackers Krimi "Was auf das Ende folgt".

29.07.2022 Die FAZ blickt ganz neu auf das Werk von Giovanni Segantini dank Michael Krüger. Die NZZ macht mit Tom Kummer einen fesselnden Trip in die Schweiz. Der Dlf bewundert, wie knapp der Dichter SAID seine Erinnerungen an eine persische Kindheit zu fassen vermag. Der Dlf Kultur erfährt von Jochen Hörisch, wie verführbar Dichter sind, wenn es um Politik geht. Außerdem begrüßt er, dass Linda Boström Knausgard bedeutend weniger Raum braucht als ihr Exmann. Und die SZ empfiehlt heute Kinder- und Jugendbücher.

28.07.2022 In der Zeit singt Daniel Kehlmann eine Hymne auf Helmut Krausser und dessen neuen Roman "Wann das mit Jeanne begann", der mühelos Jeanne d'Arc, die Piratin Jeanne de Belleville, ein Magierpaar a la Jarmusch, die sterbende europäische Kultur und die Liebe zusammenbringt. Die FAZ sagt mit Atsuhiro Yoshida "Gute Nacht, Tokio". Die NZZ lernt von Henry Kissinger "Staatskunst". Die SZ taucht mit Amir Hassan Cheheltans "Eine Liebe in Kairo" ein in den Iran der späten vierziger Jahre.