8042 Bücherschauen - Seite 93 von 805

12.06.2023 Die SZ freut sich, dass Wolfgang Benz den Hitler-Attentäter und lange unbesungenen Helden Georg Elser in einer eleganten Biografie wüdigt. Der DlfKultur rühmt noch einmal die Tagebücher der niederländischen Jüdin Etty Hillesum. Die FAZ liest bei Thomas Hutzschenreuter und Sebastian Jans nach, wem die deutschen Unternehmen gehören. Und die FR jubelt über krakenschwarzen Humor in Ned Beaumans Öko-Thriller "Der Gemeine Lumpfisch".

10.06.2023 Die taz lernt bei dem amerikanischen Historiker Charles King das jüdische Leben in Odessa vor dem Holocaust kennen. Außerdem blickt sie mit dem intellektuellen It-Boy Egon Bondy auf das Prag der Nachkriegszeit zurück. Die FAZ lernt Adelbert von Chamisso bei Matthias Glaubrecht als Reiseschriftsteller kennen. Die NZZ erkennt hinter Marina Zwetajewas fürchterlich ehrlichen Aufzeichnungen eine "Berserkerin der Liebe". Der Dlf tanzt mit Marie Vieux-Chauvets sinnlichem Roman über die haitianische Revolution auf dem Vulkan. Und die Welt denkt mit Elliot Page über Gender nach.

09.06.2023 Der Dlf reist mit Oxana Wassjakinas Debütroman "Die Wunde" an die Ränder der russischen Gesellschaft. Dlf Kultur entdeckt in José Luis González Macías' Atlas der Leuchttürme faszinierende Geschichten von Heldentaten, Wahnsinn und der absoluten Einsamkeit. Die NZZ verdankt Bodo Hell Spezialwissen über Eibe, Esche, Eiche und Zirbenzapfenlikör. Und die FAZ betrachtet die "Schlachtfelder der Nachkriegsmoderne" in einem Band mit Ansichtspostkarten aus der DDR und der BRD.

08.06.2023 Die NZZ lernt in Peter Frankopans Globalgeschichte des Klimas: Am Ende wird die Natur die Klimakrise selbst lösen, nur bedeutet das für die Menschheit nichts Gutes. Der Dlf staunt über den schwarzen Humor, mit dem Jose Dalisay vom Schicksal philippinischer Arbeitssklaven erzählt. Mit Toine Heijmans erklimmt er ein letztes Mal einen Achttausender. Dlf Kultur erkundet das Verhältnis zwischen "Künstler und Muse" in Mark Braudes Biografie über Kiki de Montparnasse und Man Ray.

07.06.2023 Die FAZ liebt den sarkastischen und hochaktuellen Blick, den Simon Raven schon 1972 in seinem Roman "Wo man singt" auf eine englische Eliteuniversität warf. Die taz schwelgt im Leseglück mit Samuel Hamens Roman "Wie die Fliegen", der die Suche nach einem verschwundenen Teenager mit posthumanistischen Theorien kombiniert. Die Zeit ist beeindruckt von Ewald Fries Geschichte über das bäuerliche Leben seiner Familie. Der Dlf taucht mit Begeisterung in die fantastische Traumwelt Anna Giens ein.

06.06.2023 Der Dlf lernt vom senegalesischen Autor Felwine Sarr, seine Träume zu bewohnen. Der chinesischen-amrrikanischen Künstlerin Xiaowei Wang folgt er freudig ins hochmoderne ländliche China auf die "Blockchain Hühnerfarm". Die NZZ lässt sich freudig von Ivna Zic den Identitätsboden unter ihren Füßen wegziehen. Die FAZ stellt sich mit Hans Joachim Schädlich dem Bösen im Menschen.

05.06.2023 Die taz liest einen Sammelband zu Rammsteins berüchtigtem Deutschland-Video und fragt sich, wie die wahrhaft wissenschaftliche Untersuchung eines solchen Pop-Phänomens aussehen müsste. Die SZ findet Igorts Graphic Novel über den Ukraine-Krieg großartig gezeichnet, aber doch auch unauthentisch. Und die FAZ liest Krimis, darunter Erin Flanagans "emotional hochintelligenten" Roman "Dunkelzeit".

03.06.2023 Es gibt zwei eindeutige Romane des Tages: Anne Berests "Die Postkarte", in Frankreich ein großer Bestseller, wird von FR und SZ als kluge Reflexion über Holocaust und Antisemitismus heute gelesen. J. M. Coetzees "Der Pole" wird gleich in der Welt, der FAS und Deutschlanfunk besprochen, mit leicht unterschiedlicher Akzentuierung: elegant, altmodisch, und vielleicht auch etwas klischeehaft. Die FAS empfiehlt D Hunters "Autoethnografie" "Auf uns gestellt".

02.06.2023 Die FR mag ihn einfach, den unerbittlichen Blick von J. M. Coetzee, der ihr in der Novelle "Der Pole" von der Liebe zwischen einen polnischen Pianisten und eine italienischen bella donna erzählt. Der Dlf lässt sich von den "Gegengeschichten", die Alexander Kluge in seiner Kriegsfibel 2023 erzählt, zum Nachdenken anregen. Der Dlf Kultur schließt dank Michael Ohl die Wespe ins Herz. Die FAZ versinkt in Roderick Beatons Globalgeschichte der Griechen. Und die SZ empfiehlt Daniel Fehrs und Pei-Yu Changs Bilderbuch "Das Dorf der Fische" als Sommerbuch mit verstörender Note.

01.06.2023 Die FAZ bestaunt die Sprachgewalt Federico Garcia Lorcas, der selbst mit einem kurzen Text über den Duende im Flamenco Maßstäbe setzt. Anschließend brütet sie mit Arno Stadler "Irgendwo. Aber am Meer". Der Dlf lernt aus Jannie Regnerus' Roman "Das Lamm", wie man mit einem Fünfjährigen über den Tod spricht. In der Zeit würdigt der Historiker Martin Doerry ein Mammutwerk: Die abgeschlossene Gesamtausgabe über "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945".