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23.06.2023 Der Dlf Kultur streift in Witold Gombrowicz' letzem Roman durch ein "Geröllfeld der Wirklichkeit" und sucht gebannt nach der Verbindung zwischen einer Teekanne und einer erwürgten Katze. Mit Spannung liest er auch Najat El Hachmis polemisches Manifest gegen die Scham migrantischer Frauen auf dem Weg in die Selbstbestimmung. Die FR schwelgt in Sigrid Damms inspirierenden Aufsätzen. Und die NZZ ahnt in Johannes Kleinbecks "Geschichte der Zärtlichkeit": Besonders erfüllt war Liebesleben von Kant und Hegel nicht.

22.06.2023 Dlf Kultur ist dankbar für die Entdeckung des streitbaren Andrzej Bobkowski, der in den 1940er Jahren mit "Hinter dem Wendekreis" Abschied vom alten Europa nahm. Die FAZ liest gespannt Aron Boks literarische Biografie seines Urgroßonkels, des Malers Willi Sitte. Die FR freut sich in James Kestrels Thriller "Fünf Winter" über einen Gentleman-Detective im Zweiten Weltkrieg, dem durch die Bank weg emanzipierte Frauen zur Seite stehen. Die Zeit empfiehlt wärmstens die Stories von Joy Williams.

21.06.2023 Die FR bewundert den Enthusiasmus und die Verve, mit der Clemens Meyer in "Über Christa Wolf" DDR-Literatur zur Lektüre empfiehlt. Die FAZ erkundet mit David J. Chalmers virtuelle Welten. Die SZ setzt sich einer geballten Ladung Teenager-Probleme aus in Silke Heimes Roman "The truth behind your lies". Und ist dann reif für "Ekstasen der Gegenwart", die ihr Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter vorführen. Dlf taucht mit Marvel Morenos Roman "Im Dezember der Wind" ein in die Welt der kolumbianischen Oberschicht.

20.06.2023 Die FAZ versenkt sich in die Erinnerungen des französischen Schriftstellers Pierre Guyotat an den Algerienkrieg. Die SZ weiß nach der Lektüre von Sabine Hossenfelders launigem Wissenschaftsbuch, dass sie nichts weiß. Die taz liest atemlos Nicola Lagioias Reportageroman "Die Stadt der Lebenden" über einen realen Mord in Rom. Die FR genießt den österreichischen Witz in Tonio Schachingers Pennälerroman "Echtzeitalter".

19.06.2023 Der Dlf lernt aus dem fulminanten letzten Band von Gabriela Adamesteanus Roman-Trilogie über Rumänien von den 50ern bis heute, wie sich Vergangenheit immer wieder neu zusammensetzt. Die SZ ist nachhaltig beeindruckt von der kalten Wut, mit der Stefanie Babst über die deutsche Russlandpolitik und die Diskussionsunfähigkeit der NATO schreibt. Die FAZ lauscht gerne Matthias Mückes Geschichten über die Ost-Berliner Bohème. Dlf Kultur freut sich über Fabienne Meyers und Sibylle Wulfs originelles Bilderbuch über die Restauration von Kunstwerken.

17.06.2023 Der Dlf taucht ein in die unheimlichen Erzählungen von Maylis de Kerangal. Die FAZ liest Fernanda Alfieris Bericht über eine Teufelsaustreibung als Kampf zwischen Religion und Wissenschaft. Mit Penelope Mortimers Roman "Bevor der letzte Zug fährt" betrachtet sie interessiert das in Konventionen erstarrte England der Fünfziger. Die FR amüsiert sich mit Edmund Edels Berlinroman "Der Snob". Dlf Kultur empfiehlt die Dürer-Biografie von Philip Hoare.

16.06.2023 Die Zeitungen empfehlen heute viele Kinderbücher: Die SZ reist mit gleich drei Bilderbüchern zum Mond - besonders gern mit Gosia Herba und Mikolaj Pasinski, die dort einen Elefanten vermuten. Klug und kunstvoll findet die FR, wie Zoran Drvenkar Kinder an das Thema Krieg heranführt. Die FAZ blickt in einem Bildband mit Paul McCartney auf die Beatlemania zurück. Und der Dlf denkt mit Celine Minard über menschliches Leben in tausend Jahren nach.

15.06.2023 Gleich zwei große, hierzulande noch unbekannte Romane sind zu annoncieren: Mark Aldanows "Der Anfang vom Ende" von 1943 erzählt von einer sowjetischen Delegation im Paris der 1930er Jahre, die ihren Glauben an den Kommunismus bereits verloren hat - ein unerwartetes Meisterwerk, schwärmt die Zeit. Und Janos Szekelys "Eine Nacht, die vor 700 Jahren begann" aus den 1950er Jahren erscheint überhaupt zum erstenmal - eine Nacht am Ende des Zweiten Weltkriegs in Ungarn, eine Dreiecksbeziehung und ein Streik der Bauern sind seine Themen, die Szekely mit fast filmisch wirkenden Erzähltechniken evoziert, so der hingerissene Dlf Kultur.

14.06.2023 Der FAZ gewähren Henrike Lähnemann und Eva Schlotheuber mit "Unerhörte Frauen" einen faszinierenden Einblick in das Leben und die Netzwerke von Nonnen in mittelalterlichen Klöstern. Die Welt lässt sich von Johannes Kleinbeck über die Erfindung des einvernehmlichen Sex aufklären, der so einvernehmlich nicht immer war. Die NZZ taucht mit Eva Vieznaviecs Roman "Was suchst du, Wolf?" in die von Gewalt und Krieg geprägte Vergangenheit von Belarus ein. Die SZ beobachtet mit der Harvard-Professorin Jana Costas gebannt Reinigungskräfte in ihrem Arbeitsalltag.

13.06.2023 Höchst beeindruckt ist die NZZ von der Nüchternheit, mit der Yirgalem Fisseha Mebrahtu in ihren Gedichten von Widerstand und Haft in Eritrea erzählt. Berührt liest Silke Scheuermann in der FAZ Erika Schellenbergers einfühlsamen Roman "Alles behalten für immer" über Rilkes Tochter Ruth. Heinz Strunks Geschichten von gescheiterten Existenzen rät die SZ, nur in kleinen Dosen zu genießen. Außerdem verteidigt sie den Liberalismus gegen Raymond Geuss. Der Dlf empfiehlt Katajun Amirpurs kenntnisreiche Analyse "Iran ohne Islam".