Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Ziemliches Vokabeltraining

28.10.2023 Die FR freut sich, dass die Erinnerungen Leonard Woolfs an seine Frau Virginia zumindest in Teilen neu auf deutsch erscheinen. Britney Spears ist mit "The Woman in Me" ein berührendes Buch über ihre Geschichte gelungen, finden die Kritiker von FAS und Welt. Pedro Lemebels "Torero, ich hab Angst" ist ein besonderer Roman über Chile und ein besonderer Roman über Homosexualität, freut sich die taz. Der Deutschlandfunk widmet sich ausführlich Frank Trentmanns deutscher Nachkriegsgeschichte "Aufbruch des Gewissens".

Pistole unter der Kutte

27.10.2023 SZ und NZZ liegen Florian Illies zu Füßen, der sie geistreich und raffiniert durch das Werk von Caspar David Friedrich führt. Die FAZ lässt sich von dem Ideenhistoriker Anton Jäger in die Dynamiken hyperpolitischer Zustände einführen. Als poetischen Roman über den Niedergang von Berlin empfiehlt der Dlf Tim Staffels "Südstern". Und Dlf Kultur spürt in Maya Binyams Roman "Galgenmann" über einen politischen Flüchtling in den USA die Isolation am eigenen Leib.

Herausschweben aus den Wörtern

26.10.2023 SZ und Welt amüsieren sich prächtig mit dem neuen Asterix: der beste seit langem, versichern beide. Darauf eine in Straußenfett gebratene Wachtel! NZZ und Zeit leiden mit Britney Spears. Die Zeit trifft sich mit Zadie Smith, um über deren Roman "Betrug" zu plaudern. Und sie stellt drei neue Krimis vor, darunter Monika Geiers lang erwartetes "Antoniusfeuer". Die FAZ empfiehlt Amir Gudarzis Roman "Das Ende ist nah". Die FR lässt sich vom Optimismus des Dichters Robert Schindel anstecken.

Rund um Sex

25.10.2023 Die FAZ lässt sich von Manon Garcia inspirieren, zwischen Vergewaltigung und schlechtem Sex zu unterscheiden. Die SZ durchlebt mit Stephan Lohse "Das Summen unter der Haut", das die erste Liebe auslöst. Dlf Kultur blättert fasziniert durch eine große Bild-Biografie Marina Abramovics. Die NZZ begeistert sich für Tine Melzers lakonische Beschreibung eines Sonderlings in "Alpha Bravo Charlie".

Heilsamer Grusel

24.10.2023 Eine spannende Entdeckung macht der Dlf mit dem Roman "Der Schlüssel zum großen Tor", in dem Hinko Gottlieb vier jüdische Brüder in einem Gefängnis über Freiheit und Widerstand diskutieren lässt. Die FR freut sich, dass das Lesebuch "Durch innere Kontinente" endlich einen Einblick in das auf Jiddisch verfasste Werk der Shoah-Überlebenden Chava Rosenfarb gibt. Die FAZ lobt Simone Schlindweins profund recherchiertes Buch über die Konflikte um afrikanische Nationalparks.

Die dunkleren Gestalten der Geschichte

23.10.2023 Die FAZ begegnet in Cornelia Funkes viertem Teil der "Tintenherz"-Reihe "Die Farbe der Rache" freudig dem liebgewonnenen Buchbinder Mo und seiner Tochter Meggie wieder, die mit ihrer Stimme Geschriebenes zum Leben erwecken. Die NZZ erkennt in Zoltan Danyis "Rosenroman" Züge von Kafka und Kertész. Die SZ fragt mit Ulrich Menzels Buch, ob wir am "Übergang zum autoritären Jahrhundert stehen" und wie man ein solches verhindern kann. Und die taz liest mit Paula Schweers Debütroman einen Appell, die prekär aufwachsende junge Generation nicht aus den Augen zu verlieren.

Eher Schreibtischmensch als Outdoorfreak

21.10.2023 Die FR empfiehlt Mikhail Zygars russisch-ukrainische Konfliktgeschichte "Krieg und Sühne". Die SZ lässt sich von Asfa-Wossen Asserate gern erzählen, was deutsch ist - vom Scheitel bis zur Sohle. Die FAZ feiert Gabriela Adamesteanus "Der Trevi-Brunnen" als ganz große Literatur. Die taz lernt von Martin Seel und Wittgenstein "Spiele der Sprache". Der Dlf ackert sich etwas mühsam durch Christopher Clarks "Frühling der Revolution" 1848.

Ostdemokratische Ideen

20.10.2023 Die FAZ lernt aus Christina Morinas instruktivem Band "Tausend Aufbrüche", wie sich das Demokratieverständnis während der Teilung in Ost- und Westdeutschland entwickelt hat. Die SZ vertieft sich angeregt in Tilman Spreckelsens Biografie Otfried Preußlers. Die FR empfiehlt Jörn Leonhards "Über Kriege und wie man sie beendet" als Buch der Stunde.

zählt denn kein sternenbild auf papier?

19.10.2023 Der Dlf stürzt sich glücklich mit Arno Rautenberg in den "sekundenfrühling". Die FAZ liest gerührt Maria Kuncewiczowas Geschichten aus dem Weichselstädtchen Kasimierz Dolny, kurz bevor die Nazis der anmutigen Idylle ein Ende machten. Die Zeit empfiehlt wärmstens Tonio Schachingers "Echtzeitalter": So schön ignoriert niemand den Zeitgeist. Die SZ erhört Armin Nassehis Ordnungsruf zu "Gesellschaftlichen Grundbegriffen".

Sein Streicheln ist wie Kokain

18.10.2023 In der SZ empfiehlt der Dichter Nico Bleutge wärmstens einen Band mit slowenischer Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts: "Mein Nachbar auf der Wolke" - und man glaubt es sofort von einem Land, in dem jährlich 300 Gedichtbände erscheinen. Die NZZ schiebt gleich noch Tomaz Salamuns spektakulären Gedichtband "Steine aus dem Himmel" hinterher, für dessen Assoziations- und Anspielungsfuror man jedoch starke Nerven braucht. Die taz lernt eine wahrhaft beängstigende Mutter kennen in Rachel Yoders "Nightbitch".  Dlf Kultur analysiert mit der Psychotherapeutin Philippa Perry vertrackte Lebensdilemmata.